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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aggressives Verhalten gegenüber genau einem Hund



schmie
14.07.2006, 15:02
Unsere vierjährige Bernersennmischlingshündin (kastriert) hat seit geraumer Zeit ein Problem mit einem Hund in der Nachbarschaft.

Frieda ist im Welpen- und Kleinhundealter täglich mit vielen Hund in Kontakt gekommen und hat nie aggresives Verhalten gezeigt. Auch in der Hundeschule ist sie nicht negativ aufgefallen. Als sie etwa ein Jahr war, sind wir umgezogen und die Hundekontakte sind in der neuen Heimat seltener geworden. Sie spielt nicht mehr so viel wie früher und wenn, dann nur noch mit ganz bestimmten Hunden. Den anderen geht sie vornehmlich aus dem Weg. Oft verhält sie sich sehr unterwürfig und legt sich auf den Boden, wenn ein anderer Hund auch nur von weitem zu sehen ist.
Mit anderen Weibchen fällt ihr meistens gar nichts ein und jüngere Rüden besteigt sie auch gerne.

Vor ca. eineinhalb bis zwei Jahren habe ich mich morgens einer Gassirunde angeschlossen, die aus ca. 7-10 Hunden besteht. Frieda hat sich, nachdem sie sich ausführlich hat beschnuppern lassen, schnell eingefügt und zu spielen begonnen. Urplötzlich hatte ein kleinerer Rüde aus dieser Gruppe zu knurren begonnen und dies galt wohl unserer Frieda. Noch bevor etwas größeres daraus wurde, konnte ich dazwischen gehen und die beiden Streithähne wurden angeleint.

Wochen später traf man sich zufällig auf einem Feldweg und Frieda stürzte schon von großer Entfernung - entgegen ihres sonstigen Verhaltens - auf den kleineren Hund los. Das Frauchen reagierte ziemlich hysterisch und ich musste Frieda an die Leine nehmen, da sie untypisch ungehalten war.
Wieder ein paar Wochen später habe ich mitbekommen wo der kleine Hund zuhause ist. Ziemlich aufgeregt und außerordentlich aggressiv verfolgte er uns am Zaun "seines" Grundstücks und machte mir mit Frieda an der Leine am Fahrrad das Leben schwer.
Es kam immer wieder zu zufälligen Begegnungen, wo Frieda ausnahmslos völlig anders tickte als normal. Immer wieder will sie auf den kleinen losgehen.

Das Frauchen des kleinen Hundes überhäuft uns mit Vorwürfen, unser Hund würde ihr Hündchen zerfleischen und wir sollten gefälligst etwas dagegen unternehmen. Wir sind ziemlich ratlos. Frieda ist wirklich ein friedlebender Familienhund. Nur bei diesem einen Rüden dreht sie völlig durch.

Woran kann das liegen? Was können wir dagegen unternehmen?

Wir sind dankbar für jeden Rat...:tu:

joy2886
15.07.2006, 11:59
Hallo Schmie!
Also ich würde es als normal betrachten. Ich denke, fast jeder Hundebesitzer kennt es von seinem Hund, dass er einen ganz bestimmten anderen Hund nicht leiden kann.
Ist einfach bei den Hunden nicht anders als bei uns Menschen, den ein oder anderen Nachbarn, Arbeitskollegen o.ä. können wir auch nicht so 'riechen' und gehen diesem aus dem Weg oder es kommt wirklich mal zum streit.
Deine Hündin mag diesen Rüden einfach nicht, aus welchen Gründen auch immer und ich denke es steht ihr auch zu, dass sie nicht alle mögen muss.
Akzeptier einfach das Verhalten deines Hundes!
Ich würde einfach weitere Begegnungen mit dem kleinen Rüden vermeiden und wenn ihr mal aufeinander stoßen solltet, leine deinen Hund an.
Evtl. kannst du es auch vermeiden, an dem Grundstück des anderen Hundes vorbeizulaufen, so vermeidest du weiteren Stress.
Und seh das mal so: Es beruht ja auf Gegenseitigkeit: Der Rüde mag gerade deine Hündin auch nicht! :rolleyes:

Weiterhin viel Spaß mit deiner Hündin und vorallem 'stressfreie' Spaziergänge! ;)

Lg, Joy

Juni
15.07.2006, 13:40
Hallo Schmie,

ich vermute, die Sache wäre längst gegessen, wenn du bei der ersten Auseinandersetzung nicht dazwischen gegangen wärst. Dann hätte Frieda nämlich gleich seinen ersten Versuch, sich mit ihr anzulegen im Keim erstickt. Durch dein Eingreifen hat der kleine Rüde die Erfahrung gemacht, dass er sich Frieda gegenüber leisten kann, was er will, da dies keine Konsequenzen für ihn hat. In der Folge verhielt er sich immer provokanter und Frieda reagiert enstprechend darauf.

Das Verhalten der beiden Hunde ist nun zwar einfach zu erklären - was man in der Zukunft damit macht, ist allerdings nicht so einfach zu entscheiden. Da zwischen den beiden wohl ein deutlicher Kraft- und Größenunterschied besteht, wäre es aus diesem Grund leider nicht risikolos, wenn man die Hunde das unter sich regeln ließe. Die Gefahr, dass Frieda - auch wenn sie sich völlig korrekt verhält - auf Grund ihrer körperlichen Überlegenheit den Kleineren verletzt, besteht leider. Daher würde ich in diesem Fall eher dazu raten, euch wenn möglich aus dem Weg zu gehen.

