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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mag mein Hund mich



Tasi2002
26.10.2002, 20:31
Ich weiß, diese Frage mag jetzt blöd klingen, aber ich schildere euch jetzt mal den Sachverhalt:
Also, mein Vater spiel sehr gerne mit meinem Hund, klar ist ja auch kein Problem. Er kuschelt auch gerne mit ihr
Ich spiele, kuschele und erziehe meinen Hund. Da sie manchmal nicht hört gehe ich eben mit meiner stimme hoch, ich werde etwas lauter, manchmal rege ich mich auch auf, aber ich schlage nie meinen hund!
Nun habe ich eben das Gefühl, das mein Hund meinen Vater vorzieht als mich, denn wenn ich sie rufe, geht sie zu ihm! Oder wenn wir beide auf dem boden sitzen geht sie lieber zu meinem vater kuscheln, als zu mir! das regt mich eben auf!
sie schläft neben meinem bett und ich kümmere mich auch die meiste zeit am tag um sie.#mein vater war jetzt auch eine woche zu hause, denn er hatte urlaub.
Kann es wirklich sein, dass mein Hund meinen vater leiber mag als mich?
Nathi

Dagi
26.10.2002, 20:47
Hallo Nathi,

ich glaube, daß das nicht unbedingt eine Sache des mögens oder nichtmögens ist. Ich denke, daß sich Dein Hund evtl. bei Deinem Vater "sicherer" fühlt. Wenn Du lauter wirst, Dich aufregst, verunsichert das Deinen Hund vielleicht auch. Besser ist, nicht laut zu werden (Hunde hören sehr gut), und sich nicht aufzuregen. Aufregung heißt ja auch Ärger - und das riecht (wirklich!) Dein Hund sofort. Wenn er z.B. herankommen soll, und Du wirst lauter und ärgerlicher, riecht er das und geht NATÜRLICH nicht zu Dir hin - denn es riecht nun mal nach Ärger. Also geht er dort hin, wo er sich sicherer fühlt.
Und: wenn Du öfter rufst, gewöhnt sich Dein Hund übrigens daran, daß Du öfter rufst, und er lernt, daß er dann eben erst beim x-ten mal kommen muß. Ich gebe ein Kommando nur einmal! Und wenn ich weiß (gerade beim Kommen), daß der Hund wohl nicht auf das Kommando reagieren wird, geb ich es gar nicht, denn dann wird das nicht-hören ja noch trainiert. Aber mehrmals rufen, mit immer lauter werdender Stimme und aufregen bringt absolut gar nix! Im Gegenteil.

Ich bin mir da jetzt nicht sicher, ist nur so 'ne Vermutung. Vielleicht haben die anderen ja noch was beizusteuern!

Grüße von Dagi + Amy

Maggie_HH
26.10.2002, 22:18
Ich denke es liegt am Verhalten deines Vaters gegenüber deinem Hund, kann es sein, dass du ziemlich viel Zeit mit ihr verbringst? Wie lange beschäftigst du dich am Tag mit ihr und wie lange dein Papa? gehst du darauf ein, wenn sie zu dir kommt und spielen oder kuscheln will??? redest du viel mit ihr? dagi hat schon recht, laut brüllen bringt gar nichts. ich denke dein papa geht mit dem hund einfach souveräner um, als du...er wird wahrscheinlich nie laut werden und wenn dann sehr selten....oder? ich denke mir, dass sie deinen papa als rudelführer ansieht und sich deswegen so verhält. Das hat mit mögen nichts zu tun, es ist für den hund einfach sinnvoll sich an den anführer zu halten und sich bei ihm "einzuschleimen"!

Juliane

Tina2809
26.10.2002, 22:46
.....und ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an.
Der Hund sucht sich seinen Rudelführer nicht nach der Milde oder Strenge sondern nach der Souveränität aus.
Nicht nur, daß sie merkt , wenn Du böse bist, sondern auch Deine Eifersucht und Unsicherheit in diesen Situationen.
Dein Hund nimmt die kleinsten Reaktionen wahr, die Du selbst überhaupt nicht registrierst.
Für den Hund ist es nicht entscheidend, wer am Meisten kuschelt oder extra-lieb zu ihm ist.
Was mir persönlich viel weitergeholfen hat, war das Buch "Mit Hunden sprechen" von Jan Fennell.
Laß es ruhig angehen!
Tina

cheroks
27.10.2002, 13:12
Hallo Nathi,
ich würde mir da keine großen Sorgen machen. Für meine Hunde bin ich ganz klar der Rudelführer, wenn aber z.B. der Bruder einer Freundin kommt, bin ich auch erst mal abgeschrieben, denn ersten ist er nicht ständig da und er geht natürlich ganz anders auf die Hunde ein. Er spielt ständig mit ihnen, so bald sie ihm ein Spielzeug bringen, er hat immer eine Hand frei die streichelt usw. Na klar finden die Hunde das super. Ich passe da mein Verhalten auch an und versuche nicht auf Krampf etwas durchzudrücken, was den Hunden jetzt schwer fällt.
Man kann das Verhalten auch durch die Rudelführerbrille sehen. Bei meinen drei Hunden ist klar der 8 Jährige Rüde der Boss, er trohnt auf dem Sofa. Die Mädels 1,5 und 3 Jahre liegen manchmal zusammen auf dem Sessel, aber nie bei ihm auf dem Sofa! D.h. der Rangniedere legt sich zu einem anderen Rangniederen, nicht aber zum Rudelführer.
Für einen Hund ist es auch ganz schön schwer, sich den Wünschen des Menschen anzupassen. Verhält er sich "hundgerecht" würde er eher vor seinen Chef kriechen, als über ihn rüber zu laufen, sich zu ihm zu legen, oder sonstigen Kontakt aufzunehmen. Nur wollen wir das ja nicht. Wir versuchen unserem Hund klar zu machen, ich bin zwar der Chef, du musst aber nicht in aller Konsequenz zu mir aufschauen, so wie es in der Natur normal wäre. Der Hund hat viel mehr Freiheiten dem menschlichen Chef gegenüber. Da muss ein Hund auch erst mal durchsteigen und den Menschen trotzdem als Chef ansehen, wenn er sich auch oft komisch verhält. Also, sei nicht Eifersüchtig, sie wird schon merken, wer ihr das Fressen gibt und wer mit ihr spazieren geht und ihr das Leben erleichtert. Sei großzügig und gönn ihr den Seitensprung, nimm es nicht persönlich.
LG Tina

