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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremde Menschen und Hunde anknurren



Mila71
06.04.2006, 21:03
Hallo

Wir haben eine 6 Monate alte BBS-Hündin. Leider ist sie sehr ängstlich gegenüber Fremden, vor allem auch Kindern, und anderen Hunden, egal welchen Geschlechts. Alles wird angeknurrt und angebellt. Sie lässt sich natürlich auch von keinem anfassen.
Zuhause ist sie ein Engel, sehr lieb zu uns und unseren Kindern (4J und 1J alt) und auch zu unseren beiden Katern.
Aber wehe, jmd kommt zu uns nach Hause, dann ist der gleiche Zirkus angesagt wie draussen.
Mittlerweile trauen sich die Kinder aus der Nachbarschaft nicht mehr, zu unserer Grossen spielen zu kommen, was natürlich sehr, sehr schade ist.

Hat jmd die gleichen Erfahrungen gemacht und wie wurde das Problem gelöst?

billymoppel
06.04.2006, 23:49
sicher, dass es angstaggression ist?????
bei einer sechs monate alten hündin???
was ist da schief gelaufen? prägephase? sozialisierungsphase? wo stammt der hund her und unter welchen umständen? was wurde erzieherisch bisher versucht? hundeschule?
und was hat der hund da rumzuwuseln, wenn besuch kommt? habt ihr keine türen? schon mal versucht, den hund vor sich selbst zu schützen? ergebnis?
ganz ehrlich, sollten derartig massive angstaggressionen bei einem so jungen hund vorliegen, muss man von einer tiefgreifenden störung ausgehen - da repariert man nichts im vorbeigehen und erst recht nicht von hier aus, das ist dann ganz sicher ein fall für einen intensive betreuung.

Mila71
07.04.2006, 13:43
Wir bekamen die Hündin erst mit 4 Monaten. Was in dieser Zeit passiert ist, wissen wir nicht. Die Züchterfamilie schien sehr freundlich und ausgeglichen zu sein. Die Hunde hatten nur wenig Kontakt mit Menschen, weil die Züchterin ein Kind bekam und sie deshalb nicht soviel Zeit in diesen Wurf investieren konnte wie vielleicht üblich.
Mila lebt jetzt seit 2 Monaten bei uns. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass es immer schlimmer wird. Mila ist bereits unser 4. Hund, und solche Probleme mit Fremden hatten wir sonst nie.
Nein, Türen gibt es bei uns bei den 150 m2 auf dem Erdgeschoss wirklich keine. Wir wollten so ein grosses, offenes Haus. Nur die Küche ist von dem Rest durch gläserne Schiebetüren (die sie aber auch öffnet) abgetrennt.
Wir gehen mit ihr in eine Welpenschule und Hundeschule. Sie versteht sich da blendend mit ihrem Hunderudel. Es hat zwar auch da 3 Wochen gedauert, bis sie richtig mit abging, aber mittlerweile fühlt sie sich unter all diesen verschiedenen Hunden richtig wohl. Da sagt man uns auch, man sollte das Verhalten ignorieren und einfach weitergehen. Wenn Kinder zu uns kommen, sollten sie den Hund ignorieren oder bestenfalls Leckerlis geben.

Nun, ob es Angst ist oder Scheu, ist schwer zu sagen. Wenn sie sich mal an jmd gewöhnt hat, ist sie wirklich der liebste Hund, den man sich nur vorstellen kann.

Auf jeden Fall werden wir die Welpenschule und die Hundeschule mit Ausbildung zum Familienbegleithund weiter besuchen. Macht auch viel Spass.

