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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was wenn meine Katzen angefahren werden?



uli.rike
24.05.2006, 16:04
Hallo ich wohne seit kurzem in einem mit Touris bevölkerten Gebiet auf dem Lande an der Ostsee. Unser Haus ist direkt an einer Straße wo die "Touris" gern mal schneller fahren, gegenüber ist ein Feld, deswegen schleichen auch meine Katzen gern über die Straße. Was ist aber wenn jemand meine Katzen anfährt, muß der Verursacher für den Schaden (Tierarzt) aufkommen, wenn ich ihn finde. Oder werden Tiere als Sache im Gesetz behandelt. Hab ich mal so in der Schule gelernt.:confused:
Wäre schön wenn mir jemand weiterhelfen könnte.:cu:

Lieben Gruß
uli.rike

Svenni
24.05.2006, 16:15
Hallo Uli.rike,

wir hatten vor einiger Zeit schon mal eine Diskussion über dieses Thema.

Guggst Du hier http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?t=39989

astrid219
24.05.2006, 20:25
Ich würde mich eher fragen was ich dagegen machen kann das sie auf die Straße laufen als darüber nachzudenken wer für den Schaden aufkommt.
Es kann arge, schmerzhafte Verletzungen geben und sie können sterben.
Das ist für mich keine Frage des Geldes sondern des Gewissens.

Hast du mal über ein Freigehege oder etwas ähnliches nachgedacht

Grizabella
25.05.2006, 14:48
Es ist tatsächlich so, dass in den meisten Fällen der Autofahrer der Unschuldige an solchen Ereignissen ist, es sei denn, er hätte die Katze gejagt und sei ihr hinterhergefahren. Allerdings hinterlässt das Überfahren einer Katze meist keinen Schaden, so dass man von dem Autofahrer nichts mehr sieht und hört. Für die Sicherheit der Katze und den eventuellen Schaden an einem Auto ist der Tierhalter zuständig. Hier bei uns ist in der Haushaltsversicherung meist ein Haustier beinhaltet, aber eine Rückfrage lohnt sich immer.

Suse
26.05.2006, 19:17
Was ist aber wenn jemand meine Katzen anfährt, muß der Verursacher für den Schaden (Tierarzt) aufkommen, wenn ich ihn finde.

Lieben Gruß
uli.rike

Ich habe keine Ahnung - aber ich könnte mir sogar vorstellen, daß Du verpflichtet bist, den Schaden, der dadurch am Auto entstanden ist, zu bezahlen. :confused:

:cu: Suse

Felicit@s
27.05.2006, 13:50
Oder werden Tiere als Sache im Gesetz behandelt.


Das stimmt. Tiere sind laut Gesetz als "Sache" zu sehen. Und wenn du Pech hast, ist es so wie Suse sagt: Möglicherweise musst du sogar den Schaden am Auto bezahlen.
Hunde werden meines Wissens nach auch Haftpflicht-Versichert. Zumindest ist die Dogge eines Bekannten versichert, da er recht ungestüm ist und manchmal auch (meist versehentlich) was kaputt macht.
Das zahlt dann die Versicherung.

Komisch finde ich deine Gedanken / Sorge um das Geld jedoch schon... Meine größte Sorge wäre, ob das Tier diesen Unfall überhaupt überlebt?

Schugga
27.05.2006, 20:20
Schäden durch Deine Katze sind über Deine Privathaftpflichtversicherung abgedeckt!

Ramona71
27.05.2006, 20:53
Hallo!Das hab ich gefunden.

...der Tierhalter grundsätzlich für die Schäden haftbar gemacht werden kann, die das Tier anrichtet. Die Haftung nach § 833 Satz 1 BGB greift ausdrücklich auch ohne Verschulden des Halters. Die Haltereigenschaft definiert sich - unabhängig vom Eigentum - nach der Sachherrschaft über das Tier und einem eigenen Interesse an der Verwendung oder der Gesellschaft des Tieres...
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Und dies betrifft Deine Frage (gefunden bei tierimrecht.org) :

Darf ich weiterfahren, wenn ich mit meinem Auto eine Katze oder einen Hund angefahren und verletzt oder gar getötet habe?

