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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aggressive oder unsicher?



Deargi
24.09.2006, 20:32
Hallo liebe Verhaltensfachleute,
ich bin mir über ein Verhalten meines Hundes unsicher. Wenn mein Hund auf andere Hunde zuläuft, verlangsamt er sein Tempo und duckt sich etwas. Den Kopf hält er tiefer, etwa in gleicher höhe wie den Körper, hat etwas Ähnlichkeit mit dem Vorstehen von Jagdhunden (macht er übrigens auch bei Wildkontakt). Der Schwanz wir in ca. 45° in der oberen Hälfte getragen (normal: steil nach oben). Wenn wir dann den Hund treffen, ist er freundlich und macht sich grooooß. (okay halt etwas Imponiergehabe) oder der andere Hunde geht an uns vorbei und meiner springt ihm im vorbeigehen knurrend an den Hals. (hat aber ne Vorgeschichte, wurde schon mehrfach von DSH- Rüden gebissen, auf welche er nun mit "Angriff ist die beste Verteidigung" losgeht). Mir geht es um die etwas geduckte Haltung wenn wir auf andere Hunde zugehen. Was soll das heißen?
Ist es mehr Unsicherheit (etwa "ich tue nix") oder macht er sich schon auf den Sprung um eventuell anzugreifen???

zipfelhut
24.09.2006, 22:38
Hallo.
Du interpretierst das Verhalten vollkommen richtig. Das Anschleichen und Fixieren des entgegenkommenden Hundes dient dazu, die Angst Deines Hundes zu kaschieren. Mein Schäferhund hat das auch immer so gemacht. Das sieht immer tierisch gefährlich aus (besonders für den Besitzer des anderen Hundes) und das soll es auch. Die Botschaft ist in der Tat in etwa "Schau mich an, versuch es gar nicht erst... Wehe, du tust mir was, ich versuche, die Situation unter Kontrolle zu halten, weil ich eigentlich ganz schön Angst hab." Es ist auch ein Verhalten, was der Hund mit jeder Begegnung übt und festigt, da er damit sehr oft den anderen (harmlosen) Hund dazu bringt, defensive Signale bzw. Beschwichtigungssignale zu zeigen. Läßt sich der Entgegenkommende allerdings nicht beeindrucken und startet seinerseits zum seiner Meinung nach berechtigten "Gegenangriff", festigt und bestätigt das dummerweise die Angst Deines Hundes und verstärkt das Imponier- und Fixiergebaren unter Umständen sogar noch. Du kannst an dem Verhalten selbst eigentlich nicht viel ändern, aber Du kannst ihm helfen, sein Sozialverhalten (wieder) zu stabilisieren, indem Du häufige Hundebegegnungen/Spielrunden mit wirklich coolen, souveränen Gemütshunden organisierst, also solchen, die sich von seinem Verhalten nicht in die Flucht schlagen und sich auch nicht dominieren lassen, sondern ihn am besten regelrecht ignorieren, ohne ihn dabei zu dominieren. Viele Molosser zeigen solch ein Gemüt, es kann auch ein älterer Hund sein, der so reagiert. Versuche, so gut es geht, dafür zu sorgen, daß er möglichst nicht in ernste Prügeleien (dazu muß nicht unbedingt Blut fließen) verwickelt wird, also von einem eventuell durch sein Imponierverhalten provozierten Hund "zurechtgeprügelt" wird. Am besten also immer verbal mit dem Besitzer klären, wie dessen Hund reagieren wird. Viel Erfolg! Franzi

rondra
24.09.2006, 23:12
Hi,
ich schließe mich Zipfelhuts Meinung an. Vielleicht noch wichtig, wie stehen die Ohren? Nach vorn, senkrecht oder eher etwas nach hinten? Daran kann man auch noch festmachen ob der Hund eher agressiv aus Verunsicherung bzw. Angst ist, oder eher Dominant Agressiv.

Ich denke auch, dass es wichtig ist mit deinem Hund zu trainieren an Fremden Hunden vorbeizulaufen. Übe solange, bis er erkennt das nichts passiert und er entspannt vorbeiläuft.