Hoffe nur, dass dieses Verhalten gegenüber Fremden sich legen wird, wenn sie älter wird....

billymoppel
07.04.2006, 16:57
nun ja, an kaspar-hauser-syndrom hatte ich schon gedacht.
dein posting scheint das ja zu bestätigen.
vom rat mit dem ignorieren halte ich ich nichts, absolut nichts. willentliches fehlverhalten ignoriert man u.u., nicht aber ängste. umgekehrt: nehmen wir an, du hättest angst vor hunden und jeder aus deiner familie würde tag für tag einen köter zu besuch anschleppen, in völliger ignoranz deiner ängste. wird es so besser? nein, ganz sicher nicht. nur in dir werden sich immer mehr aggressionen sammeln (falls du nicht eher der typ bist, der zur verweigerung neigt)...
hundeschule, so es ihr auch spass macht (aber auch nur dann!), ist sicher eine tolle sache, wenn sie erfolge sehen kann - wie überhaupt alles, was selbstvertrauen stärkt. (wie laufen die übungen, die das ditstanzverhalten verbessern sollen? also das kreis bilden der gruppe um den hund u.ä.?) ein solcher hund braucht grundsätzlich und in allen lebenslagen sehr viel bestätigung, aber auch eine verantwortungvolle führung - d.h. einen halter, auf den sich hund verlassen kann und der rücksichten nimmt. und grenzen des hundes nur sehr langsam und vorsichtig ausweitet. kinder sind da gewiß nicht das richtige, ob mit oder ohne leckerlie. ich würde mit meinen kindern sprechen und ihnen erklären, dass es im interesse des hundes ist, für eine zeit vollkommen auf besuch zu verzichten.
ein so offenes haus ist natürlich auch nicht förderlich, ihr müsst da irgendwas überlegen, im interesse des hundes und eurem eigenen. auch der hund hat ja so nirgendwo rückzugsmöglichkeiten, die vielleicht gern annehmen würde - so geht er eben gleich in die offensive. er kann rückzug und distanz auch so überhaupt nicht lernen.
schläft der hund denn nachts nicht mit im schlafzimmer? das ist ein wichtiger und sinnvoller rückzugsort. sollte es nicht so sein, ist es dringend angeraten, den hund am schlafen beim rudel teilhaben zu lassen, das ist gerade bei einem ängstlichen tier wirklich enorm wichtig.
ohne ein bißchen anstrengung wird sich nichts ändern, es wird nur schlimmer. ich bleibe bei meiner einschätzung, dass ein in frühem alter so gestörter hund u.u. eine tickende zeitbombe ist und auf dauer eine gefahr für sich und andere. es sollte sich wirklich und ganz dringend jemand vor ort das geschehen anschauen.

Pafil
07.04.2006, 16:57
Wir hatten eigentlich das gleiche Problem,wir halten zwei Hunde,wobei einer unserer Hunde mehr ein Problem mit Fremden hat wie der andere Hund...und das bei Geschwistern...
Wir lösen das Problem so ,dass jeder Hund auf seinen Liegeplatz muß wenn Menschen kommen..ich kann Dir da wirklich eine Box empfehlen...ich kann da nur aus meiner Situation sprechen ...wenns klingelt räumt sich der ängstlichere Hund schon selber auf ...der will dann einfach seine Ruhe haben...unsere Hunde sind 1,5 Jahre alt...und den andere Hund schick ich dann mit einem spez.Kommando..
Unsere Hund können dann schon sehen was und wer da kommt ..aber erst wenn ich die Leut begrüßt hab....und wenn der ganze Begrüßungszirkus rum ist und alle Leutchen sitzen dürfen die Hund raus...auch auf Kommando..ich lasse sie aber nur raus wenn ich weiß ,die Leut haben keine Angst vor Hunden...ansonsten liegen sie halt mal auf ihrm Liegeplatz...Wir haben so für uns die besten Erfahrungen gemacht..wenn dann Kinder über Stunden im Haus sind mach ich ein Gitter an die treppe und die Wau-Waus bleiben im EG und die Kids spielen oben...und mein Sohn sagt dann halt Bescheid wenn sie runter wollen....DIESE Lösung ist unsere...bis ich diese hatte ..hat mich da2 nochmals ein paar graue Haare gekostet.

