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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kriegen wir das wieder hin??



AberAber
29.08.2006, 16:31
Hallo zusammen, :cu:

ich lese seit einer Weile hier schon mit und habe den Eindruck, dass sich einige User recht gut mit der Hundepsyche auskennen.
Das dachte ich von mir auch (zumindest ein bisschen), doch langsam stellt sich heraus, dass ich mich offenbar getäuscht habe :(
Vielleicht kann uns ja jemand helfen? :confused:

Ich habe meinen Hund (Cocker-Mix, 7,5 Jahre, unkastrierter Rüde) seit 5 Jahren. Er ist mein erster Hund und seine Erziehung habe ich offensichtlich ordentlich verbockt :( Lange genug habe ich mich dem Irrglauben hingegeben "Er wird schon ruhiger, wenn er älter wird". (inzwischen weiß ich, gutes Benehmen ist keine Frage des Alters sondern der Erziehung.)

Ich versuche mal, mich kurz zu fassen:
Der Nasenbär stammt aus Spanien, wo er erst in einer (leerstehenden!) Wohnung und dann auf der Straße lebte.

Die argen Verlustängste, die er anfangs hatte, haben wir vollkommen in den Griff gekriegt.
Ein wirkliches Problem ist allerdings sein Jagdtrieb. Ist der "Jagdmodus" aktiviert, kommt es mir vor, als wäre ein Hebel umgelegt, der Hund reagiert einfach gar nicht mehr auf mich, zittert manchmal sogar.

Wenn ihn im Park der Hafer sticht, ist es ebenfalls furchtbar frustrierend: wieder ignoriert er mich völlig, folgt seiner Nase und lässt mich warten, bis er dann irgendwann wieder kommt oder ich ihn einfange. Leckerlis sind draußen uninteressant, Verstecken bemerkt er nicht mal.

Aber auch diese Eskapaden wurden über die Jahre viel seltener. Immer wieder habe ich in den Spaziergang Gehorsamsübungen eingebaut, die ich in der HuSchu gelernt habe.

Seit Anfang des Jahres wohne ich jetzt mit meinem Freund zusammen, und nun ist der Nasenbär nicht mehr der zweite in unserem kleinen Rudel (also ich "gehöre" ihm nicht mehr ganz allein :schmoll: )

Das größte Problem allerdings war (und ist auch heute noch) das nächtliche Ausbüchsen... Bei der nächtlichen Gassirunde geht er brav mit bis nach Hause und (meistens) auch mit rein. Doch immer wieder dreht er sich plötzlich um und schießt davon wie von der Tarantel gestochen.
Dann können wir entweder durch die Nachbarsgärten klettern und ihm (und den Katzen) hinterhersteigen oder wir warten 10-15 minuten, bis er von selbst wieder auftaucht.
Wenn wir ihn "in flagranti" erwischt haben, war die Strafe, dass er geschimpft und den Rest des Abends ignoriert wurde bzw. nicht bei uns im Schlafzimmer schlafen durfte.

Eine wirkliche Besserung hat sich dadurch aber nicht eingestellt.

Dann hatte ich übergangsweise einen neuen (befristeten) Job, wo ich den Hund nicht mitnehmen konnte, also musste er zweimal die Woche tagsüber für etwa 6 Stunden allein bleiben. Das hat mir gewiss genauso wenig gepasst wie ihm, mit dem Unterschied, dass er manchmal die Wohnung "bewässert" hat...

Jetzt bin ich wieder in meinem alten Job, nehme ihn wieder mit ins Büro, gehe morgens ausgiebig mit ihm - doch es hat sich nichts gebessert, im Gegenteil, irgendwie wirds immer schlimmer...

Er hört, wann er will, neuerdings (!) springt er auf und stubst uns an, wenn wir uns nur umarmen, und das schlimmste - letztens hat er im Büro meiner Chefin markiert.

Ich bin wirklich ratlos... Es ist als wären es zwei Hunde, Dr.Jekyll und Mr.Hyde: Zuhause der zutraulichste, verschmusteste Gefährte, der aufs Wort hört, und draußen ein wilder Streuner.

So, ich danke allen, die sich die Zeit genommen haben, diesen langen Beitrag durchzulesen und hoffe, dass mir jemand helfen kann...

