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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Er bleibt nicht alleine



NicoleB
02.11.2002, 20:19
Hallo,

ich habe einen Michling aus Terrier und Schnauzer. Er ist jetzt schon 5 Jahre alt. Bisher hatten wir noch keine Probleme/Beschwerden darüber das er Heulen bzw. Tagsüber zuviel bellen würde. Wir sind jetzt in eine Wohnung gezogen, leider zu einer Vermieterin die unseren Hund auf dem "Kicker" hat. Sie sagt er bellt und heult tag und nacht. Kann ja nicht sein da ich meist zu hause bin.
Aber ich kann ja natürlich net wissen ob er es denn tut- wenn er mal alleine sein muß. Als Welpe war er auch kaum alleine, es war seine Mutter oder auch immer ein Mensch anwesend, ich hatte ihn auch immer als welpe und in seiner Jugendzeit fast überall mit genommen.
Wie kann ich ihm denn "jetzt noch" begreiflich machen, das ich doch wieder komme wenn ich mal gehe. Und das er keine "Angst" haben muß. Verschiedene praktiken habe ich versucht, z.B die Bindung zu lockern zwischen mir und ihm.
So das es ihm net mehr also schwer fällt wenn er alleine sein muß.
Kennt noch jemand einen Tipp, oder kann mir einer sagen ob es in seinem "alter" überhaupt noch lernt, alleine zu bleiben- und zwar ruhig? Anderes lernt er ja auch noch, kunststücke etc...

Dane für euere Ratschläge

Tschau Nicole+Jerry

Tina2809
02.11.2002, 21:18
Hallo Nicole!
Wie lange wohnt Ihr denn schon in der neuen Wohnung?
Kann es vielleicht an der neuen, ungewohnten Umgebung/ Geräuschen liegen?
Ausserdem ist dieses Verhalten ja auch ein Zeichen für *g* dominantes Verhalten...und nicht dafür, daß der Hund selbst Angst hat.
Das Ganze abzustellen wird nicht von heute auf morgen klappen, aber es kann funktionieren. Ich habe selbst noch keine Erfahrung damit bei einem älteren Hund, unser Kleiner bleibt anstandslos daheim.
Vielleicht in einem guten Buch nachlesen oder mal nen Trainer kommen lassen.
LG
Tina

cheroks
03.11.2002, 03:37
Hallo Nicole,
ein Hund lernt sein Leben lang.
Oft fällt es eher dem Menschen schwer,seine Routine aufzugeben und etwas zu verändern.Was meinst du mit Bindung lösen? Wie hast du es denn gemacht und wie hat dein Hund darauf reagiert? Hat sich für deinen Hund noch etwas gravierend verändert?

Dodo H
03.11.2002, 07:41
Hallo
.: Wir sind jetzt in eine Wohnung gezogen, leider zu einer Vermieterin die unseren Hund auf dem "Kicker" hat. Sie sagt er bellt und heult tag und nacht. Kann ja nicht sein da ich meist zu hause bin. Aber ich kann ja natürlich net wissen ob er es denn tut- wenn er mal alleine sein muß.
--Solange du das nicht weißt, was willst du tun, hast du nicht die Möglichkeit, andere Nachbarn zu fragen, jemand vorbeizuschicken, der es öfter mal "kontrolliert", also erst mal abzuklären, ob es der Wahrheit entspricht.Mich würde auch interessieren, was heißt Bindung lockern?
Dodo

Ilona
03.11.2002, 11:47
Hi Tina, wie meinst Du das, dass Bellen des Hundes (und Jaulen) dominantes Verhalten ist?
Versteh das nicht:(

Gruß, Illi

cheroks
03.11.2002, 12:16
Hallo Illi,
meinst zwar nicht mich, heiße aber auch Tina.
Das Bellen entspringt ja aus Angst irgend etwas/jemanden zu verlieren, oder es ist ein Unruhezustand der durch Geräusche ausgelöst wird (Angst jemand könnte das Revier betreten).
Hunde die oft aus Angst ein aggressives Verhalten zeigen haben vielleicht kein wirkliches Dominanzbestreben, fühlen sich vielleicht aber in die Position des Rudelführers gedrängt. Immerhin sagt der Hund, was er will, nämlich nicht allein sein. Bei sehr ängstlichen Hunden, die auch sonst sehr unsicher sind und auch auf Umweltreize sensibel reagieren, sieht man die Angst vielleicht mehr als bei anderen, aber die Motivation ist dennnoch die gleiche. Sie wollen das Rudel zusammenhalten und beschützen. Diese Verantwortung trägt aber eigentlich der Rudelführer!
Dominante Hunde werden kontrollierbarer und ängstliche Hunde werden mutiger, wenn man ihnen zeigt, auf welcher Position sie im Rudel stehen. Der ängstliche Hund entspannt sich, da er nicht die ganze Verantwortung tragen muss und der dominante Hund akzeptiert´(nicht immer dauerhaft) dass er nich die Nummer 1 ist und fügt sich.
Ist meinem Hund klar, dass ich der Rudelführer bin, verteidigt er mich nicht an der Leine, läuft nicht weg, jauelt nicht, wenn ich ihn allein lasse etc. Er ist kontrollierbarer.
LG

Ilona
03.11.2002, 17:41
Hallo auch-Tina:)

Danke für Deine prompte Antwort:)

