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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundekampf, und nu?



redfairy
02.05.2006, 07:38
Hallo,
ich hab mal ne Frage was eigentlich nicht mich sondern eine bekannte von mir betrifft, mich aber mal interessieren würde.
Meine Bekannte hat nen Hund. Vor unserer Tür ist ein Stück Rasen, wo sie ihn aber immer an der Leine lässt, da dort auch direkt Straßen mit 50 kmh vorbeiführen. Letztens trifft sie auf einen anderen Hund ohne Leine, der ihren total anflaummt. Sich vor ihm aufbaut und ihn ohne Ende ankläfft. Ihrer an der Leine lässt sich das natürlich nicht gefallen und schnauzt zurück. Der Besitzer vom anderen Hund mal wieder meilenweit entfernt. Meine Bekannte versucht dann ihren Hund zu halten und den anderen zu verscheuchen. Dummerweise lässt der andere sich ned wirklich verscheuchen und ihr Hund befreit sich bei der aktion aus dem Geschirr und fängt ne Kebbelei mit dem anderen an. Naja, wieder auseinander gepflügt und meine Bekannte dem Besitzer, der dann auch mal erschienen ist ihre daten gegeben falls was sein sollte. War zwar nix zu sehen, aber kommt ja schon mal vor, das die Wunden später anfangen zu bluten. Der Typ auch gar nicht richtig geguckt oder so. Das war im Januar. Jetzt hat er meiner Bekannten die Tierarzt Rechnung geschickt mit der Bitte die komplett zu begleichen, da sein Hund am Hinterbein genäht werden musste. (Es waren insegammt 3 Tierarztbesuche, bei zwei Ärzten, im Abstand von drei Tagen jeweils)
Nun meine frage: Warum soll sie alles zahlen. Ich meine in so einem Fall ist doch die Hälfte okay, oder wie seht ihr das? Es war ja zunächst der andere Hund der ohne Leine lief und der Besitzer war nicht in der Nähe. Das sich der Hund von meiner Bekannten aus dem Geschirr befreit ist natürlich doof, deswegen fände ich halbe halbe in solchem fall aber okay, weil die Provokation doch von dem anderen Hund ausging. Habt ihr schon solche Erfahrungen gemacht? Und wie würdet ihr euch verhalten?
Bin mal auf eure Meinungen gespannt :)
Liebe Grüße
Heike

Lastrami
02.05.2006, 08:38
Hallo heike,

ich würde mal als erstes nach Zeugen fragen. Hat noch jemand das "Schauspiel" beobachtet?
Dann würde ich erstmal NICHT zahlen. Denn :
1. der andere Hundebesitzer hat seine Sorgfaltspflicht verletzt.
2. da sein Hund nicht an der Leine war und er zu weit weg konnte er seinen HUnd nicht abrufen, bzw. kontrollieren.
3. wenn mein Hund massiv angepöbelt wird und ich versuche ihn zurückzuhalten, ist es zwar dumm wenn er aus dem Geschirr rutscht, aber es kann halt passieren.-> Einstellung des GEschirrs dringend überprüfen!!!! (Mein Hund ist deshalb mal gebissen worden. Wegen eines falsch eingestellten Geschirrs. Aber ist ein anderes Thema.:rolleyes: )

Was mich aber jetzt in Eurem Fall ins grübeln bringt. Der Beißunfall war im Januar? Warum kommt er jetzt fast 4 Monate später erst mit der Rechnung???? Würde ich mal nachhaken.

Ich würde versuchen mit dem anderen Mann zu reden. So geht das nu auch nicht. Notfalls mal nen Anwalt fragen.

Das ist meine ganz persönliche Einschätzung.

Wir hatten auch mal ein ähnliches Erlebnis. Ich war mit meinem Hund unterwegs, angeleint. Plötzlich kommt uns ein Mann mit Hund entgegen. Marlos Lieblingsfeind. Der andere Hund ist mitlerweile dafür bekannt, das er gerne mal beißt.
Ich versuche also zügig an den anderen vorbei zu kommen. Der andere Hund befreit sich in Sekunden aus seinem GEschirr und beißt MArlo ohne Vorwarnung.

Ende vom Lied war, das ich zum TA mußte, ne Rechnung von 40€ hatte und dann erstmal versuchen mußte, diesen Mann wiederzufinden.
ICH habe letzendlich die REchnung selber bezahlt, freilwillig. Ich habe es als einmaligen Unfall abgestempelt.
Außerdem war ich anscheinend so deutlich zu dem Mann, das er seitdem einen rieesen Bogen um uns macht. Sobald er mich sieht wechselt er die Richtung. Für ihn ist das ein echtes Hindernissrennen geworden. Das ist für Mich ausreichend Genugtuung. Aber da muß jeder selber wissen. Beim nächsten "UnfalL" würde ich ihn ohne bedenken anzeigen.

