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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund bellt und verteidigt Revier



walentina22
09.07.2006, 22:34
Hallo!

So, ich bin ein Frischling in Sachen Hundehatung, bzw. ich bin eigentlich ein "unfreiwilliger" Hundehalter: Ich muss jetzt den Hundesitter spielen, weil meine Eltern nicht da sind. Sie haben einen 7 -Monate alten Dobermann. Ich komme nur leider absolut nicht mit ihm klar. Ich hatte immer nur Katzen und kenne mich nicht gut mit Hunden aus. Eigentlich ist er ja ein ganz lieber Kerl und zeigt absolut keine Aggressionen gegenüber Fremden. Jeder, der kommt ist sofort sein Freund. Das Hauptproblem ist, dass er eindeutig ZU VIEL bellt. Er bellt alles, was am Garten vorbeikommt, an. (Wenn jemand reinkommt, dann wird derjenige freudig begrüßt, da bellt er nicht weiter) Auch, wenn er durch das Fenster irgendwelche Fußgänger hört, fängt er an zu bellen. Natürlich versuche ich das Ganze zu unterbinden, aber ich habe wenig Erfolg damit. Ich muss arbeiten (ich arbeite bei meinen Eltern im Betrieb) und da kann ich dem Hund nicht ständig hinterher springen. Besonders schlimm ist es, wenn ich im Kundengespräch am Telefon bin und das Bellen einfach nicht aufhört, bzw. ich nichts dagegen tun kann. Ich habe es schon mit diesem Spray - Halsband probiert, aber Carlos (so heißt er) war schlauer als ich: sobald ich ihm das Halsband angelegt habe, war er still. Aber jetzt reagiert er nicht einmal mehr auf das Spray - er bellt einfach weiter. Wenn wir Gassi gehen, bellt er nie. Das Ganze beschränkt sich nur auf Wohnung und Garten.
Weiß jemand Rat?

Und das zweite Problem ist, dass er nicht alleine bleiben kann. Er jault und bellt. Ich finde es eine ziemliche Unterlassung Seitens meiner Eltern, dass sie ihm nie beigebracht haben, alleine zu bleiben. Ich kann den Hund aber nicht überall mithinschleppen. Denn 1. hört er nicht sehr gut auf mich und 2. muss ich ja auch mal zum Einkaufen, oder zum Arzt, eben dahin, wo er nicht mit kann. Außerdem ist es schon nervig, dass man sich immmer "absprechen" muss, wer den Hund nimmt, wenn mal einer weg muss. Ich habe in diesem Forum gelesen, dass man einem Hund zeigen sollte, wer der Rudelführer ist, d.h. man sollte kommen und gehen können, wann man will, ohne größere Begrüßungs- oder Verabschiedungszeremonien abzuhalten. Nun, leider haben meine Eltern ihm beigebracht, dass, wenn jemand reinkommt, erstmal der Hund begrüßt wird. Das Anspringen haben sie ihm jetzt wenigstens abgewöhnt (ich hab mich irgendwann beschwert und gesagt,dass ich nicht mehr zu ihnen komme, nachdem ich eine Platzwunde am Kopf hatte, weil er mich schlichtweg umgehauen hat und ich an den Türpfosten geknallt bin), jetzt gibt er nur noch Pfote. Also soll ich ihn ignorieren?
Er kann aber ziemlich gut alleine im Wohnzimmer bleiben, bei geschlossener Tür, und dort schlafen, da hat er gar kein Problem mit. Wenn man aber sogar nur kurz aus dem Haus geht (z.B. zum Auto), fängt das Konzert an.
Wie kann ich ihm beibringen, alleine zu bleiben? Habt ihr Tipps?


Walentina

hike
09.07.2006, 22:45
Meine Meinung ist, dass ihr euch prompt eine Hundebox (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundetransportbox) in entsprechender Größe anschaffen sollt. WEnn er alleine bleiben soll, kommt er da rein, da geht dann auch nix kaputt, aber viel wichtiger: Erkann sich NIX tun! Wenn ihr am Anfang immer was leckeres reinlegt findet er die toll.

