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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wir möchten Fehler bei der Erziehung unseres Welpen vermeiden



pit123
21.06.2006, 18:55
Hallo zusammen,

wir haben im Moment noch kein Problem, würden uns aber über Tipps von den "Profis" freuen.

Wir haben seit 1 1/2 Wochen einen kleinen Welpen, gut 9 Wochen alt. Mischling aus Schäferhund und Labrador. Meine Frau (45) und ich (47) haben schon immer Hunde gehabt, mussten uns aber noch nie um das "Welpentum" kümmern.

Zwei Dinge bereiten uns nun ein wenig Kopfzerbrechen:

1. Nach einer Woche völliger "Hundelei" zum Eingewöhnen muss sich unser kleiner Liebling nun daran gewöhnen, dass er auch mal ein bisschen alleine gelassen wird. Gerade morgens jammert und winselt sie non-stop, im Laufe des Tages geht's.
Sie hat einen großen umzäunten Garten zur Verfügung, wird also nicht in ein Badezimmer oder einen Zwinger gesperrt. Fühlt sich aber eben einsam.
Nun könnte ich (bin selbstständig) zwar mal alle halbe Stunde für 2-3 Minuten nach ihr sehen und ein Mini-Spielchen machen, aber wäre das gut?
Wie machen wir's am besten?

2. Da haben wir ein kleines "Beißerli". Füße, Hosen und besonders Stoffe sind scheinbar zum Annagen unheimlich interessant.
Es werden allerdings nur wir gebissen, gegenüber Fremden kein Problem.
Die kleinen Bisse können wir nun schon noch ertragen, aber wir wollen da nichts falsch machen. Unser Hund soll später auch für Besucher ein liebes Kerlchen sein und nicht 'rumpöbeln.

Wie sollen wir es (sie) "anpacken"?

Besten Dank im Voraus für eure Tipps!

Peter

Juni
21.06.2006, 19:30
Hallo Peter,


Sie hat einen großen umzäunten Garten zur Verfügung, wird also nicht in ein Badezimmer oder einen Zwinger gesperrt. Fühlt sich aber eben einsam.
Für einen Welpen gilt: Je mehr Raum zur Verfügung steht, desto größer Stress und Einsamkeit. Ein Welpe allein in einem Garten ist verloren. Das Badezimmer wäre in diesem Fall der bessere Platz, um das Alleinbleiben zu trainieren. Es ist auch innerhalb der Wohnung leichter zu trainieren, einfach mal eine Tür zwischen euch und dem Welpen zuzumachen. Anfangs nur für ein paar Sekunden, dann einfach wieder auf, Welpen nicht weiter beachten und gut. Das macht man jeden Tag 10-15 mal und verlängert allmählich die Zeiten auf ein paar Minuten. Wichtig ist, die Tür niemals dann zu öffnen, wenn der Welpe jammert.

Wenn der Welpe in eurer Anwesenheit problemlos eine halbe Stunde alleine in einem Zimmer bleibt (Tür zu), könnt ihr anfangen, außer Haus zu gehen. Länger als 2 Stunden sollte er bis zur 16. Woche nicht allein sein, weil sich das negativ auf die Stubenreinheit auswirken kann.

Das Zwicken gehört für mich zu den Dingen, die ein Welpe nicht zu tun hat. Ich bin in diesem Fall immer für klare Ansagen: Ein deutliches "NEIN!" verbunden mit einem Griff in den Nacken und ein Runterdrücken auf den Boden, wo er so lange festgehalten wird, bis er sich nicht mehr wehrt. In dem Augenblick, wo er aufhört zu kämpfen (nicht früher, sonst hat der Hund gewonnen), wird losgelassen und man geht zur Tagesordnung über, indem man z.B. ein kleines Spielchen anbietet. Wenn man das richtig macht, reichen in der Regel ein oder zwei derartige Ansagen und der Hund weiß, dass er das zu lassen hat. Das Ganze ist vergleichbar damit, wenn ein Welpe einen Althund immer wieder belästigt. Dann kriegt er einen ordentlichen Rüffel und danach ist die Sache meist gegessen.