LG Pia

redfairy
02.05.2006, 08:48
naja, bezeugen das der andere Hund grundsätzlich ohne leine und der besitzer immer schön mit walkmann unterwegs ist kann glaube ich fast jeder in der Nachbarschaft. Meine Bekannte hatte ihn schon getroffe, da hatte er gesagt er schickt ihr die rechnung und da meinte sie schon, das man da ja auch bedenken muss, das sein Hund nicht angeleint war und er nur so: jaja, da kann man dann ja mal drüber reden.
Das problem, er scheint wohl anwalt zu sein und meine Bekannte hat nen Staff und möchte keinen Ärger haben.
Ich denke halbe halbe ist schon okay, aber alles (über 100 euro) find ich schon dreist :mad:

billymoppel
02.05.2006, 08:53
gibts keine haftpflicht?
für den fall würde ich die sache einfach der übergeben, die klären das dann (und werden mit sicherheit nicht den vollen betrag bezahlen). vermutlich würde es auf eine 50/50-reglung hinauslaufen, da beide hunde im endeffekt nicht angeleint waren. es kommen aber noch andere rahmenbedingungen hinzu: verstoß gegen leinenpflicht? verstoß gegen die aufsichtspflicht? (im fall des anderen hundes). angemessenheit (2 tierärzte, 3 besuche?) ich hätte die heimliche vermutung, dass die haftpflicht gar nicht zahen würde...und fände es durchaus vertretbar. der andere hund (bzw. dessen halter) hat die situation schließlich herbeigeführt und das risiko selbst erhöht.
ehrlich gesagt finde ich es in dem fall recht dreist von dem besitzer. okay, kann passieren, dass der eigene hund sich mal abseilt, aber dann sollte man auch selbstkritisch sein und sich an die eigene nase fassen und froh sein, dass man eine so unaufgeregte halterin wie deine freundin geraten ist (und ihr danken).
ich denke mal, dass in dem bereich leinenflicht geherrscht hat? ich halte nicht viel von der unter hundehaltern gern praktizierten anzeigerei, aber in dem fall, würde ich den halter mal dezent drauf hinweisen und auch auf die höhe des bußgeldes... ganz abgesehen von anderen möglichen zwangsmaßnahmen des ordnungsamtes.
deine freundin hat sich eigentlich nichts zu schulden kommen lassen, dass weder halsbänder noch geschirre in extremsituationen geeignet sind, den hund wirklich zu halten, dürfte ja klar sein.
mir ist das auch schon mal passiert, dass im dunkeln in einer mir unbekannten und sehr engen stadt plötzlich und ohen vorwarnung so ein wildgewordenes vieh aufgetaucht ist. ich habe billy's leine sogar absichtlich fallen lassen, damit er sich im ernstfall wenigstens verteidigen oder weglaufen kann. ich hatte ja keine ahnung, was das tierchen plante. aggressiongeladen war er in der situation auf jeden fall, spielen wollte der jedenfalls nicht :D der andere hund hatte sich übrigens auch abgeseilt (wie gesagt, kann jedem passieren, ich hatte zudem eine noch rest-läufige hündin bei mir) und der andere halter hätte die schäden selbstredend reguliert (billy hatte ne behandlungsbedürftige schmarre) und ich hätte für für die schmarre des anderen natürlich (und gerechterweise) keinen pfennig überwiesen - egal, wer die die keilerei im endeffekt angefangen hat (was keiner mehr hätte sagen können, dazu ging es zu schnell)
ich habs im endeffekt drauf beruhen lassen (war auch nicht viel) und habe als dank später ne schachtel pralinen geschickt bekommen - hat mich dann völlig versöhnt :D (billy durfte auch eine naschen)

Emma&Simba
02.05.2006, 09:08
Guten Morgen! Mir ist leider ähnliches passiert...meine Kleiner ist von nem Riesen zerlegt worden und musste zusammengeflickt werden.
Abgesehen von der ganzen Aufregung und Anspannung, die man bei sowas sowieso hat, stellen sich auch die Besitzer des anderen Hundes quer.
Habe mich beim DVG rechtskundig gemacht und es ist wohl so, dass die Versicherung des Hundes bezahlt, der Schaden anrichtet. Sprich, in meinem Fall die Versicherung des anderen. Es hat nichts damit zu tun, wer angeleint, größer, kleiner, frecher etc. ist.
Wenn die jetzt nicht zahlen, muss man ans Ordnungsamt gehen. Hoffe, das bleibt mir erspart...
Aber mit das Schlimmst ist, dass die ganze Arbeit mit Simbas Sozialisierung für die Katz war...:0(

Lastrami
02.05.2006, 09:56
Genau wie Billymoppel geschrieben hat, meinte ich es auch. Mir fehlten dazu heute Morgen etwas die Worte.:rolleyes:

Deine Freundin hat sich nichts zu Schulde kommen lassen.

