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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sie lieben und sie schlagen sich



kaulquappe
10.07.2006, 12:15
Hallo,

habe einen 19 Monaten alten Labi-Rüden(Merlin) und eine 7 Monate alte Labi-Hündin(Lilly).

Die beiden lieben sich sehr, eigentlich darf jeder bei jedem alles, wobei Lilly sich meiner Meinung nach schon viel rausnimmt, aber er toleriert es gutmütig.

Problem 1:
Allerdings neigen die beiden dazu, sobald sie alleine sind, was nicht oft vorkommt, da eigentlich immer jemand zu Hause ist, sich zu prügeln. Nicht, dass sich die beiden verletzen würden, oder etwas zerstören. Nein, ich sehe es immer daran, dass mein Parkett mit einem Hundehaarteppich auf 30 qm belegt ist*schauder*. Ich weiss ja leider mittlerweile, dass Labis furchtbar haaren, aber das ist wirklich widerlich. Eigentlich müssten das mittlerweile Nackthunde sein...

Wäre wohl am besten, die beiden getrennt zu halten, oder?

Lilly war aber eigentlich noch nie allein und wenn mal 5 min, die heult wie ein Wolf, unglaublich. Wir hatten eine Hundebox, war eine Katastrophe, trotz schönfüttern, sobald die Tür auch nur 1 min zu war, ging der Alarm los .

Problem 2:

Beim spazierengehen fängt Lilly von Zeit zu Zeit immer an, Merlin zu provozieren, d. h. sie stellt sich mitten auf den Weg, fixiert ihn und rennt dann auf ihn los, danach wie eine wilde Wanze in den Wald, weil er sie dann jagt. Ab und an stellt sie dann auch richtig den Kamm. Trotzdem geht die Sache von ihr aus.

Wenn er sie dann stellt, gibt sie auch nicht nach, unterwirft sich niemals, irgendwann unterbreche ich dann, beide schütteln sich und gut ist es wieder.

Ich erkenne einfach nicht, ob das einfach nur Spiel und normal ist, oder ob da Dominanzkämpfe da sind, die ich evt. unterbrechen sollte.

Ich bin nicht so der Freund von "Hunde machen das unter sich aus", ist für mich, wie wenn man kleine Kinder einfach alles unternander ausmachen lässt.

Hoffe ihr könnt mir gute Tipps geben!

Liebe Grüße

Elke

himmelhund
10.07.2006, 15:58
Hallo !
ALso so wie sich das anhört, sehe ich in den Rangeleien eher eine Spielaufforderung seitens der jüngeren und auch eine Art von Rangordnung herstellen.

Aus meiner Erfahrung heraus, sollte man das die Hunde wirklich unter sich ausmachen lassen, solange es nicht in ernsten Kämpfen ausartet und erst dann einschreiten ( als Ranghöchster).
Außerdem ist es für gewöhnlich so, daß Rüden und Hündinnen sich nicht wirklich ernsthaft verletzen würden.
Meine Hündin war auch schon 6 Jahre alt, als unser Rüde mit 4 Jahren dazukam.
Da gab es auch schon mal Rangeleien (gibt es auch immer noch), aber da geht es meist darum, daß er sie zurechtweist, wenn sie zu frech wird.
Und wenn es mir zu stürmisch wird gehe ich dazwischen.
hoffe ich konnte dir ein wenig helfen

lieb Grüße
Michi

billymoppel
11.07.2006, 00:13
"Ich bin nicht so der Freund von "Hunde machen das unter sich aus", ist für mich, wie wenn man kleine Kinder einfach alles unternander ausmachen lässt."

das ist einfach nicht das gleiche: ein aufgeladenes spiel mit ernstbezug (spiel um des spielens willen gibt eh nicht) ist nicht das gleiche, wie eine blutige streiterei.
du mischtst dich auch nicht ein, wenn deine kinder sich streiten (oder jedenfalls nicht immer) und solltest du es tun, werden sie ihre auseiandersetzungen in deine abwesenheiten verlegen. deine hunde tun schon das gleiche. sie werden ihre kämpfe kämpfen, ob du es willst oder nicht. mir wäre es lieber, ich dürfte dabei sein
deine hunde brauchen ein stabiles gefüge - was bei dieser alterskonstellation schwer genug sein wird - in allen bereichen ihren lebens.
sicher, sie sind jung und dumm, aber um ihnen innerartliche manieren beizubringen, ist man als mensch nur schlecht geeignet.
wie sieht es mit älteren kompetenzpartnern für eure jugendlichen helden aus? haben sie davon genug und auch häufig genug und auch so genug, wie es sein muss? also notfalls auch mal bis zur totalen unterwerfung? mir deucht aus deinem anderen beitrag, dein rüde hätte es nötig...
ein hunderudel ist keine ansammlung von jesussen und kein insel der glückseligen, es kann aber zufriedener ort sein