Schöne Grüße,
Juni

sina2
15.07.2006, 14:02
mein hund hatte eine ähnliche feindschaft mit einem boxer aus der nachbarschaft...beides rüden. einmal sind wir uns auf dem feld begegnet, beide hunde frei, die haben das dann ruhiger geregelt, als wir besitzer dachten (zurest mächtige drohgebärden und dann zaghaftes aneinander-schnuppern) und dann ginegen sie einfach ihrer wege und nun ist ruhe. :cool: und vorher hätten die sich durch gartenzäune hindurch beinahe zerfleischt!!!
allerdings hat juni schon recht, ganz risikolos ist das bei euch nicht und wenn was passieren sollte, kommst du in teufels küche, wenn die andere besiterin jetzt schon so gestresst ist. was sagt die denn dazu? muss für sie doch auch stressig sein, immer angst vor dem 'großen bösen hund' zu haben? oder ihr versucht es mal mit gemeinsamen laufen (falls die beiden sich nicht sofort auffressen?). ansonsten, klar, aus dem weg gehen...wobei ich die 'auf-freiem-feld-treffen' idee nicht schlecht finde....

schmie
17.07.2006, 09:10
Vielen Dank für die Ratschläge. Ich bin erleichtert, dass ihr es so locker seht. Ihr bestätigt meine Meinung und somit kann ich etwas gelöster in den Dialog mit dem anderen "Frauchen" treten. Danke!:)

billymoppel
17.07.2006, 14:28
wird garantiert eine netter "dialog" :D
sie scheint ja der typische kleinhund-besitzer zu sein: schuld sind immer die bösen großen hunde, während ihr sonnenschein... der hund hat die haltung offenbar auch voll verinnerlicht.
ich würde mir auf vernunft und einsicht keine große hoffnungen machen :o, aber die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt :D

Winni
24.07.2006, 20:34
Mein Hundetrainer hat mich mal gefragt:
"Wieso soll dein Hund sich denn mit jedem Hund verstehen müssen?"

So schauts aus. Wir haben auch unsere "Intimfeindin" Das Frauchen der anderen Hündin weiß auch nicht was los ist, ihre Hündin versteht sich eigentlich mit jedem. Meine Hündin versteht sich ebenfalls mit eigentlich jedem.
Wir grüßen uns jetzt immer sehr freundlich und einer von uns wechselt die Straßenseite wenn wir uns begegnen.:D

Lastrami
25.07.2006, 10:09
Hallo,

ich hab da mal ein Beispiel von der "anderen Seite".

Marlo ist ein relativ großer Hund (gute 70cm). Bei uns gibt es eine Frau mit 2 Zwergyorkies die sich am liebsten wild kläffend und knurrend auf meinen Großen stürzen. Marlo ignoriert die beiden. Immer wenn ich der Frau bei uns im Feld begegne, frag ich sie, wo sie lang gehen möchte und gehe dann selber in die entgegengesetzte Richtung. So können wir beide den Spaziergang genießen. Marlo hat Ruhe und die Kleinen müssen sich nicht mehr aufregen...;)

Aber 2 Intimfeinde haben wir auch. Einen Setter (da ist das Herrchen ziemlich unmöglich) und einen Mix. Ich gehe beiden wenn möglich aus dem Weg und gut ist. Marlo muß nicht jeden mögen.

LG PIA:bl:
LG Pia

Maribel24
25.07.2006, 13:30
Hi,

ich bin der gleichen Meinung. Wir muessen uns nicht mit allen und allem verstehen und unseren Hunden geht es genauso.
Ich hab einen kleinen Spanischen Macho (also Klein-Hundebesitzer) und der hat leider auch einen ganz bestimmten Hund in der Nachbarschaft, den kann er nicht sehen. Beruht jedoch auf gegenseitigkeit. Die Besitzerin des anderen Hundes und ich versuchen uns immer so weit wie moeglich aus dem Weg zu gehen und ignorrieren das Verhalten unserer Hunde. Sobald wir uns entfernt haben, ist's wieder gut und alle sind zufrieden. zum Thema Hund und Hund beziehung...

Ich hatte jedoch auch schon mal den Fall, das ein Königspudel meinen kleinen Kerl angreifen wollte, hatte sich auch schon von der Leine gerissen. Und mein Spatz hatte kurz aufgebellt und gut wars, wohl gemerkt meiner war angeleint und hatte vorher gar keine aggresionen gezeigt. Er war selbst ein wenig perplex, denn er war grad tierisch beschaeftigt mit "Zeitung" lesen.
Als Kommentar von der Besitzerin des Königspudels kam nur, mein Hund wäre nicht erzogen und total aggresiv. Und ich sollte ihn doch zur Hundeschule bringen, das waere ja das mindeste. Hab mir mein Teil gedacht und bin weitergegangen. Zum Thema Mensch und andere verrueckten auf dieser Welt beziehung...:floet:

Gruss
Maribel

jeto
25.07.2006, 18:05
Hallo zusammen,
auch ich kann da -leider- mitreden! Unsere Toni hat in der Nachbarschaft eine schwarze Schäferhündin als Feindin! Was meint Ihr, was da los ist, wenn wir an deren Balkon vorbeigehen! :mad: Das unsere nicht, bei diesem Adrenalin was sie ausstößt, auf deren Balkon ist und die Feindin in ihrem Elan nicht vom Balkon gehupft ist, ist bis heute ein grosses Wunder... Normalerweise sind die Beiden für sämtliche Hausbewohner morgens ein guter Wecker. Da schläft niemand mehr! :D
Wenn sie sich begegnen, ist natürlich das gleiche. Ich würde da meine Hand nicht für ins Feuer legen...
Ist wirklich so wie bei uns Menschen--ich kann auch nicht jeden leiden!

Liebe Grüsse
jeto & Toni (z. Zt. mit Herrchen draussen...) :kraul: