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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund hat zugeschnappt



Bärli
28.10.2006, 12:52
Hallo zusammen, ich bin heute das erste Mal im Forum und habe mir schon viele Beiträge angeschaut, aber nicht alle... vielleicht ist auf mein Problem ja schon in einem anderen Beitrag eingegangen worden...

Also unser 8 Monate alter Collie-Schäferhund-Rüde Max hat in letzter Zeit ein paar unangenehme Reaktionen gezeigt. Unter anderem hat er schon 3 Mal nach fremden Leuten geschnappt (uns gegenüber hat er noch kein agressives Verhalten gezeigt). Alle 3 Personen haben versucht den Hund zu streicheln. Laut anderen Hundebesitzern ist er sehr dominant?. Fahrräder haben ihn in letzter Zeit auch nicht interessiert, als wir aber neulich auf der Hundewiese waren, ist er plötzlich einem Radfahrer hinterher gelaufen und hat sich auch nicht abrufen lassen (der Radfahrer ist irgendwann stehen geblieben und so konnte mein Mann dann Max "einsammeln"). Wir sind pro Tag etwa 3 bis 4 Stunden mit dem Hund unterwegs (2 bis 3 Stunden nachmittags und 1 bis 2 Stunden abends). Dabei darf der Hund fast immer von der Leine. Ach ja Leine, ist Max angeleint und ein anderer Hund auch gibt es immer Ärger (ziehen, bellen), sobald der andere oder Max nicht an der Leine sind, gibt es überhaupt kein Problem. Ich hoffe mir kann jemand helfen, vor allem wegen der Schnapperei! Danke!!!

alra
28.10.2006, 14:11
Hi Bärli,

lies Dich hier (http://www.hovawart-info.de/rangordnung.htm) mal rein..........

ich denk mal, da wirst Du einen Anstoß finden, was zu tun ist.

Es ist es sehr schwer, wenn man den Hund und den Halter nicht kennt, auf eine beschriebene Situation hin einen Rat zu geben.
Kann das Rüpelalter sein oder aber der Hund ist sich unsicher, wer im Rudel die Führung hat.

Dieses "andere" Verhalten an der Leine als ohne Leine ist mit Sicherheit der Beschützerinstinkt vom Schäferhundanteil:?:
In der "Spass-mit-Hund-Seite" sind auch nich viele interessante Ausführungen über Dominanz ...................

Was mit noch auffällt, ihr geht mit dem Kleinen wahrscheinlich zu viel raus.....
mit der Bewegung gaaaanz langsam angehen und immer auf ein gesundes Maß achten.
Ein gute Richtschnur ist dabei, für jede Lebenswoche ca.1 Minute als gemütlichen Spaziergang anzurechnen. Am 3. Monat, das sind hochgerechnet 15 Minuten, kann man pro Lebenswoche 5 Minuten dazurechnen.
Die meisten Hundebesitzer bewegen ihre Hunde zu viel; das macht sich dann höchstwahrscheinlich in Spätfolgen bemerkbar.

Um den Hund auszulasten gibt es richtig gute Spielchen, die den Hund auch auslasten und müde machen

http://www.michael-does.de/kunststuecke-lustige.htm

http://www.spass-mit-hund.de/

Zehn Minuten "Nasenarbeit" sind für den Hund mindestens genauso anstrengend, wie eine Stunde spazierengehen.

