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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : alleine bleiben



SandyCheeks
26.06.2006, 12:43
Hallo ihr lieben Leute!
Ich brauche eure Hilfe!! Ich habe einen jungen Golden Retriever (7 Monate) und er ist eigentlich wirklich lieb und brav.
Aber er kann einfach nicht alleine bleiben. Ich weiß, er ist noch sehr jung, aber es ist ja nicht so, dass er stundenlang alleine sein muss, nur zum Arzt, einkaufen etc. kann ich ihn einfach nicht mitnehmen. Er macht nichts kaputt, knabbert nichts an, ABER: Er winselt und heult und bellt!
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, ich habe alles versucht: ich habe ihn schrittweise versucht daran zu gewöhnen, angefangen mit ein paar Minuten aus dem Zimmer gehen. Alles kein Problem, wenn ich im Nebenzimmer bin, ist er ruhig.
Ich habe ihn auch schon in die 2 Räume, in die er darf, wenn er alleine ist, eingesperrt, bin in den Vorraum, habe die Haustüre auf und zu gemacht und ganz ruhig gewartet, um zu schauen wie er reagiert: er machte keinen mucks!!
Aber wenn ich längere Zeit wirklich außer Haus bin und zurückkomme, höre ich schon von Weitem sein bellen und winseln.
Ich habe ihm bereits den Fernseher angelassen, einen Kong mit Streichwurst gefüllt, ihm ganz besonderes Spielzeug gegeben, dass er sonst nicht bekommt – zu allem dazu ein getragenes, verschwitztes T-Shirt von mir (yummy :b ;) ), damit er meinen Geruch hat.
Es hat alles nichts genützt! Ich bin verzweifelt:0( ! Habt ihr vielleicht Rat für mich??

bissiger Hund
26.06.2006, 12:59
Hallo SandyCheesks,

wnn der Hund so richtig jault und kläfft dann stürmst du ins Zimmer rein, rennst am Hund vorbei und beachtest ihn gar nicht. Stürmst auf irgend was zu was möglichst weit vom Hund entfernt ist und "scheißt" die so richtig zusammen. Mach so richtig Krach. Dreh dich dann wortlos um um geh wieder ohne den Hund zu beachten.

Wenn er dann ruhig ist gehst du ganz normal rein, als ob nichts gewesen wäre.

Schonen Gruß vom bisschen Hund

SandyCheeks
26.06.2006, 13:11
Dankeschön:) ! Das ist an und für sich keine schlechte idee, aber sobald ich die haustüre aufmach, ist er still! Soll ich s trotzdem machen? Bringt das dann überhaupt noch was? :confused:

bissiger Hund
26.06.2006, 13:30
Und abwarten ob er wieder anfängt?
Klar, wenn er ruhig ist bringts nix. Hast du evtl. jemand anderes, der dies machen kann? Nachbarn, Bekannte die bereits im Haus sind? Sonst wüßte ich erst mal nichts anderes.

Gruß vom bisschen Hund

SandyCheeks
26.06.2006, 13:38
Nein, hab leider niemanden, der das machen könnte. Ich hatte auch schon mal die "glorreiche" Idee, ein Handy mit Lautsprecher aktiviert auf dem Tisch liegen zu lassen, und ihn vom anderen Handy aus anzuschreien :rolleyes: . Er hat trotzdem weitergebellt. War wahrscheinlich doch eine schlechte Idee.
Aber ich bin ernsthaft extrem, wahnsinnig, enorm verzweifelt!! Sein Verhalten ist ja für nachbarschaftliche Bindungen auch ziemlich schlecht... Ich frage mich, was ich falsch mache, warum ich das einfach nicht hinkriege... :0(

bissiger Hund
26.06.2006, 14:08
Verzwickte Situation,

eine Möglichkeit sehe ich noch, obwohl ich ansonsten davon nicht begeistert bin.
Sprühhalsband. Ist natürlich der Einsatz ensprechend vorsichtig zu handhaben. Denn es darf natürlich nur beim bellen losgehen und dies muß sichergestellt sein. Auch mußte dazu bekannt sein wie "stabil" dein Hund ist.
Tut mir leid, daß ich dir erstmal nicht weiterhelfen konnte.