Gruß Pafil
Ach wäre der Hund doch ein Engel....

Mila71
07.04.2006, 18:14
Das kaspar-hauser-syndrom besagt das Fehlen von Zuneigung in Jugendalter. Mila ist aber bei seiner eigenen Grossmutter, Tante, Mutter und einer Schwester, also bei ihrem eigenen Rudel, bis zum 4.Monat geblieben. Die Züchterin ist Hausfrau, also auch am Tag viel bei den Hunden, obschon sie das Baby bekam. Ob das zu fehlender Zuneigung, Liebe und Betreuung führt..... Als wir sie damals einige Male besuchten, war sie gar nicht so... Mila hat eigentlich mich ausgesucht, kam zu mir, schmuste und spielte unentwegt mit mir, obschon ja auch ich damals noch ein Fremder war.

Mila schläft bei uns im Schlafzimmer, hat da ihren eigenen Korb und liebt es auch, unter dem Bett zu schlafen. Wenn es ihr unten zu stressig wird, zieht sie sich in unser Schlafzimmer zurück. Da wird sie auch nicht gestört und hat da eine Rückzugsmöglichkeit. Auch im Erdgeschoss hat sie ihren Platz, eine eigene Decke hinter der Couch.
Bei Besuch ist sie auch sehr neugierig und muss unbedingt sehen, wer denn nun an der Tür ist. Sie bellt oder knurrt dann auch noch nicht, sonder brummt nur vor sich hin. Nur wenn der Besuch Kontakt zu ihr sucht, zieht sie sich zurück und bellt. Oder wenn der Besuch Angst hat, spürt sie das sofort, stellt sich vor ihn, sieht ihn an und bellt (Dominanzgehabe).

Vor allem draussen ist es dann schon ein Stück heftiger, vor allem angeleint.

Lastrami
10.04.2006, 07:57
Tschuldigung muß mal kurz dumm Fragen. Was ist eine BBS -Hündin?

*mächtig auf der LEitung steh*:man:

LG PIa

Mila71
11.04.2006, 11:42
Hallo

Ja, kein Problem. BBS steht für Berger Blanc Suisse, Weisser Schweizer Schäferhund.

Lastrami
11.04.2006, 13:07
Hallo Mila,

sag mal, kann es evtl auch sein, das die Hündin anfängt ihren Schutztrieb aufzubauen???:?:
Bist DU wirklich sicher das es Angst ist was sie zeigt??

Zeigt sie auch diesen "Affentanz" bei fremden Gegenständen oder nur Personen und Tieren?

Wenn sie einem Menschen öfters begenet, z.Bsp bei Euch zu Hause, hört das gekläffe dann nach mehrmaligen begegnungen auf??

Und wie verhälst DU Dich, wenn sie draußen und auch in der Wohnung so einen Zirkus macht?


Ich weiß Fragen über Fragen...:D

LG Pia

Mila71
16.04.2006, 12:35
bei Gegenständen ist sie nicht so, sondern nur bei Lebewesen.
Bei mehrmaligem Wiederkommen des Besuchs ignoriert sie den einfach.

Bei meinem Verhalten halte ich mich an den Rat der Hundeschule: ignorieren. Ich bin aber nicht 100% damit einverstanden. Man müsste dem Hund doch klarmachen, dass so was nicht geduldet wird. Mittlerweile versuche ich sie abzulenken, und wenn mir das gelingt, bekommt sie ein Leckerli.

