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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Personenschaden beim Gassi Gehen



Beagletim
26.06.2006, 17:12
Das Landgericht Berlin hat in einem Beschluß vom 16. Juni 2006, AZ: 53 T 43/06, u.a. das Folgende entschieden. Wer den Hund eines anderen ausführt, ist für Schäden, die der Hund verursacht nicht verantwortlich. Damit der den Hund Ausführende zum Schadenersatz für vom Hund verursachte Schäden heran gezogen werden kann, muß er sich vertraglich gegenüber dem Hundehalter verpflichtet haben. Allein der Umstand, daß der Ausführende den Hund eines anderen bei sich hat, beweist aber noch nicht das Bestehen eines Vertrages zwischen Hundehalter und Ausführenden.

Wenn also jemand den Hund seines Nachbarn mit nach draußen nimmt, ihn frei laufen läßt und der Hund z.B. ein Kind beißt, hat das Kind keinen Schadenersatzanspruch gegen denjenigen, der den Hund mit nach draußen genommen hat. Dieser könnte allenfalls bei Vorsatz zum Schadenersatz heran gezogen werden. In jedem Falle ist der Hundehalter der einzig Verantwortliche für die Zahlung von Schadenersatz, auch wenn er keinen Einfluß darauf hat, ob der Nachbar den Hund frei laufen läßt oder angeleint ausführt.

Das gilt sowohl für Schäden an Sachen wie auch an Personen.

Beagletim

dotti
27.06.2006, 14:54
hallo zusammen ..

weiß jemand, wie es sich verhält ,wenn jemand den anlagehund ) in diesem fall einen rotti-mix ) mit gassi nimmt???

er hat den wesenstest mit seinem besitzer bestanden und die leinen und maulkorbbefreiung!!!!

meines wissens muß ]jeder[/B] der mit dem hund unterwegs ist den test machen !!!!
oder ist das anders (warscheinlich kommt es auf das bundesland an?? in bayern???)

wer kennt sich da aus oder wo kann man das nachlesen - ev. auch gerichtsurteile??

danke
gruß dotti:cu:

bissiger Hund
27.06.2006, 15:21
Der Hund hat die befreiung und ist somit den übrigen Hunden gleichgestellt.

Kannst ihn also beruhigt mtnehmen.

Beagletim
28.06.2006, 12:12
Ich möchte auf die Anfrage von Dotti zurück kommen. Leider hatte ich gestern keine Zeit, zum Antworten. Es gibt Tage, da ist im Büro die Hölle los und an anderen hat man eben Zeit.

Die von Dir angesprochene Frage fällt nicht ins Zivilrecht sondern ins Verwaltungsrecht. Hier ist nach dem jeweiligen Hundegesetz des jeweiligen Bundeslandes zu prüfen, wie der Sachverhalt dort geregelt ist. Wenn also jemand einen sogenannten Listenhund eines anderen Eigentümers ausführt, ist dem zivilrechtlich nichts entgegen zu halten. Es ist also zulässig. Das jeweilige Hundegesetz kann aber vorschreiben, daß auch der Ausführer einen Eignungsnachweis vorweisen muß. Dann wäre die zivilrechtliche Zulässigkeit durch die verwaltungsrechtliche Unzulässigkeit abgeblockt, was bei Zuwiderhandlungen u.U. zur Zahlung von Ordnungsgeld führen kann. Verursachte ein solcher Hund beim Ausführen einen Schaden, auch wenn der Ausführende den Nachweis nicht hat, ist der Ausführende hierfür nur dann verantwrtlich, wenn er mit dem Eigentümer einen Vertrag über das Ausführen geschlossen hat. Das wird in der Gerichtspraxis bei reiner Nachbarschaftshilfe überwiegend verneint.Für TRierschäden ist prinzipiell der Halter des Tieres verantwrotlich (Gefahrenhaftung), auch wenn er auf das Tun seines Tieres keinen Einfluß nehmen kann.

Alles klar? - Beagletim

OESFUN
29.06.2006, 09:44
Der Hund hat die befreiung und ist somit den übrigen Hunden gleichgestellt.

Kannst ihn also beruhigt mtnehmen.

In NRW z.B. ist es so, das die "Befreiung" nur für die Person gilt, die den Test mit dem Hund macht - ein evtl. Gastführer des Hundes ist damit NICHT berechtigt, den Hund ohne Maulkorb und unangeleint zu führen.

Birgit

Piete
30.06.2006, 07:17
In Hamburg ist´s, glaub ich zumindest, jetzt auch so wie Hovi geschrieben hat, oder zumindest ist´s da so im Gespräch die sind da ja jetzt wieder aktuell am Ändern.

Mel

OESFUN
30.06.2006, 09:45
@Piete

Hovi hat doch hier gar nichts geschrieben:rolleyes: - vielleicht im Thread verrutscht;)

LG Birgit

Piete
03.07.2006, 11:31
:rolleyes: Nee, hab mich nur zu kurz gefasst...

Ich meinte das in Bezug darauf, dass Hundeverordnungen auf Länderebene verschieden sind und da eben auch der Wesenstest und was da mit dran hängt.
Mir fällt das nur immer wieder stark zwischen Hamburg und Berlin auf, da ich häufiger mal zwischen diesen Städten pendel.

Gruß Mel

dotti
17.07.2006, 15:52
hallo zusammen

danke für eure stellungnahmen.
hab schon vermutet , das es unterschiede in den bundeslandern giebt.
danke gruß dotti:cu: :cu: