PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich brauche mal euren Rat



AnnaS
20.10.2002, 07:55
Hallo. Ich bin neu hier, zumindest als Schreiber. Gelesen habe ich schon oft hier, und da ich von vielen Tips hier wirklich begeistert bin, erhoffe ich mir nun auch einen Rat von euch.

Ich habe 4,5 Monate alte Bernersennen-Vizslar-Hündin, die wirklich sehr gelehrig ist, gerne und schnell dazu lernt.
Aber ich habe zwei Probleme, die ich einfach nicht in den Griff bekomme.

Erstens: Sie ist recht schnell stubenrein geworden. Sie hat auch von Anfang an nachts durchgeschlafen, und weckt uns morgens auch nicht. Sie steht halt dann auf, wenn wir aufstehen, und dann muss sie natürlich. Aber geweckt hat sie uns noch nie.
Allerdings müssen wir dennoch mehrmals am Tag wischen, weil sie uns vor die Füße pinkelt. Bis auf einige "Unglücke" (die ja passieren, und absolut nicht schlimm sind), macht sie es fast immer aus Trotz. Zum Beispiel, wenn sie nicht aufs Sofa darf, was sie nie durfte, aber immer noch versucht, ob wir unsere Meinung da nicht doch ändern. Oder wenn sie spielen will. Oder einfach nur, wenn wir in der Küche sitzen und uns unterhalten, und sie dann eben mal nicht beachten.
Manchmal auch dann, wenn wir gespielt haben, und vom Boden aufstehen, weil nun Schluss ist mit Spielen.
Dabei pinkelt sie uns wirklich regelrecht vor die Füße. Manchmal auch ins Bett, wenn wir ausversehen die Schlafzimmertür auf gelassen haben. Und auch wenn man sagt, Hunde würden sowas nicht tun - sie pinkelt auch in ihr Körbchen.
Es sind wirklich immer Trotzreaktionen, das konnte man beobachten.
Wir haben schon jegliche Methode ausprobiert: Wir haben es ignoriert, weggewischt, wenn sie es nicht gesehen hat. Wir haben sie "auf frischer Tat ertappt", und "Nein" gesagt. Wir haben schlußendlich auch probiert, sie dabei zu erschrecken, in dem wir etwas NEBEN sie geworfen haben, wenn sie gerade dabei war. Und wir haben es sogar mit dem Nackengriff versucht. Es hilft alles nichts.
Sie pinkelt dann hin, und rennt gleich in ihr Körbchen, und ist auch ganz verschämt (das sieht man Hunden ja an, wenn sie wissen, etwas falsch gemacht zu haben).
Tja, mittlerweile bin ich täglich am Decken waschen, oder eben am Wischen.

Das zweite Problem ist das Bellen.
Wir wohnen auf einem Bauernhof und haben auch Pferde. Peppa darf natürlich deshalb auch ganz viel mit raus. Wenn wir die Pferde auf die Weide bringen müssen wir sie allerdings mal anbinden, denn sie rennt lebensmüde zwischen den Beinen der Pferde rum. Das Ganze dauert vielleicht zwei Minuten, und trotzdem bellt sie sofort die ganze Nachbarschaft zusammen.
Auch hier haben wir es auf jede erdenkliche Art versucht. Mit ignorieren und erst wiederkommen, wenn sie gerade ruhig ist und dann ausgiebig loben, mit einem scharfen "Nein", mit Schnauze zuhalten, wenn sie bellt......auch da nützt es gar nichts.

Wir haben sie, seit dem sie 9 Wochen alt ist. Also ist schon einige Zeit vergangen, wo wir es aber immer konsequent versucht haben. Sowohl mit dem Pinkeln, als auch mit dem Bellen.
Nun hoffe ich auf einen Rat, der uns vielleicht doch weiterbringt. Vielen Dank schon einmal.

Liebe Grüße
Anna

Cocky
20.10.2002, 14:41
Hey AnnaS,

Ich hab ähnliche Probleme mit meinem Cocker Spaniel gehabt.
Bei ihm hat überhaupt nichts geholfen Außer einer Methode.
Wenn dein Hund bellt oder pinkelt musst du ihn im gleichen Moment mit einer Wasserpistole bespritzen. Du darfst ihm aber die Pistole nicht zeigen. Versteck sie also und überrasch deinen Wuffi.

Ich hoffe ich konnte dir bei deinem Problem helfen.

Tschüss sagt Cocky.

