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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Mounty ist nicht mehr bei bei mir



PeBa
04.01.2007, 13:36
Ich habe zwar meine Geschichte bereits der Sylvia in ihrem Beitrag geantwortet ... aber ich weiss, dass es vielen von Euch auch gar nicht gut geht und da dachte ich, ich teile mit Euch allen meine große, große Trauer um meinen allerallerallerallerliebsten Freund, meinen lieben Mounty.

Ich hatte bis am 11. Dezember 2006, dem schlimmsten Tag meines Lebens, meinen Mounty, einen Irish Setter, den ich liebe wie mein eigenes Leben. Er war mein allerallerbester Freund und ging mit mir 13 1/2 Jahre durch dick und dünn. Schon seit vielen, vielen Jahren hatte ich Angst vor dem Tag, an dem ich ihn mal nicht mehr habe. Vor dem Leben ohne ihn ... und auf einmal war er da dieser Tag und es war überhaupt nicht voraus zu sehen und es war auf einmal diese Diagnose da, die mir meinen Mounty nahm, einfach so .. innerhalb von wenigen Stunden .... war er weg ... und ich musste entscheiden ... das war der allerschlimmste Tag in meinem Leben.

Mounty war immer gesund und munter, all die tollen Jahre mit ihm. Ja, er hatte sich mal ganz schlimm an seiner Pfote verletzt, das war damals echt schlimm und auch eine sehr komplizierte OP, aber alles wurde wieder gut, damals war er auch noch sehr jung und es gab nie Probleme wegen dieser Verletzung. Klar, ab und an hatte er es mal im Magen oder eine Zecke, aber nie etwas ernsthaftes, und die letzten beiden Jahre, da hatte er eine Fistel zwischen den Zehen, die sich immer wieder füllte und wir mussten mit diesem Fuss allerhand anstellen (baden, salben ....), dass er nicht daran schleckte, musste er einen Schuh anziehen. Meine Tierärztin sagte, sie denke, diese Fistel ist wie ein Filter, der vielleicht schlimmeres abweist, da diese Fistel ja immer und immer wieder kam. Und seit einem halben Jahr, seit wir wieder zurück gezogen sind nach Mannheim, kam die Fistel auch nicht mehr (nur noch ein Mal). Er hatte auch ein bisschen abgenommen in den letzten beiden Jahren. Aber ich rannte ja echt wegen jedem Pups zum Tierarzt mit ihm, ließ ihm regelmäßig Blut nehmen, ihn untersuchen. Es war immer alles ok. An der Schilddrüse hatte er es und musste deswegen Tabletten nehmen seit 2 Jahren, aber auch diese Werte waren bei der letzten Blutuntersuchung ok, er war gut eingestellt. Und es ist oft so, dass ältere Hunde bissel abnehmen, weil sich ja auch die Muskelmasse zurück bildet und ... er war eh nie ein guter Esser. Deswegen habe ich ihm öfters mal Sachen gekockt, die er liebte, gerade in den letzten beiden Jahren, ein bisschen Sauerbraten (den liebte er ab und zu), mal Bratwürste, Minutenschnitzel, gekochter Rinderbraten, natürlich hat er hat auch immer mal wieder Pedigree Pal von unserem Dalmatiner (den hat mein Mann 2003 mit in die Ehe gebracht) gegessen. Nicht, dass ihr denkt, er bekam Magenweh wegen dem gekochten Essen, nein, nein, ich habe schon aufgepasst, dass es für ihn gut war. Und gerade weil er ja so oft so wählerisch war, habe ich mir immer wieder was einfallen lassen, was er so gerne gegessen hat. Mounty liebte vor allem trockene, also ungekochte Nudeln.

