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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zieht stark an der Leine



Kaja
03.10.2002, 18:40
Hallo!

Ich habe seit einer Woche einen Welpen (3 Monate alt,Fox Terrier) und wenn wir draußen spazieren gehen, dann zieht er zwischendurch stark an der Leine und will nur nach vorne. Wenn ich ihn draußen auf der Wiese laufen lasse, dann läuft er höchstens 10m vor oder 10m hinter mir, das geht recht gut. Aber in der Stadt oder auch im Wald zieht er halt stark und manchmal habe ich das Gefühl, dass er dann schon fast keine Luft mehr bekommt, zieht aber trotzdem weiter. Wie kann ich ihm das abgewöhnen?Ich würde mich freuen, wenn mir da einer weiterhelfen könnte. Vielen Dank.

Jacky77
03.10.2002, 18:52
Hallo Kaja!

Als erstes würde ich Dir empfehlen in eine Hundeschule zu gehen, vielleicht anfangs eine Welpengruppe und weiterführend einen Erziehungskurs.

Ich kann Dir ein gutes Hunde-Erziehungsbuch empfehlen: "Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde" und vielleicht solltest Du Dir überlegen dem kleinen Kerl ein Geschirr zu kaufen, damit würgt er sich nciht so die Luft ab wenn er mal wieder "nach vorne" will :-).

LG,
Dani mit Jack

Dagi
04.10.2002, 11:34
Hallo Kaja,

das kommt mir bekannt vor *g*. Amy konnte am Anfang auch sooo schön an der Leine ziehen. Was wir gemacht haben?
SOFORT stehen bleiben. Der Hund soll lernen: wenn ich ziehe, geht es überhaupt nicht weiter, und ich komme dann nirgendwo hin!
Das muß man aber GANZ KONSEQUENT durchziehen.
Das bedeutet, daß von nun an die Spaziergänge erst mal überhaupt nicht weit gehen. Du wirst sehen: ständig stehst Du. Bei uns hat das so ca. 2-3 Wochen gedauert, bis sie's kapiert hatte.
Was zusätzlich geholfen hat (glaube ich zumindest): Das Kommando "schnell" und "langsam" beibringen. Sie hat nämlich so gezogen, weil sie immer im Laufschritt (Galopp) gegangen ist. Gemächliches gehen gab es in ihrem Reportoire nicht.
Ich bin mit ihr an der Leine richtig gerannt, und habe immer wieder "schnell" gesagt. Nach ca. 100 m habe ich dann Tempo gebremst und habe "langsam" gesagt. Das haben wir ein paar mal gemacht.
Wenn sie also heute vor Begeisterung losgaloppieren will sage ich "langsam" und sie fällt sofort in gemächlichen Trabschritt.

Aber auch weiterhin bleibe ich konsequent stehen, sobald sie mal zieht, wenn sie z.B. unbedingt in eine bestimmte Richtung will, weil's da so interessant riecht. Sie kann ja dahin, aber bitte ORDENTLICH.

Du kannst das ganze auch noch gezielter üben: Eine Person, die der Hund besonders mag, oder ein tolles Leckerchen liegen in einiger Entfernung (Mensch steht natürlich *g*). Der Hund will ja UNBEDINGT dorthin.
Aber sobald er zieht wird stehengeblieben. Dann kommt er nicht an sein Ziel. NUR wenn er ordentlich geht, ohne ziehen. Tut er das: überschwänglich loben + Leckerchen!

Aber nochmal: das dauert lange und erfordert UNBEDINGTE KONSEQUENZ.! Das war bisher das schwierigste, was wir und Amy zu lernen hatten. In der Welpenstunde konnten sie uns da leider keine Tipps geben. Aber die war eh ganz schlecht, so daß wir da nicht mehr hingegangen sind.

