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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rüde und Rüde!?



jasmin72
03.11.2002, 23:03
Hallo Ihr,
vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für mich ;-)

Mein fünfjähriger Rüde ist bestens sozialisiert, verträgt sich mit
Mensch und Tier.Rüden dürfen in die Wohnung, wenn sie sich an die Spielregeln halten und auch bald wieder gehen. Nur einmal hatten wir einen einjaährigen Rüden über Nacht bei uns, der sehr verspielt und lieb war. Meiner hat ihn bös angegriffen und und auch verletzt und erst nach dem ich dann doch eingriff hörte er auf aber er fixierte den anderen Rüden weiterhin(der sich nicht mehr zu bewegen wagte!)doch jede Chance wurde genutzt, wenn ich mal nicht anwesend war. Ich bin der Meinung, meiner hätte es bis zum letzten kommen lassen obwohl der andere sich nicht wehrte und auch beschwichtigte......
Nun bekommen wir in zwei Wochen einen Welpen(8W.Rüde) und bin mir nicht mehr ganz sicher, ob das gut geht. Der Vorfall ist nun fast vier Jahre her, da war meiner ca. 1,5 Jahre alt! Vielleicht hat ja jemand Tipp's für mich wie ich das ganze angehen kann und warum meiner damals so krass reagiert hat. Würde ein - trotz guter Sozialisation - einen Welpen schwer verletzen oder gar töten?
Ich hoffe, Ihr könnt helfen!!!
Jasmin
PS:Er ist sonst total lieb mit anderen Rüden, lässt sich zwar nix gefallen aber fängt auch nicht an.Null Dominanz, ordnet sich bei Menschen gerne unter - halt Collie - Typisch ;-))) und hat auch null Probleme mit Kindern!

Ewok
04.11.2002, 07:21
Hallo Jasmin!

Ich kann dir nur erzählen wie es bei uns war. Allerdings haben wir eine Hündin und einen Rüde. Unsere ist 3 1/2, kommt aus Spanien, sehr selbstbewusst gegenüber anderen Hunden und futterneidisch. Im Haus wohnt noch ein 9 jährige Rüde, den sie meistens wenn er bei uns in der Wohnung war, ziemlich untergebuttert hat, der durfte sich überhaupt nicht bewegen. Also hatte ich auch das Problem, dass ich nicht wußte, ob das mit dem Welpen so gut ist und ob sich meine Hündin mit dem Welpe verträgt. Aber ich habe den Leute gesagt, o ich den Welpen herhabe, wenns nicht klappen würde, würden sie ihn wiederbekommen.
Trotzdem haben vor fast 4 Monaten einen damals 8 Wochen alten Rüden bekommen, und ich muss sagen ich bereue es nicht. Vom 1. Tag ein Herz und eine Seele. Was er allerdings nicht darf ist, an ihren Futternapf wenn sie in der Nähe ist und sie in Ruhe lassen, wenn sie Leckerchen hat. Bis auf einen kleinen Unfall ist bis heute nichts passiert. Und wenn es ihr zu bunt wird mit dem Kleinen, dann wird mal geknurrt und auch mal nach ihm geschnappt, aber ich denke das ist normal... Nur der 9 jährige Rüde kann sich bis heute nicht ihm anfreunden, wenn er ihm zu nah kommt, wird geknurrt und gebellt außer draußen und in fremden Umgebungen.

Gruss Nadine

cheroks
04.11.2002, 09:46
Hallo Jasmin,
"man" sagt, es ist besser Rüden miteinander zu halten als Hündinnen. Rüden wollen ihre Kraft testen und sich ausprobieren (Männer eben) , Hündinnen geraten, wenn in eine ernsthafte Beisserei, da bei ihnen die Erhaltung der Art, Revier, Futter etc. im Vordergrund steht.
Zwei Hündinnen, die sich nicht riechen können, bleiben oft ein Leben lang "verfeindet", zwei Rüden "raufen" sich ordentlich und geben sich jedes mal wieder eine neue Chance.

