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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Andere Hunde "beißen" ins Ohr



Tessy-Mausi
10.04.2006, 21:23
Unsere Tessy ist eine ganz Liebe. Immer, wenn wir andere Hunde treffen, liegt sie immer gleich auf dem Boden und ergiebt sich, auch wenn es ein noch so kleiner Welpe ist und sie eigentlich viel stärker wäre. Wie kommt dass? Oft ist es so, dass andere Hunde sie am Ohr ziehen und beißen. Bis jetzt sind zwar noch keine Bisswunden entstanden, aber sie mag es sichtlich nicht. Meistens rennt sie weg. Wir fragen uns nur, warum sie fast jeder Hund so am Ohr packt und zwickt? Sie merkt sich dass auch und ist beim nächsten treffen mit diesen Hunden abgeneigt weiter zu spielen. Wir würden ihr gern helfen oder besser verstehen, warum?:eek:
VG Sophie

billymoppel
12.04.2006, 00:36
hallo sophie,

scheinbisse - in die ohren und die kehle, den schwanz und die pfoten sind absolut normales spielverhalten! beim hundespiel geht es rauh zu, da wird geschubst, gerannt, getreten, gestolpert und am anderen genagt. ein hund, der enrsthaft beißen will, wird das tun und das sieht man dann auch.
kurzhaarige hunde sind bisweile da etwas empfindlich, liegt in der natur der sache.
wie alt ist denn euer mädchen?
auf-den-rücken-legen ist auch nicht ausschließlich ein zeichen von unterwerfung, sondern nur im entsprechenden kontext. es kann genauso eine einladung zum spiel sein.
und vielleicht rennt sie auch gar nicht weg, sondern spricht nur eine einladung zum allseits beliebten jag-mich-dann-jag-ich dich-spiel aus?
sollte die hündin wirklich hochgradig unsicher sein, gehört sie mindestens in eine junghundegruppe (ich gehe mal davon aus, dass sie noch jung ist - und auch bei einem älteren tier kann das nicht schaden) und ihr müsst unbedingt aufhören, sie zu betüddeln. klingt für mich nämlich so. lieb und unsicher sind nicht das gleiche! ein sozial unaufälliger hund ist vielleicht auch mal nicht ganz so lieb zu seinen artgenossen und erlaubt sich gelegentlich mehr oder weniger deutliche abgrenzung - er wird aber auch verstanden von seinesgleichen und respektiert.

billymoppel
12.04.2006, 01:10
zur illustration habe ich dir mal fotos einer sehr intensiven mustergültigen spielszene zwischen lisa (schwarz) und meinem letzten pflegling malwin (weiß) hochgeladen:

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/billymoppel/album?.dir=/918d

auf dem letzten foto auf dem sofa sieht man sehr schön, wie malwin gerade fachkundig einen schein-biß in die kehle von lisa ausführt - lisa liegt auf dem rücken, was ihrer sozialen stellung keineswegs entsprach. malwin hatte im nicht-spielfall nichts zu kamellen gegen lisa. sie war der boß.
außerdem sehr schön zu sehen die entblößten waffen (zähne) im weit aufgerissenen maul, besonders bei lisa, weil so schön schwarz. eine ganz deutliche ansage, dass man dem anderen auf gar keinen fall etwas zu tun gedenkt, jedenfalls nicht absichtlich.
die beiden haben gespielt wie verrückt und auch malwin hatte nach ein paar tagen ein paar schrunden an den ohren. lag einfach daran, dass ich ihn sehr scheren musste und er kaum noch haare hatte und sich lisa auf seine erhöhte empfindlichkeit, die andere hunde, die sie kennt nicht haben, erst mal einstellen musste.

häschengirl
23.04.2006, 17:22
wir haben ein gans lieben hund arber ich kene ein der macht das auch das heist die könen in nicht leiden

cara84
26.04.2006, 03:59
@häschengirl: bitte wie? versteh ich jetzt leider nicht. ich denke, du hast es falsch verstanden: es geht darum, dass dieses verhalten im spiel auftritt und die meisten hund sehr viel spaß daran haben.
bei einem ängstlichen/ mit argenossen schlecht sozialisiertem hund kann es natürlich schon mal vorkommen, dass er skeptisch bis ängstlich ist, weil er es nicht als sozialspiel kennt. da ist dann der besitzer gefordert, anfangs mit "zärtlichen" ;) spielpartnern dem hund den spielerischen kontakt mit artgenossen wieder "nahezubringen".
es kann z.b. auch sein, dass die "unterwürfigkeit" der hündin schlicht ihre persönliche "überlebensstrategie" ist. ich meine damit: sie hat gelernt, dass ihr dieses verhalten bei artgenossen vorteile einbringt und sie auch so ihre ziele erreicht, ohne auf konfrontationskurs gehen zu müssen. (das meine ich jetzt auf mehrere lebensbereiche bezogen.) ein ganz nettes beispiel zu dem thema dazu ist in "das andere ende der leine" von Patricia McConnell nachzulesen.