Und versuch auch immer wieder die Aufmerksamkeit auf Dich zu lenken (Leckerchen, Bällchen, Kommando geben), damit der Hund, auch wenn er an der Leine ist, auf Dich achtet. Dann wird er sich auch gerne in Deiner Nähe aufhalten. Zur Zeit sammele ich immer mal ein paar Bucheckern oder Eicheln ein. Amy sieht dann, wie ich sie in die Tasche stecke. Was meinste, was die ordentlich neben mir läuft. Könnte ja sein, daß ich die noch mal wieder vorhole! Oder nimm ein Stöckchen in die Hand, dann läuft der Hund neben Dir und sieht zu Dir bzw. zu dem Stöckchen hoch. Dann lobe ihn und belohne ihn ab und zu.

Denk immer dran: erwünschtes Verhalten loben + belohnen, unerwünschtes ignorieren!

LG von Dagi + Amy

Cockerfreundin
04.10.2002, 19:25
Hallo!

Schließe mich Dagi vollstens an :D :D :D
mit der Zusatzempfehlung: dringend sofort ein Geschirr für Deinen Hund zu kaufen.

Das Üben der Leinenführigkeit kann, wie Dagi richtig bemerkt, Wochen dauern und in der Zeit kann ein halsband gerade bei einem stürmischen Welpen/ Junghund irreparable Schäden im Hals-, Wirbelsäulen- und Nackenbereich anrichten.

Auch wenn Dein Hund mehr als ein Geschirr benötigt, bis er ausgewachsen ist: DIE Investition lohnt sich!!!

Und Fußgehen kann man wunderbar auch mit Geschirr üben :)

Mit Eicheln, Kastanien, Bucheckern... das mach ich übrigens auch. Funktioniert wunderbar als MO (Motivationsobjekt) :D :D

Man sollte es dann natürlich dem hund als Belohnung auch ab und an überlassen!

Viel Erfolg wünschen Euch
Annette und Basti :)

Dagi
05.10.2002, 10:47
Vergaß ich das etwa zu erwähnen? NATÜRLICH überlasse ich dann Amy die Bucheckern, Eicheln etc. ab und an!!! Sie soll ja nicht vor lauter "Sehnsucht" ständig so 'ne Leidensmine (in diesem Fall den Dackelblick) aufsetzen. :D :D :D

Mit dem Geschirr: das stimmt natürlich.
Leider wird es für Dackel nicht empfohlen (lt. Teckelverein). Da es sich angeblich bei Zug ungünstig auf den langen Dackelrücken auswirkt. Ab und an haben wir es trotzdem umgemacht. Da sie nicht mehr zieht (normalerweise), geht es jetzt auch mit Halsband.

Bei ihr war dann auch nicht mehr unbedingt das Ziehen ein Problem, sondern eher das störrische Hinsetzen mit dem "Nö-ich-hab-jetzt-keine-Lust-mehr-Blick, bzw. dem Vielleicht-bekomm-ich-ja-ein-Leckerchen-Blick. *g*

Das war schon eher schwierig. Zumal die Bücher da unterschiedliche Aussagen machen, was das betrifft - oder gar keine. Scheinbar ist das nicht so bekannt. Wer allerdings einen Dackel hat kennt das sehr wohl!

Zum einen las ich: locken sie den Hund mit Stimme/Leckerchen. In einem anderen stand: ziehen sie den Hund ruhig mal hinter sich her, damit er merkt, daß er das nicht machen kann, bzw. keinen Erfolg damit hat.
????
Das mit dem Locken hat nur am Anfang Erfolg gehabt. Ziehen: das ist einfach ÄTZEND!!! Und ich glaube auch nicht sehr förderlich für die Beziehung Hund-Herrchen.

Jetzt ignoriere ich das. Gucke sie auch nicht an. Spätestens nach 10-15 Sekunden sage ich "weiter geht's" und dann setzt sie sich in Bewegung. Manchmal locke ich sie auch. Aber ich habe die Befürchtung, daß sie eben einfach auf Leckerchen spekuliert!
Oder die dritte Variante: ich stehe in 1 m Entfernung vor mir, mache das Handzeichen für "Komm" und ziehe SANFT kurz an der Leine. Dann kommt sie auf mich zugerannt.

