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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wohnungskatze Chippen? + Kann ich klagen?



Feelyna
06.01.2007, 18:35
Ich habe zwei Fragen an euch:

1.
Ich habe meinen sechs Monate alten Kater (und seine seit 19.12. verstorbene Schwester) Ende August aus einer Tierauffangstation abgeholt. Diese wird von einem Tierschutzverein geleitet www.2beine-4pfoten.de . Beim abholen und nach Zahlung von 100 euro (für beide - ich bin sicher, dass die mich übers Ohr gehauen haben) habe ich einen Vertrag (selbsterstellt am PC vom "Verein") unterschrieben, in dem drin steht, dass ich Nemo chippen lassen soll. Da er aber eine reine Wohnungskatze ist und wohl nie raus kommt, nun die Frage ob ich ihn wirklich chippen lassen muss.

2.
Seine Schwester verstarb wie oben erwähnt am 19.12. Nach Untersuchung ihres Körpers kam raus, dass sie Leukose hatte und wohl Nemo auch infiziert ist. Als ich mit der Frau vom oben benannten Tierschutzverein telefonierte, meinte sie:
-die Katzen hätten, als sie gefunden wurden, Fieber gehabt und eitrige Augen
-für sie war es wichtiger diese Symptome zu beseitigen
-der Leukosetest ist dabei wohl vergessen worden
-sonst würden bei allen neuen Tieren der Test durchgeführt
--> Es stellte sich raus, dass das 2. Katzengeschwisterpärchen, mit dem Lilly und Nemo im Gehege zusammen waren, ebenfalls nicht getestet wurde, obwohl sie keinerlei Symptome wie meine Beiden hatten, über die man so nen Test o. die Impfung mal schnell vergessen könnte ...

Habt ihr eine Idee, ob ich gegen die Frau vorgehen kann?
Meine Katzen wurden mir als gesunde Kätzchen übergeben und nur in einem Nebensatz damals gesagt, dass Lilly (von Nemo war kein Wort) mal ein triefendes Auge gehabt hatte (von Fieber, Eiter und vier Augen war nie die Rede).
Was nun?

Sheratan
06.01.2007, 18:59
Hallo!

1. Ich vermute, dass Chippen ist schon verbindlich, weiß aber jetzt nicht, wie das rechtlich aussieht, also inwiefern die da Vertragsstrafen machen. Aber immerhin hast Du es ja unterschireben, oder? Musst Du eine Bescheinigung an diesen Verein schicken? Generell ist Chippen aber auch in Wohnungshaltung nicht verkehrt, wer weiß, es sind ja schon einige Katzen ausgebüxt und über den Chip kann dein Kater eindeutig zugeordnet werden.
..
2. Ich kann verstehen, dass es Dich ärgert, wenn da was absichtlich verschwiegen wurde oder eine evtl. notwendige Behandlung versäumt wurde.
Steht in dem Vertrag denn auch, dass die Katze bei Übergabe gesund war?

FaltiLara
06.01.2007, 22:01
Chippen hat bei reinen Wohnungskatzen keinen großen Nutzen. Sollten sie einmal entwischen wäre eine Tätowierung sinnvoller.
Gechippte Freigänger leben insofern auch gefährlich, wenn sie angefahren werden ist der Chip unsichtbar. Eher wird eine Tätowierte Katze zum Arzt gebracht, da man annimmt das sie jemanden gehört.

Einen Chip kann man aber nur mit einem Spezialgerät lesen. Was ein Chip ansonsten bringen soll ist nicht klar. Züchter meinen, so ihre Tiere vor Schwarzzüchtern schützen zu können. Das ist jedoch ein Irrtum, da jeder Tierarzt ein Chip entfernen darf, kann und dies auch macht, wenn der Halter das wünscht.

Der einzigste Vorteil eines Chips ist dessen unkomplizierte Anbringung.
Tätowierungen müssen unter Narkose gemacht werden.

Zur Frage wegen der Tierauffangstation.
Da Dir nachweisslich sehr kranke Tiere übergeben wurden, ist beim Tierschutzverein zu erfragen, da ja zugegeben wurde das der Leukosetest versäumt wurde, wie mit den Folgekosten der Tierärztlichen Behandlung weiter verfahren wird. Ein seriöser Verein wird gewisse Beträge oder Medikamente für die Tiere weiterhin finanzieren.
Da hilft nur ein gemeinsames Gespräch mit Zeugen und eine zusätzliche schriftliche Vereinbarung.
Die 100 Euro sind jedoch normal. Eigentlich zahlt man eine Schutzgebühr pro Tier von 100 €.

