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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : anderer Hund springt auf meinen immer auf



Bianca
25.05.2006, 20:00
Hallo,
heute waren wir wieder mit meinen Hunden bei meinem Bruder und den 14 Monate alten Labi. Der Hund springt bei meinen immer auf. Das da die Rangfolge nicht geklärt ist kann ich mir schon denken. Nur was mach ich? Die 2 kann man nicht eine Minute aus den Augen lassen. Spike sieht meinen Ares und springt sofort auf. Ares läuft ganz friedlich hin und her, mal da schnuppern mal hier. Er beachtet den anderen nicht. Spike rennt sofort hin und springt auf. Legen wir Spike in eine andere Ecke ab, heult er und kriecht auf dem Boden immer weiter vor. Ein Hundetrainer hat zu meinen Bruder gesagt dass sein Hund den kleinen wohl als Beute ansieht. Er sollte das mit einer 10m Leine üben, immer nein und weg ziehen wenn Spike versucht aufzuspringen. Kennt jemand das Problem und kann mir sagen ob die Methode vom Hundetrainer richtig ist? Wir haben schon ein paar Mal geübt, es bringt bis jetzt nichts. Ares wird nur vorsichtig und aggressiv anderen großen Hunden beim spazieren gehen gegenüber. So das ich überlege ihn nicht mehr damit hin zunehmen, was schade wäre. Spike versucht allerdings nicht bei Fibi auf zureiten. Sie ist auch klein aber ein Mädchen.

Buddytier
25.05.2006, 22:18
Hallo Bianca

also erst mal moecht ich bezweifeln das der Labi deinen als Beute ansieht,dann wuerd er ihn nicht satteln sondern schuetteln :D
Habt ihr schon mal probiert die Hunde einfach mal machen zu lassen?Selbst wenn es da mal kurz knallt,was meistens laut aber doch harmlos ist,so sollte doch hinterher mit geklaerten Fronten Ruhe sein.
LG Ela

Boxerbaby
25.05.2006, 22:56
HAllo Bianca!!

Habe auch so ein Exemplar zuhause, welches gerne mal auf die anderen aufsteigt ! Ob klein ob gross, völlig egal. Sie ist gerne der Chef! Anfangs in der Welpenspielstunde war es echt schlimm, sie hat alles bestiegen. Mittlerweile hat es sich schon sehr gebessert, sie versucht es noch ab und an bei anderen, aber es hält sich in Grenzen. Habe gemerkt, dass es besser ist die Hunde einfach machen zu lassen. Kann, wie Ela schon gesagt hat, mal etwas heftiger zugehen, ist aber meist halb so wild. Danach, hab ich die Erfahrung gemacht, sind die Fronten geklärt und es geht ganz friedlich zu.
Wäre übrigens nie auf die Idee gekommen, dass meine Jacky die anderen als Beute ansieht!!

War dir jetzt wahrscheinlich keine große Hilfe, ich wollte einfach nur meine Erfahrung diesbezüglich mitteilen!

LG Nicole

billymoppel
25.05.2006, 23:12
die aussage des "trainers" ist an schwachsinnigkeit wohl kaum zu überbieten.
außer im extremfall bei geistesgestörten hunden, sieht wohl kaum ein hund einen anderen als beute an - weil es keine ist. die gleiche art gehört nicht mal bei tigern ins beuteschema
der labbi ist ein flegel, das alter passt da hervorragend. sich auszuprobieren ist vorrecht dieses alters - und grenzen gezeigt bekommen gehört auch dazu. wozu es da ein schleppleine bdürfen soll, ist mir rätselhaft. ihr seid doch nicht stumm? grundgehorsam zu üben ist nun mal mühsam, schnell und umsonst gibt es da nicht. nerviges und zu ignorierendes fiepen inbegriffen.
merkwürdig finde ich dagegen das verhalten deines rüden, die geschilderte reaktionsarmut. er ist doch bedeutend älter, oder? es wäre normal, wenn er den jugendlichen heißsporn deutlich zurecht weisen würde. kann es sein, dass er sich hinter dir versteckt? ich hatte schon in anderen threads von dir den eindruck, dass es sich um einen eher sehr unsicheren hund handelt, der von der hündin auch ziemlich untergebuttert wird?
ein selbstsicherer rüde würde übrigens niemals mit einem 14 monate alten hund (und der nicht mit ihm) ernsthaft über die rangfolge diskutieren - das wäre unterhalb des vorstellbaren. man bekommt ne kleine abreibung, wenn man es zu weit treibt und das wars. rangordnungsauseindersetzungen gibt es nur zwischen gleichwertigen individuen.