Es wird auch immer seltener, daß sie sich hinsetzt. Mit Geduld kommt man dann halt irgendwann ans Ziel.:p

Viele liebe Grüße, natürlich auch an Basti
von Dagi + Amy

Cockerfreundin
05.10.2002, 12:15
@ Dagi + Amy

In den Sitzstreik tritt Basti nur, wenn auf der anderen Straßenseite irgendwas ungemein interessantes passiert - zum Beispiel ne Katze auf dem Gartentorpfosten .... oder ein Mensch steigt aus seinem Auto aus, öffnet den Kofferraum, holt eine Tüte heraus, geht wieder zur Fahrertür, öffnet diese und holt seinen Mantel und Aktenkoffer .... etc... Alles ungemein interessant ;) Da hilft dann auch nur ein "komm weiter" + leichtes Zupfen an der Leine.

Dafür hat Basti im Zuge des Lernprozesses "Ich darf nicht unkontrolliert voranstürmen" die Taktik ;) entwickelt, dann eben an einer Stelle stundenlang zu schnüffeln. Auch hier hilft dann nur "Basti, KOMM WEITER" + Lockmittel der freien Wahl :D :D

Mit dem Geschirr bei dackeln kenn ich mich nicht so aus, aber wo Du es sagst, fällt mir auf, daß ich tatsächlich noch nie einen Dackel mit Geschirr gesehen habe. Wobei beim geschirr, wenn der Hund anziehen sollte, doch gar kein Druck auf den Rücken entstehen kann :confused: :confused: Der Druck geht doch auf den Brustkorb ??

Wie auch immer .....
ein schönes Wochenende wünschen
Annette + Basti :)

Dagi
06.10.2002, 14:46
Hi Annette,

hört sich an, als ob Du von Amy schreibst! Genau, genau! Da hinten geht ein Mensch, bleib mal stehen, daß ist doch soooo interessant, auch wenn ich den gar nicht kenne!!!hihihi!
Ich sage Amy dann immer "das interessiert uns Ü-BER-HAUPT-NICHT! Zupf an der Leine, Kommando "weiter gehts". Das fruchtet immer häufiger! Ich lasse sie natürlich kurz gucken. Sie muß ja auch wissen, was hier in unserem Viertel so passiert *g*!

Und die Taktik mit dem stundenlangen schnüffeln...das kenne ich! Wir verfahren dann aber genauso wie ihr, bzw. Du!
Ich hab hier langsam das Gefühl, Basti + Amy sind in die gleiche "Schule" gegangen??? :p :p :p

Mir war das auch nicht so logisch mit dem Geschirr. Aber als Amy damals so richtig gezogen hat, hab ich's mit eigenen Augen gesehen: Der Rücken hat sich richtig durchgebogen!!! Da hatte sie sich aber auch so richtig reingestemmt. Da hab ich's erst mal weggepackt. Dann kam die OP, und wir konnten es eh nicht tragen (scheuerte an der Bauchnarbe, die bis zur Brust verlief). Jetzt paßt die nächste Größe (die wir zuerst angeschafft hatten, doch nicht ahnend WIE klein ein Dackel am Anfang ist, da angeschafft, als sie drei Wochen alt war!). Da sie jetzt ordentlich an der Leine geht, brauch ich es wohl aber nicht mehr.

Gut war, daß sie im Lernprozeß nicht irre lange an der Leine gezogen hat, also nicht ständig die Luft abgedrückt war, sondern sich dann sofort am Leinenende einfach hingesetzt hat. Dann hab ich sie zu mir an die Seite gelockt, und erst dann gings weiter. Wenn sie so stark gezogen hätte, daß sie ständig Sauerstoffmangel gehabt hätte, hätte ich mir wohl was anderes überlegen müssen und vielleicht doch das Geschirr genommen, trotz des Rückens?! Aber so weit ist es ja nicht gekommen.