Tasi2002
27.10.2002, 13:31
Wenn sie mit mir kuscheln will und ich zeit habe, kuschele ich auch mit ihr. wenn ich mal gar keine zeit habe, geht das natürlich auch nicht!
ich bin den ganzen tag bei meinem hund (außer wenn ich schule habe) und kümmere mich so ca die hälfte des tages um sie. mein vater sieht sie nicht jeden tag, manchmal spielt er eine stunde am tag mit ihr, manchmal auch etwas mehr, aber das auch nicht jeden tag! ich rede auch viel mit ihr!
ich kann es mir nur so vorstellen: mein vater geht viel lockjerer mit ihr um. bei ihm darf sie mit den pfoten auf die couch, bei mir nicht, weil das ja nur für rudel führer ist! bei mir hört sie dann ein nein, von meinem vater wird sie gestreichelt!
ich glaube es liegt daran, dass mein vater ihr einfach mehr erlaubt
Kann das vielleicht sein?

Cockerfreundin
27.10.2002, 18:20
Hallo, Tasi!

Bestimmt *mag* Dein Hund Dich. Aber, wie im richtigen Leben auch, gilt auch bei Hunden: Konkurrenz belebt das Geschäft ;) ;) ;) ;)

Mein Hund *hat* mich auch den ganzen Tag, heisst: ich ver- und umsorge ihn, ich spiele mit ihm und erziehe ihn. Er akzeptiert mich und ich denke, er *mag* mich auch - ganz besonders, wenn ich esse :D :D :D

Trotzdem, wenn wir mit Freundin Emma und Emmas Fraule spazierengehen, hängt er an IHREN "Rockzipfeln" (genauer gesagt: Manteltaschen mit den Leckerlis) mindestens ebenso häufig wie an meinen, manchmal sogar noch mehr.

Andersrum gilts auch: wenn ich z.B. bei Bastis Züchterin zu Besuch komme, hängen Bastis Schwester Karamelle und das etwas ältere Julchen auch die ganze Zeit auf meinem Schoß, obwohl sie IHR Fraule mit Sicherheit heiß und innig lieben. Aber ich bin halt nur ab und an dort.

Grüße von
Annette + Basti :)

Nabucco
28.10.2002, 14:51
@Nathi,
habe die gleichen Erfahrungen wie Cheroks gemacht. Kommt bei uns Besuch, bin ich bei meinem Rüden total abgemeldet. Das hat nichts mit mangelnder Liebe, sondern eher mit eiskalter Berechnung von Hundi zu tun. Er weiß ganz genau, daß er bei vielen Besuchern nur seinen Dackelblick aufsetzen muß und schon darf er alles, was bei mir streng verboten ist. Er bekommt Futter vom Tisch und soviel Streicheleinheiten wie er und wann er will, er stößt die Leute mit der Pfote an und die reagieren auch wunschgemäß.Das alles weiß Hundi und nutzt es gnadenlos aus.
Ich habe den Besuchern x-mal erklärt, daß es keine besondere Liebesbezeugung ist und das das gleiche süße Hundi sofort zuschnappen würde, wenn der Besuch an seinen Knochen will... Bei mir würde er nicht mal daran denken. Ich bin in jeder Situation Chef und nur das zählt. Na und wenn es der Besuch schön findet, einen 50-Kilo- Hund praktisch auf dem Schoß sitzen zu haben, na bitteschön. Wer nicht hören will...
Viele Grüße, Nabucco

Chaostruppe
28.10.2002, 16:11
Ein Hund merkt ganz genau, wer der menschliche Rudelführer ist, und dem wird er sich auch anschließen. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, wer den Hund füttert, versorgt, am meisten mit ihm zusammen ist, etc.
Ich hatte hier mal ein absolutes Extrembeispiel, Leo mein erster Zwerg. Meine Tochter wollte ihn unbedingt haben, nicht ich. Ich wollte anfangs nichtmal etwas mit ihm zu tun haben, denn ich hatte ja meine beiden großen Hunde, und er war mir viel zu klein. (Die waren und sind übrigens auch MEINE Hunde, obwohl sich meine Tochter viel mit ihnen befaßt hat) Nun, Leo hatte ganz schnell raus, wer der menschliche Boss ist, und hat sich obwohl ich mit ihm nichts zu tun haben wollte, völlig MIR angeschlossen. Das ging bei ihm sogar so weit, daß er zu mir gerannt kam und sich hinter mir versteckt hat, wenn meine Tochter mit den Hunden spazieren gehen wollte. Er hätte lieber in die Wohnung gemacht, als freiwillig mit ihr rauszugehen. Dabei hatte sich meine Tochter anfangs wirklich sehr um ihn bemüht!
Nun, Leo wurde meine große Liebe!!! :)

Erst jetzt wo meine Tochter nicht mehr zuhause wohnt, hat sie Hunde die so auf sie geprägt sind, daß sie mit MIR nichts zu tun haben wollen. Du kannst Dir nicht vorstellen wie sie das genießt! :)

Liebe Grüße,
Andrea