Gute Besserung für Dein Katerchen

LG Falti LARA

Grizabella
07.01.2007, 00:54
Ich würde meine Katzen, die auch nur Wohnungskatzen sind, jedenfalls chippen lassen, wenn sie es nicht schon wären. Die beiden sind aus Spanien gekommen, und die Schutzgebühr war € 100 pro Katze, da waren sie Leukose- und FIV-getestet, gechippt und gegen Tollwut sowie mit Leukocell und Felocell geimpft, d.h. beim Kater fehlten die letzteren zwei Impfungen. Sie waren parasitenfrei und nicht schlecht genährt. Den Wert der fehlenden Impfungen hätte man mir bei Einsendung der TA-Rechnung ersetzt, aber ich habe das nicht in Anspruch genommen. Mit den gesundheitlichen Folgeerscheinungen ihres Vorlebens mussten wir sehr kämpfen, als da war ein Hautpilz, Ohrmilben, Augenentzündungen und sehr schlechte Zähne (Cleo hat jetzt überhaupt nur mehr einen Zahn).

Rechtlich würde ich da einfach nichts in Anspruch nehmen, das halte ich auch für ziemlich aussichtslos, aber du könntest versuchen, wenigstens die Schutzgebühr für die Katze zurückzubekommen. Ist die Organisation einigermaßen seriös, wird sie das vielleicht tun. Es liegt den Tierschutzorganisationen einiges daran, nicht die Nachrede der Unseriosität zu haben. Abgesehen davon ist es für die Beteiligten vielleicht ganz gut darüber nachzudenken, mit den Tests der Tiere genauer umzugehen, schon im eigenen Interesse.

wailin
07.01.2007, 11:48
Bei den beschriebenen Symptomen hätte ich eher auf Katzenschnupfen als auf Leukose getippt. Soweit ich weiß sind Tierheimkatzen - so sie nicht aus dem Ausland "importiert" wurden - in der Regel nicht auf Leukose getestet. So ungewöhnlich finde ich den fehlenden Test daher nicht.

Rechtlich betrachtet denke ich läuft es auf die Nachweisbarkeit hinaus. Wenn in dem schriftlichen Vertrag nicht ausdrücklich steht, daß die Tiere negativ auf Leukose getestet sind sehe ich kaum eine Möglichkeit z.B. eine Minderung durchzuholen (Fehlen einer wesentlichen Eigenschaft). Aber selbst wenn dürfte es Dir schwer fallen zu beweisen, daß sie bereits im TH infiziert waren.

Was das Chippen angeht - Wenn Du es wirklich nicht willst würd ich einfach nicht dran rühen und es ggfs nachholen wenn das TH es anmahnt. Allerdings würde ich persönlich es machen lassen. So teuer ist das nicht, Komplikationen sind auch nicht zu befürchten und Katzen entwischen manchmal leichter durch Tür, Fenster, Balkon als man schauen kann. Ich erinnere mich auch an einen Fori wo auf dem Weg zum TA der Kennel aufging und Katze über alle Berge verschwand.

viele Grüsse Catrin

Feelyna
07.01.2007, 14:54
Danke für eure Antworten.

So wie es aussieht, werd ich Nemo vielleicht doch chippen lassen. Kann mir jemand sagen, wie viel das kostet?
Im Vertrag steht drin, dass ich die Beiden Kastrieren lassen soll und sie bei Tasso angemeldet werden sollen - also die Chipnummer dort hin übermittelt werden soll.

Was die Geschichte mit Lilly angeht, so weiß ich immer noch nicht was ich tun soll. Im Grunde habe ich nichts schriftliches, wo drin steht, dass der Test versäumt wurde bzw. dass sie positiv/negativ sind. Das einzige was ich habe ist der Impfausweis, in dem halt die Impfung gegen Leukose nicht drin steht.
Die einzige Zeugin, die beim abholen dabei ware, ist meine Mami und die ist aufgrund unseres Verwandtschaftsgrades nicht sonderlich glaubhaft.
Wahrscheinlich bleibt mir nichts anderes übrig, als es darauf beruhen zu lassen. Leider...

