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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schuppern, schnuppern und nochmals schnuppern



Deargi
09.09.2006, 13:32
Hallo liebe Forianer,
ich bin neu hier und komme sogleich mit einer Frage an :D

Mein Hund ist seit je her sehr an Bodenwitterung interessiert. Besonders "Pfützelstellen" anderer Hunde interessieren ihn sehr. Bis hierhin alles normal. Jetzt kommt das ABER, mein Hund wächst sozusagen an diesen Stellen fest. Er schnuppert bis zu 5 Minuten an einer Stelle und 5 Meter weiter geht das gleiche von vorn los. Wenn wir eine Stelle verpasst haben, zieht er die Notbremse (es entstehen richtige Bremsspuren im Boden durch die Krallen) und läuft zurück. Wenn es mir zu lange dauert bis er die Stelle "durchgefiltert" hat rufe ich ihn und wenn er nicht kommt ziehe ich ihn weiter. Dann stämmt er sich erst recht rückwärts in die Leine, schaut mich böse von unten an und knurrt manchmal bis er endlich dahin gepieselt hat. Wenn er das macht ziehe ich ihn erst recht weiter. Es kann ja nicht sein, dass er mit knurren versucht seinen Willen durchzusetzen :sn:.
Das Problem haben wir nur wenn er an der Leine ist, im Freilauf kommt er von allein hinterher und schnuppert auch nicht so ausdauernd. Nur leider kann er ja dank häufiger Orts Leinenzwang nicht immer freilaufen.

Ach ja: heiße Hündinen sind nicht in der Nähe.

Durch häufiges lesen in diesem Forum weiß ich das ihr ein paar mehr Daten braucht. Dehalb zu meinem Hund:
Rasse: Welsh Terrier
Alter: 4,5 Jahre
Gassi: 2-4 x pro Tage zw. 1-2 Stunden
Sonstiges: nicht kastriert, kein veränderten Umweltbedingungen (Futter, Wohnung, etc.), anderen großen Hunden gegenüber dominant bis aggressiv (wurde mehrfach von großen Rüden gebissen, seitdem nicht mehr so gut auf die zu sprechen), mit kleinen Hunden jeden Geschlechts :love: ,...)

Falls ihr noch mehr Infos braucht, einfach nachfragen...:cu:

Bis dahin,
Deargi

Juni
09.09.2006, 13:52
Hallo Deargi,

das klingt so, als wärst du prima leinenführig :D . Dein Hund bestimmt Verweildauer, Tempo und Richtung, wenn er dich an der Leine hat, und du hast ihn offenbar bisher gut bedient. Ich vermute mal, das Ganze hat seine Ursachen darin, dass der Hund halt nicht immer von der Leine kann und du ihm auch an der Leine Schnüffeln erlauben möchtest. Das ist grundsätzlich auch okay, aber es scheint so, als würde dein Vierbeiner seine (von ihm so wahrgenommenen) Rechte etwas zu sehr auszuweiten.

Für diese Theorie spricht, dass er dir prompt hinterher kommst, wenn du tatsächlich FÜHRST, indem du nämlich beim Freilauf einfach weiter gehst. An der Leine überlässt du ihm die Führung - und die übernimmt er dann eben auch.

Ich würde zu einem gesunden Mittelmaß raten: So oft der Hund frei laufen kann, sollte er das auch dürfen. Du solltest ihn dann möglichst nicht rufen und nicht auf ihn warten, sondern zügig weiter deines Weges gehen. Folgt er dir schnell, kannst du ihm ruhig immer mal wieder mit ein paar freundlichen Worten sagen, dass dieses Verhalten ganz prima ist. Du solltest aber nicht jedesmal loben und vor allem nicht dabei übertreiben, sonst verpufft die Wirkung.

An der Leine entscheidest künftig DU, wann, wo und wie lange geschnüffelt wird. Mach dir keine Sorgen um die Bremsspuren: Es wird nicht lange dauern, und der heftige Widerstand wird sich deutlich mildern. Bis dahin ist es an dir, dich einfach durchzusetzen. Damit es für den Hund verständlich wird, kannst du dir angewöhnen, dann wenn du weitergehen möchtest, "komm mit" (oder sonstwas) zu sagen, und dann auch entschlossen mit ihm weitergehen (Hinterherziehen inbegriffen). Solange du nichts sagst, darf er schnüffeln. Insgesamt würde ich aber dazu raten, vor allem in den nächsten 2 Wochen diese "Schnüffelorgien" drastisch einzuschränken.

Schöne Grüße,
Juni

Deargi
09.09.2006, 14:11
Dankeschön Juni,
sowas ähnlich hab ich mir schon gedacht, nur weiß ich nich wo ich das vernünftige Mittelmaß ansetzen soll.
Ich versuchs mal folgendermaßen: Bekanntlich sind ja alle Wegkreuzung nahezu perfekt zum Markieren und Schnuppern, das werd ich ihn gewähren lassen. Auf gerader Strecke ist Schnuppern ab sofort tabu :tu: !!!

