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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Probleme mit Zweithund



Gunilla
10.09.2006, 17:01
Hallo!

Mein Bruder hat einen lammfrommen, überhaupt nicht dominanten, sehr gut erzogenen und einfach nur tollen Flat Coated Retriever (Da spricht der Neid...). Henry ist ein fast sieben Jahre alter Rüde, der aus gesundehitlichen Gründen mit etwa 3 Jahren kastriert wurde. Er verträgt sich mit allen Hunden -egal ob männlich, weiblich, kastriert oder unkastriert.

Das Problem: Er hat seit dem Welpenalter eine Hundefreundin, die er bisher immer täglich zum Spielen getroffen hat. Die Hündin ist unkastriert und ein richtiges Alphaweibchen. Die Halter der Hündin haben sich vor ein paar Wochen jetzt einen Zweithund (unkastrierter Rüde, 1 Jahr, Doggen-Riesenschnauzer-Mix, also seeehr groß) zugelegt, der eigentlich ein ähnliches "Schaf" wie der Hund meines Bruders ist.
Der Hund meines Bruders verträgt sich immer noch super mit der Hündin, aber eben nicht so wirklich mit dem neuen Rüden. Er unterwirft sich dem unkastrierten Rüden und lässt sich von oben bis unten beschnuppern, ist dann aber immer wieder sehr agressiv und will auf den neuen Hund losgehen. Gestern hat der Hund meines Bruders leider den anderen mit dem Reißzahn an der Lefze erwischt.
Der "neue" Hund ist bisher relativ freundlich auf den Hund meines Bruders zugegangen, hat sich aber nicht unterworfen und beschnuppern lassen. Der Hund meines Bruders hatte bisher immer die offensivere Rolle.

Was meint Ihr dazu?
Es handelt sich jawohl eindeutig um ein Rangordnungsproblem. Meint Ihr, dass sich das irgendwie lösen lässt? Es wäre ja sehr schade, wenn der Hund meines Bruders seine beste Freundin nicht mehr zum Spielen treffen könnte.
Glaubt Ihr, dass es etwas bringen würde, die zwei Rüden sich ohne die Hündin kennenlernen zu lassen, so dass die beiden auf völlig neutralem Terrain ihre Rangordnung "klären" können? (Hiervon halte ich ja irgendwie nicht so viel.)
Ist es realistisch, dass der Hund meines Bruders die Nummer Zwei (nach der Hündin) bleiben kann, obwohl der Neue bei der Hündin wohnt?

Mein Bruder hat sich mit seinem Problem an mich gewandt, aber ich hatte bisher nie Rangordnungsprobleme mit meinen Hunden und bin auch nicht die Hundeexpertin. Wäre schön, wenn Ihr ein paar Tipps oder Meinungen geben könntet!
Vielen Dank schonmal!

Juni
10.09.2006, 22:07
Hallo Gunilla,

die Idee, die beiden Rüden mal ohne Hündin miteinander laufen zu lassen, finde ich gar nicht schlecht. Es ist gut vorstellbar, dass die beiden dann besser miteinander klar kommen, da es durchaus möglich ist, dass in Anwesenheit der Hündin beide Besitzansprüche anmelden.

Doch auch wenn das klappt, ist es noch keine Garantie dafür, dass das Dreiergespann zukünftig konfliktfrei funktionieren wird. Drei sind meistens einer zuviel, und das gibt auch bei an sich verträglichen Hunden öfter Probleme. Der neue Gefährte der Hündin ist, wenn man Größe und beteiligte Rassen betrachtet, noch ein Junghund und verhält sich derzeit auch noch entsprechend. Das wird aber mit Sicherheit nicht so bleiben, wenn er älter wird.

Nun finde ich eine Risswunde an der Lefze allerdings auch kein großes Unglück. Wäre ich beteiligt, würde ich einfach ausprobieren, ob sich das Rudel nicht in absehbarer Zeit von selbst neu ordnet. Die Spielregeln kennen offensichtlich ja alle.

Schöne Grüße,
Juni