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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vit K3



Jette
06.11.2002, 08:50
Hallo an Alle!!

Kann mich eigentlich mal einer aufklären und mir das K3 und seine Wirkung erklären??? Ich les das nämlich in letzter Zeit immer öfter hier im Forum und ihr habt mich ehrlich erschreckt. Besonders, als ich gelesen hab, dass das sogar eventuell im Bozita drin ist ......(das fütter ich nämlich) :(

Ich weiss überhaupt garnix über dieses K3 und fänds erschreckend, wenn das negative Auswirkungen hätte. Ich bzw meine Hundedamen kommen nämlich super klar mit diesem Futter!

Vielen Dank schonmal
;)
LG Steffi, Ronja & Jette

Rottiheidi
06.11.2002, 09:19
Hallo Steffi,

zur Beruhigung. In Bozita ist kein Vitamin K3. Hier ein paar Informationen, die ich Dir kopiert habe.

Faktensammlung aus wissenschaftlichen Abhandlungen

Menadion (K3)

verursacht Zytotoxizität an Leberzellen
bedingt Radikalbildung aus Enzymen von Leukozyten
kann mutagene Effekte nach sich ziehen
bewirkt Radikalbildung mit einhergehender Serie zytotoxischer Reaktionen

Vitamin K3
verursacht hämolytische Anämien durch Bindung an Sulfhydrylgruppen bei Neugeborenen und Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
bedingt Hyperbilirubinämie durch Bindung an Sulfhydrylgruppen bei Neugeborenen und Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
bewirkt Kernikterus durch Bindung an Sulfhydrylgruppen bei Neugeborenen und Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
geht in Wechselwirkung mit Redoxsystem der Erythrozyten - Bildung von Methämoglobin - Destabilisation der Erythrozyten - Hämolyse. Es folgen Hyperbilirubinämie und Kerniketrus. (Anmerkung: Diese Misstände treten nicht nur bei hoher Gabe auf!)

Menadion (K3)
verursacht Senkung des Glutathion-Spiegels (Neugeborene und Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel-Patienten)
führt zu Heinz-Innenkörperbildung (Neugeborene und Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel-Patienten)
bewirkt Knochenanomalien bei Cumarintherapie
Toxische Menadion-Effekte entstehen durch die unphysiologische Form von Menadion

Vitamin K3
bedingt Plasmamembranstörungen: Menadion stört den Ca2+-Spiegel; der Ca2+-Spiegel für Fibrinolysefaktor wichtig
hat mit einem kurzkettigem Peptid in Position 3 keine K-Wirkung
ist in seinem Umbaumechanismus in Leber nicht erforscht
ist im Wirkungsmechanismus der Syntheseleistung noch weitgehend ungeklärt
kommt in der Leber kaum vor – im Gegensatz zum K1 - und wird nur geringfügig in MK-4 umgewandelt
ist in seiner Ausscheidung nur in zwei Formen identifiziert; die Mehrzahl der Metabolite konnte nicht charakterisiert werden
K3-Ausscheidung: bei unreifer Leber wird Menadion als Glucuronide ausgeschieden ® konkurriert mit Bilirubin um Entgiftungsmechanismus

Menadion (K3)

ist ohne Wirkung auf Cumarinderivate und Cumarine - Metabolite des Cumarins stehen in Verdacht der Lebertoxizität
wirkt in hoher Dosierung toxisch (u. a. Erbrechen, Albuminurie = Ausscheiden von in Leber hergestellten Proteinen)
wird bei Injektion bei der Ratte in Geweben weitgehend zerstreut und rasch exkretiert
bewirkt eine Ablagerung in verschiedenen Geweben, unter anderem Muskulatur
verändert bei Ratten bei zytotoxischem Spiegel die intrazelluläre Thiol- und Ca2+-Homöostase
bewirkt Anstieg des Ca2+-Spiegels
Haut und Schleimhautreizung
allergische Reaktion mit Ekzembildung
toxische Effekte auf das hämotopoetische System mit starker Verminderung der Blutzellen aller Systeme.
Vitamin K3

verursacht bei Pferden in Höhe von 200 mg und mehr (i.v.) Unverträglichkeit in Form von Störungen der Nierenfunktion und Muskelschwäche.


Und nun das Ganze in Kurzfassung übertragen in einen Sprachstil ohne überflüssige Fachworte:

Von Vitamin K3 (Menadion) bzw. seinen im Handel üblichen wasserlöslichen Derivaten (Menadion-Dimethylpyrimidinol-Bisulfit-Präparat, Menadion Natriumbisulfit-Präparat, Menadion-Natriumbisulfit-Reinsubstanz, Menadion-Nicotinsäureamid-Bisulfit-Präparat) sind zahlreiche Schadwirkungen bekannt.