Das mit dem Schutztrieb hab ich mir auch schon gedacht. Lockert sich denn dieses Verhalten mit der Zeit? Sie bellt nämlich alle Freundinnen meiner Tochter an, was denen natürlich nicht ganz geheuer ist...

ruth_kyno
17.04.2006, 18:03
hallo mila71
hast dus schonmal mit "nein" ausprobiert?
aus jeden fall würde ich den hund nicht frei laufen lassen, wenn du besuch bekommst. wenn du deinen hund anleinst, hast du ihn viel besser unter kontrolle und kannst dir sicher sein, dass dein hund nichts tun kann, so kannst du dich erstmal selbst beruhigen, denn es ist wichtig, dass du deinem hund klar machst, dass du du die situation unter kontrolle hast und er sich keine sorgen zu machen braucht.
es gibt zwei möglichkeiten, die mir jez einfallen

erstens:
du machst deinen hund irgenwo fest, z.b. mit einem haken an die wand und wirfst ihm immer dann ein leckerlie zu, wenn er ruhig ist, sobald er ungewünschtes verhalten zeigt, ignorierst du ihn.

zweitens:
du nimmst deinen hund an die leine, wenn besuch kommt und verbietest ihm jede art von aggressionen mit einem klaren nein und falls er darauf nicht reagiert kannst du noch ein hilfsmittel, wie wurfkette, disc (werden neben den hund geworfen) oder eine klapperdose. beides erschreckt den hund und bricht damit sein verhalten ab. genau in diesem moment musst du deinen hund loben, aber nur wenn er die besucher nicht fixiert/ anschaut, da dies schon der erste schritt in richtung aggression ist.

mit beiden methoden zeigst du deinem hund, was er nicht tun darf, aber auch, was er tun soll.
für beide methoden gilt grundsätzlich konsequenz, sonst wirst du keinen erfolg haben und sobald sich der hund dem besucher gegenüber ruhig verhält, kannst du ihn ableinen, das kann aber einige zeit brauchen. wichtig ist, dass der besuch sich dem hund gegenüber neutral verhält und den hund nicht in irgendeiner weise bedroht, also nicht über den hund beugen und den hund nicht anstarren, nicht frontal auf den hund zugehen u.s.w.
bist du soweit, dass der hund keine aggressionen gegenüber dem besucher zeigt, können die besucher dem hund leckerlies geben, so dass der hund besucher positiv assoziiert.

ich vermute, dass der hund diese aggressionen aus hilflosigkeit zeigt und nicht weiß wie er mit dem problem umgehen soll. der hund scheint sich durch deine anwesenheit nicht sicher genug zu fühlen und dir nicht zu vertrauen, dass du die situation unter kontrolle hast. diese ängste solltest du keinesfalls verstärken, z.b. durch beruhigungsversuche, da du deinem hund dadurch zeigst, dass es einen grund gibt angst zu haben.
um dem hund zu zeigen, dass du dich um ihn kümmerst, kannst du ihm das futter zusätzlich aus der hand geben, so merkt dein hund, dass du ihn versorgst und dass du alles unter kontrolle hast.
du dem problem mit den anderen hunden kannst du einfach mal mit einem oder zwei "lieben" hunden zusammen spazieren gehen, damit dein hund grundsätzlich mit anderen hunden umgegen lernt, was er anscheinend beim züchter nicht gelernt hat. merkt dein hund, dass die anderen hunde, mit denen du zusammen läufst keine angst vor anderen hunden haben, wird er sich dies verhalten vermutlich abgucken und keine angst mehr vor anderen hunden haben.
du solltest so viel wie möglich mit deinem hund unternehmen und ihn in so viele neue situationen wie möglich zeigen, damit er das wieder aufholen kann, was er beim züchter verpasst hat.

ist jez ein bisschen lange geworden, falls du was nicht verstanden hast, frag einfach nochmal nach.
viel spass beim üben

Lastrami
17.04.2006, 18:30
Hallo Mila,

sorry war ein paar Tage verreist.

Also, den Schutztrieb bekommt man NICHt wieder weg!
Du kannst Ihr aber klar machen, das DU der Chef bist. Das DU DIch darum kümmerst, wer ins Haus geht, das DU auf alles achtest.
Ignorieren ist da ganz falsch.
Hab nen HSH-Mix und zur Zeit auch das gleiche Problem.

