PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rudi hebt Kommandos selber auf



Rudiratlos
10.10.2006, 12:47
:?: Hallo, Rudi ist 11/2 Jahre, ein Mischling quer durch die Hundewelt. Dackel/Jagdterrier ist wahrscheinlich dabei. Ich habe Rudi nun 5 Monate (kommt aus Spanien). Rudi hat blitzschnell alle Grundkommandos gelernt, auch im Trickseminar war er ein ganz fixer. Unser Problem ist, das Rudi alle Kommandos ausführt, aber nur mit Leckerli und sobald das Leckerli im Mund ist, steht er auf. Eigentlich möchte ich, das er sitzen bleibt, bis ich das Kommando dazu gebe. Er läuft bei Fuss, befolgt Sitz, steht dann aber auf, bevor ich ihn freigegeben habe. Ich habe mir schon überlegt, ob ich nach Aschaffenburg zur Hundeschule (Führmann) gehe. Kostet halt viel Geld, von daher wäre es schön, wenn mir jemand Tips zur Erziehung oder eigene Erfahrungen über die Hundeschule geben würde.:bl:

Juni
10.10.2006, 12:59
Hallo Rudi,

dein Hund löst die Kommandos deshalb selbstständig auf, weil er es so gelernt hat. Viele Hundeführer bringen ihren Hunden (oft ohne es zu wollen) bei, dass die Belohnung das Ende der Übung bedeutet. Das passiert meist dadurch, dass die Stimme und Körpersprache beim Loben einer wunschgemäß ausgeführten Übung so lebhaft und freudig sind, dass der Hund diese als Aufforderung versteht, sich an der Bewegung zu beteiligen bzw. einfach ebenso freudig auf den Tonfall zu reagieren.

Abhilfe kannst du folgendermaßen schaffen: Gib deinem Hund das bekannte Kommando für Sitzen, habe ihn aber in jedem Fall dabei angeleint. Sobald er sitzt, bekommt er gaaaaanz ruhig und nur mit einem leisen, freundlich "fein" sein Leckerchen. Steht der Hund trotzdem auf, setzt du ihn ohne großes Getue wieder hin, gibst aber diesmal KEIN Leckerchen und lobst auch nicht.

Stattdessen wartest du 10 Sekunden und gibst dann das Leckerchen und lobst (ebenfalls wieder ruhig). Steht er wieder auf, machst du das Gleiche von vorn. Bleibt er sitzen, gibst du nach weiteren 5 Sekunden ein Leckerchen, dann wartest du nochmal 5 Sekunden und gibst dann das Auflösungskommando. Dieses sollte ebenfalls nicht freudig oder überschwänglich sein, sondern möglichst neutral im Tonfall, da der Hund ansonsten gleich wieder hoch fährt. Das wäre für den Augenblick nicht so schlimm, bewirkt aber für die Zukunft, dass der Hund unter hohe Erwartungsspannung gerät, weil er auf das tolle Auslösungskommando wartet, bei dem er dann explodieren darf. Diese Spannung macht es ihm aber schwer, vorher länger abzuwarten. Im weiteren Verlauf verlängerst du die Zeiten, bis du Leckerchen gibst. D.h. es wird nicht mehr das Hinsetzen belohnt, sondern das Sitzenbleiben. Anfangs recht häufig, dann nur ab und zu zwischendurch.

Ansonsten solltest du unbedingt darauf achten, dass du NIE ein Kommando gibst, wenn du nicht dafür sorgen kannst, dass der Hund es einhält. Wenn du ein "Sitz" forderst, dann nur, wenn du auch genügend Aufmerksamkeit hast, es kontrollieren zu können (was z.B. bei einer Unterhaltung mit jemandem eher schwierig ist). In diesem Fall gib lieber gar kein Kommando.


Schöne Grüße,
Juni

alra
10.10.2006, 13:03
hallo rudiratlos,

das "Problem" hab ich auch grad mit meinem Bruno (11Mon).
Nur nicht gleich verzweifeln....mit 1,5 Jahren würd ich das ganze noch in die Pubertäts- und Flegelzeit einstufen.
Er checkt halt seine Grenzen neu aus ......da heißt es: durchsetzen und mit Konsequenz durchhalten.