Wilhelm FRIEDRICH beschreibt in seinem „Handbuch der Vitamine“ folgende Schadwirkungen:

Menadion (K3)

geht mit den roten Blutkörperchen eine Wechselwirkung ein, wodurch am Ende der Zerfall der roten Blutkörperchen steht. Um diese Wirkung zu erzielen bedarf es keiner hohen Vitamin-K3-Dosen

senkt den Gluthationspiegel. Glutathion ist eine vom Körper hergestellte Substanz, die als wichtigstes wasserlösliches Antioxidans gilt und u. a. im Blut zu finden ist. Gluthation schützt also vor freien Radikalen und kann oxidiertes Vitamin E und C zur Wiederverwendung aufarbeiten. Ist nur wenig Gluthation durch hohe Menadion-Verabreichung vorhanden, sinkt der körpereigene Schutz

bewirkt aber nicht nur eine Senkung des Gluthationspiegels, sondern fördert auch eine Radikalbildung im Stoffwechsel mit einer einhergehenden Serie an giftigen Reaktionen für Zellen

wirkt v. a. giftig auf Leberzellen

veränderte bei Ratten den Thiol- und Kalziumionenspiegel. Wenn das Gleichgewicht des Kalziumspiegels gestört wird, kann es zu einer nicht mehr korrekt ablaufenden Blutgerinnungsregulierung und Plasmamembranstörung (Zerstörung der Zellwand) kommen. Thiol seinerseits schützt die roten Blutkörperchen vor (oxidativer) Zerstörung.

führt zu Kernikterus durch Bindung an Sulfhydrylgruppen bei Neugeborenen und Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel.

führt bei einer Cumarintherapie zu Knochenanomalien

Neben diesen Schadwirkungen führt Eberhard HÖHNE in seinem Buch „Vitamine“ darüber hinausgehend auf:

Menadion (K3)

ist ohne Wirkung auf Cumarinderivate und Cumarine. Stoffwechselprodukte im Cumarinstoffwechsel stehen im Verdacht, giftig auf die Leber zu wirken.

Als giftige Erscheinungen bei hoher Menadion-Dosierung stellen sich Erbrechen und Albuminurie (Ausscheiden von in Leber hergestellten Eiweißen) ein.

Karl-Heinz BÄSSLER fixiert in seinem Buch „Vitamin-Lexikon“, dass

Menadion (K3)

hämolytische Anämien und Hyperbilirubinämie (vermehrter Gehalt des Blutes an Bilirubin, einem Abbauprodukt abgestorbener roter Blutkörperchen) bewirkt

eine mutagene (erbgutverändernde) Wirkung besitzt

im Gegensatz zu Vitamin K1 in der Leber nicht vorkommt

in der Mehrzahl seiner Stoffwechselprodukte nicht identifiziert werden kann

Nach Erich ELSTNER kommt es auch ohne irgendwelche Drogen bei roten Blutkörperchen zu einer Zerstörung durch Stoffwechselprodukte, die im Stoffwechsel anfallen. Das hängt damit zusammen, dass die Lebewesen Sauerstoff benötigen für viele Lebensvorgänge. Bei der Verarbeitung des Sauerstoffs entstehen aggressive Verbindungen, die rote Blutkörperchen zerstören. Allerdings hat der Organismus eine ganze Palette an Gegenmaßnahmen parat, um diese aggressiven Verbindungen zu stoppen. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung mit allen notwendigen Nährstoffen und Wirkstoffen sowie Mineralien nötig. Führt man dem Organismus jedoch bestimmte Drogen wie Chinone (Salze) des Menadions (Menadion-Dimethylpyrimidinol-Bisulfit-Präparat, Menadion Natriumbisulfit-Präparat, Menadion-Natriumbisulfit-Reinsubstanz, Menadion-Nicotinsäureamid-Bisulfit-Präparat) zu, so erhöht sich die Rate der Zerstörung der roten Blutkörperchen drastisch! Übrigens haben bestimmte Antibiotika die gleiche katastrophale Wirkung auf rote Blutkörperchen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung, der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährungsforschung und der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung soll die Bezeichnung Vitamin K3 für Menadion vermieden werden. Ebenso soll der Einsatz von Menadion wegen erheblicher Nebenwirkungen vermeiden werden. Da in Lebensmitteln Menadion ohnehin nicht zugelassen und damit verboten ist, kann dieser im Jahre 2000 veröffentliche Hinweis ausschließlich auf Futtermittel bezogen sein! Nicht zuletzt ist aber auch eine Menadionzuführung über lebensmittelliefernde Tiere nicht auszuschließen.

Literatur:

BÄSSLER, K.-H. et al. (1997): Vitamin-Lexikon für Ärzte, Apotheker und Ernährungswissenschaftler. Gustav Fischer, Stuttgart, und Govi-Verlag, Frankfurt

DGE (2000): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau/Braus Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main

ELSTNER, E. F. (1990): Der Sauerstoff. Wissenschaftsverlag, Mannheim

FRIEDRICH, W. (1987): Handbuch der Vitamine. Urban & Schwarzenberg, München

HÖHNE, E. (1985): Vitamine. Otto Hoffmanns Verlag, München

Jette
06.11.2002, 09:32
Klasse, vielen Dank!
Da bin ich ja beruhigt. Ich war/bin echt zufrieden mit meinem Futter und wenn da jetzt dieses blöde K3 drinne wäääre, dann hätts mich schon angek*.
Wenn ich da nur an die Suche nach einem anderen Futter mit ähnlichem Preis- Leistunsverhältnis denke..... (denn ich bin ja eine arme Studentin... :D )

LG
Steffi mit ihren zwei Mädels