Grüße von Deargi

Juni
09.09.2006, 14:15
Hallo Deargi,

der Ansatz ist schon mal nicht schlecht, ich würde aber noch einen Schritt weitergehen und nicht JEDE Wegkreuzung zulassen. DU bestimmst, was an der Leine passiert - und du erlaubst mal eine Kreuzung zu untersuchen und mal nicht. Ausgeprägtes Markierverhalten ist immer Teil eines Gesamtverhaltens und besagt auch etwas über die Beziehung Mensch-Hund. Ich kann z.B. bei meinem Rüden beobachten, dass nachlassender Gehorsam im Freilauf IMMER auch mit verstärktem Markieren einher geht. Unterbinde ich Letzteres für ein Weilchen, verschwinden auch die "Taubheitsprobleme" postwendend.

Schöne Grüße,
Juni

Deargi
09.09.2006, 14:25
Hallo Juni,

du bist aber fleißig im Antworten. Respekt! :wd:

Das Problem ist, das mein Rüde sehr wählerisch ist, wo denn das Häufchen zu machen ist. Wenn ich ihn unterbreche, kann es sein er macht auf dem ganzen restlichen Spaziergang keines mehr. :0( Kaum sind wir zu hause angekommen drängelt er wieder. Das er so wählerisch ist, habe ich immer darauf geschoben, das er doch recht dominant ist.

Ach ja er braucht auch sehr lange bis er festgestellt hat, dass dies der richtige Ort ist und sich in die richtige Position gebracht hat. Das Häufchen muss immer möglichst hoch liegen, am besten auf einen kleinen Ast. Das hab ich auch immer auf seine Dominaz geschoben, genau wie das Bein besonders hoooooooooch zu heben.

Juni
09.09.2006, 20:26
Hallo Deargi,

dass dein Hund wählerisch ist, wo er eine Kotmarkierung hinterlässt, lässt für mich zwei Schlussfolgerungen zu:
1. Das ist tatsächlich eine Dominanzgeschichte und deutlich häufiger bei Rüden zu beobachten als bei Hündinnen und
2. Dein Hund hat gelernt, dass du solange mit ihm spazieren gehst, bis er gekackt hat bzw. dass er nur ein bisschen drängeln muss und schon gehts wieder los.

Zumindest Letzteres hast du in der Hand. Wenn er nicht macht - okay. Dann eben bei der nächsten Runde. Dem Hund wird weder der Darm platzen noch wird er in die Wohnung machen - wobei das bei sehr dominanten Hunden gelegentlich passieren kann. Dann wird - quasi demonstrativ - zu Hause noch mal klargestellt, wer hier das Sagen hat. Sollte das tatsächlich der Fall sein, ist es wichtig, dass du erst recht konsequent bleibst. Ich würde es aber nicht unbedingt erwarten.

Wir diskutieren unter Hundeleuten ab und zu mal darüber, ob sich eigentlich ein Hundekäufer darüber im Klaren ist, welche Bedeutung der Stuhlgang des Vierbeiners zukünftig in ihrem Leben haben wird :D . Ich behaupte, das ahnt keiner.

Schöne Grüße,
Juni

Deargi
10.09.2006, 13:55
Genau das ist das Problem, dann macht er gerade in die Wohnung, wenn ich nicht noch mal mit ihm gehe (aber nur bei der Abendrunde, irgendwann will ich ja auch mal schlafen). Er drängelt dann zwar nicht und legt sich auch gleich schlafen, aber wenn ich morgens aufstehe hat er zu 70% in die Wihnung gemacht, wenn er Abends bei der letzten Runde nichts gemacht hat.

Aber wir machen schon Fortschritte, gestern hat er nämlich keine Gelegenheit bekommen seine Häufchenstelle auszusuchen und er hat trotzdem eins gemacht :bow:

AberAber
11.09.2006, 11:25
Hm, Deargi, was du erzählst, kommt mir so furchtbar vertraut vor :D
dieses "in die Leine stemmen" und an jedem Grasbüschel markieren, das Geschäft so weit oben wie möglich und der Spagat beim Pinkeln :D
Es beruhigt mich zu sehen, dass ich nicht ganz allein damit dastehe :rolleyes:
und auch deine Antworten, @Juni! :wd:
dann muss ich mir ja in Zukunft nicht immer so blöd vorkommen, wenn ich den Herrn ganz einfach weiterziehe, damit hab ich mir schon alle möglichen Blicke von anderen Hundehaltern - von mitleidig bis spöttisch - eingefangen :rolleyes:

Deargi
11.09.2006, 15:21
Jaja. die Blicke und Kommentare der Leute kenne ich: "Der arme Hund, will doch auch mal schnüffeln" oder "Ach Gott, so schnell kann der kleine doch gar nicht laufen" wenn er sich mal wieder rückwärts in die Leine stämmt und natürlich alles sagende Blicke, meist von Fußhupenbesitzern (nicht sauer sein, hab ja mit 43cm selber keine Dogge :D ). Aber das er den ganzen restlichen Weg nichts anderes getan hat als zu schnüffel sieht niemand.