Er muß wissen, dass nicht er die Situation im Griff kriegen mußt, sondern das du die Situation regelst.
Immer wieder Situationen suchen mit fremden Hunden. Den Abstand aber erst verkleinern, wenn er im größeren Abstand sicher wird. Aus meiner Erfahrung ist es am einfachsten, wenn man im Zickzack übt, damit er nicht soviel Zeit hat zum fixieren. Wenn man direkt läuft ist die Fixierzeit sehr lang. Kreuzt du den Weg kannst du dem Hund besser zeigen, dass du die Situation steuerst.
Er sollte möglichst den anderen Hund nicht bedrohen ( fixieren), damit erst gar keiner zum Rangordungskampf auffordert.
Wenn dein Hund sich dir im Weg stellt, damit er besser fixieren kann ( Situation Fremder Hund rechts von dir, dein Hund links bei-Fuß), rempel in ruhig mit dem Knie leicht an, oder drücke in rum, denn er soll auf dich achten, du bestimmst den Weg. ( Dazu mußt du dir aber sichersein, dass bei euch in der Rangfolge sonst alles stimmt).

Viel Erfolg beim Training und beim Vertrauensaufbau,
Gruß
Rondra

Deargi
25.09.2006, 10:48
Dankeschön für eure Antworten, hier kommen meine auf eure Fragen:

Er ist ja Schlappohrenträger meistens sind sie aufmerksam nach vorn gerichtet. In sehr, sehr seltenen Fällen, meist wenn der Hund auf ihn zugerannt kommen wackelt ein, oder auch mal beide Ohren von nach vorn zu unsicher angelegt nach hinten, wieder nach vorn,...
Wenn wir am Hund angekommen sind ist er meistens freundlich oder es ist ein DSH-Rüde (oder ähnliches, z.b. DSH-Mixe), er macht sich natürlich groß, aber wedelt wie verückt mit dem Schwanz.

Ach was mir auch noch aufgefallen ist, seit den Beißattacken spielt er unterwegs mit keinem Hund mehr, dann müssen wir uns in unserem Grundstück treffen, dann spielt er auch.

Das langsame gehen zeigt er auch mit ihm bekannten Hunden, aber in abgeschwächter Form, sogar bei seiner Lieblingshündin (eine 9 jährige Westie-Dame).

Er läuft hinter mir, leicht versetzt. Mit Lieblingsfeind rechts, mein Hund links "Fuss" hat er mir schon mal vor Wut in MEIN Bein gebissen, zu einem Blauen Fleck hats gereicht. Seitdem machen wir etwas größere Bögen um ihn.

sina2
27.09.2006, 18:52
hab ich den letzten satz richtig verstanden? dein hund hat AUS VERSEHEN dich gebissen???? oder hab ichs falsch verstanden.
ich muss sagen, ich bin bei diesen 'mein-armer-hund-wurde-einmal-gebissen-und-ist-jetzt-völlig-traumatisiert'-geschichten immer etwas skeptisch. deine beschreibung klingt für mich eher, als würde dein süßer versuchen, ziemlich den macker zu spielen, ducrh 'psychologisiserung' kann man das zwar entschuldigen.....hilt aber nicht gerade weiter.
aufgerichtete körperhatung kann auch MIT schwanzwedeln dominanz zeigen.

Pafil
28.09.2006, 10:49
Hallo Deargie,

Kommt mir etwas bekannt vor Deine Geschichte,hab zur Zeit auch so ein Gaffer an der Leine,hab ich lange geübt und lange mitgegafft.Mittlerweile hat das Shema es werden nur Rüden angegafft (bei Mädles wird gejammert),wobei er sehr selbstsicher Rüden keinen Blick würdigt und Unterwürfige auch nicht.
Hab so das Gefühl er muß ausprobieren wo er steht. Wie alt ist den Dein Hund ?
Kann es sein ,dass das viele Hunde in bestimmten Alterstufen einfach abklären müßen?sorry bin kein Profi.
Ich hab meinem Wuff erst mal ein Halti angezogen ( Fraule ist sich dann sicherer,naja Faktor Mensch gibts halt auch noch) wenn er starrt sag ich" laß es" und mittlerweile schaut er mich dann immer an ,dann gibts Looob und oft Lecker, wenn nicht umdrehen wortlos.Das klappt ganz gut,ich weiß eigentlich muß das wortlos gehen meinen viele Profis aber ich denk es muß jeder seinen Weg finden und überzeugt auftreten...
Ich drück Dir die Daumen,dass du da wieder rausfindest...Gruß

Deargi
28.09.2006, 13:05
:cu: Hallo Sina2,
er wurde schon 7x von verschieden Schäferhunden, welche aus der Ferne direkt auf ihn zugrast kamen gebissen, also nich mit "einmaliges Erlebnis = Taruma".
Und das mit dem ins Bein beißen: Er knurrte in Richtung des anderen Hundes und ich hab ihn versuch mit dem Bein wieder auf kurs zu schubsen...