Richtig schnell ging es dann eben mit dem lernen von "laaangsam" und "schnell". Das hat uns innerhalb von zwei Tagen richtig nach vorne "katapultiert". Ab da war das Problem erledigt, und die Spaziergänge haben richtig Spaß gemacht. Da sind wir dann ja auch endlich mal weiter gekommen, als nur 50 m!:D

Ebenfalls einen schönen Sonntag für Dich und Basti (der ja anscheinend seine Magen-/Darmentzündung gut überstanden hat) wünschen
Dagi + Amy

maff
06.10.2002, 19:37
salve!
was meine vorgänger wohl vergessen haben: es gibt auch hunde bei denen hilft stehen bleiben GAR NIX!!!
die werden dann nämlich nur noch zappeliger.
da erweitert man das ganze einfach: nicht stehen bleiben, sondern richtung wechseln: also hund zieht nach vorne, du drehst dich sofort um, machst 200Meter nach hinten, dann links, dann rechts etc. immer in bewegung bleiben. da lernt der Hund auf dich zu achten. Wenn du nämlich nur stehen bleibst und einen von den schlauen erwischt hast, sieht das in ein paar wochen so aus: hund zieht, bleibst stehen, hund kommt zurück, du gehst weiter, hund zieht wieder etc, usw. also lieber in bewegung bleiben! Dann muss er nämlich darauf achten, was DU tust!

edda
07.10.2002, 10:06
Hey,

ich kann aus eigener Erfahrung auch nur sagen, stehenbleiben hilft wenig. Meiner hatte és schnell raus, dass er nur kurz halten muss oder sich umdrehen und weiter geht's. Am Besten funktioniert die Methode des ständigen Richtungswechsels bei uns.
Ein Geschirr hatte bei uns nur zur Folge, dass sich Waro noch mehr ins Zeug gelegt hat.

Gruß Edda

volker
07.10.2002, 14:35
Hallo,

ich selbst arbeite nicht mit stehen bleiben, sondern auch mit Richtungsänderungen. Aber eigentlich kommen schnelle Richtungswechsel dem Leinenruck gleich, und wenn jemand damit nicht arbeiten will finde ich das stehenbleiben ebenfalls als ausreichend, es erfordert unter umständen nur mehr Zeit.
Im übrigen funktioniert das stehen bleiben nach meiner Erfahrung immer. Es ist wirklich nur eine Frage der Konsequenz bei der Ausführung und der Zeit welche man benötigt

Gruß Volker

Dagi
07.10.2002, 14:56
Hallo Maff, Hallo Edda,

das mit dem Richtungswechsel wollte ich damals auch ausprobieren. Aber dann hätte ich den Hund (da er ja schon am anderen Ende der Leine war) hinter mir herschleifen müssen. Oder wie war das bei Euch? (Ich brauchs zwar nicht mehr, aber wissen will ich's trotzdem!).

Zusätzlich zum Stehenbleiben habe ich auch immer Übungen in der Wohnung (abgeleint) und draußen gemacht: Ihren heißgeliebten Ball in der Hand. Den wollte Amy natürlich haben, und hat ihn mit den Augen fixiert. Dann 20 m in die eine Richtung gehen, schneller Richtungswechsel, 5 m in die andere Richtung, und immer schneller die Richtung gewechselt. Da mußte sie natürlich ganz schön aufpassen. Das hat, meiner Meinung nach, viel dazu beigetragen, daß sie auf mich achten muß.
Nur haben wir das eben abgeleint gemacht, denn dieses Rucken beim Richtungswechsel hat mir einfach überhaupt nicht gefallen, und ihr natürlich auch nicht.

Außerdem habe ich gerade gelesen, daß Zug nur wieder Gegenzug erzeugt beim Hund, IMMER! Und das konnte ich nur aus meiner Erfahrung bestätigen.

Wäre schön, wenn ihr das mit dem Richtungswechsel noch mal genauer erläutern würdet (vor allem die Reaktion vom Hund).

Aber ansonsten: jeder natürlich nach der Methode, mit der er die besten Erfahrungen gemacht hat!

Liebe Grüße von Dagi

Cockerfreundin
07.10.2002, 18:58
Hallo @ all!