Mir ist durchaus bewusst, dass die Ursachen für dieses Problem bei mir bzw. der mangelnden Konsequenz bei seiner Erziehung zu suchen sind.
Nur -wie gesagt- bisher gabs keine Probleme, und jetzt tanzt er mir auf der Nase rum. Scheint als würd ich nun alles wieder zurückbekommen :s:

Nun frage ich mich, ob bzw. wie ich das Verhältnis zwischen mir und meinem Hund wieder herstellen kann?
Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich, ich wäre sehr dankbar.

Grüße, Melanie :rain:

Juni
29.08.2006, 21:58
Hallo Melanie,

für mich klingt das ein bisschen, als seist du Opfer deines eigenen schlechten Gewissens ;) . Dass du erkannt hast, dass du vielleicht das eine oder andere in der Erziehung verbummelt hast, ist ja okay - aber insgesamt denke ich nicht, dass du allzu viel falsch gemacht hast. Du hast halt einen passionierten Jäger, der vermutlich im Welpen- und Junghundalter zudem nicht ausreichend auf Menschen sozialisiert wurde. Für beides kannst du nichts, und in Anbetracht der Umstände hast du etliche Dinge sogar ziemlich gut hingekriegt.

Nun gibt es seit einer Weile einen Menn in deinem Leben, und auch hier scheinst du deinem Hund gegenüber ein schlechtes Gewissen entwickelt zu haben - ebenos wenig, wie beim notwendigen allein Lassen. Ich denke mal ein wenig weiter in diese Richtung: Diese vielen kleinen Gewissensbisse (jeder für sich betrachtet ist vermutlich gar nicht gravierend) KÖNNTEN dazu geführt haben, dass du deinen Hund in den letzten Monaten etwas weniger konsequent behandelt und ihn vielleicht ein wenig verhätschelt hast.

Da Hund nicht dumm ist, hat er dabei Morgenluft gewittert und nun seinerseits begonnen, diese (in seinen Augen) neu erworbenen Priviligien ein wenig auszuweiten. Ich denke, dass du die meisten Dinge - wie das Anstubsen und auch das Markieren - ziemlich schnell und einfach beenden kannst, wenn du wieder zu ruhiger Konsequenz und regelmäßiger Arbeit mit deinem Hund zurück kehrst. Wenn er stubst, wird er ruhig auf seinen Platz zurück geschickt (oder gebracht), und da bleibt er dann, bis du ihn wieder rufst. Das Markieren wird sich nach kurzer Zeit vermutlich von selbst erledigen.

Das Jagdproblem und das mangelnde Interesse an dir, wenn er draußen ist, ist ein anderes Kapitel. Hier wirst du, befürchte ich, nicht mehr viel ändern können. Was du allerdings tun solltest ist, ihn bei der abendlichen Runde anzuleinen, damit er einfach nicht mehr ausbüchsen KANN. Für ihn ist das nämlich nicht nur ein nettes Spielchen, sondern hat etwas mit Rudelführung zu tun, wenn er euch dazu bringen kann, seiner Aufforderung zum Nachjagen zu folgen.

Ich denke aber irgendwie, dass du mit diesen "Macken" eigentlich ganz gut leben kannst. Das Problem scheinen eher die neu hinzu gekommenen zu sein.

SChöne Grüße,
Juni

AberAber
31.08.2006, 15:13
hallo Juni,
herzlichen Dank für die schnelle Antwort.
Was du geschrieben hast, hat mich ein wenig überrascht, aber wenn ich's mir recht überlege, trifft's das Problem ganz gut. :?:


Da Hund nicht dumm ist, hat er dabei Morgenluft gewittert und nun seinerseits begonnen, diese (in seinen Augen) neu erworbenen Priviligien ein wenig auszuweiten.
:rolleyes:

Ich habe tatsächlich (durchs schlechte Gewissen bedingt) dem Nasenbären einiges durchgehen lassen, wofür er normalerweise Ärger bekommt - und ihn dabei auch noch in Schutz genommen "Das ist die Umstellung", "Er ist unausgeglichen" etc.

Scheint wohl so :?: als ob sein momentanes bockiges Verhalten im Grunde dasselbe ist wie ich es von ihm als Rüde schon kenne - hin und wieder muss ich ihn ein wenig "von seinem Sockel schubsen" - also die Rangordnung klarstellen... Na gut, das haben wir bisher auch immer ganz gut hinbekommen. Dann wird das diesmal hoffentlich auch wieder klappen.


