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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe, der Dackel wird größenwahnsinnig



Biene13
07.10.2006, 18:37
Hallo, Ihr Lieben

vor ein paar Tagen hatte ich auf der Hundwiese ein Erlebnis mit unserem Dackel, das mir wirklich das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Wir sind des Abends immer unserer 3 Leutchen mit unseren Hundis auf der Wiese und es hat sich inzwischen ein kleines Rudel gebildet, bei dem unserer wohl augenscheinlich der Anführer ist. Sie spielen und toben, dann kam ein junger Mann mit einem Dobermann vorbei. Und unser Dackel hin, dem Großen wirklich gezielt an die Kehle gesprungen. Zum Glück war der Große wirklich ein ganz braver, der sich von seinem Herrchen auch abrufen ließ.
Unser hat total dicht gemacht, nicht gehört und war wie ein Verrückter. Als ich ihn dann glücklich hatte, gings sofort an die Leine und ab nach Hause.
Zwei Tage später das Gleiche noch einmal, aber diesmal mit einem angeleinten Boxerhund.
Seit dem bin ich total verunsichert und weiß nicht so richtig, wie ich es machen soll.
Eigentlich hat unser Dackel Angst vor großen Hunden und umgeht sie lieber im großen Bogen, seit ihm eine junge Retrieverhündin aus Versehen weh getan hat. Sie hat ihn wohl im Vorbeilaufen mit der Pfote erwischt. Er hat jedenfalls fürchterlich aufgequiekt und hat sich danach bei uns versteckt.

Er hört sonst wirklich prima, ich kann ihn überall mit hinnehmen, ohne daß es irgendwelche Anzeichen von Aggressionen gibt, auch hier zu Hause alles problemlos.

Aber diese beiden Attacken geben mir fürchterlich zu denken, denn das kann für einen Hund seiner Größe wirklich nach hinten los gehen und dann hatten wir mal einen.

Sollte ich das Spiel mit seinen beiden Freunden erstmal gänzlich einstellen? Es macht ja nicht wirklich Spaß, wenn man ständig die Augen kreisen lassen muß, ob irgendwo ein großer Hund im Anmarsch ist.

Sollte ich vielleicht mit ihm die Begegnung mit großen Hunden suchen? Wenn wir einen auf der Straße im angeleinten Zustand treffen, wird sich ignoriert und da werden auch keine Mätzchen gemacht.

Für ein paar Antworten wäre ich Euch dankbar. Ich bin auch gerne bereit, eventuelle Fragen, die Ihr noch habt, ehrlich zu beantworten. Es bringt mir ja nix, wenn ich mir da selber in die Tasche lüge.

Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße Biene13

Deargi
07.10.2006, 19:27
Hallo Biene13,
das mit dem kleiner Hund ist GRÖßENwahnsinnig, kommt mir zumindest etwas bekannt vor. :D
Darf ich mal fragen, wie groß die Hunde sind mit denen du Gassi gehst? Wenn er mit denen keine Probleme bisher hatte, würde ich ihn auch weiter mit ihenen laufen lassen. Du kannst ihn vielleich mit Schleppleine laufen lassen, kommt auf das Spielverhalten deines Wauzis an. Wenn er mehr auf fangen steht, ist das mit der Schleppleine natürlich kein Problem. Wenn er aber mehr den "Nahmkampf" (sprich: kamplen) bevorzugt, geht das leider meist schief.
Wenn du den potentiellen Gegner deines Hundes (natürlich am Besten vor ihm) siehst kannst du ihn rannrufen und sichern. Ansonsten bremst du ihn aus...