Bei uns hat der richtungswechsel auch am besten ohne Leine mittels MO geklappt - wobei ich dazu sagen muß, dass Basti für die Aussicht, ein Stöckchen geworfen zu bekommen, dass ich unter meinen linken Arm geklemmt habe, mit oder ohne Leine und diversesten Richtungswechseln kilometerweit Fuß laufen würde :D :D :D

Nun kann (oder will) ich aber nicht immer mit irgend so nem abgesabberten Ball oder was auch immer durch die Stadt laufen. Also gibts bei uns im Ernstfall die Stehenbleiben -Methode. Setzt natürlich voraus, dass es NUR und ERST dann weiter geht, wenn Fiffi seinen Allerwertesten in Bewegung setzt, zu mir zurückkommt, sich an meiner linken (oder rechten) Seite ins Sitz begibt und mich anschaut.

DANN und ERST DANN geht es weiter. Nicht, wenn er nen Meter vor mir stehen bleibt, um darauf zu warten, dass ich zu ihm aufschließe ...

Die Kehrtwendung haben wir damals ohne jeglichen druck und eigentlich mit viel Spaß (und anfänglichem Leinengewickel ;) ) im Hundekurs gelernt und geübt. Sie war auch Bestandteil (mit und ohne Leine) der Prüfung. Manchmal mach das mit Basti noch so zum Spaß und Training.

Grüße von
Annette + Basti :)

Cockerfreundin
07.10.2002, 19:03
Hi!

vielleicht sind Basti und Amy ja Seelenverwandte :D :D :D ??

Zitat
__________

Ich sage Amy dann immer "das interessiert uns Ü-BER-HAUPT-NICHT! Zupf an der Leine, Kommando "weiter gehts".
__________

Meine Worte!!! Vergaß ich das zu erwähnen??
Es gibt auch noch die Variante: "Basti, DA IST NICHTS !!!!
KOMM WEIEITER !!"

Woraufhin mein Hund mich kurz anguckt und mir "sagt": Was heißt, da ist nichts??? Natürlich IST da was!!" :D :D :D

Grüße von
Annette + Basti :)

Dagi
07.10.2002, 20:52
Ich lach mich hier grad so richtig kringelig: vergaß ICH etwa diese 2. Variante zu erwähnen? (Gerade heute 2 x gehabt!!!:p )

Liebe Grüße von
Dagi + Amy (die natürlich auch der Meinung ist, DA IST WOHL WAS!):D :D :D

edda
08.10.2002, 08:48
Hallo Dagi,

da wir in der stadt wohnen ist Waro viel an der Leine und darf sie meistens auch in der vollen Länge ausnutzen. Fängt er aber stark an zu ziehen hole ich ihn mir an die Seite und erzähle ihm (die Leute halten mich wahrscheinlich für gestört, aber egal) wo wir lang gehen: Geradeaus, links, rechts, auch mal kehrt und wenn er das dann einige Meter brav gemacht hat, dann bekommt er auch wieder seinen Lauf Befehl. Keine Ahnung, ob das so richtig ist, aber bei uns hat es funktioniert, sodass er mittlerweile gut an der Leine geht. Natürlich sagen ich ihm auch langsam oder halt oder locke ihn, wenn er in weiter Ferne wieder irgendetwas entdeckt hat.
Nur mit dem Geschirr habe ich die Erfahrung gemacht, dass Waro sich da so richtig reinhängt, also haben wir das wieder gelassen.

Gruß Edda & Waro

Dagi
08.10.2002, 16:16
Hallo Edda,

ich dachte der klassische Richtungswechsel geschieht ohne heranrufen, sondern wenn der Hund zieht, dann wird in prompt in die andere Richtung gegangen?
Deswegen wollte ich das auch nicht machen, denn dann hätte ich ja den Hund gezogen.
Wenn Du ihn aber an Deine Seite nimmst, kann er also bei Fuß gehen? Hab ich das jetzt richtig verstanden? Aber wie willst Du das mit einem 10 Wochen alten Welpen machen? Denn in der Regel sollte man dem Problem mit dem Ziehen doch von Anfang an begegnen?