kaulquappe
11.07.2006, 11:15
Hallo,

ich weiß jetzt nicht ob ich Dich richtig verstanden habe. Also Du meinst, ich soll mich gar nicht einmischen, wenn sich die beiden fetzen? Du meinst das ist ein bisschen Kompetenzgerangel? Weh tun sie sich ja nicht.

Wir gehen mehrmals in der Woche mit anderen Hunden spazierendie wir eben auch kennen und das funktioniert einwandfrei.

Bei fremden Hunden ist das folgendermassen:

Merlin ist gegenüber Rüden sehr unterwürfig, bis zum gar nicht mehr aufstehen wollen, wenn ein anderer Rüde sehr dominant ist. Mädels gegenüber ist er sehr aufdringlich, wenn er eine gar nicht kennt, ist er nur aufs Besteigen konzentriert. Ist auch ein anderer Beitrag von mir. Vielleicht kannst Du mir hier ja auch helfen. Lilly hat vor nichts und niemand Angst. Wenn Sie sich denn vor anderen Hunden mal unterwirft, steht sie sofort zähnefletschend wieder auf, sobald der andere Hund nachlässt. Wenn sie dann sieht, dass sie nicht mehr bedrängt wird, schüttelt sie sich und spielt weiter.

Viele Grüße

Elke

kaulquappe
11.07.2006, 11:18
Hab nochmal Deinen Beitrag gelesen...

Merlin lässt sich auch durchaus von Hündinnen unterwerfen, wenn er zu aufdringlich ist. Wenn eine stinkig wird, gibt er sofort nach. Aber wenn eine zu gutmütig ist...

Juni
11.07.2006, 20:54
Hallo Elke,

ich glaube, deine Hündin braucht dringend einen Vierbeiner, der ihr Manieren beibringt. Ein erster Schritt dazu wäre sicher, deinen Rüden machen zu lassen. Indem du immer wieder eingreifst, schwächst du seine Position, wenn er versucht, sie zu maßregelen (was sie sehr sehr nötig hätte!) und bestärkst gleichzeitig das aufmüpfige Verhalten der Hündin. Sie macht derzeit permanent die Erfahrung, dass sie sich herausnehmen kann, was sie will, weil immer, wenn es Ernst wird, du da bist, um sie rauszuhauen.

Ich denke aber auch, dass es der Hündin gut täte, öfter mal alleine (ohne den Schutz des Rüden) mit dir unterwegs zu sein und dabei auf Hunde zu treffen, die sich ihre Frechheiten nicht bieten lassen und sie ordentlich unterordnen. Wenn sie das jetzt nicht lernt, wirst du irgendwann eine Hündin haben, die zum einen unverträglich mit anderen Hunden wird (weil sie nur gelernt hat, sich aufzuspielen) und die zum anderen gefährlich lebt, weil sie sich nicht unterwirft. Wenn sie als erwachsene Hündin da mal an die passende Partnerin gelangt, wird das blutig enden.

Schöne Grüße,
Juni

kaulquappe
12.07.2006, 17:02
Bei anderen Hunden weiss die Zicke ganz genau, wen sie trietzen kann und wen nicht. Es gibt Rüden, die gucken sie nur mal an und sie schlägt einen großen Bogen rum, aber das ist eher selten. Merlin beschützt sie auch nicht, das ist eher mal umgekehrt. Es ist mir schon klar, dass das für die Zukunft leider ein Problem werden kann, deshalb gehe ich mit möglichst vielen verschiedenen Hunden laufen...

Mit meinen Unterbrechungen versuche ich eher Merlin zu schützen und nicht sie, ich versuche dann eher ihn"rauszuhauen", das heisst wenn er im Vorteil ist, lasse ich eher mal weiterlaufen, als wenn sie im Vorteil ist.

Wobei ich nicht wirklich weiss, ob er ein Problem damit hat, oder nur ich*gg*. Er hat sie, glaube ich, ziemlich lieb und ist sehr tolerant.

Liebe Grüße

Elke