Bianca
26.05.2006, 21:04
@ billymoppel
Ares ist ein unsicherer Hund, wie schon mal erwähnt hatten wir ihn nicht von Anfang an. Erst nach knapp einem Jahr ging er aufs Sofa wenn mein Mann da lag. Jetzt fängt er auch an und lässt sich von anderen Streicheln. Vorher ging das alles fast nur von mir und meinen kleinen Neffen. Ausnahmen gab es, aber sehr selten und dann rannte er gleich wieder weg. Ich bin froh, dass er jetzt auch mal frei laufen kann und wenn uns jemand mit Hund entgegen kommt spielen die zusammen (wenn der andere Besitzer es zulässt). Er bleibt in Sichtweite, kommt zwar nicht jedes Mal wenn ich ihn rufe, aber zu 80 % klappt es. Da habe ich doch ganz gut mit ihm gearbeitet. Natürlich ist er verwöhnt. Beide!

Wir haben Spike und Ares schon mal ca. 20 Minuten zusammen laufen lassen, ich habe zu meinen Bruder gesagt die müssen die Rangordnung festlegen. Das ist normal, es geht dann wilder zu. Mein Bruder ist jünger wie ich, aber auf mich hören will er nicht. Er brachte Spike immer gleich rein wenn was war. In einem alter von 6 Monaten bekam Spike ein Sprühhalsband, er hörte nicht, machte was er wollte. Das war die Zeit wo ich für Ares auch den Hundetrainer hatte. Dieser sagte, dass man ein Sprühhalsband richtig einsetzen muss, man kann vieles verkehrt machen. Bei einem so jungen Hund braucht man dieses Halsband nicht. Schon gar nicht sollte es ohne genaue Anleitung benutzt werden.
Das Halsband wurde ohne Erfolg bei jedem bisschen etwa 4 Wochen eingesetzt.
Da fing das schon mit dem aufreiten an.
(Ares konnte sich da noch gut währen. Jetzt schnappt er zur Seite, knurrt, beißt ins Ohr, dann kommt Spike seine Pfote und Ares fliegt erst mal zur Seite.)
Aber warum sollte gerade mein Hundetrainer Recht haben, wenn ihm sein Arbeitskollege von dem Halsband erzählt hat. Und der züchtet Schäferhunde und hat jetzt den Hundetrainerschein gemacht. (Ares = Beute)

Meine Tante war heute mit ihrem Hund (Dackel 4 Jahre) da und erzählte mir das gleiche. Spike lässt ihren auch nicht in ruhe.

Sicher habe ich bei Ares in der Erziehung auch Fehler gemacht. Fibi und Ares sind meine ersten eigenen Hunde, und da muss ich hauptsächlich aus Erfahrung und dem Austausch mit euch hier im Forum lernen. Froh bin ich dieses Forum gefunden zuhaben auch wenn manche sich über raue Sitten beschweren. Ich finde es toll.
Ares hat seit dem er nicht mehr mit Spike zusammen war auch keinen anderen Hund in die Nase gezwickt. Möchte nicht das es wieder anfängt. Zu ängstlich bin ich (meine Meinung) auch nicht wenn Ares mit Spike Theater machen. Ares ist dann ohne Leine, gerufen wird er nicht und wegnehmen tue ich ihn auch nicht. Spike geht nur noch mit Leine raus wenn wir da sind. Mein Bruder meint er müsse das mit Spike und Ares so üben.