Halt Dich zunächst mal an die kleinen goldenen Regeln:
zuerst ißt der Chef,
der Chef geht zuerst durch die Tür,
nur der Chef darf auf die Chouch/Bett,
wenn der Hund allein war und Du kommst zurück, darfst Du nicht auf das Begrüßungsritual eingehen und mußt den Hund ignorieren. er bekommt erst Deine Aufmerksamkeit, wenn er sich beruhigt hat.

hier (http://www.labrador-in-not.de/foren/) gibt es eine gute online-Hundeschule. :kraul: :kraul:

liebe Grüße, Martina

Labbirüpelchen
10.10.2006, 16:57
hallo rudiratlos,
Halt Dich zunächst mal an die kleinen goldenen Regeln:
zuerst ißt der Chef,
der Chef geht zuerst durch die Tür,
nur der Chef darf auf die Chouch/Bett,

liebe Grüße, Martina


Hallo!

Also DAS ist absoluter Quatsch!!! Er lernt nicht, dass DU die Kommandos auflöst wenn du ihn nicht mehr auf die Couch lässt! Das eine hat mit dem anderen ja nichts zu tun.

Wie Juni schon sagte, sorg dafür, dass du immer das Kommando auflösen kannst, bevor er es selbst tut. Und mit ruhiger aber freundlicher Stimme loben! Das ganze konsequent und immer, dann klappt das. Allerdings nicht von heute auf morgen!

Grüße

ratlos
10.10.2006, 21:57
mein hund muss immer sitzen bevor er aus dem auto aussteigen darf und auch nur dann wenn ich es erlaube. wenn er es vorher macht schicke ich ihn wieder zurück ins auto. nach dem 3. mal ist er schön istzen geblieben auch bei offener türe, auch wenn ich einen schritt zurückgegangen bin.

wenn er auf dem feld sitz macht, würde ich kein lekkerchen geben, denn die "erlösung" das rumrennen danach ist doch die belohnung!
ich habe es so gelernt, dass nach "click" oder nach leckkerchen die übung beendet ist.

lg
mareen

alra
11.10.2006, 13:23
@ Labbirüpelchen

das, was Du da als Quatsch bezeichnest, sind die einfachen Grundlagen für das Zusammenleben von Mensch und Hund.
Hunde betrachten Menschen als Artgenossen und übertragen die Regeln der Rangordnung auch auf die menschlichen Familienmitglieder.
Das Hauptziel im Leben des Hundes besteht darin, Zugang zu Ressourcen (Futter, Schlafplatz, geliebte Person, Streicheleinheiten) zur Steigerung der individuellen Fitness zu erlangen.

Dabei stellt die Familie für den Hund dessen Rudel dar, in dem er zunächst den bestmöglichen (also ranghöchsten) Platz anstrebt. Verhaltensweisen, die den Hund über längere Zeit erfolgreich als das ranghöchste Rudelmitglied ausweisen (ständiges Einfordern von Fressen, Streicheleinheiten, Körperkontakt und Gassizeiten mit Erfolg, Leckerlis ohne Gegenleistung, Spielzeug zur ständigen Verfügung, nur Rechte - keine Pflichten), werden von Menschen häufig als Zuneigung fehlinterpretiert.
Vielmehr demonstrieren diese Hunde über einen großen Zeitraum ihren hohen sozialen Rang ohne Probleme für die anderen Familienmitglieder (weil unbemerkt). Viele Hunde genießen über Monate hinweg eine sehr hohe Rangposition innerhalb der Familie, wobei dies häufig frühzeitig zu Problemen in Form von Konkurrenzkämpfen kommt.