FaltiLara
07.01.2007, 21:42
Was das Chippen angeht - Wenn Du es wirklich nicht willst würd ich einfach nicht dran rühen und es ggfs nachholen wenn das TH es anmahnt. Allerdings würde ich persönlich es machen lassen. So teuer ist das nicht, Komplikationen sind auch nicht zu befürchten und Katzen entwischen manchmal leichter durch Tür, Fenster, Balkon als man schauen kann. Ich erinnere mich auch an einen Fori wo auf dem Weg zum TA der Kennel aufging und Katze über alle Berge verschwand.

viele Grüsse Catrin

genau das ist das Problem beim chippen. Wenn die Katze entwischt hat sie keine sichtbaren Kennzeichnungen, wenn sie kein zusätzliches Halsbändchen trägt. Eine Tätowierung ist daher viel sinnvoller. Beide Kennzeichnungsarten sind sowieso nur mit einer Registrierung bei TASSO oder/und dem Deutschen Haustierregister sinnvoll.
Der größte Nachteil des Chips ist die Tatsache, dass er äußerlich nicht sichtbar ist und nur von einem Tierarzt oder Tierschutzverein mit Hilfe eines speziellen Gerätes gelesen werden kann. Privatpersonen, denen eine Katze zuläuft, können diese nicht als entlaufen erkennen. Hinzu kommt, dass der Chip durch Gewalteinwirkung (Sturz vom Balkon/ Baum, Autounfall etc.) beschädigt werden kann und damit für das Gerät nicht mehr lesbar ist.

Ein gutes Tatoo ist sichtbar und wird auch immer erkannt! Eine tätowierte Katze wird daher eher zurück oder zum Arzt gebracht, als eine gechipte. Wird nicht gut tätowiert oder die Zange ist verschmutzt kann die Farbe verblassen.

Das sollte man alles bedenken.

LG Eulchen

Gloriaviktoria
08.01.2007, 07:53
Ich würde die Katze auf jeden Fall chippen lassen und die Täto evtl. mal nachholen, wenn sowieso eine Narkose ansteht. Extra deswegen in Narkose legen lassen würde ich sie nicht. Den Chip kann man beim Tierarzt immer wieder kontrollieren lassen.
Ich weiß nicht mehr genau was wir für Lilys Chip bezahlt haben, ich meine, es war irgendwas um die 20 Euro. Am besten vorher nachfragen, teuer war es jedenfalls nicht.
Solltest du mit der Katze irgendwann ins Ausland wollen, ist der Chip auf jeden Fall Pflicht.

Hexxengirl
08.01.2007, 08:52
Ich hab gehört, man soll die Katzen lieber chippen als tätowieren lassen, denn bei Katzenfängern werden tätowierte Ohren abgeschnitten!!!!! (mir kommts echt grad wieder hoch :-( )

Und mal ehrlich, mindestens 80 oder 90 Prozent der Leute, die ne Katze finden, rufen entweder im Tierheim oder bei nem Tierarzt an. Der wird dann schon sagen, kommen sie mal vorbei wegen chipauslesung. Das kostet ja net mal was....

Meine beiden Wohnungstiger sind auch nicht gechipt, ich lass es aber bei Calimero glaube ich machen, denn der is schon arg neugierig,... der könnte schon mal ausbüchsen....

Leni
08.01.2007, 08:56
Tinkerbell haben wir bereits tätowiert aus dem Tierheim übernommen und sie bisher auch nicht chippen lassen, da sie unter der Tätowierung bereits registriert ist und sie auch noch gut lesbar ist. Sollte dies irgendwann nicht mehr der Fall sein, bzw. sie im Jahre 2011 noch leben, so werde ich sie auch chippen lassen, da bei Reisen außerhalb von Deutschland dies dann verbindlich vorgeschrieben ist.

Unser Neuzugang Sambuca ist bereits gechippt, die Prozedur war wesentlich kürzer, das Risiko einer Infektion ist geringer und in Zukunft ist es für "reisende Tiere" ja ohnehin vorgeschrieben!
Die Kosten variieren je nach Tierarzt sehr stark, ggf. würde ich mich an deiner Stelle erstmal vorher telefonisch erkundigen, was das kosten soll. Bei einem örtlichen Tierarzt hier kostete es 26, beim anderen schon 40 Euro! Nachfragen lohnt also definitiv!