Ja, ich versteh, was Du meinst. Weißt Du, mir scheint, das Wort "Dominanz" wird unter Hundebesitzern wie ein Modewort geführt und in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen benutzt. Manch einer weiß nicht einmal, was Dominanz eigentlich genau ist.
Wenn ich über meinen Benji schreibe, benutze ich das Wort nie. Ich "vermenschliche" lieber manche Situation, damit fahre ich besser. Und Hund schlußendlich auch.
Was meine ich genau?
Beispiel: Gestern auf der Wiese kam uns ein Mann mit seinem Rüden entgegen, sah, dass mein Hund sich mit zwei Hündinnen beschäftigte und gab seinem Hund in einem Abstand von ca. 4-5 m zu uns das Kommando "Sitz". Der Hund reagierte nicht. Herrchen begann, an der Leine zu zotteln und sagte laut und vernehmlich: "Ich habe 'Sitz' gesagt. Hast du dämliche Töle noch nicht begriffen, was 'Sitz' heißt?"
War der Rüde nun dominant, weil er das Kommando des Herrchens missachtet hat? Oder war es wirklich eine dumme Töle? Oder war Herrchen einfach oberdämlich? Für mich war Herrchen oberdämlich, aber das nur nebenbei.
Herrchen von solchen Hunden sind es meist die sagen, Hund hört nicht? Also muss ich ihm zeigen, wer hier der Boss ist. Dass Hund aber erst einmal gelernt haben muss, was wir eigentlich von ihm wollen, vergessen sie dabei. Kaum macht Hund mal zufällig "Sitz", kennt er das Kommando. Macht er das mal nicht, auch wenn ich es grad gesagt habe, ist er schon dominant. Das stört mich ein wenig.
Um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen.
Auch der Hund, um den es hier geht und der bellt, wenn er verlassen wird, muss noch lernen. Er wurde in eine neue Umgebung verpflanzt, in einen für Hunde hellhörigen (für uns ja auch) Neubau. Die Gerüche sind neu, die Menschen sind neu, alles ist neu. Der Hund muss sich zunächst zurecht finden. Und das Bellen oder Jaulen ist eine Art Unsicherheit, Du hast das sehr schön beschrieben. Nun aber gleich schreiben, Hund sei "dominant", verwirrt die meisten Hundebesitzer nur, weil eben, wie ich schrieb, Dominanz ein weites Feld ist, von dem nur wenige wirklich richtig Ahnung haben.
Zurück also zur Vermenschlichung der Situation (das macht mir die Sache sympathischer). Der Hund braucht jede Unterstützung, die er nur kriegen kann, um wieder sicherer zu werden. Hunde lernen ortsgebunden. Was sie dort können, müssen sie hier noch lange nicht beherrschen. Also heißt das für mich: Zurück in den "Kindergarten" und das Alleinbleiben wieder üben. Steigern im Minutentakt wäre sinnvoll, wie ich finde.:p :p
Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt verständlich ausgedrückt habe, aber ich wollte nur sagen, dass man mit diesem Wort wirklich verantwortungsbewußter umgehen sollte. Wir lieben ja unsere Tiere und wollen nur ihr Bestes. Darum steht für mich an ersten Stelle "Erziehung" des Hundes und nicht die Lösung von Dominanzproblemen. Findet Ihr, das sei nur ein Wortspiel? Nun, für mich steckt mehr dahinter:-)

In diesem Sinne, sei lieb gegrüßt,

Illi und Benji (der dominant, wie er ist, grad zum x-ten Mal meine Hände von der Tastatur schubst, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Kriegt er auch, der Lümmel ;) )

NicoleB
03.11.2002, 22:49
Hi,

mit "Bindung lockern" meinte ich, oder die wo das Buch geschrieben haben, das ich ihn nicht überall mit hin nehmen soll und mal öfters am Tag um die 5-10 min alleine lassen soll. -Kurz das er nicht zu sehr auf mich fixiert ist. Das er dominant ist kann ich eigentlich nicht sagen. Er hat auch vor großen Lastern angst die auf ihn zukommen oder ein unbekanntes Geräusch. Er macht tut da nicht so als wolle er mich da "beschützen" oder so.
Das mit anderen Fragen ist ja ein guter Tipp, aber die Vermieterin neben uns hat auch 4 Hunde, die höre ich auch öfter bellen und auch heulen, wie sollen da die Nachbarn wissen- welcher es ist?
Werde mal sehen ob ich jemanden "finde" der mir das bestätigen kann, und zwar nicht unter einfluß der Vermierin (Die das überall erzählt), ob MEIN Hund heult.

Tschau Nicole+Jerry

Tina2809
04.11.2002, 00:06
...als nie antworte ich jetzt erst (Sonntag ist großer Hundetag *g*).
@Illona:
Die andere Tina hats ja schon ausführlich erklärt

@Cheroks (Tina): Danke :)

@ Nicole:
Das mit dem öfter alleine lassen ist ein guter Anfang. Die Abstände von ganz kurz angefangen immer weiter ausdehnen (ist zeitintensiv, d.h. klappt nicht nach 3 Tagen schon 3 Stunden lang). Vielleicht kannst Du Dir von Verwandten/ Bekannten ein Babyfon leihen, dann hörst Du nur Deinen Hund aus sicherer Entfernung. Manche lassen auch ein Tonband mitlaufen und hören es dann nach dem Nachhausekommen ab.

Viel Erfolg!
Tina

NicoleB
04.11.2002, 16:01
das mit dem Tonband ist ein guter Tipp, werde mir mal einen Recorder besorgen der das aufnehmen kann, und mal eine Seite voll durchlaufen lassen, mal seheb ob er dann (ca45min) ruhig ist oder doch heult.
Das mit dem Babyphon ist auch nicht schlecht, die haben ja eine hohe reichweite, kann mir eins von meinen schwestern leihen und gerade zu ihnen gehen und hören :) sind net mal 100m weg und die entfernung ist für die meisten ja kein prob.
Danke für deine Tipps,

Nicole+Jerry