Maggie_HH
20.10.2002, 15:37
Es sind wirklich immer Trotzreaktionen, das konnte man beobachten.
Ich denke nicht, dass Hunde etwas aus Trotz machen! Für mich hört es sich mehr nach Aufmerksamheischendes Verhalten an! Ich würde sie weiterhin igonrieren, wischt es auch nicht gleich weg. Tut so, als wenn gar nichts passiert wäre! Ihr müsst nur ausdauernder sein als euer Hund.
Wart ihr mit ihr in einer Hundeschule? Das mit dem Bellen, denke ich, ist ein Jagdverhalten, dass ihr schon im Ansatz unterbrechen solltet, also wenn sie die Pferde fixiert! Am besten mit Wurfkette/Discs (müsst sie vorher darauf von einem KOMPETENTEN Trainer konditionieren lassen)! Ich denke mit Pfui oder ignorieren werdet ihr nicht weit kommen, da sie dieses Verhalten schon länger ausübt (so kam es bei mir an?!) und es ihr ja viel Spaß macht! Sie sich also selbst damit belohnt! :D

Juliane

Chaostruppe
20.10.2002, 15:57
Deine Hündin ist doch noch recht jung! Meine zwei Rabauken (die anderen drei waren schon erwachsen) haben immer wenn es raus ging, angefangen wie blöd zu kläffen. Das fing an der Wohnungstür an und hörte erst etwa 200m die Straße runter auf. Jeder im Haus und die Straße entlang wußte, wann ich mit meinen Hunden spazieren gehe. Ich hab den beiden Zwergen sogar ein Katzenklo hingestellt, damit ich nicht so oft mit ihnen raus muß. Meine Nachbarn!!!
Inzwischen sind sie 1 1/2 Jahre alt, und mit viel Geduld und Spucke hab ich sie soweit, daß sie nur noch ganz selten in dieser Situation bellen. Ich glaub, Du mußt einfach geduldig sein, und Deiner Hündin immer und immer wieder klarmachen, daß sie das nicht darf. Manchmal dauert´s halt ein bischen ........!

Liebe Grüße,
Andrea

cheroks
20.10.2002, 18:22
Hallo Anna,
dein Verhalten dem Hund gegen über ist nicht konsequent. Du hast ja mit 4,5 Monaten bereits alles ausprobiert. Konsequenz heißt, auf ein Verhalten immer gleich zu reagieren.
Hunde machen auch nichts aus Trotz, so weit können sie nicht denken. Sie lernen nach dem "WENN - DANN" Prinzip, z.B. wenn ich pinkel, dann reagieren meine Menschen auf mich. Sie denkt nicht, ich darf nicht aufs Sofa, dann pinkel ich ihr eben vor die Füße.
Ignoriere sie, wenn sie es macht. Ihr ist die Art der Aufmerksamkeit egal (Freuen oder Schimpfen; Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit). Belohne sie, wenn sie es draußen macht. Sie lernt, sie bekommt positive Aufmerksamkeit, wenn sie draußen macht. Wenn sie vor deine Füße pinkelt und du reagierst gar nicht drauf, dann lernt sie, es passiert nichts.....
Nutzlose Verhaltensweisen rechnen sich nicht für einen Hund, er wird sie darum einstellen.

Gehst du hinter den Pferden, wenn du sie zur Weide bringst?
Das kann den Treibinstinkt des Berners oder den Jagdinstinkt des Vizlars ansprechen. Versuch mal vor den Pferden zu gehen.
Sie muss lernen, wenn ich belle, geht es nicht weiter. Bellt sie, bleib stehen. Bellt sie weiter, fass ihr über die Schnauze, wende den Kopf ab und sag nein. Ist sie ruhig, loben und weiter gehen. So bald sie bellt, stehen bleiben, Kopf abwenden, Nein! So lange sie bellt, geht es nicht weiter. Dann musst du eben mit ihr zurück bleiben, aber bellend geht es nun mal nicht weiter. Es ist ganz wichtig ihr die Konsequenz des Wortes Nein zu zeigen. Sie muss es ernst nehmen! Kuck dir mal Hunde an, wie die zeigen, das sie die Nase voll haben. Die Frage ist, wer setzt sich durch!
LG

AnnaS
20.10.2002, 19:26
Hi!
Lieben Dank für eure Antworten. Ihr habt ja alle in etwa das gleiche geschrieben, und somit kann ich auch pauschal eine Re-Antwort schreiben.