:cu: Hallo Pafil,
das mit dem Halti ist prinzipiel eine gute Idee, aber ich möchte ihn ja möglichst oft freilaufen lassen und mit Halti finde ich das keine gute Idee. Oder ich müsste es ihn erst anziehen wenn der DSH kommt, auch umstänlich... Oder ich führe ihn die ganze Zeit am Halti, da ich aber nicht sagen kann ob und wann wir den Hund treffen, müsste er ja jeden Spaziergang an kurzer Leine machen...:(

Inge1810
28.09.2006, 14:24
Hallo Deargi,

ich bin ziemlich erschrocken über:


. Mit Lieblingsfeind rechts, mein Hund links "Fuss" hat er mir schon mal vor Wut in MEIN Bein gebissen, zu einem Blauen Fleck hats gereicht. Seitdem machen wir etwas größere Bögen um ihn.

Ist Dir klar, dass er aus Wut auf DICH gebissen hat? Hunde können Maul und Zähne mit so einer Präzision einsetzen, dass ich nicht an eine mögliche "aus Versehen hat er dann mich gebissen Variante" glauben würde. Er hat Dir klar zu verstehen gegeben "und DU hältst Dich da raus, das ist MEIN Lieblingsfeind und darum gehört er MIR ALLEIN!!!!"

Stell Dir vor, ich stehe neben Dir, rege mich auf, weil mich irgendjemand falsch angeschaut hat. Du sagst ein Wort in meine Richtung, zack hol ich aus und verpass Dir ein blaues Auge. Würdest Du es auch so locker hinnehmen und entschuldigen? Ich war halt grad wütend auf den Falschgucker.... :?:

Ganz ehrlich, ich würde ein paar Einzelstunden bei einem guten Hundetrainer nehmen, der sich das Ganze mal live anschaut und kommentiert, also Dir genau übersetzt, was Du Deinem Hund signalisierst und was er Dir antwortet.

Ich wünsch Euch viel Erfolg! :cu:

rondra
28.09.2006, 22:52
hm, ich denke leider auch, dass du das Verhalten von deinem Hund vielleicht etwas falsch interpretierst.

Schwanzwedel hat verschiedenen Bedeutungen. In diesem Fall denke ich nicht das es sich um eine Beschwichtigungsgeste handelt, sondern um seine Duftmarken zu verteilen. Nach dem Motto: Das ist mein Revier, riechst du mich?

Wenn er von 7 verschiedenen Schäferhunden gebissen wurde, kann ich mir schwer vorstellen, dass es an den Schäferhunden lag. Die Hunde waren ja unabhängig von einander und 7 psychisch gestörte Schäferhunde nacheinander, die einfach andere Hunde anfallen? Klingt eher so, als ob dein Hund andere Hunde zum Kampf provoziert. Im Normalfall fängt der Hund ja Unterwürfigkeits- und Freudschaftsgesten zu zeigen. Da denke ich mal provoziert dein Hund lieber und zwar nicht erst jetzt, sonder auch in den Situationen wo es zur Beisserei kam. Dann in den seltensten Fällen ist es so, dass nur ein Hund eine an einer Beisserei Schuld ist. Da gehören normalerweise 2 dazu, wenn es sich nicht um irgendwelchen Mißverständnisse handelt. Und 7x ist denke ich ziemlich eindeutig.

Das dein Hund dich korrigieren wollte ( bzw. auch hat), da du nicht so wolltest wie er ist höchst bedenklich. Da mußt du dringend dran arbeiten, dass es nicht noch schlimmer wird und dein Hund komplett die Kontrolle übernimmt.
Da sehe ich es wie Inge1810. Da mußt du denke ich recht schnell dran arbeiten.

Das Halti ist zum trainieren. Deshalb kann dein Hund ruhig auch auf einer Wiese, wo keine anderen Hunde sind, freilaufen. Beim Spatzierengehen, wo man auf andere Hunde trifft gilt grundsätzlich: Hund an die Leine!
Mit dem Halti kannst du sein Blickfeld lenken, dass er nicht zum provozieren ( fixieren) kommt.
Allerdings würde ich es an deiner Stelle nur mit erfahrenen Hundetrainern ausprobieren, damit dein Hund dich nicht wieder beisst, da das Halti eine starke Einschränkung in sein Rudelführerleben dastellt. Das könnte sein, dass er es nicht so locker hinnimmt.