Herzliche Grüße vom bisschen Hund

SandyCheeks
26.06.2006, 14:23
hab ich mir auch schon überlegt, aber ich weiß nicht, ob sprühhalsband so gut ist, weil er ja nicht wirklich böse ist, dass ich weg bin, sondern traurig und verzweifelt. Und ihn dann auch noch so zu bestrafen?

VerenaD
26.06.2006, 14:28
Hallo Sandy!

Den Tip den Du bis jetzt gekriegt hast :man: , naja, was der Kleine dabei in Bezug auf das Alleinebleiben lernen soll ist mir schleierhaft. Was er aber auf jeden Fall lernt: Frauchen hat manchmal nen gehörigen Knall, ob ich der weiterhin überhaupt trauen kann?

Aus Deinen Erzählungen lese ich heraus, daß das Abschiedszeremoniell etwa so aussieht:

Bevor Du gehst, bestückst Du den Kong oder suchst andere Leckereien zusammen, legst sie Deinem Hund dann hin und verabschiedest Dich, streichelst den Kleinen vielleicht nochmal und machst dann die Tür hinter Dir zu. Dann beschäftigt sich Dein Hund erstmal mit Kauknochen, Kong oder was auch immer. Ist er fertig, fängt er an zu wimmern.

Kommt das hin?

Als erstes würde ich Dir empfehlen, das Abschiedszeremoniell komplett zu streichen. Wenn Du den Wauz vor dem Gehen ignorierst, ist für ihn keine so große Veränderung zwischen "Frauchen beschäftigt sich mit mir" und "ich bin ganz allein". Außerdem kannst Du so den Hund auch daran gewöhnen, daß Du einfach gehen und kommen kannst wie es Dir passt.

Ich würde an Deiner Stelle das Alleinebleiben nochmal komplett neu aufbauen (ich weiß ;) viel Arbeit!!!).

Dabei gehst Du folgendermaßen vor: etwa 10 Minuten bevor Du gehst, fängst Du an den Hund zu ignorieren (nicht ansprechen, nicht anschauen, nicht anfassen, nicht mal an ihn denken :rolleyes: ), dann stehst Du einfach auf, verläßt das Zimmer und lehnst die Tür hinter Dir an, nach kurzer Zeit (die Du nach und nach verlängerst) gehst Du wieder ins Zimmer, weiterhin ignorieren, egal ob er an Dir hochhopst oder nicht bis er sich ganz sicher wieder beruhigt hat.

Auch wenn er ruhig ist, wenn Du aus dem Zimmer gehst, ich würde das ganz langsam aufbauen, sicher ist sicher. Machst Du zu große Schritte rächt sich das bitter und Du brauchst schlußendlich noch mehr Training.

Die weiteren Schritte wären Zimmertür komplett schließen (Zeitraum langsam verlängern, dabei in der Wohnung hantieren, Schuhe anziehen, Schlüsselbund, Abendessen vorbereiten... Wohnungstür öffnen und schließen) und schließlich die Wohnung verlassen. Anfangs nur kurz, wenn Du dann den Zeitraum verlängerst, komm auch zwischendurch mal ganz schnell wieder.

Wenn Du nach Hause kommst, den Hund nicht beachten, bis er sich komplett beruhigt hat. Erst dann rufst Du ihn zu Dir.

Du brauchst halt ne Menge Geduld, aber ich kenne nur wenige Hunde, die es nach dieser Methode nicht schaffen.