Dass Tiere wenn sie gefunden werden eher zum Tierarzt/Tierheim gebracht werden, wenn sie tätowiert statt gechippt sind, glaube ich ehrlich gesagt nicht! Entweder die Finder sind verantwortungsvoll und gehen auf jeden Fall zum Kontrollieren ob es Besitzer gibt, oder sie lassen es auch mit Tätowierung sein!
Und genauso wie der Chip kann auch die Tätowierung "kaputt gehen" (Unfall, Katzenkämpfe), bzw. mtit der Zeit einfach schlechter lesbar sein! Und dann das Tier nochmal in Narkose legen falls es passiert? Wäre nicht so mein Ding ehrlich gesagt...


Dass im Tierheim kein Leukosetest gemacht wurde, ist leider die Regel. Ich helfe selbst ehrenamtlich in einem Tierheim aus und weiß, wie das mit den Katzen dort aussieht... Zeitweise sitzen bei uns um die 170 Katzen ein, es herrscht eine ständige Fluktuation und eigentlich täglich sind Neuankömmlinge dabei! Die meisten Tierschutzorganisatoren finanzieren sich durch Spenden und wenn kein Verdacht vorliegt wegen einer bestimmten Krankheit, so wird das Tier auf diese auch nicht getestet werden! Dazu gehören z.B. die ganzen Mittelmeerkrankheiten!
Jedes Tier darauf zu testen würde sowohl zeitlich (Tierarztbesuche sind teuer und die Zeit ist begrenzt), als auch finanziell den Rahmen bei weitem sprengen!
Natürlich wäre eine bessere Informationsweitergabe richtig gewesen, aber leider geht auch das sehr oft unter...

Feelyna
08.01.2007, 11:41
So wies aussieht, werd ich mit Nemo demnächst - mal wieder - zum Tierarzt Tigern :D (was für ein Wortspiel) und ihn chippen lassen. Sicher ist sicher und wenns nicht so viel kostet, dann mach ichs. Nemo ist sehr neugierig und wenn ich zur Wohnungstür reinkomme, sitzt er schon am Türschlitz und sucht ne Lücke zum durchflutschen. Außerdem haben wir nen riesigen Balkon von dem Maya (die Katze meiner Mitbewohneirn) schon mal gefallen ist. Sie hat zum Glück unter nem Auto auf mich gewartet und ich hab sie eingesackt und wieder hochgetragen.

Yola04
08.01.2007, 11:46
Könnt ihr den Balkon nicht mit einem Katzennetz sichern? So ein Balkonsturz kann auch mal böse enden.

Feelyna
08.01.2007, 11:53
Hab schon bei ZP eins gekauft. Werds zur Saisson anbringen, also im Frühling oder so. Muss mir aber noch was einfallen lassen, da unser Balkon 3 m hoch und 5 m lang ist. Weiß noch nicht, wie ich das Netz bomben-, wahlweise Katzensicher befestigen kann.

Grizabella
08.01.2007, 14:09
Zum Haustierchip gibts auch etliches im Netz zum Googeln. Empfehlenswert: www.tierschutzbund.de/00671.html

Luna-Maria
13.01.2007, 16:34
Hi,
soooo gut kenne ich mich auch nicht aus, aber wir haben unseren Kater chippen lassen, da wir ihn mit ins Ausland nehmen. Mein Freund hat sich diesbezüglich informier und ich glaube mich daran zu erinnern, dass er gelesen hat, das die Tätäwierung in den nächsten Jahren - bis 2012?! - vom Cip abgelöst werden soll.
Persönlich finde ich, dass auch Hauskatzen entweder gechipt oder tätowiert sein sollten, denn auch hier gibt es Ausbüchser. Unserer wurde im Zuge der Katration auch gleich noch tätowiert. Normalerweise kostet die Tätowierung extra, weil eine Narkose gemacht werden muss. Da das Tier bei der Kastration eh narkotisiert wird, macht unsere Tierärztin das Tätoo dann umsonst!
Der Vorteil vom Tätoo ist, dass es gleich sichtbar ist, kann aber glaube ich auch verblassen und muss dann erneut gemacht werden?!
Generell müsste es egal sein, ob ein gefundenes Tier gechipped oder tätowiert ist, da ein Finder den Fund eh melden muss und jeder Tierarzt/-heim würde ein Tier auf den Cip hin scannen. Was natürlich nicht heißt, dass viele Menschen noch keine Ahnung vom Chip haben und beim Fund eines Tieres keine Meldung machen :-(.
Tja, letztlich muss man selber entscheiden was man macht ... lass dich am Besten vom TA beraten!