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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein paar fragen



Schlappohr
03.11.2002, 19:13
Hy Leute ich hätte da mal ein paar fragen die ich bei einem test lösen muss, ihr kennt euch da sicher besser aus (ich will ja auch was lernen) also:

1. Wann dürfen neugeborene Fohlen mit ihrer mutter auf die weide?

2. Warum macht das Fohlen seine ersten schritte meist erst rückwärts

3. Warum frisst das Fohlen in den ersten tagen nach der geburt den frischen kot der mutter?

4. Was tust du oder der Tierarzt unmittelbar nach der Geburt?

5. Wie erkennst du das das Fohlen falsch im Mutterleib liegt und was tust du dann?

6. Was muss/sollte innerhalb einer Stunde nach der Geburt alles geschehen
sein und was musst du tun?

So das wars dann, ich hoffe ihr könnt mir helfen

VIELEN DANK schon einmal

by Schlappohr :p

Fauna
06.11.2002, 20:09
Hallo !

Ich möchte gerne versuchen, dir die Fragen zu beantworten !


1. also in der Regel, darf ein Fohlen nach ca. 3-4 Tagen mit der Muter auf die Weide, es sei denn es ist zu frostig dazu. IN dem meisten fällen kommen Fohlen ja um den Monat April zur Welt, da ist das Wetter schon angemesssen.

2. Das Fohlen kann sich noch nicht so sehr ausbalancieren und fällt meist nach hinten um. Damit es sich ausbalancieren kann, wird es versuchen im Rückwärtsgang halt zu finden.

3. Eigentlich ist es doch umgekehrt, oder nicht ? Es ist wohl so zu erklären, das das Fohlen wichtige MIneraleiren und Nährstoffe aufnimmt die es mit der Milch nicht bekommt oder selber nicht bilden kann

4. Wenn die Geburt gut verluiafen ist, übernimmt den rest part die Stute. Sie leckt das Fohlen trocken. Wenn das Fohlen nach einer halben Stunde noch keine Anstalten gemacht hat sich aufzurichten muss der Mensch eingreien und es zum Euter führen. Es solte darauf geachtet werden, das das Fohlen das Darmpech bald ausscheidet !!

5. Das kann nur der Tierarzt erkennen, was er dann tut kann ich nicht beschreiben, in solch einer Situation bin ich noch nicht gewesen. Manchmal kommt das Fohlen per Schnitt zur Welt oder ist gleich tot.

6. ich denke das ich das schon in der Nr 4 beschrieben habe....



Ich hoffe ich konte etwas helfen.


Liebe Grüße
Fauna:rolleyes:

Farrier
07.11.2002, 10:41
Hi Schlappohr.

Was ich noch gerne ergaenzen wuerde zu der Antwort die du eh schon bekommen hast ist, dass du daruf achten musst die Nachgeburt zu finden und in einen Eimer zu tun damit sich der Tierarzt anschauen kann ob auch alles gekommen ist manchmal kan ein Teil drin bleiben. Das ist sehr schlecht fuer die Stute ich glaube es koennte sie sogar umbringen.
Der Tiertarzt muss dem Fohlen am ersten Tag auch ein paar spritzen geben.

Viel spass bei deinem Test.

Farrier

Fauna
07.11.2002, 16:44
eigentlich frisst die Stute die Nacgeburt nach der Geburt auf !;)


LIebe Grüße
Fauna:rolleyes:

Patricia
08.11.2002, 14:07
Stuten fressen nicht unbedingt die Nachgeburt auf. Auch sollte man dies möglichst vermeiden, damit kontrolliert werden kann, ob die Nachgeburt komplett abgegangen ist. Dies ist deshalb so wichtig, da das Verhalten der Nachgeburt die gefürchtete Geburtsrehe bei der Stute auslösen kann, eine Gebärmutterentzündung auslösen kann, die sogar zur Unfruchtbarkeit führen kann, oder vielleicht sogar eine Blutvergiftung herbeiführen kann.

Zu 1: Es gibt Züchter, die ihre Stuten auf der Weide gebären lassen. Es steht also nichts dem im Wege, Stute und Fohlen sofort auf die Weide zu lassen. Das frische Gras und die Sonne sind wichtige Vitaminlieferanten für Pferde. Die Stute wird diese Vitamine in die Milch umsetzen, was dem Fohlen wiederum zugute kommt. Zeitlich wird jedoch der Weidegang begrenzt, da Fohlen sich oft sehr verausgaben. Zum einen ist die Bewegung sehr wichtig für Fohlen, zum anderen haben sie keine Kondition, schwitzen sehr stark und legen sich dann auf kalten Boden ab, um zu ruhen. Da das Fohlen selbst noch keine Abwehrkräfte besitzt, muss eine Erkältungs- bzw. Verkühlungsgefahr möglichst gebannt werden.