Ich denke aber irgendwie, dass du mit diesen "Macken" eigentlich ganz gut leben kannst. Das Problem scheinen eher die neu hinzu gekommenen zu sein.
Ja, das geht schon, ging ja immer so. Ich hätte aus ihm nie einen "Ballidioten" oder sowas machen können (und wollen), nur momentan überschreitet er halt immer wieder die Grenzen, und dann wird's zuviel...

Was du zu seinem Jagdverhalten schreibst, hat mich direkt erleichtert... Da hab ich mir immerzu Vorwürfe gemacht, dass ich ihn nicht im Griff habe.
Inzwischen bin ich gut darin geworden, Katzen zuerst zu sehen und Situationen einzuschätzen, so dass seine Ausreißer seltener werden.

Im Prinzip können wir beide ganz gut damit leben...
Ich würde ja auch, selbst wenn es möglich wäre, gar nicht wollen, dass der Jagdtrieb ganz weg wäre - ist ja doch ein Teil seines Charakters. (nur ein bisschen mehr Beherrschung wäre toll :D )

Kann man denn bei so einem passionierten Jäger noch auf etwas mehr Ruhe/Altersweisheit hoffen?

Bei seinem Fortpflanzungstrieb (zweimal im Jahr ist er schon arg quenglig über je 2-3 Wochen) ist nämlich auch noch keinerlei "Linderung" absehbar, er ist nach wie vor wild entschlossen, irgendwann mal irgendwas 4beiniges zu erwischen, was stillhält...:love: :rolleyes:

Gruß, Melanie:cu:

billymoppel
31.08.2006, 16:56
ich sehe auch nicht so recht, wo dein problem ist:
totale kontrolle über ein tier - was letzlich erstens ein raubtier mit diversen instinkten, zweitens aber auch ein relativ hochentwickeltes individuum ist, zu haben, ist doch eine illusion. jeder, wirklich jeder hund hat eine stelle, wo er eigene entscheidungen treffen wird, inwieweit er das kann, ist eher deine sache.
deswegen wurde die leine erfunden :D
wenn dein rüde im park anzeichen sexueller stimulanz zeigt - und die zeigt er bestimmt, bevor er sich acker macht, ist dieses kleine hilfsmittel nicht zu verachten. er wird dir auch zeigen, wenn er eine wildspur aufnimmt und bei der sichtjagd - deine augen sind besser als die eines hundes, nutze sie! einen jaghund mit ausgeprägtem trieb muss man einen schritt voraus sein - immer gelingt es nicht :D, aber meistens. und im wald gehört er halt prinzipiell an die leine, mit einer 8-m-flexi kann er trotzdem ein bißchen spass haben, denn schon das riechen an sich für so einen hund befriedigung.
wenn du ihm - wie bei euren abendrunden - die entscheidungsfreiheit läßt, herrje, muss man sich nicht wundern. dein hund verhält sich dann einfach, wie seine triebe es ihm befehlen - er ist eben kein mensch, der sich erst mal kopf kratzt und nachdenkt (auch nicht immer, wie bekannt).
gegen den trieb an sich ist man machtlos, damit musst du dich abfinden, auch nach fünf jahren in gewisser weise mit deinem hund, denn das lese ich aus deinem beitrag auch heraus - da fehlt ein gewisser friede mit dem tier. und indifferente strafen - wenn der hund vom ausflug erst zurück ist kann man sich eine strafe schenken und dauerstrafen a la "heute darfst du nicht in schlafzimmer" führen eher zu unsicherheit. ignoranz sollte in einem zeitraum erfolgen, den der hund auch überblicken kann.
er wird doch auch gut seiten haben? verträglich mit artgenossen, unauffällig dem menschen gegenüber? dass zwei seelen in seiner brust wohnen, ist so ganz typisch jagdhund, ich würde es bei meinem nicht anders haben wollen (auch wenn es bis zu dieser erkenntnis auch eine weile gedauert hat :D)
dass ein rüde mal höchst unpassend markiert - das in jedem sicher schon mal so gegangen (auch billy - schlechthin indoor der meister feiner lebensart) - und kann hundert gründe neben protest haben. natürlich gehört eine angemessene sofortige verwarnung dazu, aber erst mal würde ich es als isoliertes "sich vergessen" betrachten und kein drama draus machen.