Nun gut in der letzten Zeit hatte er es immer mal wieder am Magen (wie wir dachten), brechen, bissel Durchfall und ich ging zur Tierärztin und er bekam was für den Magen und dann ging es auch immer gleich besser. So war es auch am 10. Dezember, es war ein Sonntag, und Mounty hatte 2 Tage nichts gefressen, was aber für ihn, wenn es ihm vom Magen her nicht so gut ging, nichts aussergewöhnliches war. Aber an diesem Sonntagmorgen machte er ein komisches Geräusch, dieses Geräusch hatte ich noch nie zuvor bei ihm gehört. Ich dachte erst, er wollte sich übergeben, aber es kam nichts. Also erkundigte ich mich, welcher Tierarzt Notdienst hatte und ich schnappte meinen kleinen Sohn und fuhr hin. Der Meinung, mein Hund hätte eine Magenverstimmung. Diese Tierärztin hörte ihn ab und gab ihm auch etwas für den Magen und fragte mich dann, ob ich denn wüsste, dass mein Hund einen Herzfehler hat EINEN WAS ?????? NEIN, mein Hund hat KEINEN Herzfehler. Doch, doch sagte Sie, ich solle mir mal einen Termin machen lassen zum Ultraschall, sie hört da Geräusche, die nicht ok sind. Aber das wäre ja nicht so schlimm, denn da kann man ja mit Medikamenten helfen. Also ich fuhr schwer geschockt nach Hause und zu Hause angekommen machte mein Mounty wieder dieses seltsame Geräusch. Ich hatte keine Ruhe, hilfe, mein Hund, was mach ich nur, dachte ich. Ich rief bei einer Tierklinik an, die hier im Umkreis 24 Stunden täglich geöffnet hat und erzählte, was ich soeben von dieser Tierärztin erfahren habe. Ich war in dieser Tierklinik auch schon zuvor hin und wieder mal mit Mounty gewesen, die haben dort wirklich alles. Die Ärztin dort meinte, wir können an diesem Sonntag zwar keine kardiologische Untersuchung machen, aber röntgen, um auszuschließen, dass mein Mounty Wasser auf der Lunge hat. Also wurde Mounty geröngt, mir wurde mitgeteilt, dass Mounty ein sehr großes Herz hat und dass ich Glück hätte, der Kardiologe wäre gerade im Hause und würde sich meinen Mounty anschauen. Ja, klar, wir lassen gleich nachschauen ... Mounty wurde an das EKG angestöpselt und der Arzt macht Ultraschall am Herzen ... und ich, die dachte mein Mounty hätte eine Magenverstimmung, bekam gesagt, dass mein Mounty Wasser im Herzbeutel hat und am Herzen einen riesengroßen Tumor. Das war, als wenn mir einen mit dem Vorschlaghammer voll ins Gesicht geschlagen hätte. Ich stand da regungslos, gedankenlos ... was hat das denn jetzt zu heißen, fragte ich mich ?? Vor 3 Tagen ist er doch noch vollkommen normal im Garten herumgerannt ... das kann doch nicht sein ... UND NUN, fragte ich. Der Arzt sagte mir, ich soll mit Mounty heim, eine Nacht darüber schlafen und am nächsten Tag wieder kommen. Ich fuhr heim ... vollkommen neben mir ... das war doch jetzt nicht mehr mein Leben. Im Laufe des Tages ging es Mounty schlechter und wir fuhren abends nochmal in die Tierklinik, aber die sagten, dass wir eben abwarten müssen bis zu unserem Termin am nächsten Tag, wie und OB wir Mounty helfen können. An diesem Abend dachte ich schon, dass ich ihn nicht mehr mit nach Hause nehmen kann. Aber wir kamen wieder heim und Mounty schlief neben meinem Bett, wie immer, bis so um 3:30 Uhr. Dann fing er an diese Geräusche ständig zu machen, im Liegen und ihm Stehen. Es hörte sich an wie ein röhrender Hirsch. Er war so schrecklich meinen Mounty so zu sehen. Ich liebe ihn doch so sehr, das kann doch alles nicht wahr sein, dachte ich. Ich saß mit ihm auf dem Fussboden im Wohnzimmer von 3:30 Uhr bis 7:30 Uhr und streichelte ihn und beruhigte ihn und ich hatte solche Angst, aber ich sah auch, dass es ihm nicht mehr gut ging. Wir spritzten ihm dann auch noch ein Schmerzmittel, dass uns die Ärztin am Abend zuvor für den Fall der Fälle mitgab, ich wusste ja nicht, ob er Schmerzen hatte, aber ich wollte eben alles tun, alles richtig machen. Wir fuhren dann mit Mounty zu unserer Tierärztin und auf der Fahrt dahin dachte ich, dass dies wohl die letzte Fahrt mit meinem Mounty sein würde, während der ich ihm in die Augen sehen kann. Und doch hatte ich ja immer noch Hoffnung, dass sich irgendwie alles irgendwie zum Guten wendet. Aber unsere Tierärztin sagte, wir sollen auf jeden Fall unseren Termin in der Tierklinik wahrnehmen. Bei diesem Befund (sie bekam die Diagnose bereits per Fax) wird Mounty nicht mehr gesund, das ist klar, aber vielleicht können sie ihm noch ein bisschen helfen (mit punktieren), dass er noch ein wenig Zeit hat, was aber wahrscheinlich nicht bedeutet, dass er länger wie Ostern bei uns sein wird, das muss uns klar sein ... der nächste Schlag ins Gesicht ... mir war schlecht, Oh Gott, mein Mounty, mein kleiner, lieber, süßer Mounty ... wir fuhren heim und dann mittags in die Tierklinik. Es war der 4. Tag an dem Mounty nichts mehr gegessen hatte und er sah wirklich krank aus, das sah auch ich. Der Kardiologe empfing uns und sagte uns knallhart, dass wir den meinen Mounty erlösen müssen, es gäbe nur noch eine Chance von 1 zu 200, dass der Tumor vielleicht ganz leicht zu entfernen wäre. Wir könnten nachschauen lassen und falls der Tumor zu entfernen wäre, würden sie es tun, und falls nicht, würden wir Bescheid bekommen und wir dürften dabei sein, wenn Mounty dann nicht mehr aufwachen darf. Ich entschied mich dafür, nachschauen zu lassen. Und wenn es eine Chance von 1 zu 1.000.000 gegeben hätte ... sie war ja für meinen Mounty. Dann bekam Mounty die Narkose und Sie brachten ihn in den OP und ich habe ihm noch gesagt, wie sehr ich ihn liebe und dass er wieder kommen soll .... aber er kam nicht mehr wieder. Irgendwann kam die Chirurgin und sagte uns, dass sie einen solchen großen Tumor noch nie gesehen hätte und dass sie es kaum glauben kann, dass Mounty im letzten halben Jahr noch so fit gewesen sei. Und dass sie uns ans Herz legt, dass wir den Mounty so nicht mehr anschauen, da er beatment wird und das Herz nur noch schwach schlägt und dass sie ihn nicht unnötig lange am Leben erhalten will, sondern erst zunähen, das ist einfach für den Mounty das Beste .... ich musste raus .... ich schrie ... um 15.03 Uhr rief ich meine Mutter an ... wir warteten bis sie uns Mounty raus brachten, mein Mann fuhr, ich saß neben Mounty, der in eine Decke eingewickelt war, im Auto und meine Hand lag auf ihm ... unsere letzte gemeinsame Fahrt und nun ist er nicht mehr da ... . Ich habe ihn auch bei mir beerdigt und ich habe dort auch ein Licht für ihn und ich wünsche mir jeden Tag, er wäre noch da ... sein Halsband liegt auf meinem Nachttisch und es riecht nach ihm. Alle sagen zu mir, dass die Zeit die Wunden heilt .... das mag sein .... vielleicht irgendwann .... aber es wird NIE WIEDER SO WIE ES WAR !!!
Petra