Schöne Grüße,
Juni

dotti
21.06.2006, 22:17
hallo peter
ich kann juni´s tips nur bestätigen, :tu:
machs doch mal umgekehrt - übe alle halbe stunde für ein paar sekunden das alleine bleiben.las dem kleinen zeit -- überfordere ihn nicht.:eek: er soll das aileine bleiben mit nichts negativen verbinden -
wenn du zuhause arbeitest:compi: ist es ja ideal - da stehst du nicht unter zeitdruck - denn geduld und zeit brauchst du..

viel spaß mit der maus:kraul:

gruß dotti:cu:

pit123
22.06.2006, 11:50
Hallo Juni, hallo Dotti,

vielen Dank für eure Tipps. Das sind konkrete Ansagen,
die wir gleich mal umsetzen werden.

Viele Grüße
Peter

shock63
11.07.2006, 11:30
Hallo Peter,
ich empfehle dir ein Buch das du lesen solltest. Dein Hund wird nicht klein bleiben und du oder ihr müsst die Hundesprache lernen. Dein Hund versteht dich nicht anders. Du tust dir und deinem Hund keinen Gefallen wenn du das nicht beherzigst.
Ich habe seit meiner Kindheit Hunde geführt und mit bzw selbst ausgebildet. Dieses Buch Buch empfehle ich jeden der sich etwas in die Psyche eines Hundes auskennen möchte. Viele, wenn nicht alle Probleme beruhen darauf das der Hund zum "Menschen" gemacht wird. Er kann das nicht verstehen!Dein Hund braucht einen Zwinger. Mögen mich auch viele Tierfreunde wieder verdammen ist mir egal. Dieser Zwinger ist sein Platz wenn du nicht da bist bzw du Besuch hast. Ich habe auch ein großes Grundstück, aber mein Hund darf sich frei darauf bewegen wenn ich es will. ist zwar auch 90% des Tages, aber es ist sein zu Hause. Das Haus ist mein zu Hause und das weiß Basko (mein Hund 18 Monate). Viele Dinge die ich eben gelesen habe - z.B. alles anpinkeln usw. kannst du damit vermeiden. Dein Hund ist noch jung - teste es selber. Ich empfehle dir erst einmal:
"Vom Welpen zum idealen Schutzhund" von Manfred Müller
ISBN: 3-88627-160-9
Hört sich vielleicht wichtigtuerich an. Versuch es einfach. Lass weg was du nicht braucht. Schaffe eine Basis (dein Hund braucht einen Chef der befiehlt und sich in allen Situationen als der Rudelführer erweist).
Mein Hund hat es mir erst vor kurzem bewiesen. Ich trainiere meinen Hund nicht direkt auf absoluten Schutzdienst.
1: mir fehlen die Partner
2: ich passe mich der Umgebung an (Nachbarn etc.)

Trotzdem habe ich mich mit meinem 21jährigem Nachtbarn freudschaftlich gebalgt und obwohl Basko ihn von klein auf kennt (und er auch in meinem beisein mit ihm spielt) ist er ihn angesprungen und wollte beißen.

Also Peter wenn ich dein Interesse etwas geweckt habe schreibe ruhig.

Steffen

pit123
11.07.2006, 12:23
Hallo Steffen,

vielen Dank für deine Hinweise.

Im Moment kommen wir prima klar. Im Alter von nun 12 Wochen verzichtet unsere Kleine auf jedes Dominazverhalten. Stattdessen klappen die ersten Übungen (Komm, Sitz, PLatz, NEIN!) schon sehr gut.

Ich richte mich nach den Vorschlägen von Thomas Baumann aus "Was Hündchen nicht lernt... Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen " und "...damit wir uns verstehen. Die Erziehung des Familienhundes."

Beide Bücher kann ich nur empfehlen.

Peter