Meine eigene Maus ist eine dieser Ausnahmen :o , das hab ich jetzt erfolgreich mit dem Training mit einer Hundebox in den Griff bekommen. Sollte oben geschriebenes nicht klappen und Du möchtest dazu Tips haben, Du weißt ja wo Du mich finden kannst :cu:

Liebe Grüße! Verena

dotti
26.06.2006, 14:49
hallo sandy,

kann verena nur zustimmen :tu: , nimm dir genug zeit, und gehe in kleinen schritten vor. alles andere ist völlig kontraproduktiv und verunsichert deinen hund. du sollst für den kleinen berechenbar und vertrauenvoll sein.:sn:

gruß dotti:cu:

SandyCheeks
26.06.2006, 14:49
Dankeschön Verena! Tja, ich werds versuchen :) ! wird wieder ziemlich viel arbeit werden, aber was macht man nicht alles für diese kleinen vierbeinigen rabauken :love: !
Ich hoffe, dass es dann in einiger zeit funktioniert, und wenn nicht, werde ich gerne auf dein angebot zurückkommen!

bissiger Hund
26.06.2006, 15:29
hallo sandy,

kann verena nur zustimmen :tu: , nimm dir genug zeit, und gehe in kleinen schritten vor. alles andere ist völlig kontraproduktiv und verunsichert deinen hund. du sollst für den kleinen berechenbar und vertrauenvoll sein.:sn:

gruß dotti:cu:

Ach so, NUR DU hast wohl die weißheit mit dem löffel gefressen?

NinaV
26.06.2006, 16:40
Hallo SandyCheesks,

wnn der Hund so richtig jault und kläfft dann stürmst du ins Zimmer rein, rennst am Hund vorbei und beachtest ihn gar nicht. Stürmst auf irgend was zu was möglichst weit vom Hund entfernt ist und "scheißt" die so richtig zusammen. Mach so richtig Krach. Dreh dich dann wortlos um um geh wieder ohne den Hund zu beachten.

Wenn er dann ruhig ist gehst du ganz normal rein, als ob nichts gewesen wäre.

Schonen Gruß vom bisschen Hund

Hallo bisschen Hund,

das habe ich für das Training des Alleine bleibens noch nicht gehört, allenfalls in Zusammenhang mit unerlaubtem Fressen von Dingen, die draußen rumliegen.
Könntest Du mir hier mal näher erläutern, welcher Lerneffekt für den Hund hinter dieser Trainingsform steckt? Was soll er da verknüpfen?

Danke und Gruß
Nina

Carlina
26.06.2006, 19:43
Bei uns war´s genauso, wir haben auch mit wenigen Minuten alleinlassen angefangen, ganz langsam gesteigert. Aber sobald es ernst wurde und er mal ne viertel oder ne halbe Stunde allein bleiben sollte ging das Geheule los. Komischerweise hat es sich erst gelegt, nachdem ich mir keinen Stress mehr gemacht hab, mir also gedacht hab: okay, dann heul eben, ich hab trotzdem gute Laune. Ganz offensichtlich hat der Hund gespürt wenn ich nervös wurde, weil ich ihn allein lassen werde. Obwohl ich mich bemüht hab grade keine Abschiedsszene zu machen. Die Hunde merken, was echt und was Theater ist.