"Seine" Menschen verhalten sich jedoch nicht immer ihrem Rang angemessen. Beispielsweise plötzliches Abverlangen bestimmter Manipulationen wie Bürsten. Der Hund wird ob seiner Position immer unsicherer und dieser Konflikt führt schließlich zunehmend zu Missverständnissen und nicht selten zu Konfrontationen. Die Position des Hundes ist ab und an bedroht und er fürchtet nicht nur den Rang sondern auch bestimmte Ressourcen und Privilegien mehr und mehr zu verlieren. Der Hund ist aus mehreren Gründen stark verunsichert.
Häufig und vom Menschen unbemerkt aber genießt er durch antiautoritäre Erziehung einen hohen Sozialrang und kann jederzeit all das tun, was ranghohen Rudelmitgliedern vorbehalten ist (Einfordern von Fressen, Territorien, Gassizeiten, Streicheleinheiten, Körperkontakt, Leckerlis, Nutzung erhöhter Ruheplätze etc.).
Jetzt wird ihm teilweise diese Position streitig gemacht. Die Besitzer stellen sich plötzlich in der Rangordnung über ihren Hund, indem sie diesem Gehorsam abverlangen, obwohl sie sich monatelang "freiwillig" mit dem Nichtfunktionieren der Befehle und damit der rangniederen Position zufrieden gaben.

Um dies so schnell wie möglich zu unterbinden bzw. zu verhindern, ist es dringend notwendig, dem Hund wieder einen festen Platz (diesmal rangniedrigste Position) innerhalb der Familie zuzuweisen.
Nur so erhält er das Gefühl von Sicherheit im Rudel wieder. Dabei wird er keineswegs unglücklich darüber sein, wenn man ihn auf der Hierarchieleiter auf die unterste Stufe stellt.
In vielen Fällen ist ersichtlich, dass die Hunde zwar mit der Position des „Rudelführers" durchaus zurechtgekommen sind, jedoch über einen zweifelhaften Status bei Auftreten von Krisensituationen frustriert sind.
Sowohl Beschwichtigungs- und Ablenkungsversuche als auch die Bestrafung, verstärken letztlich das Verhalten von ihres Hundes.
Strafe verstärkt die Unsicherheit und Angst. Das heißt, die Aggressionsbereitschaft erhöht sich.

Nur ein von allen Familienmitgliedern mit äußerster Konsequenz und Geduld verfolgtes Training kann dem Hund helfen, seinen festen Platz neu innerhalb des Sozialgefüges Familie (= Rudel) zu bekommen (als rangniedrigstes Tier), wodurch ein ohne Angst und Stress funktionierendes Zusammenleben möglich werden kann.

Veränderung der interaktiven Grundregeln innerhalb der Familie - Schaffung einer allgemeinen Hausordnung:
Ab sofort werden alle Annehmlichkeiten des Hundelebens (Futter, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten, Spaziergänge, Spiele, Leckerbissen etc.) nur bei völlig aggressivlosem und unterwürfigem Verhalten zur Verfügung gestellt und zu anderen Zeiten entfallen diese gänzlich. (Rangminderung des Hundes auf unterste soziale Stufe (ohne Gewalt).)

Simple Demonstrationen der Rangordnung

* rangniederer Hund frisst immer nach den obrigen Rudelmitgliedern. Da Mensch (ranghöher) bestimmt er die Menge und Zeit.
* ein "ranghöheres" Tier/Mensch geht als erster durch eine Tür in/aus der Wohnung
* ein ranghohes Tier/Mensch wird als erstes vom Besuch begrüßt und darf auch zuerst begrüßen
* ein ranghohes Tier/Mensch beginnt Kontakt (z.B. Streicheln, verbale Zuwendung, Spiel) und beendet ihn
* ein ranghöheres Tier/Mensch hat Anspruch auf die besten (meist erhöhten) Plätze
* ein rangniederes Tier = Hund wird von dem ranghöheren eigentlich kaum beachtet (ignorieren)