billymoppel
28.10.2006, 22:42
ich sage sowas nicht gern: schäferhund-collie-mischungen können kompliziert sein, die, denen ich bisher begegnet bin, waren es jedenfalls. collies sind haufig hochgradig sensible, auch launische hunde und das kombiniert mit schäferhund...
mich würde interessieren, wie es zu den schnappvorfällen gekommen ist: wer hat gestreichelt, wie hat derjenige gestreichelt, welche beziehung hat der hund zu diesen leuten gehabt? hat er vorher sein unbehagen ausgedrückt (knurren, drohen, wegdrehen)?
ohne nähere angaben: dein hund hat beim ersten mal ausgedrückt, dass er es nicht mag, von fremden (?) begrapscht zu werden. eigentlich legitim - in zeiten derzeitiger hysterie wird den hunden schier unmögliches abverlangt und dem rest der menschheit suggeriert, dass der "echte" hund kein raubtier, sondern eine art meerschwein (knurrt zwar auch, macht aber nichts) ist.
eine echte autoritätsperson hat nicht nur zu verlangen, sondern auch zu geben - vor allem schutz. es hätte einfach nicht zu nr.2 und nr.3 kommen dürfen, es liegt ganz bei dir, solche situationen zuverlässig zu vermeiden, in denen sich dein hund in die enge getrieben glaubt. erst wenn er diese sicherheit hat, kann man damit beginnen, seine reizschwelle zu erhöhen.
ich habe auch eine hündin, die nicht gern von fremden berührt (außer kinder, die dürfen alles) wird und ganz sicher nicht von oben (sie ist recht klein und aht ein seidiges fellchen und lädt natürlich zu dieser kopf-streichel-masche ein) - obwohl sie menschen insgesamt sehr mag, aber sie braucht einfach etwas zeit zum checken. vorsicht ist einfach einer ihrer grundsätzlichen wesenszüge. sie würde nicht schnappen, aber ich bemerke einfach ihr hochgradiges unbehagen. nun ist sie eine sehr hübsche und ich freue mich ja, wenn fremde hunde mögen und will ihnen den spass nicht vermiesen (es gab ja auch mal zeiten, wo ich keinen hund hatte und glücklich über jeden war, den ich streicheln durfte :D), also erlaube ich kontakt nur, wenn derjenige bereit ist, sich hinzuhocken und lisa kommen zu lassen. dabei beobachte ich den hund sehr genau, hält sie abstand (welche gründe sie auch haben mag), verweise ich die streichelenthusiasten an einen meiner anderen hunde.
jemand sollte sich den hund auch mal anschauen, ich bin mir fast sicher, dass er auch anderweitig eher unsicher ist, die leinenkläfferei zeigt das ja auch.
ein dominantes tier, was heißt, ein hochgradig sicheres tier, würde sich einfach umdrehen bei nichtgefallen oder mit stoischer gelassenheit reagieren und die welt einfach weiter kreisen lassen. wirkliche dominanz ist ein zeichen mentaler stärke und genau die hat dein hund ganz und gar nicht bewiesen.

dotti
29.10.2006, 11:37
hallo bärli
kann mich dem moppelmausi nur anschließen

zum einen muss man mehr info haben und die einzelnen situationen genauer unter die lupe nehmen.....(was aus der ferne nicht möglich ist)
und zum anderen
dein hund ist auf ...keinem fall dominant das würde sicherheit ausgeglichenheit und ruhe bedeuten ...

ich würde dir raten wende dich an eine gute hundeschule die auch bei dir zu hause die situation einschätzt ..den da liegt zu 99% der fälle der auslöser zu solchem verhalten

dominant, kann ein hund nur sein, wenn es zugelassen wird.....

...einen dominanten hund - menschen gegenüber giebt es nur - wenn mensch es zuläßt!!!!!!!!!!!!!

lg dotti

ich hoffe die liebe zwischen colli und schäfer war "heimlich"!!
den "absichtlich" sollte man diese rassen nicht kreuzen!!!

Bärli
29.10.2006, 12:34
Hallo zusammen, erstmal danke für eure Antworten!!! Die "Produktion" von Max ist tatsächlich einem heimlichen Schäferstündchen entsprungen ;o) Was mir weniger Mut macht, ist die Tatsache, dass Schäfer-Collie-Mischungen "kompliziert sein können". Ich habe mich nach den Vorfällen auch mit anderen Hundehaltern darüber unterhalten, die Max schon länger kennen. Die einen sagen er kommt in die Rüpelphase und dass würde sich von alleine wieder geben, die anderen sind der Meinung, man sollte es auf alle Fälle im Auge behalten. Ich bin auf alle Fälle etwas verunsichert. Also beim 1. Vorfall saß Max vor einem Mann, dieser hat sich dann über ihm gebeugt und hat seinen Rücken gestreichlt und schnapp, hat Max zugeschlagen, da das das 1. Mal war und er sich sonst von jedem hat streicheln lassen, habe ich natürlich in diesem Moment nicht so genau darauf geachtet ob er vorher irgendwelche Warnsignale gezeigt hat. Der Mann hat dann seine Hand weggezogen, ist aber vor Max stehengeblieben und jetzt hat Max gedroht in dem er leicht die Lefzen hochgezogen hat. Ich hab dann den Mann gebeten weg zu gehen. Beim 2. Vorfall waren wir in unserer Stammkneipe (die kennt Max schon vom 1. Tag an) Er hat sich von einem Bekannten am Bauch kraulen lassen (der ihn auch schon vom !. Tag an kennt), der hat dann aufgehört ist einen Schritt zurückgetreten, Max hat sich aufgesetzt, der Mann stand vor ihm und hat ihn erneut streicheln wollen, in dem Moment hat er wieder zugeschnappt, diesmal habe ich aber gesehen, dass er Sekunden vorher gewarnt hat.Beim 3. Mal ist es in der (fast leeren) Straßenbahn passiert, da hat ein Fremder sich zu uns gesetzt, hat Max über den Kopf gestreichelt, und aus dem Augenwinkel hab ich noch gesehen wie er warnt, konnte aber nicht mehr eingreifen, bis ich reagieren konnte hatte er schon wieder zugeschlagen. Ich warne jetzt immer die Leute wenn sie ihn streicheln wollen und bitte sie sich nicht über ihn zu beugen und erst mal vorsichtig Kontakt aufzunehmen. Kinder findet unser Max übrigens auch gaaaaaaaaaaaaaaaaanz toll! Von denen läßt er sich auch alles gefallen. LG Bärli

