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ruth_kyno
02.06.2006, 20:52
hallo
hab gerade etwas auf der seite der hessischen polizei über die polizeihundeausbilding gelesen, dass mich ehrlich gesagt geschockt hat:
"Die oft proklamierte zwangsfreie Ausbildung von Hunden ist nicht erfolgversprechend und letztendlich zum Scheitern verurteilt."
und diese hunde sollen uns dann vor verbrechern schützen! die hundeführer machen sich doch selbst zu diesen!!!
würde gerne mal eure meinung darüber hören.

Juni
02.06.2006, 22:09
Hallo Ruth-Kyno,

Polizeihunde müssen innerhalb kürzester Zeit funktionieren. Sie sind Staatseigentum, kosten Geld und das ist knapp. Mit (Stark-)Zwang geht das erfahrungsgemäß schneller als über positive Motivation. Eingesetzt wird dieser primär im Bereich der Unterordnung und des Schutzdienstes, während in den jeweiligen Spezialisierungen (wie z.B. Sprengstoffsuche) eher über positive Verstärkung gearbeitet wird. Jeder Polizeihund - egal für welchen Bereich er sonst ausgebildet wird - muss eine Schutzhundausbildung haben und dabei auch wirklich beißen. Aus diesem Grund werden gerne Hunde genommen, die auf Grund von Angst und Unsicherheit z.B. aus dem rein sportlichen Schutzdienst ausgemustert wurden oder sonstwie durch Aggression aufgefallen sind. Welpen kommen nur selten zum Einsatz, da die Aufzucht zu lange dauert und damit wieder unrentabel wird. Zudem bevorzugt man schnell ausgereifte Hunde mit hoher Unterordnungsbereitschaft. Aus diesem Grund findet man klassische Gebrauchshunderassen wie Hovawarte, Riesenschnauzer und Rottweiler selten bis nie bei den Polizeihunden, da sie sowohl spätreif als auch vergleichsweise eigenständig sind.

Viele Polzeihunde sind tickende Zeitbomben, und ich möchte niemals in die Lage kommen, von einem solchen Hund "gestellt" zu werden. Von Dorit Feddersen-Petersen gibt es ein Gutachten über tierquälerische "Ausbildungs"methoden bei Polzeihunden, bei dessen Detailschilderungen dem Leser übel wird.

Der Druck, unter dem Polzeihundeführer stehen, ist enorm, und wie in so vielen Bereichen sind es auch hier die Strukturen, die die Menschen beherrschen. Das entschuldigt das Verhalten Einzelner nicht, kann es aber zumindest erklären. Auch wenn man berücksichtigt, dass in manchen Fällen der Zweck manches Mittel heiligt und z.B. im Einsatz der Schutz eines Menschenleben über das eines Hundes gestellt werden muss, ist jedoch die Polizeihundeausbildung mit Sicherheit eine Sache, über die man sehr kritisch nachdenken sollte.

Schöne Grüße,
Juni

dotti
08.06.2006, 22:17
habe selbst einmal 1980-1985 eine schäferhund bis zur SchH 3 geführt natürlich im sportbereich. aber auf unserem Platz trainierten auch diensthundeführer....und wie es da "ab ging " konnte ich mit eigenen augen erleben.
die hunde sind nur mittel zu zweg.

Aber bei der gelegenheit sollte man die vielen jagdhunde nicht vergessen - diese " profesionelle ausbildung" der hunde läßt ebenfalls sehr oft zu wünschen übrig.
Stachhalsband , elektrohalsband und wasserenzug gehören da zum grundprogramm. Auch da hab ich so meine beobachtungen gemacht.
ich kenn einen Hobbyjäger dessen hündin mit 6 mon. von einem auto angefahren wurde(sie hört ja so gut... - braucht keine leine an der straße...):man: operiert an der hüfte - und doch nicht geschont . der hund musste trotzdem zum training und zur prüfung gedrillt werden. ergebniss 2 x bei prüfung verweigerte wasserarbeit - weil wegen entzündung alles schmerzte.
jetzt mit fast 2 jahren hat sie endlich auch noch eine künstl. hüfte bekommen.

die ganze jugend ist im eimer - sozialverhalten sehr fraglich - voller angst wennn hunde ihr nahe kommen ( warscheinlich auch angst vor schmerzen)

ich frage mich warum kann man denn ein handycap nicht akzeptieren und den hund hund sein lassen ????:kraul:

ich habe diesen hund noch nie ohne stachelhalsband gesehen!!!!!
WARUM BLOS ?????:confused:
armes mädl
aber was soll man da machen?

gruß dotti