Peppa ist jetzt zwar mein erster eigener Hund, also seit dem ich vor einigen Jahren zuhause auszog, aber bei meinen Eltern hatten wir mein Leben lang Hunde, die wir immer als Welpen gekauft haben. Ich maße mir also an, auch Ahnung zu haben, wie ich meinen Welpen nun erziehe. Ich habe mir somit auch Vorsätze gemacht, wie ich Peppa erziehen werde. Doch leider klappt es in der Praxis dann doch nicht immer so, wie man sich das vorgenommen hat ;)

Da ich natürlich dabei auch alles richtig machen wollte, habe ich mich noch mal extra informiert, und bei der Hundeerziehung gehen die Meinungen ja auseinander, wie das bei jeder Sache der Fall ist. Manche sagen, man solle sie "bestrafen" wenn sie in die Wohnung machen, manche sagen, man solle es ignorieren. Das für mich plausibelste habe ich gewählt. Als es nicht klappte, habe ich es anders ausprobiert.
Keine Frage, das war alles andere als konsequent!!! :rolleyes:

Thema Hundeschule: Ich bin auf der Suche und sehe mir nächstes Wochenende zwei Stück an. Leider gibt es hier nicht so sonderlich viele.

Thema Pferde: Ich bringe die Pferde an der Hand raus. Peppa sieht es meist nur so lange, bis ich um die Ecke bin. Dann bellt sie, sobald ich außer Sichtweite bin. Aber sonst bellt sie halt nicht, wenn sie mich nicht sieht - es sei denn eben, sie ist angebunden. Manchmal muss sie im Stall auch kurz angebunden werden, wenn wir Heu vom Heuboden schmeissen, denn sie rennt immer darunter, und so ein Heuballen auf ihrem Rücken macht sich nicht gut. Da sie gerne mit der Nachbarskatze spielt, rennt sie dabei schnell mal weg. Darum binden wir sie für ein paar Minuten an, wenn wir eben nicht ganz so auf sie achten können. Dann bellt sie eben auch und sieht uns.
Sie bleibt auch halbtags allein, und bellt nicht. Daran liegt es also nicht.

Heute hat sie auch gebellt, als ich sie an der Leine hatte, und unser Sohn auf dem Spielplatz gespielt hat, wo sie nicht mitlaufen durfte. Ich denke also mal, es liegt daran, dass sie unbedingt mit will, weil es ja was aufregendes sein könnte, was man da macht.

Ein NEIN akzeptiert sie super gut. Wenn sie draußen etwas fressen will und ich sage "nein" lässt sie es sofort. Ebenso wenn sie zu Hause bettelt, oder was auch immer. NEIN klappt wunderbar.
Kleine Anmerkung: NEIN sagen wir, wenn sie etwas nicht darf, AUS sagen wir, wenn sie bereits was in der Schnauze hat und nicht darf. Beides klappt sehr gut.

Klar, ich denke, generell liegt beides an ihrem Alter (logisch!!!) und daran, dass sie auch ihre Grenzen austestet. Das mit dem Bellen ist auch lange nicht so schlimm, wie die ewige Hinpinkelei. Aber da muss ich mir in der Tat den schwarzen Peter zuschieben, denn ich war wohl doch nicht so konsequent, wie ich sein wollte :(

Entschuldigt meine beiden langen Beiträge, aber ich denke, Hundeerziehung kann man eben nicht mit ein paar wenigen Sätzen diskutieren, erklären, oder erfragen.

Liebe Grüße
Anna

Maggie_HH
20.10.2002, 20:55
Zu dem Bellen an der Leine: Ich denke, dein Hund kann einfach keinen Frust ertragen. Sowas muss sie natürlich ganz langsam lernen, na klar, will sie lieber toben, als angebunden sein! Das beste ist, wenn du sie ignorierst (nicht anschauen, ansprechen, anfassen), wenn sie an der Leine bellt, alles andere wäre falsch, da jede Reaktion zeigt, dass du auf ihr bellen reagierst!!!! Übe es erst in kurzen Zeitspannen, lobe sie, wenn sie ruhig bleibt, und ignoriere das Bellen. Dann wird sie es irgendwann sicher lassen! Sie ist ja noch sehr jung und deswegen ist es noch leicht ihr beizubringen ein bißchen Frust zu ertragen, wartest du zu lange damit, dann wird es verständlicherweise immer schwieriger werden!

Juliane

volker
21.10.2002, 12:15
Hallo Anna,

Die Aussage von cheroks trifft die Sache wohl auf den Kopf.
Bei dem stehen bleiben mit den Pferden wenn der Hund bellt sehe ich so meine Probleme, da der Hund nur ein kleiner Teil des von dir zu berücksichtigen Ablaufes ist.

Wie cheroks bereits beschrieben hat, setzen bestimmte Abläufe bei deinem Hund ein ihm angeborens Verhalten in Gang (jagen, Hüten etc.). Du mußt die spitzen dieser Verhaltensweisen kappen und für dich kontrollierbar machen.

Es sind bei Hunden mit starkem Jagd.- oder auch Hütetrieb
meist Führungsprobleme des Hundebesitzers. Die universelen Eigenschaften der Hunde erfordern auch entsprechende Maßnahmen.

Du solltest überlegen, ob dein Verhalten dem Hund gegenüber wirklich konsequent ist, oder vielleicht nur du das glaubst.