Was dein Hund damals allerdings gemacht hat ist schon "bedenklich". Ich würde es auf den geringen Altersunterschied zurückführen. Vielleicht hat der "Fremde" sich auch doch nicht so beschwichtigend oder unterwürfig verhalten, wie du es gedacht hast.
Es spricht auch etwas dafür, dass dein Hund dich nicht so recht als Rudelführer angesehen hat (kann sich ja ändern) und meinte, er müsste dem Eindringling zeigen was hier gespielt wird.
Von Null Dominanz würde ich nicht sprechen, denn wenn dein Hund sich nichts gefallen lässt und nur selten rangzeigendes Verhalten zeigt, ist er dominant, im positiven Sinn (kein Hund muss sich alles gefallen lassen)
Ganz wichtig ist, wenn du den Welpen bekommst, bestätige deinen Hund weiterhin als ranghöher. Er bekommt zuerst fressen, zu erst Aufmerksamkeit usw. damit er den Kleinen nicht als Konkurrenz ansieht. Sonst könnte er dem Welpen schon etwas tun, Welpenschutz gilt nämlich nur für die eigene Nachzucht.
Da du der Rudelführer bist, darfst du natürlich auch bestimmen, wer zu deinem Rudel gehört, dazu hat er nichts zu sagen!
Vielleicht kannst du die beiden ja schon vorher bekannt machen damit sie den Geruch des anderen aufnehmen können, auch wenn dir jemand erzählt, dein neuer Hund hat noch nicht den vollen Impfschutz (halte ich für Unsinn).
Also generell gibt es mit einem 8 wöchigen Welpen keine Probleme. Aber du musst deinen Rüden auch machen lassen, wenn er den Kleinen nicht mit Samthandschuhen behandelt, das ist auch sein gutes Recht und ein normales Verhalten.
LG

Hovi
04.11.2002, 11:28
Hallole Jasmin,

Hier ein kurzer Erfahrungsbericht zur Rüdenhaltung von mir:

also, ich halte zwei Rüden einer angeblich ja sooo schrecklich dominanten Rasse (Hovawart), und bis dato hab ich null Probleme mit den beiden. Allerdings ist mein älterer Rüde auch ein sehr verträgliches Exemplar Hund, der mit fast allen anderen Hunden gut klarkommt.

Ich hab meinen Bandit (damals 6 Jahre alt) mitgenommen, als wir zum Aussuchen des Welpen fuhren. Wir fuhren durch halb Deutschland zum auserwählten Züchter. Nach 5 Stunden Fahrt dort angekommen, machte ich die "Feuerprobe". Ich setzte Bandit mitten in das wuselige Welpenrudel und beobachtete ihn ganz genau. Er hat nicht ein einziges Mal geknurrt, keinerlei Aggression gezeigt. Hätte er damals aggressiv reagiert, wäre ich das Risiko NICHT eingegangen und unverrichteter Dinge ohne Welpe wieder heimgefahren! Aber so fuhren wir MIT Welpe heim. Bandit war zunächst beleidigt. Er schien ständig darauf zu warten, dass wir die kleine Nervensäge endlich wieder zurückbringen. Aber er akzeptierte den Kleinen trotzdem, lies sich sogar seine Kauknochen von ihm wegnehmen...

Heute ist Bandit 7, Jason 19 Monate, und noch immer vertragen sich die beiden prima. Jason, wesentlich größer und kräftiger als Bandit, respektiert offensichtlich den beachtlichen Altersunterschied. Es gab 3 Mal eine Keilerei zwischen beiden, jedesmal ging es um Kauknochen. Ich bin stets dazwischen gegangen und hab Jason unmißverständlich klar gemacht, dass er hinter Bandit im Rang steht. Hierüber scheiden sich die Geister, manche meinen, die sollen das "unter sich" ausmachen, aber ich will die Rangordnung so erhalten, wie sie ist, solange Bandit seinen Rang nicht freiwillig abgibt. Und das klappt auch, wenn man konsequent ist.

Auf Spaziergängen beschützt Jason "seinen" Bandit (der aufgrund von Wirbelsäulenproblemen keine Chance gegen fremde Rüden hat, die ihn angreifen). Die beiden spielen miteinander im Rahmen von Bandit´s eingeschränkten Möglichkeiten, und auch daheim "knutschen" sie. Sie vertragen sich schlichtweg super. Auch nach den kurzen Keilereien damals gab es kein böses Blut zwischen beiden. Ich pass halt nur auf, dass nicht gerade Leckerchen herumliegen, wenn ich nicht in der Nähe bin (um Spielzeug gibt es übrigens keinen Streit).

Insgesamt würde ich mir immer wieder zwei Rüden halten... bin halt aber auch ein Rüdenfan... allerdings denke ich, dass ein Altersunterschied von mindestens 4 Jahren die Sache auch ungemein erleichtert.

Liebe Grüße
Claudia

jasmin72
06.11.2002, 11:55
Hallo Ihr,
möcht mich bei Euch für die Antworten bedanken :-)
Ich hoffe, es geht alles gut, vielleicht lag es ja auch an seinen geringen Alter, er war ja selbst noch nicht erwachsen ;-).
Es war ja auch der einzige Vorfall.......................

Liebe Grüsse
Jasmin