Wie alt ist denn dein Hund und seit wann hast du ihn?

gruß
Rondra

Deargi
29.09.2006, 11:44
Hallo an alle,:cu:

ich denke nicht, dass jeder Vorfall außnahmslos an meinem Hund lag, deshalb werde ich etwas genauer erzählen müssen:
Mein Hund ist 4,5 Jahre alt. Wir haben ihn mit 4 Monaten bekommen und mit 5 Monaten, wurde er das erste Mal gebissen.

1. Vorfall: Mein Hund und ich waren auf dem Heimweg von der Hunderunde. Ein Familie mit freilaufenden Schäferhundrüden näherte sich von hinten. Da ich meinem Hunde gerade beibringen wollte, dass er nicht zu jedem Hund den er sieht sofort hin kann, lief ich weiter und versuchte seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Doch er hat nur spielen, spielen, spielen im Kopf. Das DSH-Herrchen meinte wir sollen an die Seite gehen und er würde dann überholen. (Ich war zusammen mit meiner Oma unterwegs, da ging es nicht ganz so schnell) Gut haben wir gemacht. Mein Hund kratzte sich am Ohr als sich der Schäferhund, der eigentlich schon eine Hundelänge an uns vorbei war umdrehte und meinen Hund in die Seite biss. Das Herrchen trat seinen Hund darauf mehrfach heftig in die Seite, worauf sein Rüden eingeschüchtert die „Bei Fuß“- Position einnahm. Mein Hund zitterte wie Espenlaub und lief den restlichen Weg mit eingezogenen Schwanz nach Hause.
2. Vorfall: Mein Hund kennt einen DSH seit dieser 3 Monate alt war. Seit dieser Zeit spielten sie auch mindesten 2x täglich miteinander. Eines Tages gerieten sie irgendwie an einen Weidezaun, beim spielen, auf welchen aber (laut Besitzer) keine Strom war. Irgendwie müssen sich beide, oder zumindest einer von beiden aber so erschrocken haben, dass sie jeweils dachten der andere hätte sie gebissen. Und so gerieten sie an einander. Mit ein paar Löchern in den Backen ging es jedoch glimpflich aus, da beide auch schnell wieder getrennt werden konnten.
3. Vorfall: selber DSH-Rüde. Nach ein paar misstrausischen Spieltagen der beiden hatte sich das Verhältnis untereinander wieder beruhigt und beide spielten schon seit mehreren Monaten wieder friedlich miteinander. Aus dem Spiel wurde jedoch plötzlich Ernst und beide hatten sich so in einander verbissen, dass keiner mehr loslassen wollte. Nach diesem Vorfall spielten sie zwar nicht mehr miteinander, aber sie kamen miteinander aus. Nach weiteren 6 Monaten, es war mitlerweile Januar wollte uns der DSH- Besitzer zeigen wie toll sein Hund Schneebälle findet. Aus Erfahrung weiß ich, dass mein Hund Schneebälle verteidigt (ich spiele auch so mit ihm, und er weiß ja nicht von wem „sein“ Spielzeug (Schneeball) kam) und riet den DSH-Besitzer des lieben Friedenswillen davon ab. Aber da flog der Schneeball auch schon hoch durch die Luft. Beide stürmten Richtung Landeplatz und schon Krachte es wieder. Nun trug mein Hund eine tiefe Verletzung im Nackenbereich davon. Seit dem Tag geht mein Hund auf diesen Hund knurrend zu. Wenn wir vorbei sind würdigt er ihn aber keines Wortes.
4. Vorfall: Es war ein regnerischer Tag. Und den einzigen Lichtblick nutzten wir für eine Hunderunde. Wir liefen mit zwei befreundeten Hunden einen Feldweg entlang. Da trafen wir auf einen DSH-Rüden (Wir wohnen hier auf dem Dorf und die meisten Leute die Hunde halten, haben eben Schäferhunde), welcher frei lief. Ich leinte meinen an, welcher schon in Kampfstellung ging (leicht geduckt, Hund fixierend, zitternder Schwanz) und bat den Schäferhundbesitzer sein Tier ebenfalls anzuleinen, was dieser allerdings nicht für nötig hielt. Der Rüde begrüßte unser zwei Begleithund