Fazit für den Hund

* Schlafplatz ist ab sofort ausschließlich zu ebener Erde. Schlafzimmer, Küche, Sofa und Couch, sowie alle Plätze in unmittelbarer Nähe zum Besitzer, sind tabu.
* Kein Futter, keine Spielsachen, keine Kauknochen zur freien Verfügung.
* Keine Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale.
* Keine kompetitiven bzw. aggressiven Kampfspiele (Hund auf den Rücken drehen durch die Besitzer, ziehen an der Leine, aus Maul Dinge entfernen ohne Kommando, rütteln an Stofftier im Maul etc.)
* Mehr Konsequenz in der Erziehung, besonders konsequentes Ignorieren.
* Sollten Sie den Hund auf Bett, Couch, Sessel oder anderen erhöhten Plätzen oder innerhalb verbotener Räume erwischen, lenken Sie ihn ab (Klingeln an Wohnungstür etc.) und verstellen dann diese Plätze (Kartons), nehmen diese selbst ein oder schließen die entsprechende Tür. Konventionelles Gehorsamstraining zur Besitzerdominanz: "Sitz", "Platz2, "Bleib", "Friss", "Komm", d.h. der Hund muss ein bestimmtes Kommando befolgen, um sich "zu erarbeiten", was er möchte. Prinzip: "Nichts im Leben ist umsonst".
* Wenn keine entsprechende Ausführung des Kommandos - ignorieren des Hundes und später wiederholen. Kommandos einüben ohne Druck und nicht als Strafmaßnahme!

VlG, Tina

Labbirüpelchen
11.10.2006, 20:20
"ein "ranghöheres" Tier/Mensch geht als erster durch eine Tür in/aus der Wohnung"

Genau DAS stimmt so nicht! Das und das mit Couch/Bett war mit Quatsch gemeint! Es soll auch Hunde geben, die sich auf´s Bett legen, einfach weil´s schön weich und warm ist und nicht, weil das eine hohe Position ist....

Dass Hundi nicht Futter und Streicheleinheiten für umme bekommt, sollte eigentlich klar sein..... *g*

Ein gutes Buch dazu ist von Sabine Winkler "Hundeerziehung leicht gemacht" oder so.....

rondra
12.10.2006, 17:06
und sobald das Leckerli im Mund ist, steht er auf


Ich löse ein Kommando mit der Belohnung auf. Und wenn ich mal so drauf achte, machen es alle so. Wenn du belohnst, ist die Übung zu ende. Warum belohnst du denn schon, wenn die Übung noch nicht zu ende ist? - Macht für mich irgendwie nicht viel Sinn. Wenn ich der Hund wäre würde ich es auch so verstehen. Lob = die Übung hast du richtig verstanden ( also muß das schon alles gewesen sein).

Bei uns auf dem Platz trainieren wir grundsätzlich so, dass der Hund bei einem Bleib-Befehl nicht beachtet wird, um kein Mißverständnis herbeizurufen. Leckerlisgeben, wenn er doch gerade ruhig liegt, und sich auf den Befehl konzentriert macht doch keinen Sinn. Wenn man zum Beispiel Belohnt mit Spielzeug, ist die Situation, dass man mit dem Lob einen Befehl aufhebt noch klarer.
Probiere mal aus, wenn passiert, wenn du ihm das Leckerli erst am ende einer Übung gibst. Wenn er dann so lange bleibst bis du ihm sagst das er es gut gemacht hat, hat er doch alles richtig gemacht.

Gruß
Rondra

rondra
12.10.2006, 17:13
@Juni

belohnst du innerhalb der Übung? Warum? Bei welcher Übung ist dieses hilfreich? Bei uns ist die Belohnung die Aufhebung. Was hat es für einen Vorteil, wenn man es anders macht? In welchen Situationen lobst du wärend der Ausführung einer Übung bzw. bei welchen Übungen machst du das? Belohnst du nur mit Leckerlis oder auch mit Stimme oder mit Spielzeug? Setzt du die Belohnungen dann auf ein Zeitschema oder so fest?
Nimmst du einen speziellen Befehl für die Auflösung?

Gruß
Rondra

Juni
12.10.2006, 20:28
Hallo Rondra,

Ich belohne niemals am Ende einer Übung, damit der Hund nicht lernt, dass Belohnung/ Lob das Ende der Übung bedeutet. Das Ende der Übung wird durch ein Auflösungskommando angezeigt.