dotti
29.10.2006, 13:12
zitat:

[QUOTE=Bärli;710965]beim 1. Vorfall saß Max vor einem Mann, dieser hat sich dann über ihm gebeugt und hat seinen Rücken gestreichlt und schnapp, hat Max zugeschlagen, da das das 1. Mal war und er sich sonst von jedem hat streicheln lassen, habe ich natürlich in diesem Moment nicht so genau darauf geachtet ob er vorher irgendwelche Warnsignale gezeigt hat. Der Mann hat dann seine Hand weggezogen, ist aber vor Max stehengeblieben und jetzt hat Max gedroht in dem er leicht die Lefzen hochgezogen hat. Ich hab dann den Mann gebeten weg zu gehen.

hallo bärli
so wie du die situation beschreibst sage ich dazu aus sicht des hundes:

mensch steht vor hund , warscheinlich blickkontakt ist schon bedrohlich für den hund, dann die übergebeugte körperhaltung ebenfalls bedrohlich, dann streicheln über den rücken - ist kopf oder pfoten auflegen eines hundes
gleichzusetzen....das sind dominazgesten unter hunden die sich ein unsicherer hund nicht gefallen läßt...deshalb das "schnapp"....dann wurde die hand weggezogen ein schwächezeichen des gegenübers.....der aber nicht weggeht sonder stehenbleibt was für max heißt.."hast du von der einen lektion noch nicht genug ??" ein hund in der situation würde entweder sich auf einen kleinen machtkampf einlassen oder sich abwenden und weggehen....letzteres hast du dem mann angeraten , er hats gemacht ..max hats verstanden und es war ruhe...

mein rat:
gieb deinem max das gefühl der sicherheit, auch ein hund in unserer modernen zeit muß und braucht sich (meiner meinung nach) nicht immer und überall anfassen lassen....(natürlich darf er auch nicht beißen wenn es doch mal passiert)
aber geh bewusst in situationen rein und vermeide es das die leute ihn bedrängen , er muß immer das gefühl haben das DU die situation im griff hast ..aber mitt MIT MAULKORB gewöhne ihn dran dazu bist du deiner umwelt verpflichtet.....

wende dich an einen GUTEN HUNDETRAINER der mit dir vorort die einzelnen bereiche übt.....das kann man aus der ferne nicht.......
nurnoch so viel ....lerne deinen max ( so schwer es auch ist ) mehr zu ignorieren...in den meisten fällen kommen unerwünschte verhaltensweisen unserer hunde daher . wir wusseln und machen einfach zu viel und die hundis rum.......aber wollen wir chef sein muß sich hundi um unsere gunst bemühen....

lg dotti

Piete
30.10.2006, 11:58
Hallo Bärli

ich habe reine Collies aber reine und die stehen im ruf extrem sensibel zu sein und gern mal zuzuschnappen. Zumindest mußte ich mir das anhören (kenne jetzt aber keinen DSH / Collie Mix der negativ aufgefallen ist) das ging auch im Verein weiter, der Hund ist senisibel, pack ihn loß nicht hart an......
Fakt ist, dass gerade diese Hunde sicherheit brauchen und ich glaube auch das der erste Biss, laut der Beschreibung, aus Unsicherheit entstand.
Eine Collie- Schäfermix kann genau so einfach oder schwierig sein wie andere Verbindungen (ausnahmen sind sicherlich Herdenschutzhunde u.ä ), wichtig ist dem Hund klar zu zeigen was, wo, wie, biete ihm die Sicherheit und seid in jedem FAll konsequent.
Die Idee mit dem Maulkorb ist aber sicherlich nicht die schlechteste, bis das Problem in den Griff bekommen ist.


Gruß Mel