Wenigstens stehe ich nicht alleine mit diesem Problem da. Danke AberAber:wd:

Grüße Deargi

billymoppel
11.09.2006, 17:39
bei mir und billy gibts eine klare regel: zurück gibts nicht. wo man dran vorbei ist, ist man dran vorbei, aus und ende. ist mit drei hunden schon reiner selbstschutz :D
auch läuft er strikt rechts, niemals vor meinen füßen oder gar im kreuz (auch das "fuß" läuft er mit lisa rechts, weil ich dina links habe). nur auf dem hundeplatz läuft er wie gefordert links, im wahren leben finde ich das höchst unpraktisch, schon, weil ich meine taschen links auf der schulter trage
ich habe ihn bestimmt 1000x korrigiert, bis er es drauf hatte (er war auch mindestens 5 jahre, als er zu mir kam).
ganz wichtig: sprich mit deinem hund (die worte versteht er vielleicht nicht alle, aber wenn mensch spricht, hat er auch die entsprechende mimik, gestik und körperhaltung), nicht nur kommandos, erzähl ihm, was du erwartest. zerre möglichst wenig an der leine, sondern versuche, dich kommunikativ durchzusetzen.
billy hat die zeitung zügig zu lesen, je nach meinem gangtempo. natürlich gibt es ein paar extrem-wichtig stellen, wo ich ihm dann auch die zeit lasse, eventuell noch mal zurückzublättern :D, alles in maßen halt.
beherrscht dein hund eigentlich ein echtes "fuß"? also das, wo er dich wirklich anschaut und blickkontakt zu dir hält? und zwar unter ablenkung im wahren leben? oder wenigstens "pseudo-fuß", wo er entspannt neben dir trottet? wenn nicht, solltest du das unbedingt üben, es ist dem zusammengehen auch sonst höchst förderlich.
eine erfahrung, die übrigens bei billy und dina gemacht habe, die beide fürchterliche zerrer und bestimmer an der leine waren, als ich sie bekam: die böse, böse flexi hat das ungemein entspannt. dina ist an der flexi der bravste hund, völlig entspannt und führig jedem wort von mir und jedem schräg gestelltem wimpernhäarchen - nach einem jahr normaler leine klappt das noch immer nicht wirklich. (sie ist für eine hündin auch sehr sehr lesebedürftig). ich habe die stille vermutung, dass die flexi mich dazu zwingt, kommunikativer zu sein und das intuitive ziehen und zerren zu lassen.

Deargi
12.09.2006, 10:37
"Pseudo-Fuß" funktioniert bestens. Er schaut mich zwar nicht an, aber bleibt nicht stehen um zu pfützeln, etc. Wenn wir einer Katze oder seinem Lieblingsfeind begegnen muss ich ihn auch schon öfters laut anschreien oder ihm Schläge "androhen" -> Körperhaltung. (Die Haltung hat schon immer gezogen obwohl er nie geschlagen wurde.) Aber ohne Leine daran vorbeigehen brauch ich gar nicht versuchen. Er weiß genau, wenn er an der Leine ist und wann nicht.

Ach ja das mit den Katzen wird auch immer schlimmer. Die hatten im Frühjahr Nachwuchs. Jetzt hat unser Nachbar geschlagene 20 Stück :0( (hab nachgezählt) davon!!!! Zu hause kann ich ihn mitleiweile Stoppen wenn er mal wieder über den Zaun springen will. Aber unterwegs begenen uns immer 2- 3 Stück und mein TERRIER tobt, zerrt, bellt und ist kaum noch zu bendigen.
Hat jemand vielleicht einen Tip wie wir uns in dieser Situation verhalten sollen.

PS. In der HS hat man uns geraten, ablegen und auf Leine Stehen bleiben um abzusichern. Ihr solltet mal sehen wie er trotz der kurz getretenen Leine noch rumkrakälen kann. Und ich denke, dass er sie so erst recht fixieren kann.

Freundliche Grüße von
Deargi

dotti
12.09.2006, 16:35
hallo deargi

wenn du schon sicher sein kannst das du bei jedem spatziergeng einen tieger trifst, dann nütze die gelegenheit und arbeite mit dem halti..wenn du damit nicht umgehen kannst dann mußt du es dir noch erklären lassen....nur so viel vorab...immer halti und halsband einhacken..nie nur am halti festmachen..

viel glück dotti