Beispiel korrektes "Fuß" laufen: Ich will, dass der Hund mit seiner rechten Schulter dicht an meinem linken Bein geht und mich dabei permanent ansieht. Das erreiche ich, indem ich während der Gehens Futter spucke (bedarf ein bisschen Übung). Der Hund weiß, dass ich ich Futter im Mund habe, weil ich das durch ein leises Schmatzgeräusch ankündige. Sein Blick geht automatisch zu meinem Gesicht, und in dem Augenblick, wo er auch sonst korrekt geht, spucke ich einen Futterbrocken. Der Hund fängt ihn aus der Luft und schluckt ihn, OHNE die Übung zu unterbrechen. Zu Anfang unterstütze ich das schnelle Abschlucken und sofortige Wiederhochschauen, indem ich sofort nach dem Spucken wieder schmatze. Das ist nach kurzer Zeit nicht mehr nötig. Der Hund bekommt seine Belohnung exakt dann, wenn er etwas richtig macht, ohne gleichzeitig zu lernen, dass damit die Aufmerksamkeit und Kontrolle enden. Ist die Übung tatsächlich zu Ende, gebe ich den Hund mit einem ganz undramatischen "okay" frei. Der Hund entspannt sich und löst sich von mir, ohne jetzt hochzufahren, weil er eben nicht die ganze Zeit unter Hochspannung stand, dass er endlich freigegeben wird.

Beispiel "Bleiben": Mein Hund kennt das Kommando "Bleib" nicht. Er hat stattdessen von Anfang an gelernt, dass er so lange in einem Kommando zu verharren hat, bis ein Auflösungskommando (oder ein neues Kommando) kommt. Um das zu erreichen, bestätige ich den Hund nach kurzer Zeit dafür, dass er das Kommando hält. Die meisten Hunde lernen, dass "Sitz" hinsetzen heißt. Für mich heißt "Sitz" aber Hinsetzen und sitzen bleiben. D.h. der Hund wird zunächst per Körpersprache (ohne verbales Kommando, das er ja noch nicht kennt) dazu gebracht, sich zu setzen. In dem Moment, wo er auf seinen Popo fällt, sage ich "Sitz" und gebe Futter. SOFORT danach kommt das Auflösungskommando und der Hund wird freigegeben. Mittels Körpersprache unterstütze ich, dass der Hund tatsächlich auch aufsteht. In der Folge verlängere ich die Zeit bis zum Auflösungskommando in winzigen Schritten. Die Hand vor dem Gesicht des Hundes als optische Bremse unterstützt das Bleiben. Wenn diese Etappen länger werden, bekommt der Hund dazwischen Futter, um ihm zu signalisieren, dass er sich richtig verhält. Irgendwann setzt der Hund sich auf das Kommando "Sitz", weil er es verstanden hat, hat aber gleichzeitig gelernt, dass er sitzen bleibt, bis das Auflösungskommando kommt.

Schöne Grüße,
Juni

Rudiratlos
13.10.2006, 10:18
Hallo an alle, vielen Dank für eure Anregungen. Natürlich habe ICH den fehler gemacht! Habe aber nun verstanden, das ich Rudi immer für Sitz belohnt habe und nicht fürs sitzenbleiben, oder fürs kommen, sonder immer fürs "Sitz"! Rudi hat blitzschnell kapiert, das er nicht Sitz machen muss wenn ich "komm" rufe! Seitdem kommt er wie ein wildgewordener Handfeger angerannt. Danke an alle für die recht ausführlichen Hilfestellungen!

rondra
13.10.2006, 12:19
Hallo Juni,

ok, jetzt verstehe ich.
Wir trainieren unterschiedlich. So, wie du den Befehl "Bleib" wegläst und für dich selbstverständlich ist, ist es bei mir der Befehl "Fuß". Wenn ich laufe läuft mein Hund automatisch Fuß, ohne das ich etwas sage. Wenn ich stehen bleibe geht sie ins Sitz ohne Kommando. Wenn ich dann weitergehe heißt es für sie Fuß, wenn kein Fuß folgen soll, bekommt sie ein Kommando wie z.B. ran ( für rechts Fuß) oder bleib.