Jetzt habe ich soviel über mein Brüderchen geschimpft, dabei ist er wirklich lieb. Nur in der Hundeerziehung sind wir verschiedener Meinung. Spike hat es auch gut bei ihm. Spielen, spazieren gehen, gutes Futter, er lebt auf einen Bauernhof.

Aber wie verhalte ich mich jetzt richtig bei den beiden Hunden? Sollte es wirklich nur an Ares liegen? Kann ich Spike beeinflussen? Sonntag nehme ich die zwei wenn es schön ist wieder mit dahin.

:compi:

Juni
26.05.2006, 23:07
Hallo Bianca,

Hunde, die bei anderen aufreiten, um ihre Dominanz unter Beweis zu stellen, haben in meinen Augen eine prima Methode gefunden, das weitgehend aggressionsfrei zu tun. Allerdings musst du sich drauf einstellen, dass sich nicht jeder Hund eine solche Ansage widerspruchslos bieten lässt - und genau das wäre meiner Meinung nach bei Spike auch mal fällig. Vielleicht kann er seine Stärke aber so gut einschätzen, dass er es bei überlegenen Hunden gar nicht erst probiert.

Ich würde eigentlich nur dann eingreifen, wenn die (echte!) Gefahr besteht, dass Spike auf Grund seiner Größe und seines Gewichts dem anderen Hund Schaden zufügen könnte (was ich mir bei einem Dackel z.B. vorstellen kann). Dann würde ich ganz ruhig hingehen, Spike runterpflücken, ihn anleinen und weg gehen. Dann war es das an diesem Tag mit Hundekontakt bei diesem Hund.

Ansonsten würde ich das die Hunde regeln lassen. Spike wird das so lange machen, bis er seine Überlegenheit genug demonstriert hat oder bis er an einen gerät, der ihm unmissverständlich klar macht, dass er das nicht toleriert. Das kann durchaus dauern, geht aber dennoch am Schnellsten, wenn Mensch sich nicht einmischt.

Schöne Grüße,
Juni

billymoppel
27.05.2006, 08:00
da bin ich ein bißchen anderer auffassung und für grundsätzlich aggressionsfrei halte ich aufreiten auch nicht. natürlich gehört aufreiten zum normalen verhaltensrepertoire des hundes (auch der hündin), irgendwie muss man sich ja unterhalten. auch wenn ich es für eine ziemlich deutliche form der unterhaltung halte :D quasi gebrüll. auch unter hunden gibt es hundert möglichkeiten, sich dezenter zu verständigen
und hier fängt im geschilderten fall mein problem an: wir haben einen desorientierten halbstarken und einen unsicheren rüden, der mit sich machen läßt - wahrscheinlich auch, weil er eine disusssion nicht möchte - aus welchen gründen auch immer: frauchen zuliebe, weil er satt hat, weil er weiß, dass man sich nach ner weile vom acker macht...
manieren beizubringen ist eben nicht nur sache der hunde unter sich - wenn z.b. die hündischen persönlichkeiten dazu fehlen.
ich habe einen mehr als erwachsenen und sozial sicheren rüden - wenn der mal kurz auf einen anderen aufreitet (oder es bei ihm getan wird) - gehe ich davon aus, dass es gründe gibt - sollte ein jugendlicher sich so verhalten wie der labbi, würde er wohl eine tracht prügel beziehen.
solche persönlichkeiten scheinen aber nicht zum umkreis des labbis zu gehören und hier ist dann der mensch gefordert

@ bianca

beute ist beute. das beutespektrum eine raubtieres ist klar umrissen. hier gibt es keine hemmungen und keine kultur, da geht es um leben und tod, fressen und gefressen werden. sehr darwinsitisch und beim etwas degenerierten hauscaniden mit vollem futternapf auch nicht mehr wahr - weswegen für den beutetrieb i.d.r. ein ventil geschaffen werden muss: vom frisbee bis zur rettungshundearbeit
bei keinem raubtier - und auch nicht beim hund - gehört die eigene art zur beute. man hat vielleicht konkurrenzverhältnisse, eine kultur der konkurrenz - unter umständen auch mit tödlichen folgen - mit beuteverhalten hat das nicht das geringste zu tun.

