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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Inhalationsanästhetika



Steffi-Anna
18.12.2006, 15:23
Hallo,
unser Leon hat mal wieder starke Zahnprobleme und ich möchte ihn wieder behandeln lassen (wie fast jedes Jahr um diese Zeit). Nun sträubt er sich innerlich so gegen die Narkose, dass ich eine Inhalationsanästhetika für einzige Möglichkeit für die Narkose halte.

Kennt ihr einen guten Tierarzt in der Gegend (PLZ 46325) der die Möglichkeit zur Inhalationsanästhetika hat?

:cup:

absinth
18.12.2006, 15:55
Jetzt bin ich etwas verwirrt.
Inwiefern sträubt sich dein Kater gegen die Narkose?
Will er nicht einschlafen?

Nun, auch für eine Inhalationsnarkose werden die Tiere erstmal mittels einer Spritze narkotisiert, jedoch nur in sehr geringer Dosis und bekommen wenn sie dann sediert sind die Narkose als Gas. Sind ja keine Menschen denen man erklären kann, bleiben sie ruhig, wenn sie jetzt etwa über das Gesicht gestülpt bekommen.

Steffi-Anna
18.12.2006, 15:59
Hallo,

er rebelliert total gegen die Narkose. Wenn man ihm die per Spritze gibt, dann rastet er total aus, bäumt sich auf und wenn er in der Box ist, kratzt er sich die Krallen blutig. Meist muss nachgespritzt werden :(

Unsere TÄ hat es dann mit Beruhigungspaste probiert. Da macht er genau das gleiche. Er jammert dann zeitweise rum und dann bäumt er sich auf, kratzt sich die Krallen blutig etc. und er ist seeeeeeeehr lange "weg".

Das letzte Mal benötigte er nach einer Narkose per Beruhigungspaste einen Tropf, da er gar nicht wieder richtig "hoch" kam.......

Sheratan
18.12.2006, 16:08
Ja, dann ist vielleicht bei der Narkose überdosiert worden, wen er solange "weg" ist? Der Vorteil einer Inhalationsnarkose ist tatsächlich, dass, wenn -wie absinth schon sagte die erste Spritze erfolgt ist- die Narkose besser dosiert ist, während bei einer Spritzennarkose nochmal nachgespritzt werden muss, wenn die erste nicht ausreicht etc. ABER ich kenne keinen TA der nicht mit Inhalationsnarkose arbeitet...Habe bisher auch paar Mal den Katzen Zahnstein entfernen lassen müssen und die hatten immer von vornherein gesagt, die machen nur mit Inhalationsnarkose, war einmal ein TA und dann in einer Tierklinik, auch der Tierarzt hier in der Nähe macht das. Das nützt dir zwar alles nix, aber frag doch einfach mal in einer Tierklinik in deiner Nähe nach, denn das ist eigentlich schon normal, soweit ich weiß.

absinth
18.12.2006, 16:14
Es gibt Katzen die mit Halluzinationen auf das Narkosemittel reagieren. Hab ich schon erlebt, allerdings gabs da die Probleme nach dem Aufwachen.
Wenn er also schon auf die erste Spritze so reagiert siehts schlecht aus. Vielleicht mal nach nem andern Mittel erkundigen.

Die meisten Kliniken haben Gasnarkose, ebenso wie viele Gemeinschaftspraxen. Komme leider nicht aus deiner Gegend.

Grizabella
18.12.2006, 18:49
Bei Menschen reagieren die Trinker so auf die Narkose . . . Da wurden Eingriffe schon deswegen abgebrochen. Der letzte Fall, von dem ich gehört habe, deswegen, weil der Säufer dem Chirurgen das Schlüsselbein gebrochen hatte.

Ich bin leider nicht in deiner Wohngegend. Cleo geht morgen zum Zahnziehen, und ich weiss, dass meine Tierärztin da ganz perfekt ist, das nützt dir aber momentan wenig. Wenn du aber noch ein bisschen Zeit bis zum Eingriff hast, ergibt sich vielleicht was Neues.