Grüße von Dagi

volker
09.10.2002, 09:02
Hallo Dagi,

Der Richtungswechsel ist eigentlich nicht dafür da, wenn der Hund zieht, sondern wenn der Hund Fuß ( oder wenigstens an deiner Seite ) läuft um die Aufmerksamkeit auf deine Person zu erhöhen. Im Ergebnis konzentriert er sich auf dich und beobachtet mit einem Auge immer wohin du dich bewegst.

Ich z.B. trage die Leine (eine sehr dünne Nylonschnur) um die Hüfte und habe somit einen uneingeschränkten Bewegungsablauf auch mit meinen Armen( linke Hand z.B Ball). Ich laufe ganz normal, also nicht schnell oder hektisch, wie ich gerade lustig bin rechts, links, bleibe stehen etc. nur Wendungen sind keine dabei die mache ich erst in der zweiten Stufe mit hinterlaufen. Ich zerre weder an der Leine ( Leinenruck) noch verliere ich ein Wort dem Hund gegenüber ( ausgenommen Lob und Bestärkung).

Daß ein Hund mit 10 Wochen an der Leine zieht ist normal und auch nicht schlimm, er will ja die neue Welt erkunden und die ist nunmal nicht der Quadratmeter auf dem wir gerade weilen.

Ich beginne erst ab dem 5-6 Monat damit, ordentlich an der Leine zu laufen und das mit Gegendruck.

Gruß Volker

Dagi
09.10.2002, 10:37
Hallo Volker,

ich habe ja auch nur noch mal nachgefragt, da maff diese Methode gegen das Leineziehen angab.


was meine vorgänger wohl vergessen haben: es gibt auch hunde bei denen hilft stehen bleiben GAR NIX!!! die werden dann nämlich nur noch zappeliger.
da erweitert man das ganze einfach: nicht stehen bleiben, sondern richtung wechseln: also hund zieht nach vorne, du drehst dich sofort um, machst 200Meter nach hinten

Ich persönlich habe es halt mit konsequentem Stehenbleiben geschaftt.

Deswegen noch meine Nachfrage an maff und edda, da die anscheinend mit dem Richtungswechsel das Problem des Ziehens bekämpft haben. Wird ja auch als Methode in einigen Erziehungsbüchern vorgeschlagen. Da habe ich mich nur von Anfang an gefragt, wie man das handhaben soll: Hund ganz vorne, kräftig am ziehen, und dann soll man einfach wieder zurückgehen. Dann schleift man doch den Hund in die andere Richtung mit? Denn wenn er wirklich stur ist, wird er wohl kaum gleich freudig mit in die andere Richtung gehen? Wie gesagt, ich hab's nur einmal so ausprobiert, und bin sofort wieder zum Stehenbleiben zurückgekehrt.

Ich benutze den Richtungswechsel auch nur dafür, daß der Hund bei Fuß, bzw. auf mich achten lernt, wobei ich den Beginn eben ohne Leine gemacht habe, und das erst jetzt draußen mit Leine mache.

Aber wie geht das denn mit Gegendruck? Ständiger Gegendruck? Erklär mal! Und wie ist der Erfolg?

Grüße von Dagi

volker
09.10.2002, 11:45
Hallo Dagi,
Ich führe meinen Hund relativ kurz ( auf keinen Fall eine Roll.- oder Flexleine verwenden) mit dem Gegendruck arbeite ich während des laufens. Wenn der Hund nach vorne zieht, ziehe ich ihn zurück ( kein Ruck) sondern langsam und gleichmäßig, bevor der Gegendruck kommt sage ich Fuß und wenn er bei mir ist lobe ich ihn. Man läßt den Hund immer ein kleines Stück vor und dann immer wieder das Kommando Fuß und Gegendruck und loben. Wenn der Hund immer stehen bleiben will, kommt das Kommando Fuß ist die Leine kurzmöglichst und man darf einfach nicht stehenbleiben ( eine etwas schnellere Gangart ist unterstützend). Das ganze hat mit Leinenruck nichts zu tun, da ich den Hund nur abbremse und ihm sein falsches Verhalten aufzeige, ihm aber keine Nackenschläge(Leinenruck) gebe.
Ich wende es immer so an und habe mein Ziel immer erreicht, es kann natürlich etwas länger dauern.
Zudem muß ich sagen, daß diejenigen, welche ein Halti benuzen es sich sehr einfach machen, da es ein Zwangmittel ist (funktioniert bereits beim ersten Einsatz) .