Zum Bellen: ER scheint ja toll zu melden. Also heißt dass: Aufstehen, gucken gehen, sagen dass es i.O. ist und dann sollte er aufhören. Bald kannst du dann sitzen bleiben!

LG HIke

walentina22
10.07.2006, 10:48
Hi Hike,

es ist ein guter Tipp, hinzugehen, das mache ich ja auch, bloß, es zeigt absolut keine Wirkung, wenn er mal in Rage ist, interessiert ihn nichts mehr. Ich kann neben ihm stehen, lieb auf ihn einreden, ihn anbrüllen - nix. Was hilft, ist die Wassersprühflasche. Bloß, sobald ich wieder weg bin, bellt er wieder los. Heute Nacht hat er das ganze Haus aufgeweckt mit seinem Gebell. Nach dem Endspiel war hier halt was los mit Menschen und Gehupe usw. und er hat nur noch geknurrt oder gebellt.
Ganz schlimm ist es, wenn es plötzlich um 3 Uhr Früh losgeht. Da kann ein Auto vorbeifahren und er flippt aus.
Wenn ich dann hingehe, ist er ruhig, aber nach 5min geht es wieder los. Manchmal steht er auch vor dem Balkon und bellt, was das Zeug hält, obwohl wirklich NIEMAND zu sehen oder zu hören ist. Vielleicht sind die Nachbarskatzen im Garten, aber das wäre auch merkwürdig. Wir haben selbst einen Kater und sie sind die besten Freunde. Sie schlafen zusammen und kuscheln und spielen. Und dass eine Katze draussen ist, ist er auch gewöhnt - der Kater ist ein Freigänger. Und ansonsten reagiert er auch nie auf Katzen. er beachtet sie nicht mal, wenn sie sich aus Versehen in unseren Garten verirren.

Ich verstehe ja, dass er eigentlich ein Wachhund ist, dafür sind Dobermanne ja gezüchtet worden, aber, was zu viel ist, ist zu viel. Meine Eltern haben zwar eine Eigentumswohnung mit einem riesigen Garten, aber ich warte nur noch darauf, dass sich die Nachbarn beschweren. ICH halte es ja kaum noch aus, was soll man da von den armen Leuten sagen.

Also wenn jemand irgendeinen Tipp hat, bitte meldet euch! Ich hab seit einem Monat keine Nacht mehr durchgeschlafen und es stehen mir noch 3 Wochen alleine mit ihm bevor!

Walentina

himmelhund
10.07.2006, 15:06
Hi Walentina !
Puh, das ist ja echt ein Härtefall:sporty:
1. Der Tipp mit der Hundebox (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundetransportbox) ist gut! Würde die Box an einen ruhigen Ort in der Wohnung stellen und die Sicht nach draußen vermeiden ( zur Not Box in Richtung Wand stellen ) - eventuell kannst du auch ein Handtuch drüberhängen, damit Hundi nicht rausschauen kann.

2. Vergiss das mit der Sprühflasche - die wird ihm bald so egal sein wie das Halsband.

3. Wenn du zu Hause bist und er bellt, ruf ihn zu dir und lenke ihn ab ( Spielzeug,...)

4. Nachts die Fenster zu und en Hund möglichst in deine Nähe, damit du schnell eingreifen kannst

Wenn er auf Ablenkung das Bellen einstellt - Belohnen

fürs erste fällt mir nicht mehr ein

viel Glück

Michi

walentina22
10.07.2006, 15:37
Hey Michi,

also das mit der Box ist wirklich keine schlechte Idee.
Meine Tante sagt, ich soll den Hund aber lieber ins Schlafzimmer meiner Eltern sperren und die Vorhänge zuziehen. Er ist halt ein Riesenhund und da hätte er eindeutig etwas mehr Platz und den vertrauten Geruch nach Herrchen und Frauchen :love:

Außerdem ist das sein Lieblingsplatz in der Wohnung und er liegt zu gerne unter dem Bett.
Soll ich ihm was Leckeres dalassen, wenn ich gehe? Oder lieber den Kater miteinsperren, damit er Gesellschaft hat?