Biba
04.01.2007, 14:31
Das ist ja eine traurige Geschichte...Nur wer selber ein geliebtes Tier hat und/oder es schon gehen lassen musste, weiß, wie sich das anfühlt.Es gibt sicher unsensible Menschen, die sagen sowas wie "es war doch nur ein Hund". Für mich ist mein Hund mein Lebensbegleiter, ein Familienmitglied. Meinen ersten eigenen Hund, ein riesiger wunderschöner Bobtail, habe ich vor zwei Jahren, auch im Januar, erlösen lassen müssen. Die Entscheidung dazu fiel mir nicht schwer, denn Freddie ging es so schlecht (innerhalb von fünf Tagen ohne Fressen hatte er auf Grund eines vermutlich Lebertumors so abgebaut, dass er zum Schluss noch nicht mal mehr trinken konnte, es war einfach nur furchtbar, dem zuzusehen), dass alles besser sein musste, als ihn weiter leiden zu lassen. Er ist zuhause in meinem Arm gestorben, die ganze Familie, einschließlich meiner Kinder,damals 12+14, war dabei. Er hat nur die Beruhigungsspritze gebraucht und hat dann einfach aufgehört zu atmen, so schwach war er schon. Wir haben ihn in unserem Garten begraben, mit einem Spielzeug, in seiner Decke und einem Halsband samt "Papieren" (so haben die Kinder immer sein Halsband mit der Hundeund Namensmarke genannt...). Am schlimmsten ist die Zeit danach. Das Haus kommt einem regelrecht leer vor. Überall an den Lieblingsplätzen glaubt man, den Hund zu sehen. Wie oft bin ich zur Haustür gelaufen, weil ich dachte, Freddie will rein. Zur gewohnten Zeit will man das Futter zubereiten, aber es ist kein Napf mehr da. Freddie war der erste, der morgens begrüßt wurde und dem die Kinder als letztes "Gute Nacht" gewünscht haben, um noch einmal mit ihm zu kuscheln. Ich wollte keinen Hund mehr, wollte nicht noch mal über so lange Jahre die Verpflichtung eingehen, wo die Kinder doch schon recht groß waren. Alle außer mir haben es nicht geglaubt. ich dachte, ich laufe auch ohne Hund meine Runden. Ein paar mal macht man das, aber ohne Hund ist es irgendwie doof.
In den Osterferien des selben Jahres saßen wir in Holland in unserem Wohnwagen und da fiel der Entchluss: ein Leben ohne Hund ist nichts für mich. Die Kinder waren begeistert, mein Mann wollte nur keinen Bobtail mehr, es hätte ihn wahrscheinlich zu sehr an Freddie erinnert. Es hat dann noch acht Monate gedauert, bis mit Andy ein neuer Hund in die Familie einzog. Ein bildschöner blonder Hovawart, inzwischen zwei Jahre alt und wir haben es keinen einzigen Tag bereut.
Die Zeit ohne Hund war lang, aber vor allem die erste Zeit war für mich sehr wichtig, Freddie zu "betrauern" und auch innerlich gehen zu lassen. Einen so tollen Hund kriege ich nicht wieder, er war etwas ganz besonderes. So wie auch Andy wieder etwas Besonderes ist. Kein Hund ersetzt einen anderen, aber er kann trösten, ablenken, wieder Freude geben. Und so ist der Satz "die Zeit heilt die Wunden" nicht ganz verkehrt. Die Wunden heilen, aber eine Narbe bleibt zurück. Der Text von der Regenbogenbrücke ist mir heute noch ein Trost. immer wenn ich einen Regenbogen sehe, denke ich, das ist Freddie! Wer weiß, wo er wartet ...
Ich wünsche dir, dass du auch mit der Zeit getröstet bist und bald wieder mit einem Lächeln an die schönen Zeiten mit deinem Mounty denken kannst.
Viele Grüße!B.

