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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : überdurchschnittliche ängstlichkeit



daevidparis
14.10.2002, 10:05
mein hund (irish setter hündin 10 monate alt )

sie ist wahnsinnich ängstlich, beim gassigehen reagiert der hund auf jedes geräusch ängstlich und will logischerweise die flucht ergreifen so wird es eine qual für mensch und tier.
in seiner gewohnten umgebung (haus, garten)ist er ganz normal. was kann man dagegen tun ???

Maggie_HH
14.10.2002, 12:14
Wie lange hast du denn Hund denn schon??? War deine Hündin in einer Welpenspielgruppe? Hat sie als Welpe alles das kennenlernen dürfen, womit sie im alltäglichen Leben konfrontiert wird??? Oder hast du sie im zarten Welpenalter vor alles und jeden beschützt???:confused: :confused:
Ich weiß leider nicht, wie es mit den rassetypischen Verhaltensweisen bei Settern ist. Vielleicht weiß ja hier jemand bescheid, ob Setter zur Ängstlichkeit neigen???

Juliane

klasu
14.10.2002, 15:30
Hallo daevidparis,
zunächst würde ich einmal schauen, ob es irgendeine Ursache gibt, an der man evt. arbeiten kann. Hast Du z. B. Deinen Hund schon seit Welpenalter oder hatte er schon mal irgendwoanders ein Zuhause?
Wie sieht es mit der Sozialisierung des Hundes aus? Kontakte mit Menschen, Tieren, Strassenverkehr, sonstige Geräusche?
Ich habe z. B. ebenfalls eine sehr ängstliche Hündin, die die ersten 2 Jahre ihres Lebens ohne Sozialisierung und Erziehung . auf einem Bauernhof verbracht hat. Stadtgänge sind ihr z.B. heute noch nicht geheuer, aber auch daran arbeiten wir.
Was kann man in der Praxis tun? Ist Deine Hündin nur geräuschempfindlich oder hat sie z. B. auch Angst vor fremden Menschen?
An Geräuschen haben wir zum einen mit einer Geräusch-CD gearbeitet. Wir haben uns aus dem www Alltagsgeräusche wie Knallen, Gewitter, Sturm, Autolärm etc. heruntergeladen, das ganze auf CD gebrannt und öfter mal abgespielt. Ein CD-Gewitter ist sicher nicht mit einem realen gewitter zu vergleichen, aber als Beginn einer Sensibilisierung doch recht nützlich.
Weiterhinsetzen wir uns nach und nach bewußt allen Alltagssituationen aus und zwar ohne grossen Aufhebens und vor allem ohne Trösten und Bedauern des Hundes!!! Alles ist normal und das versuchen wir dem Hund zu vermitteln. Die Belastung wird nach und nach gesteigert, z.B. beim Stadtgang haben wir in unserem kleinen Städtchen angefangen und hier geht sie inzwischen mit lockerer Leine. Die Städte wurden dann nach und nach grösser und somit lebhafter und lauter. Zur Zeit sind wir öfter in der grössten Innenstadt unseres Landkreises anzutreffen. Und nach diesem Prizip verfahren wir mit allen Situationen. Wenn der Hund sichj in die Leine wirft, um zu flüchten, bleiben wir erstmal stehen, bis sich der Hund beruhigt und sich uns zuwendet, was wir zur Zeit mit einem Clickertraining verstärken.
Unsere Hündin hat jetzt am Wochenende sogar trotz ihrer Angst vor fremden Menschen die Begleithundprüfung bestanden, also scheint unser Training doch etwas zu bewirken.
Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall auch eine gute Hundeschule besuchen, die Dir und Deinem Hund auch weiterhelfen kann.
Viele Grüsse
klasu