Das Fuß und das Sitz beim Spaziergehen erspare ich mir, da wenn man z.B. Kinder dabei hat auf die man achten muß es einfacher ist, wenn man dem Hund so selten wie möglich ein Befehl geben muß, so wie du es beim Bleib machst.

So eine permanente Belohnungsmethode mache ich nur, wenn sie etwas komplett neues lernt und dann werden die Belohnungsabstände langsam vergrößert.
Wenn wir auf dem Platz trainieren kommt es drauf an, was wir trainieren. Dann lobe ich ca. im 15-25 Minuten abstand und sie bekommt eine Spielpause. Aufdrehen und abhauen darf sie dann auch nur bei dem Befehl "Lauf".
Ansonsten sieht eine Aufhebung so aus, dass sie vor mir steht und mich anschaut. Wenn ich nichts sage, darf sie im Umkreis von ca. 2 Metern schnüffeln etc. Eine Befehlsaufhebung heißt bei uns nicht, dass sie abhauen darf. Aber ich lobe recht überschwenglich, so dass sie gar nicht im Sitz oder Platz bleiben könnte. Da die Spielstimme kommt. Aber aufdrehen und über den Platz fegen darf sie nur auf Kommando Lauf. Ohne Kommando hat sie nur einen Umkreis von ca. einer Leinenlänge.

Aber so hat jeder halt seine eigene Methode. :-) Das finde ich auch richtig, denn alle unsere Hunde haben ja auch einen unterschiedlichen Charakter:-)

Schönen Gruß
Rondra

Deargi
13.10.2006, 15:19
Wenn wir grad bei dem im "Fuss" festfüttern sind, habe ich auch noch eine frage. :D
Wie macht ihr das????
Bei einen großen Hund kein Problem, aber bei meinem.... :confused:
Ich muss soweit runter, das geht im laufen echt schwer. Zumal Hund links, Leckerli rechts...
Habt ihr paar Tipps????

LG Deargi

rondra
13.10.2006, 15:45
hm, bei uns auf dem Platz haben auch viele das Problem. Meine ist ja 50cm. Also nicht ganz Mini.

Aber ich habe es anders mein unserer geübt. Ich habe die Methode genommen, wo sofort eine Kehrwende macht, wenn der Hund vorläuft oder nicht mehr aufmerksam ist. Dann kann zwischendurch gelobt werden und man muß den Hund nicht die ganze Zeit mit Leckerli locken. Ich muß mich auch etwas runterbeugen um zu loben. Daher lobe ich wenn der Hund einen Befehl verstanden hat hinterher nur noch Blockweise.

Bei der Lockmethode um das Fuß zu üben hast du vermutlich nur die Chance das Leckerli fallen zu lassen. Warum hast du das Leckerli denn rechts und nicht links? Rechts hälst du doch die Leine, wenn der Hund links geht, oder nicht? Ich würde dann das Leckerli auf die Seite packen, wo auch der Hund läuft und dann immer mal eins Fallen lassen, wenn der Hund aufmerksam ist, so das er es möglichst aus der Luft fangen kann und die Übung nicht unterbrochen werden muß. Wenn der Hund nach dem Leckerli springt wenn du es hälst, gibt es nichts. Und das jeden Tag beim Spazierengehen üben, bis der Hund versteht, dass es nur was gibt, wenn man ruhig bei Fuß geht.

Aber sicher bin ich mir da auch nicht, da ich die Methode nie wirklich geübt habe, weil ich lieber Aufmerksamkeit und Fuß mit der Wende übe. Erst mit der Kurzleine, und dann immer länger werden, bis es nur noch eine dünne lange Schnur ist, die auf dem Boden bleibt.
Wenn man zwischendurch dann noch mal Passagen einbaut wo man rennt und sich windet und der Hund immer dran bleiben muß, macht es auch noch spaß.