schulz
28.06.2006, 12:39
Hallo,

ich würde auch ignorieren. Wenn ich das Haus verlasse, gehe ich einfach ohne Kommentar, ohne Abschied. Nun vertraut mir unsere Hündin aber auch, denn sie weiß ich komme immer wieder. Davor hat deiner vielleicht Angst, das er alleingelassen wird und du nicht zurück kommst.
Andererseits mußt du dir das Recht nehmen zu kommen und zu gehen wie es dir beliebt.
Da es bei euch noch andere Bewohner im Haus giebt, kann ich natürlich verstehen, daß du keine Lust auf Streit mit Diesen hast.
Falls dein Hund einen festen Platz hat ( Korb, Decke usw. ) schicke ihn mehrmals am Tag dorthin. Beachte ihn kaum und mache kein Theater wenn du gehst. Der Hund spürt dein "schlechtes Gewissen" und denkt, hier stimmt was nicht.
Wenn der Hund auf seinen Platz liegt, dann bewege dich frei in der Wohnung, gehe mal in dieses oder jenes Zimmer, wasche ab oder putze Fenster, das alltägliche halt und achte darauf, das der Hund dir nicht folgt. Lasse es einfach nicht zu. Bring ihn auf seinen Platz zurück und lobe ihn zwischendurch kurz, falls er liegen bleibt wenn du das Zimmer wieder betrittst.
Wenn du das Zimmer wieder betrittst und er verläßt seinen Platz um dich stürmisch zu begrüßen, dann ignoriere das. 5 Minuten langen da schon, obwohl es uns Menschen viel länger vorkommt, denn wer ignoriert schon etwas was man liebt ? ( aus Menschensicht ) Gehe auf nichts ein, weder auf Spielaufforderung, noch auf Einfordern von Streicheleinheiten. Beachte ihn nicht.
Allerdings mußt du dir schon Zeit dafür nehmen. Er muß erkennen, das du verläßlich bist und immer wieder kommst und ihn nicht im Stich läßt. Das du dich nicht von ihn kontrolieren läßt, sondern das du die Kontrolle hast. Überteibe es Anfangs nicht und laß ihn nur ein paar Minuten allein. Für den Hund spielt es im Moment keine Rolle, ob du eine Minute weg bist oder eine Stunde. Er ist halt allein und damit fühlt er sich so gar nicht wohl...:eek:
Tierheimhunde haben oft dieses Problem, da sie das Verlassensein oft kennen. Aber auch das bekommt man mit Geduld und Spucke noch hin und du auch....:tu:
Tschüß Petra und Luri

Katzenohr
28.06.2006, 14:10
Unsere ist jetzt zweieinhalb und macht erst seit zwei Monaten keinen Terror mehr, wenn sie allein bleiben soll - genau ab dem Moment, da Herrchen und Sie bei mir eingezogen sind. Aus irgendeinem Grund ist sie scheinbar erst jetzt der Meinung, dass, egal was passiert, sowohl Herrchen als auch ich wiederkommen... Komischer Hund. Evtl. kann mir das ja mal jmd erklären...

@Sandy: Prob beim Alleinlassen ist ja immer, dass der Hund nicht weiß "wie lange ist sie weg?" "Kommt sie wieder?" "Tut mir irgendjemand was, wenn ich allein bin?"

Letzteres sollte ja kein Problem sein, wenn der kleine sich in deiner Wohnung wohlfühlt. Ansonsten pack ihn bevor du gehst in sein Lieblingszimmer.

Die beiden anderen Sachen sind nicht ganz so leicht. Ganz ignorieren, wie Verena es meint, halte ich für zu krass. Machs wie Schulz vorschlägt, fang klein an: Schick ihn an seinen Platz, geh ganz normal mit ihm um - also ruhig ein lieber Blick, kurz übern Rücken streicheln, dann raus aus dem Zimmer, ohne dich weiter umzudrehen, ohne Abschiedszeremonie und nach ein paar Minuten wieder rein. Wenn er dich begrüßt, zurückstreicheln, aber ebn nicht zu ausgedehnt- einmal reicht- und dann ganz normal weitermachen, Buch lesen, Spülen, irgendwas normales, wo der Hund ebn nicht dran beteiligt ist.
Dann dehnst du das immer länger aus, gehst ganz aus der Wohnung. Gib ihm einen Kauknochen, wenn du länger gehst, sag "Tschüss" und fertig.
Im Moment weiß er, dass du nervös oder gar ängstlich bist, wenn du gehst - weil er dann ja immer Terror macht, also kriegt er noch mehr Angst. Und wenn du ihn dann auch noch ewig verabschiedest ist für ihn natürlich klar "Die geht mitten in was ganz Gefährliches und kommt vielleicht nie, nie wieder!" Deswegen, fang nochmal von vorn an, wie Verena schon sagte, lass es langsam angehen und ignorier ihn, wenn er zu sehr klebt und du das herzerweichenste Jammern noch vor der Haustür hörst. Er kapiert es schon irgendwann...