Nein. Wer sich so verhält, macht sich strafbar. Im Falle eines Verkehrsunfalls sind alle Beteiligten zum sofortigen Anhalten verpflichtet (Art. 51 Abs. 1 SVG). Ist ein Sachschaden eingetreten, was bei einem verletzten oder getöteten Tier nach Art. 641a Abs. 2 ZGB und Art. 110 Ziffer 4bis StGB der Fall ist, so hat der Verursacher unverzüglich den Geschädigten zu benachrichtigen und Namen sowie Adresse anzugeben. Falls dies nicht möglich ist, hat er unverzüglich die Polizei zu verständigen (Art. 51 Abs. 3 SVG). Unterlässt er dies, hat er nach Art. 92 Abs. 1 SVG eine Bestrafung mit Haft oder Busse wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall zu gewärtigen.
Darüber hinaus kann sich der fehlbare Fahrzeughalter auch der Tierquälerei oder anderer Tierschutzwidrigkeiten schuldig machen. Wer ein Tier anfährt, hat die Rechtspflicht, sich um das Tier zu kümmern und ihm durch den Unfall bedingte länger andauernde oder sich wiederholende Schmerzen oder Leiden zu ersparen und die tierärztliche Versorgung sicherzustellen oder das Tier zum nächsten Tierarzt zu verbringen (sog. Garantenpflicht aus Ingerenz) Steht das Tier im Fremdeigentum, kommt auch eine Strafbarkeit wegen Sach-beschädigung in Frage.

uli.rike
30.05.2006, 11:29
Danke für eure antworten.
Es sollte keines wegs so aussehen das es mir nur ums Geld geht.:man: Ich hänge doch sehr an meinen Miezen.:hug: Habe mir nur Gedanken darüber gemacht. Da meine Katzen sehr zutraulich sind und auch keine scheu vor Autos haben, obwohl einer meiner Kater schon mal angefahren wurde (zu diesem Zeitpunkt war er aber noch nicht bei mir).

Ich besitze auch bereits eine Haftpflichtversicherung für meine Katzen, für den Fall das sie bei einen meiner Nachbarn etwas kapput machen, denn auf dem Dorf läßt man gern mal die wohnungstür offen stehen. Bis lang mußte ich noch nicht davon gebrauch machen. Zum Glück.

Fritzfranz
31.05.2006, 19:22
Also, noch mal zur Klarstellung: Tiere sind nach dem Gesetz keine Sachen, werden aber immer dann so behandelt, wenn es keine Sonderregelungen gibt (§ 90a BGB).

Im Klartext heiß das: Wenn Deine Katze Schaden anrichtet, haftest Du dafür, unabhängig davon, ob Dich irgendeine Schuld trifft. Dieser Schaden ist von Deiner Privathaftpflichtversicherung abgedeckt (hast Du doch hoffentlich?). EIne separate Versicherung brauchst Du nicht, außer allenfalls wenn Du züchtest und ein entsprechender AUsschluss bei Deiner Privathaftpflichtversicherung versteht.

Umgekehrt haftet auch ein Autofahrer für den Schaden, den er anrichtet, unabhängig von einem Verschulden. Ein solcher Schaden könnte zB in Tierarztkosten bestehe. Im Einzelfall kommt es daher darauf an: Trifft den Autofahrer ein Verschulden (ist er zu schnell gefahren, war er betrunken, hat er die Katze vielleicht sogar vorsätzlich überfahren) haftet er allein. Wenn nicht, haftet er zwar auch, aber nur anteilig (unter Berücksichtigung der Mitverursachung des Unfalls durch die Katze).