PeBa
08.01.2007, 13:39
Heute sind es 4 Wochen ... ich kann das alles nicht begreifen und mein Mounty fehlt mir so sehr ! Ich habe meinen Mounty noch nie so lange nicht gesehen und geschmust .... 4 Wochen.

Biene13
09.01.2007, 18:17
Hallo PeBa

ich kann Deinen Schmerz gut nachvollziehen und möchte Dich einfach zum Trost gedanklich in den Arm nehmen.
Da hilft auch nicht der Gedanke, daß es die richtige Entscheidung war, die Trauer ist einfach da und lastet wie ein Zentnersack auf den Schultern.

Vielleicht hilft Dir ja die Gemeinschaft hier, Dir ein wenig beim Tragen zu helfen.

LG Biene13

micky80
10.01.2007, 16:34
vielleicht tröstet dich das ein wenig

http://www.indigo.org/rainbow/rainbow-de.html

alles gute :hug:

Dascha&Silke
17.01.2007, 12:45
Hallo Petra,

ich kann Dir sehr gut nachempfinden.
Vielleicht ist es ja ein "kleiner" Trost, dass er solange unbeschwert die Zeit mit Dir genießen konnte und ganz offensichtlich keine Schmerzen hatte.
Deinem Mounty wurden mit Sicherheit viele Schmerzen in Zukunft erspart.. ich weis, dass auch das zum momentanen Zeitpunkt nur ein schwacher Trost ist.

Wie geht es Dir denn heute?

Liebe Grüsse
Silke

Ellwood
23.01.2007, 08:22
Hallo Petra !
Gehe doch mal hier hin:
http://www.hundegedichte.de/
und schau Dir das Regenbogenbrücke-Video an.
Ich habe auch schon einige Tiere gehen sehen,
da mit mir ausser Hunde noch Hamster, Mäuse und
Meerscheinchen leben.
Denke an die schönen gemeinsamen Zeiten !
Alles Gute !