PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund reagiert auf kein Kommando wenn er bellt



Schnepi
21.10.2002, 11:51
Unser Hund ist "eigentlich" sehr gehorsam. Er kann alle Befehle und reagiert bei AUS und Nein. AUS verwenden wir, wenn er etwas hergeben soll aus dem Maul und NEIN wenn er an etwas ran will z.B. Ach so er wird im Nov 2 Jahre alt.
Jetzt also zum Problem:
Wenn er draußen einen Hund, Wagentür, Geräusche besonderer Art hört, fängt er an zu bellen. Das hört sich ja noch nicht schlimm an, aber er hört dann leider nicht so schnell wieder auf. Es endet jedesmal in einem Nervenkampf und Schreierei. Ich fange ruhig an mit NEIN und AUS. Dann kommt der Schnauzengriff (den er schon immer ignoriert hat) und schließlich liege ich fast auf ihm um ihn zur Ruhe zu kriegen. Oder ich drohe mit Schlappen und geb ihm einen Klaps auf den Hintern.
Und dann kommt es ja auch aufs Tagesverhalten an: manchmal interessiert ihn auch das Geräusch welches ihn einen Tag zuvor genervt hat, gar nicht mehr.

Es ist echt nervenaufreibend. Leider ist er von Natur aus auch noch etwas ängstlich und schreckhaft vor manchen Sachen, Personen. Im Dunkeln bellt er alles und jeden an und rast wie eine Furie auch erst drauflos. Bei manchen reicht das um "etwas" Angst zu bekommen. Wenn welche nicht drauf reagieren, springt unser Hund allerdings schnell zurück. Nach dem Motto: so ein Mist, wieso laufen die nicht weg, wenn ich belle!!

Habt ihr einen Rat? Viele Ratschläge haben leider auch nix geholfen!

Grüße Schnepi

Ewok
21.10.2002, 15:27
Der SH von meinen Bekannten ist auch so. Die machen das so Entweder nehmen sie ne Wasserpistole und spritzen ihn dann an und erschrickt sich das er sofort aufhört oder sie nehmen ein Kettenhalsband und schmeissen es neben ihn auf die Erde und da die gefliest ist, mach das doch etwas krach und die Wirkung ist die selbe. Die Hundeschule meinte, dass der Sh ziemlich ausgeprägten Beschützerinstinkt hätte und deswegen so ist. Man kann als Fremder im Dunkeln keinen Meter an meine Bekannten rangehen und wenn doch guckt man dem Sh in die Augen.

Nadine

Ewok
21.10.2002, 15:28
Noch dazu gesagt, der SH hat die Begleithundeprüfung mit Bravour abgeschlossen und gehorcht aufs Wort...eigentlich bis aufs Bellen..

Cockerfreundin
21.10.2002, 16:48
Hallo, Schnepi!

Wenn Dein Hund von Natur aus ängstlich ist, versuch es doch mal mit Bachblüten - begleitend zu Deinen erzieherischen Einwirkungen. Die Mischung würde ich mir von einem TA oder Tierheilpraktiker zusammenstellen lassen, damit es auch hilft.

Bachblüten ersetzen sicherlich NICHT die Erziehung, aber sie können dazu helfen, dass der Hund entspannter wird und damit auch aufnahmebereiter für erzieherisches Handeln.

Im übrigen würde ich auch hier empfehlen: EINE Maßnahme und die dann aber IMMER. Und keine Steigerungen Deinerseits.

Basti hate auch mal eine Phase, in der er JEDES Bellen draußen vor unserem Küchenfenster (schräg gegenüber ist so eine Mini-Hundewiese) meinte kommentieren zu müssen. Ich habe dann JEDES Mal nach dem 1. Bellen gesagt: "Halt die Klappe". Mehr nicht. wenn er dann auf SEINEN Platz auf dem Sofa gegangen ist und ruhig war, bin ich hingegangen und habe ihn gelobt.