Zu 2: Das Fohlen macht nicht bewusst die ersten Schritte rückwärts. Vielmehr wird die Bewegung nach hinten dadurch ganz natürlich erlangt, dass der Schwerpunkt beim Fohlen hinten sitzt. Steht es zum ersten Mal komplett auf seinen vier langen zittrigen Beinen, so hat es den ersten Schritt in die Koordinierung der 4 Beine gefunden. Es wird nun versuchen, nach vorn den ersten Schritt zu machen. Dabei fällt logischerweise eines der 4 Beine zur Balance-Stützung aus, der Körper fällt aufgrund physikalischer Gesetze nach hinten, das Fohlen versucht, die Beine hinten wieder unter den Schwerpunkt zu setzen, schreitet dabei nach rückwärts und fällt dann meist nach hinten um.

Zu 3: Am ersten Lebenstag frisst das Fohlen den Kot der Mutter nicht, da sein Hauptbedarf über die Kolostralmilch gedeckt wird. In den ersten Lebenswochen muss das Fohlen den Kot der Mutter fressen, damit in seinem Darm die für die Verdauung wichtigen Bakterien angelegt werden können.
Diese bekommt das Fohlen allerdings nur über den Kot der Mutter.

Zu 4: unmittelbar nach der Geburt ist zu kontrollieren, ob die Eihülle, die das Fohlen umschliesst, gerissen ist. Ist diese nicht gerissen, so muss sie per Hand geöffnet werden.
Nüstern und Maul des Fohlens werden abgestrichen, sodass eine freie Atmung garantiert werden kann.
Die Stute wird unmittelbar nach der Geburt des Fohlens aufstehen. Hierbei reisst die Nabelschnur an einer Sollbruchstelle. Es ist dann also zu kontrollieren, ob die Nabelschnur sauber getrennt ist, der Nabelstumpf des Fohlens in Ordnung ist. Dieser wird dann desinfiziert, damit keine lebensbedrohlichen Bakterien eintreten können.

Zu 5: Bei einem normalen Geburtsverlauf wird das Fohlen durch den Geburtskanal gedrückt. Es erscheinen bei Austritt die Vorderhufe des Fohlens, auf den Vorderbeinen liegt der Kopf, sodass nach Austritt der Vorderhufe das Mäulchen des Fohlens erscheint. Ist dies nicht der Fall, dann liegt das Fohlen falsch. Das heisst: Tritt der Kopf des Fohlens zuerst aus, so sind die Vorderbeine nach hinten weggeklappt. Tritt nur ein Vorderhuf zuerst aus, so ist ein Vorderbein zurückgeklappt. Treten die Vorderbeine aus, und es folgt kein Kopf, so ist der Hals verdreht und der Kopf nach hinten weggeklappt. Es gibt dann natürlich noch die verschiedenen Varianten der Steisslage. Fatal und immer tödlich ist eine Querlage.
Einen Hinweis hierauf gibt es, wenn die Stute längere Zeit Presswehen hat und kein Fohlen oder ein Teil davon austritt.
Bei Komplikationen ist immer sofort der Tierarzt zu rufen!!!

Zu 6: In der ersten Lebensstunde eines Fohlens passiert eine ganze Menge! Zuerst wird die Mutterstute ihr Fohlen begrüssen und dann anfangen, es abzulecken. Dies regt den Kreislauf des Neugeborenen an, säubert und trocknet das Fell. Nach ca. 20 Minuten wird das Fohlen die ersten Aufstehversuche machen. Innerhalb der ersten Stunde sollte es dies geschafft haben und angefangen haben, nach dem Euter bei der Mutter zu suchen. Es sollte dann die Kolostralmilch, die lebenswichtig für das Neugeborene ist, getrunken haben. Zum anderen dient dies auch der Stute, da sie dann in ihrem Körper Oxytocin bildet, was wiederum zu Kontraktionen der Gebärmutter führt und den Abgang der Nachgeburt beschleunigt und erleichtert.
Innerhalb der ersten 6 Lebensstunden sollte das Fohlen dann gegen Fohlenlähme geimpft werden.
Man selbst sollte desweiteren überprüfen, ob die Stute keine Geburtsverletzungen äusserlich davongetragen hat, die austretende Nachgeburt sollte geknotet, bzw. hochgebunden werden, damit diese komplett abgehen kann und die Stute sich dort nicht reintritt, was dazu führen würde, dass die Nachgeburt abreisst und vielleicht nicht komplett und komplikationslos abgeht. Ebenfalls sollte man die Eihülle, den Fohlenkuchen und dann folgend die Nachgeburt einsammeln, sodass dies auf Vollständigkeit überprüft werden kann.
Die Box sollte nachgestreut werden, damit Stute und Fohlen ein trockenes Lager finden.

Patricia
09.11.2002, 09:48
Nachtrag zu 6: natürlich sollte auch möglichst schon das Darmpech beim Fohlen abgegangen sein. Ein Darmpechverhalten würde zu einem Darmverschluss führen, der tödlich sein kann. Meist neigen Hengstfohlen eher zum Darmpechverhalten als Stutfohlen, da ihr Becken enger ist.
Ruft man den TA an, fragt dieser meist, ob das Neugeborene ein Hengst oder eine Stute ist. Oftmals wird heutzutage schon vorbeugend ein Klistier eingesetzt.