und lief an meinem vorbei und schnappte im vorbeigehen nach ihm. Meiner schaute mit ängstlichen Blick von ihm weg. Das wiederholte sich als der DSH wieder hinter meinem Hund wendete und zurück lief. Dann kam er noch mal vorbei und wollte wieder schnappen diesmal wollte sich mein Hund wehren und flog knurren Richtung Hals des Hundes. Ich zog ich mit einer schnellen Bewegung weg. Der DSH- Rüde drehte sich um, stürzte ich auf meinen Hund und meiner lag sofort unter ihm. Als der Besitzer ihn wegreißen wollte, wurde er von seinem eigenem Hund in die Hand gebissen und ließ diesen daraufhin wieder los. Meiner war noch gar nicht aufgestanden schon sprang der Rüde wieder auf ihn drauf. Über das geackerte Feld wollten wir erst ausweichen, aber da man da bis zu 20 cm in den durch Dauerregen aufgeweichten Boden einsank, war da auch kein vorankommen. Als wir zu hause an kamen, untersuchte ich meinen Hund noch einmal gründlich. Als ich ihn am Kopf berührte schreite er vor Schmerzen auf. Und ich entdeckte zwei dunkelrot blutunterlaufene Augen. Er bekam noch am selben Tag von TA ein Schmerzmittel und er war entsetzt über die Verletzung.
5. Vorfall: Eine heiße Hündin gab es im Dorf… Ein sehr großer DSH- Rüde aus dem Nachbardorf kam mit seiner Besitzerin den Weg entlang, war aber noch weit weg. Wir bogen vorsichtshalber über die Felder ab, obwohl der Rüde bisher immer freundlich war, meiner aber sonst schon von weiten knurrte. Und wenn einen heiße Hündin im Spiel ist…. Der Schäferhund lief immer schneller mit gesenkter Nasen in unsere Richtung. Das Frauchen rief, Hundi „überhörte“ es. Plötzlich stand er vor uns. Die Besitzerin noch fast 400m weit weg. Mein Hund knurrte, damit er den Rüden nicht fixieren oder beißen konnte, hielt ihn hinter meinem Rücken fest. So standen wir eine ganze Weile, bis sich die Besitzerin näherte… Der Schäferhund stellte die Nackenhaare auf und biß zu. Er schüttelte meinen Hund wie ein Kaninchen und ich dachte schon jetzt isses aus. :0( Da kam die Besitzerin und konnte ihn endlich packen. Mein Hund blieb gottseidank unverletzt.
6. Vorfall: Eine Weggabelung. Von weiten ist ein mir fremder DSH-Labrador-Mix zu sehen. Ich will auf den anderen Weg ausweichen, denn ich weiß ja was abgeht, wenn er meinem Hunde zu nahe kommt. Der Rüde kommt mit riesigen Sätzen angrannt (laut besitzer 45 kg schwer, mit mindestens 200m Schwung) rennt der mich über den Haufen, ich fliege durch die Luft und er packt sich meinen Hund. Ergebnis: Hund hatte kleinere Beißverletzungen. Ich lag 14 Tage mit einem gebrochenen, voll Blut gelaufenem Knie im Krankenhaus und konnte die erste Nacht vor Schmerzen nicht schlafen. Jetzt hab ich manchmal richtig Panik, wenn so ein großer Hund auf uns zugestürmt kommt. Obwohl es schon besser geworden ist, überträgt sich die Angst sicher auf meinen Hund.
7. Vorfall: Eine Border Collie Hündin in unserem Dorf wurde (wie sollte es auch anderes sein) von einem der vielen DSH-Rüden gedeckt. :love: 1 Rüdenwelpe aus dem Wurf wurde behalten. Danach wurde die Hündin sterilisiert. Mein Hund kannte beide und spielte oft mit ihnen. Als der Rüde 2 Jahre alt war und die Hündin das 3. Mal läufig, kamen die Hunde mit Besitzer frei am Fahrrad. Ich nahm meinen an die Leine, da er ja nicht kastriert ist. Schon von weitem beschläunigt der junge Rüde und packt meinen. Konnten beide ohne Blessuren getrennt werden. Er hat sicherlich nur „seine“ Hündin (in dem Fall auch Mutter) verteidigt. Aber trozdem war das Erlebnis für uns beide nicht hilfreich…