Inzwischen reagiert er auf das Bellen draußen (das er hören, aber die Hunde nicht sehen kann) entweder gar nicht mehr oder er geht von selbst nach einem 1. Wuff sofort auf seinen Platz, wo er sich sicher fühlt. Es hat allerdings ca. 2 Monate gedauert.

Wenn Dein Hund draußen bellt, weil er etwas sieht, was ihm unheimlich ist oder ihn verunsichert, versuch doch mal, Dich zwischen ihn und das vermeintliche Zielobjekt zu stellen. Damit kannst Du u.U. das Bellen unterbrechen. Und dann laß ihn etwas ausführen, was er gut kann und lob ihn dafür.

Grüße von
Annette + Basti :)

Schnepi
22.10.2002, 08:43
Hallo Annette!

Wenn er nur ein bißchen bellen würde und sich dann wieder einkriegen würde, wäre es mir auch egal.

Aber er steigert sich da richtig rein, d.h. er überhört mich komplett. Ich fange dann auch schon an, dass ich ihn zu mir hinrufe-wenn er es denn mitkriegt!-und ihn dann sitz, platz etc. machen lasse. Aber irgendwie sind die Augen und Ohren dann immer draußen bei den Geräuschen.
Ich habe auch schon von Anfang an damit angefangen wenn er nicht bellt zu sagen: Fein ruhig! aber irgendwie hat er es entweder nicht verstanden oder in dem Moment fruchtet es nicht bei der Aufregung.

Am Wochenende besuchen wir Bekannte die sich mit Homoöpathie auskennt, da werden wir mal gucken, ob wir was für das Nervenbündel finden. Bis jetzt hatten wir nur Tabletten von der TÄ und die waren gegen Angstzustände. Die habe ich jedoch von mir aus abgesetzt, weil ich ihn nicht durchgängig mit Psychopharmaka zudröhnen wollte!

Viele Grüße von
Sonja und Dahab dem Rudi Ruhelos!

cheroks
22.10.2002, 09:55
Hallo Sonja,
wenn du auf das Bellen deines Hundes mit Aggressionsverhalten deinerseits reagierst, wird dein Hund auch nicht aufhören zu bellen. Bellen entspringt ja einem Angstzustand, d.h. dein Hund ist beunruhigt. Wenn du jetzt auch deine Hilflosigkeit zeigst in dem du aggressiv wirst, bestätigst du ihn nur, dass hier irgend etwas nicht stimmt. Für deinen Hund ist es allerdings total unverständlich, wenn du die Aggressionen gegen ihn richtest. Er will dich auf etwas aufmerksam machen. Spar dir einfach dein ganzes getue und geh nicht mehr auf das bellen ein. Wenn er den Schnauzengriff ignoriert, dann hast du es nicht richtig gemacht. Wenn man ihn einsetzt, dann muss er auch punktgenau und unmissverständlich sein. An sonsten machst du dich in den Augen deines Hundes unglaubwürdig.
Ich würde mir mal angewöhnen einmal "Danke schön" zu sagen, (da schwingen keine unterschwelligen Aggressionen mit) und dann auf Durchzug schalten. Wenn dein Hund unsicher ist, musst du darauf achten, dass du möglichst ruhig und gelassen rüber kommst, damit er sich an dir orientieren kann. Wenn du ruhig bleibst, dann wird sich das auch auf deinen Hund übertragen. Wirst du aber auch hektisch und immer wütender, glaubt er du bist auch unsicher.
Lass die Leute kucken und lass ihn mal bellen. Mach gute Stimmung, nach dem Motto : alles ist toll, es gibt hier nichts befürchten. Wie sieht es aus mit Ablenkung?
LG Tina

Cockerfreundin
22.10.2002, 19:11
Hallo, Schnepi!

Tina hat recht und kann es zudem noch vieiel besser erklären :) :) :)

Das mit dem "Dankeschön" statt "Halt die Klappe" (obwohl durchaus liebevoll brummelnd gemeint ;) ) ist übrigens eine gute Idee.

Werde es demnächst mal ausprobieren!

Grüße von
Annette + Basti :)