Gruß
Rondra

rondra
13.10.2006, 15:51
Achja, da fällt mir noch ein, dass ich bei einer mit einem Zwergpudel mal gesehen hatte, dass sie einen Schleuderball ( Tennisball mit Schnur) genommen hatte und den Hund damit gelockt hatte. Dabei dann immer Fuß. Wenn er ein paar Meter geschafft hatte bekam er dann ein Nimm und er durfte den Ball eine Weile haben. Vielleicht kann man auch mit Leckerlis sowas machen, vielleicht mit einem Kong mit Leberwurst bestichen, den du dann nach ein paar Metern immer mal runterlassen kannst? - Nur mal so eine Idee. :-)

Gruß
Rondra

Juni
13.10.2006, 20:38
Hallo Deargi,

ich kann auch hier mal wieder Futter spucken empfehlen. Der Hund muss zuerst lernen, aus der Luft zu fangen, und du musst lernen, gezielt zu spucken (ich hab' ziemlich lange dazu gebraucht :D ).

Aber dann spielt die Größe des Hundes wirklich keine Rolle mehr, und du kannst beim "Fuß"-Training aufrecht gehen.

Schöne Grüße,
Juni

Labbirüpelchen
13.10.2006, 21:11
Wie wär´s denn mit Clickern?
Nach der Konditionierung clickst du einfach wenn sie korrekt läuft. Dann folgt das Leckerchen. So musst du nicht locken und läufst auch nicht ständig gebückt....

Deargi
14.10.2006, 18:17
Hallo Rondra

links hab ich die Leine schon immer geführt, weiß nicht warum... :confused:
Wenn ich die Leine rechts nehme und die Leckerlis links kommt er trotzdem nicht ran.
Und fallen lassen, da bleibt er stehen um es aufzuheben und schnuppert dann erst noch ob noch mehr da liegt, das ist ehrlichgesagt noch schlechter. :sporty:
Beim Clickern erfolgt ja nach dem Click die Belohnung, dann stehen wir zum belohenen auch wieder. Aber der Ansatz ist gut. Wird er halz am Ende der Übung gelobt und nicht zwischendrin.
ABER: mit Spielzeug funktioniert toll. :D Er ist dann immer so auf mich (oder das Spielzeug) fixiert - unglaublich. Nur anderen Hunden wird er dann gegenüber zickig. Dann bleiben wir wohl beim Spielzeug. :cu:

@ Labbirüppelchen: Es ist ein er :D
LG Deargi

Labbirüpelchen
15.10.2006, 23:29
Sorry! Weiß nicht, wie ich auf eine SIE komm :D

Nein, nein, beim Clickern nicht am Ende der Übung belohnen! Sondern schrittweise. Also wenn er´s noch gar nicht rafft, nach zwei Schritten. Später dann nach dem Zufallsprinzip und dann wird immer weniger mit Clicken belohnt, sondern nur noch verbal.

Ist ja ganz einfach: Leine vor dir führen in der rechten Hand, Clicker baumelt am Handgelenk (fällt also von selber in die Hand), die linke Hand greift während dem Laufen (nach dem Clickern) zum Leckerchen. Die sollten natürlich nicht erst nach endlosem Gefummel auftauchen :D

Oder eben mit dem Spielzeug, das er am Ende der Übung mal haben darf. Musst du halt aufpassen, dass keine anderen Hunde da sind bzw. musst es ihm rechtzeitig wieder abnehmen.

Grüße

Summertime
16.10.2006, 19:50
Hallihallo,
zu dem Problem "Hundegröße" und Belohnung kann ich folgenden Tip von meiner Trainerin weitergeben. (Meine Hunde sind 22cm und 23 cm!!!!)Es gibt Stangen zu kaufen,die eigentlich gedacht sind, das Schieben von Gardinen an der Stange zu erleichtern. SIe haben unten eine Öse, in der man prima ein Leckerlie feststecken kann. Ich habe sie in der Kurzwarenabteilung von Karstadt gefunden.
LG von Julie