Gruß Volker

Dagi
09.10.2002, 11:51
...für die schnelle Antwort. Ist immer wieder spannend, seinen Wissenschatz zu erweitern - DIE Methode kannte ich nun überhaupt noch nicht. Aber wenn's funktioniert...
Nee, also von diesen Flexi- o. Rollleinen halte ich auch überhaupt nix! Die sieht man komischerweise meistens bei den Hundehaltern, deren Hund nicht ordentlich an einer normalen Leine gehen kann!

Liebe Grüße von Dagi

Dagi
09.10.2002, 12:00
Hallo nochmal Volker,

beim zweiten Durchlesen ist mir noch aufgefallen: dann sind jetzt aber etwas die Begriffe des "ordentlichen gehens an der Leine" durcheinander geraten, oder?
Du verstehst unter ordentlich an der Leine gehen also bei Fuß?
(Du hast geschrieben, Du fängst mit 5-6 Monaten an, das ordentliche an der Leine gehen zu üben mittels Gegendruck, und beschreibst dann im zweiten Posting die Methode Gegendruck für die bei-Fuß-Übung)

Ich meine mit ordentlich an der Leine gehen, der Hund darf etwas vor oder neben mir gehen (also Leine von 1-2 m ausnutzen) aber sie darf nicht gestrafft sein. Bei Fuß ist ja noch mal was anderes.

Oder bin ich wieder auf dem falschen Dampfer?

Grüße von Dagi

volker
09.10.2002, 17:03
Hallo Dagi,

das bei Fuß gehen mußt du nicht zu ernst nehmen( ich habe für das bessere Verständniss den Ausdruck gewählt), wenn er aber nur locker an der Leine gehen soll kann man auch ein anderes Kommando geben.
Ich benötige kein anderes, da mein Hund sobald er an der Leine ist nicht zieht ( nachdem er nach langen Wochen bemerkt
hat, daß wenn er nach vorne zieht es immer nach hinten geht.)

Gruß Volker

volker
09.10.2002, 17:15
Hallo Dagi,

auf ein neues, da ich wieder einmal völlig unverständlich geschrieben habe.

Mit der Aussage ich brauche kein anderes Kommando als "Fuß" wollte ich sagen, daß ich im Alltag kein 100% Fuß verlange ein halber Meter voraus oder hintennach interessiert mich da herzlich wenig. Das perfekte gehört auf den Hundplatz und nicht in den Alltag. Ich habe schon so viele Hunde aller facetten geführt, daß es mich aufregt wenn die Hunde dauernd an meinem Bein kleben und ich beim gehen rücksicht nehmen muß ( der Hund ebenfalls ).

Gru7ß Volker

Cockerfreundin
09.10.2002, 18:33
Hallo, Volker!

Zitat
____________

Das perfekte gehört auf den Hundplatz und nicht in den Alltag.
____________

Ich bin beileibe keine Perfektionistin :D :D , aber DAS sehe ich etwas anders:

Mein Hund lebt (hoffentlich) 15 Jahre = 780 Wochen. Davon verbringen wir schätzungsweise 20 - 30 Wochen auf dem Hundeplatz.

Wenn ich mir also die Mühe mache, meinem Hund das korrekte Fußlaufen beizubringen (schwer genug ;) ), dann nicht, um bei einer Prüfung 5 Minuten Fuß zu gehen, sondern weil es in unserem Alltag genug Gelegenheiten gibt, wo das Fussgehen uns beiden das Leben erleichtert: zum Beispiel im U-Bahn-Bereich, in der Stadt an Kinderwagen vorbei etc.