Suse
18.12.2006, 21:35
Ist Leon denn generell kooperativ? Wenn ja, dann wäre das:

http://forum.zooplus.de/showthread.php?t=47451

vielleicht eine Möglichkeit die Narkose zu umgehen. Ich arbeite gerade daran, und es sieht vielversprechend aus.
Ansonsten fällt mir zu Deinem Problem nur ein: bei Leon würde ich eine Narkose nur noch in einer TK durchführen lassen, wegen der besseren Überwachungsmöglichkeit.
Ihr könntet auch testen, ob es ihm hilft, wenn er vorher (also bereits zuhause) ein Beruhigungsmittel bekommt.
Mickey bekam vor dem Flug von La Palma hierher Tropfen zur Beruhigung (er schlief allerdings erst 30 Minuten VOR der Landung in FFM ein ;) ). Es gibt auch eine Paste, die man den Tieren ins Mäulchen schmieren kann, die beruhigend wirkt. Wie die heisst, weiss ich nicht. Die bekamen die Hunde, die wir damals noch mitgenommen hatten. Und die wirkte super. 15 Minuten nach dem einschmieren schliefen beide Hunde tief und fest.
Hunde sind mit Katzen diesbezüglich aber bestimmt nicht unbedingt vergleichbar.
Im Fall von Leon, würde ich aber unbedingt zu einer leichten Sedierung ("Scheissegaltropfen") bereits zuhause raten.
Frage in einer TK danach - sowas gibt es auf alle Fälle.
Ausserdem natürlich Rescuetropfen. Mit denen würde ich schon am abend vorher anfangen. Am OP Tag nur noch in den Nacken tröpfeln - ruhig alle 15 Minuten. Und Du selber nimmst auch gleich einen grossen Schluck aus der Pulle. :D

:cu: Suse

Talia
18.12.2006, 22:15
Klingt jetzt bissel bös, ist aber ne Geschichte ausm Dorf - alter Bauerntierarzt und so, also net übelnehmen!
Meine Großeltern haben sich vor 2 Jahren ne kleine Mieze angeschafft und irgendwann war Kastrieren angesagt. Nur liess sich Madame nicht festhalten - streicheln ja - aber sobald man näher kam war Schluss!
Also mein Opa Handschuh geschnappt, Kratzmonster gapackt (die war wirklich schlimm) und rein in Tasche.
Bei Doc (war glücklicherweise der Nachbar) war dann die Frage wie Spritz in das Tier kriegen.
Der hat dann in die Tasche nen Wattebausch mit Äther oder sowas reingeworfen und als des Monster schlief gings dann im herkömmlichen Sinne weiter.

Wäre jetzt noch so die Idee die mir kommt - minus Tasche, Handschuh und so versteht sich!

Suse
18.12.2006, 22:53
Der hat dann in die Tasche nen Wattebausch mit Äther oder sowas reingeworfen und als des Monster schlief gings dann im herkömmlichen Sinne weiter.

:eek: :eek:
DER Schuss kann aber auch böse nach hinten losgehen und ist mit dem geltenden Tierschutzgesetz sicherlich nicht vereinbar.

Suse

Grizabella
18.12.2006, 23:01
Da weiss ich noch ein grausameres Geschichtchen - der Tierarzt ist schon längst gestorben, vermutlich ist er nicht hinter der RBB.

Der hat die Kater vor dem Kastrieren mit dem Schädel voran in einen Stiefel gesteckt und dann ohne Anästhesie . . . usw., usf.

Ist schon lang her, keiner meiner Kater musste das mitmachen, da hätten wir sofort umgedreht. Unnötig zu sagen, dass die Kater tagelang durch den Wind waren.

Talia
18.12.2006, 23:13
Grizibella des is ja der Hammer!

Suse dass des nicht die feine englische ist kann ich ja verstehen - aber wo des im Tierschutzgesetz verboten sein soll frag ich mich grad?
Sicher wärs weniger toll gewesen wenn die Katze sich fleissig weitervermehrt hätte! Im Übrigen sind so ziemlich alle Katzen aus der Familie recht agressiv - meine Tante die drüber wohnt hatte den Großvater von ihr - und der war genauso ein kleines Miststück wie der Sohn - und das waren nur zwei die ich persönlich kenne!

Ich hab ja auch nicht umsonst geschrieben altes Dorftierarzt - da kennt das eben keiner sich hinzustellen und dem Tierchen gut zuzureden (wobei Hansi sich wahrscheinlich gedacht hätte "L*** mich Alter!")
Dass das meiner Kleinen in der Art nicht passieren wird halte ich jetzt mal für selbstverständlich!!!