Wir hatten früher auch immer Hunde zuhause, da mein Vater schon immer Hundesport betrieben hat, gelernt mit Hunden umzugehen habe ich aber erst bei meinem ersten eigenen Hund.

Ich habe vorher den Ausdruch "Geduld und Spucke" gelesen.
Als kleiner Tip von mir "SPUCKE" ist mindestens genau so wichtig wie Geduld. Bei einem Hund von 4,5 Monaten kann das auch noch länger von Nöten sein.


Gruß Volker

AnnaS
22.10.2002, 08:23
So, nochmals vielen Dank für eure Antworten.
Geduld habe ich, und im Zweifel bin ich auch ausdauernder als Peppa. Un dich bin mir ja auch darüber bewusst, auf was ich mich da "eingelassen" habe, was einen Welpen angeht, und was es bedeutet, einen Hund mit Jagdtrieb angeht. Ich bezweifle allerdings, dass das Bellen bei den Pferden am Jagdtrieb liegt. Denn manchmal rennt sie auf die Weide, wenn die Pferde da sind, und wenn sie jagen will, verbieten wir ihr das, und sie hört auch sofort auf. Das ist ja das erstaunliche, dass sie in dem Alter wirklich meist aufs erste Wort hört. Nur eben nicht beim Bellen. Und das tut sie ja auch, wenn keine Pferde in der Nähe sind.

Ich denke, das mit dem Anbinden muss sie einfach lernen, und wir machen es ja auch nur für ein paar wenige Minuten. Wie gesagt, ich schaue mir am WE zwei Hundeschulen an, und ich denke doch mal, dass man als Halter da auch noch viel, viel mehr lernt.

Was das Pinkeln betrifft habe ich nun gestern meiner Familie "Anweisungen" gegeben, nicht mehr zu schimpfen und es zu ignorieren ;) . Und da ich aus euren Antworten gelernt habe, dass wir wohl doch nicht so konsequent waren, wie wir sein wollten, werden wir das nun auch durchziehen.
Wünscht mir und meinem Fußboden mal viel Glück :D .

Danke noch mal und liebe Grüße
Anna

bewosan53
23.10.2002, 11:14
Hallo Anna,
frage 100 Hundetrainer nach der richtigen Erziehung und du bekommst mindestens 80 verschiedene Meinungen.Meine 2 DSH bellen nur wenn jemand zu Besuch kommt und wenn es klingelt.Ratsuche wie oben verlaufen.Also Klingel abgestellt und Besuch vor dem Haus empfangen.Wie reagiert dein Hund wenn du ihn nach dem "Pinkeln" wegschickst so nach demMotto "geh in die Ecke und schäm dich"?.Hab ich mit Wotan gemacht aber der war dann so unterwürfig und sich dann noch mal selbst "bepinkelt"Meine Reaktion dann ;ich hab einen auf traurig gemacht und siehe da es hat geklappt.
Viel Erfolg noch Tina:D :D :D

AnnaS
23.10.2002, 13:11
Hi!
Sorry jetzt musste ich über deine Antwort lachen :D
Das mit dem auf traurig machen, klingt echt nett.

Naja, wenn ich sie weggeschickt habe, war sie immer sehr reumütig. Sie legt sich dann in ihr Körbchen, den Kopf zwischen die Pfoten und sieht einen von unten an.
Da sie eh sehr sensibel ist, hab ich eben auch nie all zu dolle geschimpft. Aber nach einer gewissen Zeit hat sie hingepinkelt und ist schon von allein wie eine Irre in ihr Körbchen gelaufen.

Naja, nun sind wir aber dabei es zu ignorieren. Wie man sich vorstellen kann gab es noch keine wirklichen Ergebnisse. Wir brauchen eben noch viel Geduld.

Kyra
29.10.2002, 15:37
Hallo Anna!
Was meine Vorgänger geschrieben haben, ist alles gut; trotzdem habe ich noch eine andere Idee: Hast du es schonmal mit gezieltem Training versucht? Beim Bellen: Bring ihr bei, auf Befehl zu bellen UND auch wieder aufzuhören. Such dir einfach eine Gelegenheit, bei der sie sicherlich bellt (z.B. Türklingel), löse die Situation aus und gib das Kommando "Bell" o.ä., sobald sie loskläfft. Sobald du dann "Still" sagst, legst du ihr die Hand über die Schnauze. Nach ein paar mal wird sie es verstanden haben. Genauso kannst du es mit dem Pinkeln machen: Wenn sie sich draußen hinsetzt, lobe sie und gib wieder ein Kommando ("Mach schön").
Hat bei meinen beiden Wunder gewirkt!
Liebe Grüsse,
Kyra