Juni
28.05.2006, 13:00
Hallo billymoppel,


...solche persönlichkeiten scheinen aber nicht zum umkreis des labbis zu gehören und hier ist dann der mensch gefordert

Da gebe ich dir grundsätzlich Recht, für mich stellt sich aber die Frage nach der Form des Eingreifens. Ich würde z.B. dafür plädieren, sich gezielt nach Hunden umzusehen, die diesen Part der Erziehung übernehmen können. Ich halte nicht viel davon, das Ganze einfach dadurch zu regeln, dass Mensch das Aufreiten verhindert/ unterbindet (wobei ich jetzt mal impliziere, dass du das mit deiner Aussage gemeint hast :D ).

Schöne Grüße,
Juni

Bianca
28.05.2006, 20:05
Spike spielt wohl mit anderen großen Hunden, aber nicht mit kleinen. Das aufreiten kann ich allein nicht ändern. (Immer noch ratlos bin)
Jetzt bin ich jedenfalls gewiss dass Ares keine Beute darstellt.

dotti
28.05.2006, 22:29
hallo bianca
ich bin neu hier un habe ein bisserl rumgelesen.ich habe muß ich zugeben nicht alle antworten auf deine frage ganz durchgelesen. möchte dir nur mal kurz den fall bei mir schildern.
habe einen großen schweizer sennenhund rüden wird im juni 2 jahre. er ist als junghund ein vorsichtiger hund gewesen immer wachsam was seine artgenossen machen hat sich gerne am spiel beteiligt ist aber eher einer von der sorte gewesen der wenn es ein bisserl wilder zu ging abdrehte und sich am rand hinstellte und zuschaute. war der kleine zoff vorbei machte er wieder mit. ich dachte immer was ist das für ein verhalten -kannte ich von meinen anderen hunden nicht - aber mit zunehmenden alter wurde er immer selbstsicherer und ist heute total suverän welpen und junghunden gegenüber. das heißt er hat die ruhe weg . welpen und auch kleine hunde (alter , geschlecht egal) können mit ihm fast alles machen er legt sich zu ihnen runter und die steigen und kauen auf ihm rum . wird es ihm dann doch mal zuviel dann giebt es ein kurzes tiefes knurren und die sache ist geklärt.
einem solchen flegel wie dem labi von deinem bruder kennen wir auch . auch bei ihm ist sehr sehr geduldig läßt sich auch mitunter dominieren - er nimmt ihn glaub ich überhaubt nicht ernst- erst wenns zu viel wird dann kommt wieder sein berühmtes knurrren und der halbstarke weiß bescheid.
bei erwachsenen rüden reagiert er ganz anders der andere kommt laut keifend knurren fletschend auf ihn zu - er steht da kein abgewanter blick (beim erstenmal dachte ich owehjetzt fliegen gleich die fetzen) aber nein - blickkontakt bleibt und wenn der andere nicht geht bzw. den blick abwendet kommt ..na was wohl.. sein knurren ..und das wars. :hug: :tu:
dieses verhalten ohne jegliche agression was mir in der weise auch neu. aber es ist gut zu wissen einen selbstsicheren hund an seiner seite zu haben.

ich habe dir das nur geschildert:compi: - vieleicht siehst du bei deinem hund ähnliches verhalten.
daminante hunde sind keine kämpfer oder stänkerer
vieleicht zählt deiner zu den selbsicheren ??

liebe grüße dotti