Und, wie gesagt er war ganz schön perplex, als ich angefangen hab, den Gartenschlauch anzubrüllen ;-)

Seitdem hat er übrigens nicht mehr gebellt. Vielleicht hilft´s ja echt was %-)

Gruß, W.

jeto
10.07.2006, 20:56
Tach zusammen!
Fakt ist: Dobermann:Wachhund. Richtig!
In diesem Falle wohl ein sehr effizienter Wachhund! :D

Ohne Frage aber wird dem Bellen auch dadurch Vorschub geleistet, dass der Hund nicht, wie in der freien Natur, durch Flucht oder Angriff reagieren kann und sich daher auf das Bellen verlegt.
Wie ist es denn, Walentina, wenn Du einfach sein Bellen ignorierst? :schmoll: Vielleicht will er Dich beschützen und wenn Du jedesmal "dazuspringst" oder in irgendeiner anderen Weise reagierst, ist es für ihn ja eine Bestätigung.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Du nervlich ganz schön runter bist! :sporty:

Erst mal alles Gute!
jeto

walentina22
11.07.2006, 08:24
Hallo zusammen,

es gibt tatsächlich Erfolgserlebnisse an der Carlos-Walentina-Front zu vermelden :wd:

1. gestern ist er schon 1 / 2 Stunde (ich hab´s langsam
gesteigert, über den Tag verteilt) alleine zu Hause geblieben - ohne Jaulen, Heulen, Bellen o.ä.! (ich hab einpaar Runden um den Garten gedreht). Er war im Schlafzimmer, die Vorhänge waren zu und ich hab Musik laufen lassen. Ganz leise, aber anscheinend hat es ihn beruhigt. Also, vielleicht wird des ja no was :D

2. das Bellen.
Danke Jeto :hug:. Ich hab ihn und sein Gebelle ignoriert. Gestern um 21.26 h hat er das letzte Mal gebellt :tu: Und das auch nur ganz kurz. Als keinerlei Reaktion von mir kam, hat er mich fragend angesehen, hat sich dann auf seinen Platz gelegt und war ruhig. Vielleicht waren es ja auch noch die Nachwirkungen vom Schlauch - Runtermachen...Aber, ich probiere es weiter.

Eine Frage, hat jemand von euch Probleme mit Wachstumsschmerzen gehabt? Der Arme humpelt und lahmt und kriegt so Knochenaufbau - Tabletten mit Korallen und Bachblüten zur Beruhigung, damit er nicht ganz so wild durch die Gegend rennt und sich noch mehr tut. Dabei guckt er ganz traurig aus der Wäsche :0(

W.

jeto
11.07.2006, 21:04
Hallo walentina,
na, das hört sich ja schon gut an! :) Hoffentlich sind Deine Eltern auch so konsequent in der Erziehung bei ihrer Rückkehr. Denn alleine sich überlassen darf man so einen jungen Hund sich nicht (sollte man eigentlich keinen Hund-und Katze und das ganze Getier, was menschliches Gezärtel braucht!). -Vernünftige- Erziehung tut keinem Hund weh. :)
Ich denke, das mit dem Alleinesein packt er auch schnell. Vor unserer Toni holten wir eine 7jährige Hündin aus dem Tierheim. Sie war es nicht gewohnt alleine zu sein. Musste sie aber bei uns. Die alte Lady hat das hervorragend gepackt! Hat noch schöne Jahre bei uns gehabt. :love:

Liebe Grüsse
jeto & Toni :kraul:

hike
16.07.2006, 12:47
PLATZ:

genau darum geht es ja! Die meisten Hunde mögen dien "enge", wenn sie sie kennengelernt haben. Es ist ein Ort der Sicherheit! Außerdem bestärkt es deine "Rudelführungsposition", du kannst ihn hinschicken! Unserer ist auch eher ein Beller, aber seit er die Box hat, hat es sich deutlich minimiert. Jeder Hund sollte eine haben!

LG Hike