Um das Erlernte zu festigen, übe ich das Fussgehen also täglich im Alltag - an den verschiedensten Orten und Situationen. Und wenn es nur 30 Schritte täglich sind - ich denke, DAS ist für den Hund vom Lernen her effektiver und anhaltender, als wenn ich es einmal die woche 30 Minuten am stück auf dem Hundeplatz übe. Außerdem habe ICH nur so die Gewissheit, dass ich das Fuss in einer Ernstsituation dann auch jederzeit und überall abrufen kann.

Selbiges gilt übrigens auch fürs Absitzen und Abliegen: täglich beim Spaziergang 3x 1 Minute Abliegen üben ist (zumindest für Basti) wirkungsvoller als 1x die Woche 30 Minuten. Wenn Abliegen, dann allerdings korrekt.

Grüße von

Annette + Basti :)

volker
09.10.2002, 19:18
Hallo Annette,

ich möchte dir mit sicherheit nicht wiedersprechen, da ich es gut finde wenn man mit einer gewissen Genauigkeit arbeitet.

Nur ein Argument möchte ich anbringen. Jeder der SchH-3
Hunde führt oder geführt hat unterscheidet schon zwischen dem Fuß laufen auf dem Platz und dem in der Stadt usw. . Da ich kein Besitzer einer chemischen Reinigung bin lege ich keinen gesteigerten Wert auf "Fuß" wie auf dem Hundeplatz.
Dein wenn mein Hund Fußgeht wie auf dem Hundplatz passt zwischen mein Bein und dem Hund kein Blatt Papier und das muß ich nicht immer haben. Es bedeutet für den Hund im übrigen auch Stress und den braucht er sich nicht machen, da wir ja in dem Moment spazieren.- oder flanieren gehen und keine Prüfung ablegen wollen.

Grüße Volker

Cockerfreundin
09.10.2002, 19:29
Hallo, Volker!

Völlig d'accord, wenn Du es SO meinst :) :) :)

Da sind unsere Anforderungen an Hund und Hundeplatz aber auch verschiedene: ICH freue mich, dass Basti auf dem Hundeplatz (Spanielclub) gelernt hat, dass Fussgehen heißt: ich befinde mich und BLEIBE auf gleicher Höhe mit meinem Menschen und schaue sie dabei an. Und ich gehe NICHT zwischendurch mal eben nen halben Meter zur Seite, um zu schnuppern oder zu pinkeln. Ob da dann zwischen uns 5 oder 10 cm Abstand sind, ist mir völlig schnurz. Schließlich brauch Hund ja auch einen gewissen Sichtwinkel (bei der Schulterhöhe).

Dieses völlige am Bein kleben hab ich nie als Lernziel gehabt, will und brauch ich auch nicht.

Das andere, oben beschriebene Fussgehen aber brauchen wir im Alltag schon.

Flanierende Grüße von
Annette + Basti :)

volker
09.10.2002, 20:04
Hallo Annette,

siehst du wenn wir wollen geht es ja. Aber Spaß beiseite, wie du vielleicht noch weißt ärgere ich mich im Moment mit meinem JR. Er läuft immer etwas entfernt von mir ( ca 30 cm )
und traut sich auch nicht näher da er bereits des öfteren bei Richtungsänderungen etc. unter meine Räder ( Schuhgröße 42,5 gekommen ist und dann jedesmal 1 Meter versetzt gelandet ist. Und so hat sich das ganze auf ein erträgliches Verhältnis zwischen Fußgehen und Freiflugticket für den Hund eingependelt.


Grüße Volker

Dagi
10.10.2002, 10:35
Hallo Volker,

na dann sind ja jetzt die Begrifflichkeiten geklärt!! Danke für die Antwort.

Übrigens: prahl hier mal nicht so mit Deiner Schuhgröße rum - sooooo riesig ist da ja nun auch nicht! *g* ;)

Liebe Grüße sendet Dagi