LG Deargi

billymoppel
07.10.2006, 23:09
nun, dackelchen verhält sich eigentlich artgerecht: er hat ein kleines rudel um sich geschart - ein außenstehender kommt vorbei und ja, genau das wird von einem rudelchef erwartet: verteidigung, auch auf die gefahr hin, erheblichen schaden zu erleiden. kluge hunde werden daher niemals chef, das erspart so manches :D
scherz beiseite: problem eins ist das herumstehen (und offenbar noch tag für tag an der gleichen stelle), das die hunde geradezu ermuntert, revieransprüche zu stellen. und die umstehenden menschlein als verstärker des wir-gefühls gibts kostenlos dazu. das ist die klassische burg-situation. ihr solltet euch bewegen mit den hunden, wenn die hunde mal runde spielen wollen, kann man kurz stehen bleiben.
punkt zwei, von dir bereits erkannt, ist die gruppendynamik. nicht, dass die anderen für dackelchen im ernstfall in die bresche springen würden (das gibt es zwar, aber eher selten), dackelchen macht auch sicher nicht den fehler, das zu denken, aber aus der situation aus einem spiel heraus (spiel hat immer einen kleinen ernstbezug), dass ihn jedesmal in seiner gottgleichen rolle bestärkt: das macht eben ein bißchen gaga für den moment. adrenalin. dass heißt nun nicht, dass ihr die hundefreunde nicht treffen sollt und sie nicht miteinander spielen sollen, aber aus einer - auch für dackelchen und seine kumpels - kontrollierbareren situation heraus, die beiden seiten eine hunde-adäquate annährung oder auch nicht-annäherung erlaubt.
drittens vermute ich, dass für dackelchen jeweils (von ihm unbemerkt, da in der burg), durch die großen hunde eine grenzüberschreitung (denn eigentlich vermeidet er kontakt ja weiträumig und signalisiert das auch dem gegenüber schon auf großen abstand) oder zumindest eine zu plötzliche grenzüberschreitung stattgefunden hat - seine antwort: aggression. durchaus mittel der wahl bei hunden und nicht ungewöhnlich. daher würde ich gezielt allein mit ihm den freien unbeschränkten kontakt mit größeren hunden suchen - auch wenn ein gewisses meideverhalten kleiner hunde gegenüber großen - aus nachvollziehbaren gründen - normal ist. nicht alle hunde werden - auf die menge gerechnet - seinen abstandswunsch einhalten; allein muss er sich damit auseiandersetzen und hoffentlich eine entspanntere strategie entwickeln als totales meideverhalten und so lernt er vielleicht nach und nach, dass große hunde soweit ganz in ordnung ist - zum spielen wegen böser aua meist etwas ungeeignet (es gibt aber auch sehr vorsichtige, die sich nicht wie elefanten aufführen), aber durchaus auch keine bösen wölfe.

Biene13
08.10.2006, 13:22
Hallo Ihr Beiden
ich danke Euch für Eure schnellen Antworten und will nun eine Rückmeldung geben.
@Deargi
die Hunde mit denen wir zusammen sind haben in etwa die gleiche Größe wie unser Dackel, ein Rüde und eine kleine Hündin, die auch wunderbar miteinander harmonieren.
Es ist leider so, daß die Auslaufwiesen bei uns hier wirklich sehr begrenzt und beengt sind, wenn man die Anzahl der Hunde berücksichtigt, die hier leben.
In dem Park, wo wir dann sind gibt es irgendwie eine Stille Absprache zwischen Groß- und Kleinhundebesitzer. Wir haben uns die Zeiten bisher immer eingeteilt und gesehen, daß wir eine direkte Begegnung meiden.
Aber nun kommt ja die Zeit, wo es abends auch früher dunkel wird und die Zeiten sich immer mehr kreuzen.
Wenn es denn soweit ist, daß es schon nachmittags duster wird, ist es Abends eh vorbei mit dem Herumtollen auf der Wiese, weil man ja auch nix mehr sieht.
@Billi
Wir haben uns bisher immer mit den Wuffis beschäftigt, Verstecken gespielt, Leckerlis suchen lassen, mit ihnen gelaufen, sie auch toben lassen. Wir haben aber immer gesehen, daß sie nicht zu sehr sich selber überlassen sind, weil mir selber nicht gefällt, wenn Hunde toben und die Halter stehen dabei und unterhalten sich.
Ich seh es auch wie Du, daß unser Kampfdackel meint, der Park sei sein Revier, zumal der Park noch nicht mal 5 Minuten von unserem zu Hause weg liegt. (Könnt ihn theoretisch alleine da hin schicken;) ;) )
Es ist auch nicht so, daß er nur negative Erfahrungen mit großen Hunden gemacht hat. Da kommt immer mal Ronja (Staff-Mix), riesengroß, die ganz vorsichtig mit den kleinen Hunden spielt, oder Sina, eine Schäferhünden, die unser ebenfalls heiß und innig liebt.
Ich werde auf jeden Fall dran bleiben und sehen, daß unser Lütter auch weiterhin den Kontakt zu großen hält und er merkt, daß nicht alle Großen gleich zu stellen sind mit "Aua", wie Du schon gesagt hast.