Das ist aus meiner Sicht geschrieben, und deshalb sehr subjektiv. Aber ich muss dazu sagen, das es hier einige Rüden gibt die echt verhaltensauffällig sind.
DANKE fürs lesen des langen Textes. :bl:

Freundliche Grüße, Deargi

Pafil
29.09.2006, 13:07
Hallo Deargie,
ich bewundere Dich,dass Du die Nerven hast überhaupt noch rauszugehen.

Ich glaube Dir da nützt auch kein Halti wenn ihr von der Ferne angegriffen werdet.
Gibt es bei Euch keine Hundeschule würd sich ja echt lohnen...........

Grüße und viel Kraft.........

Deargi
29.09.2006, 15:33
Diese 7 Vorfälle verteilen sich ja auf 4 Jahre und es ist nicht so, das wir jeden Tag angegriffen werden... :D

Zum Thema HS: bei uns gibt es 2 Stück. Der eine Trainer hat es bei uns aufgegeben. Er empfahl uns nach 12 Monaten eine anderen HS aufzusuchen. Die zweite Hundeschule arbeitet mit Leinenruck am Kettenwürger auf Zug. Was meinen aber nicht zu "stören" schien. Der Tainer meine ich mache es nicht richtig, so nahm er die Sache selbst in die Hand. Mein Hund flog durch die Luft und ich "flog" Richtung Auto, ab nach hause... In der HS waren wir auch fast 6 Monate aber da waren die Trainingsmethoden auch noch nicht so extrem... außerdem wurde mein Hund da mehrfach von der selben Staff-Dame attakiert die dann natürlich von alleine nicht wieder losließ und sollange vom Trainer mit der Kette gewürgt wurde bis sie zum Luftholen loslassen musste. Wie ich später erfuhr muss sie sich fast jedes mal dort in einen Hund verbeißen... damit war die HS auch gestoreben. Kleinstadthundeschulen halt.

Du hast nicht zufällig einen Tip wie ich nun an solchen Hunden (kleine Hunde so bis ca. 48 cm die können ihn Richtig gifftig angehen, denen macht er nix und ist immer freundlich, vielleicht nimmt er sie auch nicht ernst) vorbeigehen soll??:?:

Deargi
29.09.2006, 15:37
Ach ja, damals wusste ich noch nicht wie gefährlich für den Hund so ein extremer Leinenruck sein kann. Und was mich noch störte mein Hund musste in der HS mit der Staff-Dame immer an die SL die Staffhündin durfte prinzipiell freilaufen...

Deargi
29.09.2006, 15:55
Und noch was, ich kann meinen Hund inzwischen sehr gut verstehen, wenn er jetzt die Führung übernimmt, denn ich kann und konnte rein garnix machen, als wir angegriffen wurden. Ich kann auch nicht meinen Hund anbinden und den anderen festhalten, der zieht mich um bin bloß 1.60cm

Pafil
29.09.2006, 22:08
Kann ich gut verstehen, HS ist leider nicht gleich HS.Hab ich leider auch schon ein paar durch,weil ich dachte da lern ich noch dazu...ich kenn die schon auch Leinenrucker auf den Bodenschmeißer und was es da alles gibt.Denen folgt der Hund dann immer feiwillig oder???? Ha.
Mittlerweile bin ich in einer HS (wieder weil mein Süßer grad viele Rüden anmacht war auch schon mit einem Bein in einr keilerei) da schaut die Trainerin schon nicht so grantig drein,total entspannte HS.
Was die Kleinhunde angeht,sorry, aber davon versuch ich mich auch verzuhalten vorallem von denen an der Flexie ( der tut nix,wurde schon mehrfach verfolgt),wurde letztens von einem im Straßenkaffee belästigt,meiner mit Halti neben dem Tisch, der Halter kam ne 1/2 Std später.Die Dame zwei Tische weiter hatte vor lauter Panik ihrn naßen dreckigen Hund auf den Schoß genommen der Kleine kläffend unterm Tisch der naße Große auf dem Schoß war irre glaub mir ....aber manche Leut haben alle freiheiten auf dieser Welt ebenso deren Hunde.

Take it easy...
Grüße

Deargi
30.09.2006, 09:51
Kleine Hunde sind meist schwieriger zu erziehen, muss ich sagen. Beim Loben muss man sich erst bücken, da vergehen wertvolle Sekunden außerdem ist es unvermeidlich sich dabei drüber zu beugen. Weiterhin lassen sich kleine Hunde auch über Futter weniger Motivieren aufgrund des geringeren Energiebedürfnisses. Und viele kleine Hunde (grade Terrier) haben ein Selbstbewusstsein das einem Elefanten gleich lommt. Mit Kleinhundebesitzern hatte ich auch schon meine Probleme, aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht mach ich später mal einen Thread dazu auf.

Aber wir üben jetzt mit Halti. 10 m Abstand an dem Hund vorbei, der mich über den Haufen gerannt hatte. Etwas gebocke, aber dann hat er mich Angeschaut.