Sie soll das manl ihrer Versicherung melden.
Für mich hört sich das auch nur nach Geldmacherei an.

LG PIa

P.S. danke Bettina:D

Tigerkatze
02.05.2006, 10:42
Hallo,

hab ich das Richtig gelesen, der andere Hund war ohne Leine und Besitzer
und der Hund deiner Bekannten, hat sich auch seinem Geschirr befreit.

Dein Bekannter hat daraufhin dem anderen Besitzer (der Meilenweit nicht zu sehen war) noch seine Adresse gegeben?

Wer sagt den eigentlich, dass der Hund die Wunde von diesem "Kampf" her hatte? Und warum kommt die Rechnung erst jetzt?

Meiner Meinung nach gehört die Rechnung nicht bezahlt!!
Ich würde mir sogar überlegen, ob ich den anderen nicht sogar Anzeigen würde.
Jetzt war es ein Hund mit dem er gekämpft hatte und was kommt danach?

Wir haben selber einen Labi und in unserer Nachbarschaft gibt es einen
"Gift-Mischling" dieser durfte früher auch immer frei und ohne Leine laufen.
Das Ende vom Lied war, dass er ein Kind geknappt hatte, dass wirklich nichts
gemacht hatte. Wir standen nämlich alle vor der Tür auf der Straße bei
einem netten Nachbargespräch, als dieser Hund auf uns zukam und einfach
der Kleinen ins Bein schnappte. Die Kleine stand neben uns und hatte den
Hund nicht gesehen.

Mittlerweile haben sich einige Leute beschwerd und es wurde sogar die Polizei/Ordnungsamt geholt, da der Hund selten an der Leine war. Das ist aber jetzt 2 Jahre her und inzwischen ist der Hund angeleint.

Ich finde das mit der Polizei ist keine gute Idee gewesen - normalerweise sollte man mit den Hundehalter reden können.

Lange Rede kurzer Sinn.
Ich würde die Rechnung nicht bezahlen!! Und warum bei zwei TA? Und die
Behandlung sollte nur drei Tage gedauert haben? Was ist mit Fäden ziehen etc?

Hat deine oder dein Bekannter keine Hundeversicherung?

Ich drück euch allen die Daumen

Lg

Tigerkatze

redfairy
02.05.2006, 12:36
Also das mit der Hundehaftpflicht ist so eine sache: ja sie hat eine, aber diese wäre sehr froh eine Möglichkeit zu bekommen sie zu kündigen. Sie hat ihren staff ja schon vor der Hundeverordnung und so gehabt, hat also auch noch einen normalen tarif, aber wenn sie nun die haftpflicht machen lässt, haben diese eine Möglichkeit sie zu kündigen (so hat sie mir das erklärt).
Außerdem möchte sie halt keinen Ärger mit dem Ordnungsamt bekommen, weil sie Maulkorb- und Leinenbefreiung hat und Angst hat, wegen der rasse zu verlieren. Außerdem will sie aber auch genau deswegen nicht bezahlen, weil dies ja eine art schuldgeständnis wäre.
Schwierige Sache, aber ich werd ihr mal den Link von diesem Thema geben, dann kann sie sich das durchlesen und nochmal überlegen was sie am besten macht. Ich fände halb halb als Lösung okay, weil ihrer sich halt aus dem geschirr befreit hat, aber sehe die Lösung auch gleichzeitig als nette geste von ihr an.

Juni
20.05.2006, 13:07
Hallo Heike,

wenn deine Bekannte Angst vor Problemen wegen ihres Listenhundes hat, kann sie gar nichts machen außer zahlen. In dem Moment, wo der andere Hundebesitzer die Zahlung einklagt - und das wird er vermutlich, wenn er Anwalt ist - muss sie entweder ebenfalls einen Anwalt nehmen oder eben die Versicherung einschalten. Wenn sie beides nicht will, bleibt sie auf das Entgegenkommen des Gegners angewiesen, und damit ist wohl kaum zu rechnen.

Schöne Grüße,
Juni