Im übrigen hat die Mieze die Kastration super gut überstanden und ist danach auch friedlicher geworden - beim letzten Besuch hat sie sich dann vor mich drapiert und um Streicheleinheiten gebettelt!!!

absinth
19.12.2006, 14:08
Sowas nenn ich "Viehdoktor".
Weshalb ich Kleintierpraxen einem Dorfarzt gerne vorziehe.
Haben letzte Woche mal wieder ne Miez kastrieren lassen und die ist auch bei der Narkosespitze ausgeflippt. Sie haben sie laufen lassen und wieder geschnappt als sie sich beruhigt hatte.
Aber Äther in einer Sporttasche... Na viel Spaß. Ich kenn Leute die schläfern so ihre Tiere ein. Abgesehn davon, dass das verboten ist, halte ich es zum "narkotisieren" für Lebensgefährlich.

Suse
19.12.2006, 17:07
Grizibella des is ja der Hammer!

Suse dass des nicht die feine englische ist kann ich ja verstehen - aber wo des im Tierschutzgesetz verboten sein soll frag ich mich grad?


Das ist bestimmt dort geregelt,wie Säugetiere narkotisiert werden müssen, bevor sie operiert werden dürfen.
Meine TÄin hat mir z.B. mal erklärt, einer weiblichen Katze nach der Kastration keine Spritze gegen die Schmerzen zu geben, wäre gegen das Tierschutzgesetz (wusste ich z.B. auch nicht, daß sowas dort verankert ist)
Und neulich habe ich im Fernsehen gehört (von einem TA) daß es verboten ist, narkotisierte Tiere zu transportieren - auch das wusste ich bis dahin nicht.
Daraus schliesse ich jetzt einfach mal, daß die Art und Weise einer Narkose (Holzhammer/Stinkestiefel/Äther oder eben so wie wirs hier kennen) dort auch geregelt ist.

:cu: Suse

Talia
19.12.2006, 18:38
Klar - sicher hast du Recht - aber dem Tier sind keine Schmerzen entstanden (die hätte sie mehr gehabt wenn man sie mit Gewalt hätte festhalten müssen) und die Äthergeschichte ist nichts anderes als eine Inhalationsnarkose!
Das sie keine Spritze vorher bekommen hat rührt schlichtweg daher dass man die bei der "Normalen" Inhalationsnarkose braucht um das Tier für die eigentliche Narkose eben kooperati zu haben!
Und Schmerzmittel hat sie ja definitiv bekommen - die brauchts bei jeder Narkose zusätzlich!

Und absinth - sicher kann man sein Tier damit auch umbringen - aber schon mal was von Dosis macht die Wirkung gehört? Der Mann hätte sich gehütet was zu tun was die Mieze mal einfach eben so umbringt - so verprellt man sich seine ältesten Freunde sicher nicht.
Und gegen das Viehdoktor sag ich nix - er ist einfach einer aber was erwartet man von nem Tierarzt der fast 80 ist und sein Leben lang aufm Dorf praktiziert hat?

absinth
19.12.2006, 18:50
"Die Dosis macht das Gift" heißt es...

Von nem 80-jährigen TA erwarte ich ehrlich gesagt, dass er in Rente geht. Aber vielleicht bin ich ja auch kleinlich.

Suse
19.12.2006, 20:11
Klar - sicher hast du Recht - aber dem Tier sind keine Schmerzen entstanden (die hätte sie mehr gehabt wenn man sie mit Gewalt hätte festhalten müssen) und die Äthergeschichte ist nichts anderes als eine Inhalationsnarkose!
Das sie keine Spritze vorher bekommen hat rührt schlichtweg daher dass man die bei der "Normalen" Inhalationsnarkose braucht um das Tier für die eigentliche Narkose eben kooperati zu haben!
Und Schmerzmittel hat sie ja definitiv bekommen - die brauchts bei jeder Narkose zusätzlich!



Hoffentlich hat das jetzt niemand von der Tierärztekammer gelesen ;)
Die Äthernarkose hat man 1846 verwendet - damals gab es keine anderen Möglichkeiten.
Ich erwarte von einem 80 jährigen TA, daß er in den wesentlichen Errungenschaften der Medizin auf dem laufenden ist, und diese auch anwendet.
:cu: ziemlich erschütterte Grüsse,
Suse *kopfschüttel*

Talia
19.12.2006, 21:46
"Die Dosis macht das Gift" heißt es...