Lastrami
01.09.2006, 08:53
Hallo Melanie,

ich seh da genauso wie meine "Vorschreiber". GEhe einfach wieder zur gewohnten Tagesordnung über. Zeige dem "Herrn" deutlich und konsequent seine Grenzen, dann werden sich seine neuen Macken auhc wieder legen.

Zum makieren in der Wohnung/Büro kann ich nur sagen: shit happens!;)
Marlo hat bei einer Freundin (Hundebesitzerin) im Haus auch mal an die HEizung in der Küche gepullert... Er ist einfach reinmaschiert, hat sich an die HEizung gestellt und schon war die Pfütze da und dann wurde erst begrüßt...
Ebenso hat er mal bei nem Freund (Katzenbesitzer) im Flur an den Schrank gepinkelt.
Seitdem passe ich auf, wenn wir eine fremde Wohnung betreten. Ich erkenne die Anzeichen zum "Graffiti sprühen" und Marlo bekommt von mir sofort eine klare Ansage. :D

Naja und was den Jagdtrieb anbelangt, wie Juni schon schrieb, den kannst Du wahrscheins nichtmehr großartig ändern...

LG Pia:bl:

Biene13
03.09.2006, 20:19
Hallo Melanie
auch ich habe einen wirklich augeprägten Jäger an der Leine, wo ich auch oft denke, es wohnen zwei Seelen in seiner Brust.
Zu Hause vollkommen ruhig, gelassen, Gehorsam vom feinsten Ich sage "sitz" platsch sitzt er und zuckt nicht mehr, bis ich ihn aus seiner Lage entlasse.
Und draußen? Wie umgewandelt, manchmal der Teufel in Person. So daß ich mir oftmals Gedanken gemacht habe, diesen Dackel wirklich in erfahrene Jägerhände abzugeben. Weil ich der Meinung war, daß er bei mir einfach falsch aufgehoben ist und ich ihm nicht das bieten kann zur Auslastung, was er eigentlich braucht.

Zum Glück ist mir das Buch "Was tu ich nur mit diesem Hund" zwischen die Finger geraten und sehe nun vieles aus einem anderen Blickwinkel.
Ich bin sonst nicht die "Hundebuchleserin" und habe als Hundeneuling wirklich ganz viel aus dem Bauch heraus gemacht. Und lag dabei gar nicht so falsch.

Was mir an diesem Buch ganz besonders gefallen hat ist die sogenannte "3-Wochen-Kur", die ich mit unserem "Jäger" wirklich durchgezogen habe. Und ich staune immer noch, wie das ganze auf das Verhalten des Hundes wirkt.
Natürlich hab ich auch an meinem Verhalten gegenüber dem Hund verändert und bin wirklich baff, was diese 3 Wochen (wir sind jetzt am Ende der 2.ten Woche angekommen) tatsächlich bewirkt haben. Laut Buchautor lassen sich damit auch ältere Hunde wunderbar erziehen. Unser ist jetzt 18 Monate und es haut nun prima hin.
Seine Jagdleidenschaft halte ich durch Apportierarbeit und Suchen lassen im Zaum.
Ansonsten nehm ich ihn so, wie er ist. Man kann einen Hund nicht wider seinen Instinkten dermaßen "verbiegen", daß er ein komplett anderer wird. Das will ich auch nicht.
Aber der Grundgehorsam sollte schon sitzen, dazu gehört eben auch, daß er nicht willkürlich irgendwohin markiert, wie es ihm grade beliebt. Und daß er kommt, wenn er gerufen wird und zwar gleich.

Ich grüße Dich ganz lieb und wünsch Dir weiterhin viel Erfolg und vor allem Spaß mit Deinem Hundi.

Biene13 Heidi

AberAber
11.09.2006, 12:15
Hallo zusammen :cu:
erstmal danke für eure Antworten.
@billymoppel:

totale kontrolle über ein tier - was letzlich erstens ein raubtier mit diversen instinkten, zweitens aber auch ein relativ hochentwickeltes individuum ist, zu haben, ist doch eine illusion.
Gotteswillen, nichts liegt mir ferner - und von dieser Illusion habe ich mich schon länger verabschiedet.
Mein Problem ist eher, dass ich in manchen Momenten eben gar keine Kontrolle mehr habe... also nicht mal eine "Notbremse" (irgendeine Art, wie ich auf ihn Eindruck machen kann...