Ich dank Euch für Eure Antworten und wünsch Euch einen schönen Sonntag.

LG Biene13

rondra
10.10.2006, 01:49
Hi,

kann es sein, dass dein Hund nur Sozialkontakte hat zu Hunden die er kennt? Es lässt so ein bisschen den Schluß zu, da du schreibst, dass es Absprachen mit anderen Hundehaltern gibt, damit keine fremden Hunde dazukommen.
Ich denke es ist auf jedenfall wichtig, dass ein Hund regelmässig kontakt auch zu anderen Hunden hat. Verschiedene Rassen, verschiedene Grössen...
Warum soll sein Hund denn nicht mit großen Hunden spielen? Ich denke schon, dass es wichtig ist für das Sozialverhalten.

Mit Schleppleine oder ähnliches würde ich meinen Wuffi niemals spielen lassen ( Auch nicht wenn ein anderer Hund eine Schleppleine um hat). Wenn es dann mal zu Verhedderung kommt, ist eine beisserei vorprogrammiert, da alle Hunde in Panik kommen, wenn die sich in der Leine verheddern. Ich lasse unsere möglichst auch nur ohne Halsband oder Geschirr spielen. Wir hatten einmal eine Verhedderung in einem nicht festgestellten Kettenhalsband seitdem ist es verboten auf dem HP. Auch gab es schon vorfälle, wo ein Hund mit der Pfote unterm Geschirr hängen geblieben ist. Daher lieber ohne oder gar nicht.

Auf keinen Fall würde ich den Kontakt zu der Spielgruppe abbrechen und den Hund nicht mehr spielen lassen. Dann kann die Aggression noch stärker werden. Aber ich würde mit ihm aufjedenfall üben mit großen Hunden zu spielen. Mit Leckerlis in einer Gruppe suchen zu lassen muß man echt vorsichtig sein. Ebenso, wenn man einen Ball ins Spiel bringt. Dafür muß es schon eine starke Gruppe sein und gut sozialisierte Hunde. Da darf kein Neid aufkommen.

Ich würde eher sagen, dass du unbedingt Sozialkontakte üben solltest. Vorsichtshalber aber ein Eimer kaltes Wasser immer dabei stellen. Wenn er dann doch mal nicht abrufbar auf einen Hund zurennt, eine kalte dusche verpassen. Möglichst bevor er den anderen Hund erreicht. - Aber meist ist man ja in eine ungünstige Position. Bei uns hat sich für solche Fälle wärend der Pubertät Wasserpistolen bewährt.

Viel Erfolg und schönen Gruß
Rondra

Deargi
10.10.2006, 09:39
Hallo an alle,

in der Hundeschule, haben sie auch immer alle mit Schleppleine spielen lassen und das im Wald. Es ist nie jemand mit der Leine an einem anderem Hund oder einem Baum bzw. Strauch hängengeblieben. Die Hunde haben allerdings auch nur Fangen gespielt, sind also nur hintereinander hergelaufen, da ist das Risiko denke deutlich kleiner. :rolleyes: Desewegen hab ich auch nach den Spielgewohnheiten des Dackelchens gefragt!!!