Von nem 80-jährigen TA erwarte ich ehrlich gesagt, dass er in Rente geht. Aber vielleicht bin ich ja auch kleinlich.

Glaub mir - den Spruch kenn ich wohl zur Genüge - komm auch aus der Medizin. Das heisst dennoch nicht dass der in dem Sinne nicht abzuwandeln ist!

Und was die Rente angeht - erstens arbeitet der schon seit zehn jahren nur noch Teilzeit, zweitens seit 1,5 Jahren gar nimmer und drittens ist das genau das Problem was die Humanmediziner auch haben - wie einfach so ne Praxis schliessen wenn der Nachfolger fehlt?

Aber ich seh schon - von Euch ist wohl auch kaum einer richtig aufm Dorf großgeworden - und in der DDR in der Pampa is das noch bissel was anderes als hier mal eben 20km raus aus der Stadt...

Suse
19.12.2006, 22:38
........... und drittens ist das genau das Problem was die Humanmediziner auch haben - wie einfach so ne Praxis schliessen wenn der Nachfolger fehlt?
.

Aber das ist doch kein Grund, mit den Methoden aus dem vorletzten Jahrhundert zu arbeiten.
Ich bin ein knallharter Verfechter der alten Hausmittelchen - gerade bei den sensiblen Katzen wirken die oft Wunder.
Aber wenns "ans Eingemachte geht", dann sollte man schon ein Minimum des erreichten Fortschritts wahrnehmen.
Und eine Narkose "auf gut Glück" ist in der heutigen Zeit wirklich unverantwortlich - auch wenn man auf dem Dorf lebt.

Suse

Talia
19.12.2006, 22:44
Was hättest du denn empfohlen? Blasrohr oder wie? Denn mit mal eben festhalten war bei dem Kätzchen (4 Kilo Maine-Coone -Mix) nix - und Beruhigungsmittel unters Futter war auch net drin - die verweigert sogar Leckerchen!
Vll hätte man hr ja ne Maus mit Beruhigungsmittel spicken sollen - aber Himmel die arme Maus ;)

absinth
19.12.2006, 22:57
Haben letzte Woche mal wieder ne Miez kastrieren lassen und die ist auch bei der Narkosespitze ausgeflippt. Sie haben sie laufen lassen und wieder geschnappt als sie sich beruhigt hatte.


Das war ne Maine Coon und wog mit 6 Monaten 4,5kg.
Aber auch unser 7kg Kater kommt nicht in ne Sporttasche und unsere TA hat auch noch keinen um sich beißenden Hund mit nem Knüppel k.o. geschlagen.
Ein TA sollte gemeinsam mit Sprechstundenhilfe und Besitzer doch in der Lage sein, eine Katze zur Raison zu bringen?!

Suse
19.12.2006, 22:58
Was hättest du denn empfohlen? Blasrohr oder wie? Denn mit mal eben festhalten war bei dem Kätzchen (4 Kilo Maine-Coone -Mix) nix - und Beruhigungsmittel unters Futter war auch net drin - die verweigert sogar Leckerchen!
Vll hätte man hr ja ne Maus mit Beruhigungsmittel spicken sollen - aber Himmel die arme Maus ;)

Wie wird die Katze denn z.B. entwurmt?

Für einen erfahrenen TA + TA Helferin, sollte eine wehrhafte Katze eigentlich kein Problem darstellen.
Die TÄ von Tierheimen haben es in der Regel immer mit äusserst wehrhaften Tieren zu tun. Und müssen diese auch untersuchen und behandeln.
TÄ müssen auch mit wilden Streunerkatzen zurechtkommen, die z.B. kastriert werden und danach wieder freigelassen werden. Die lassen sich sicherlich auch nicht so anfassen und behandeln, wie "Omas Schosskätzchen".
Ich will damit einfach nur sagen, daß man sich nicht verstecken kann hinter der Aussage "die Katze lässt sich nicht anfassen". Das ist kein Grund völlig veraltete und riskante Methoden anzuwenden.
Was wäre denn gewesen, wenn die Katze gestorben wäre?

Suse