deswegen wurde die leine erfunden
:( Ich versuche halt immer, ihm soviel Freiraum wie möglich zu lassen, außer natürlich an Straßen oder sonstwie gefährlichen Stellen.
Ist halt blöd, wenn ich ihn nichtmal mehr im Park von der Leine lassen kann, weil er sonst macht was er will... :(

er wird doch auch gut seiten haben? verträglich mit artgenossen, unauffällig dem menschen gegenüber?
Aber sicher :) Er ist ein richtiger Schatz, absolut kindersicher und hat von sich aus noch nie Ärger mit anderen Hunden angefangen. Da bin ich auch stolz auf ihn *nasenbär tätschel*

@Lastrami:

Ich erkenne die Anzeichen zum "Graffiti sprühen" und Marlo bekommt von mir sofort eine klare Ansage.
:) ja, das kenne ich auch. Zu dem Zeitpunkt, als es passiert war, war ich unglücklicherweise selbst grad auf der Toilette :D
Aber du hast recht, wir proben jetzt wieder die normale Tagesordnung, und ich habe den Eindruck als hätte sich die Unruhe der letzten Wochen wieder etwas gelegt...

@Biene

Man kann einen Hund nicht wider seinen Instinkten dermaßen "verbiegen", daß er ein komplett anderer wird. Das will ich auch nicht.

Nein, da schließe ich mich ganz deiner Meinung an, verbiegen will ich ihn gar nicht, und schon gleich dreimal nicht brechen.
Wie gesagt, ich habe ja schon 5 Jahre damit gelebt, und zwar ganz gut. Seine "zwei Seiten" haben sich ganz gut die Waage gehalten, es hat mich nur alarmiert, dass in letzter Zeit die "andere" Seite so überwogen hat...

ich hoffe, ihr versteht, was ich meine, ich will gar nicht generell das Wesen meines kleinen Stinkers in Frage stellen, ich hab mir ja nur Sorgen gemacht, weil es sich irgendwie in die falsche Richtung entwickelt hat... :confused:

Danke jedenfalls @Biene, für den Buchtipp, das werde ich mir mal zu Herzen nehmen.

lg, Melanie

rondra
14.09.2006, 12:13
Hallo Melanie,

tröste dich, du bist mit deinem Jagdtrieb problem nicht allein.
Hier ist mein Thread darüber http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?t=45987

Du hast geschrieben, dass du deinen Nasenbär erst bekommen hast, als er 2,5 Jahre alt war und das er in Spanien ein Streuner war.
Ähnlich war es bei uns auch. Du mußt immer daran denken, dass dein Hund die Prägephase nicht unter Obhut der Menschen war. In der ersten Zeit lernen die Hunde, was im Leben wichtig ist. Da hat er für sich ja leider gottes ganz andere Erfahrungen machen müssen als viele andere Hunde. Bei ihm war jagen lebensnotwendig und auch das Revier abchecken um Eindringlinge in seinem Jagdrevier zu entdecken.
Ich denke das es vielleicht noch so in ihm festgebrannt ist, dass er es nicht loswird. Reviermakierung waren eins der wichtigsten Sachen die er früher machen mußte um nicht sein Jagdrevier und damit sein Futter zu verlieren.

Vielleicht hängt es mit seiner Vergangenheit zusammen und nicht mit dir? Mach dir nicht soviele Sorgen. Wichtig ist doch, dass dein Hund seinen Job als Hund gut macht und ein lieber Kerl ist.
Wenn ich mal wieder gefrustet bin, sagt man Mann immer: Sei froh, die ist kein beisser und keine agressive Bestie.

Aber leine ihn besser an. Ich muß es bei Laika auch, so leid es mir tut. Aber sie jagt alles und kam schon oft genug verletzt wieder. Da sie ihre Umwelt beim jagen auch nicht mehr mitbekommt, und ziemlich weit abhaut, habe ich angst, dass sie mal vor´s Auto läuft, oder im Stacheldraht hängen bleibt.

Die "verlorenen" Jahre und die schlechten Erfahrungen unserer Hunde aufzuarbeiten dauert ewig habe ich das Gefühl. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und arbeite weiter dran.
Aber ich bin halt auch immer auf der jagd nach neuen Methoden, die vielleicht helfen könnten. - und ab und zu etwas gefrustet, wenn wieder nix klappt.
Aber nicht unterkriegen lassen...
Lieben Gruß
Rondra