Also, wenn BEsuch kommt, nimm die Hündin an die Leine, so das ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.
Ich mache es dann so, das ich als erstes den Besuch freundlich begrüße. Der Hund muß erstmal ignoriert werden. Wenn er ruhig ist, dann darf der BEsuch den HUnd auch begrüßen und JEDER bekommt von mir vorher ein LEckerchen, das er dem Hund dann geben darf. So verknüpft der Hund, das Besucher was gaaaaanz tolles sind, denn sie bringen immer was Gutes mit.;)
Jedes knurren oder bellen bei erwünschtem Besuch quittiere ich mit einem Konsequenten und von der STimmlage her tiefen NEIN!. Ist Marlo dann ruhig, sofort loben!

Von irgendwelchen Wurfmitteln Rappeldosen etc. würde ich erstmal Abstand nehmen, denn man muß den absolut richtigen Zeitpunkt mitbekommen, wo das "Ding" eingesetzt wird. Schafft man das nicht, dann passiert es, das der HUnd keine Ahnung hat, warum das jetzt scheppert und so vollkommen falsche Sachen in verbindung bringt.

Da Deinen Hündin jetzt 6 Monate alt ist, fängt sie wohl langsam an erwachsen zu werden. Du mußt ihr ganz klar und deutlich zeigen, wer CHef ist und was an Verhalten erwünscht ist und was nicht. Und das zu jeder ZEit. Konsequent mit ihr üben.
Vielleicht hast DU Freunde oder Bekannte die das mal ein bis zwei Wochen mit Euch üben? Einfach jeden Tag mal kurz vorbei kommen, klingeln?

Hoffe ich konnte DIr etwas weiterhelfen.

LG Pia:bl:

ruth_kyno
17.04.2006, 18:44
wieso ist es falsch ängste und aggression zu ignorieren?
ignoriere ich die ängste eines hunden, so merkt dieser, wenn mein herrchen keinen grund zur angst hat, dann brauche ich es auch nicht. würde man auf diese angst reagieren, merkt der hund, dass es einen grund gibt angst zu haben und man würde seine angst mir aufmerksamkeit belohnen und verstärken, genau das, was wir nicht wollen. ignorieren wir den hund, so zeigen wir ihm, dass diese situation keine besondere aufmerksamkeit brauch, da sie keineswegs bedrohlich ist.
ignoriere ich die aggression eines hundes, so zeige ich ihm, dass es keinen grund zur aggression gibt und entziehe ihm seine bezugsperson, so genannter liebesentzug, der hund merkt, wenn ich mich falsch verhalte, wendet sich mein frauchen von mir ab, verhalte ich mich ok, bekomme ich aufmerksamkeit, genau dass, was ich haben will.

maedl
17.04.2006, 21:28
Hallo Mila!!

Also von Wurfketten und Rappeldosen würde ich auf jeden Fall auch Abstand nehmen! Du hast am Anfang geschrieben, dass sie aus Angst knurrt und bellt. Dann sollte man nicht so reagieren und den Hund vielleicht noch mehr in Angst versetzen.
Ignorieren könnte klappen, muss aber nicht... Der Hund hat Angst. Ignoriert man dies völlig und ist komplett teilnahmslos, kann das gefährlich werden.
Mila könnte z.B. denken, dass du nicht in der Lage ist die (für sie) "gefährliche" Situation einzuschätzen und greift evtl. an, um sich selbst zu schützen. Sie hat ja Angst und wird damit völlig allein gelassen. Ich persönlich bin in solchen Situationen immer ganz fröhlich, rede z.B. lustig lachend mit den fremden Personen und lobe, wenn der Hund ruhig ist und z.B. leichte Neugier zeigt.. Muss man aber echt aufpassen, dass man nicht doch die Angst belohnt. Kann man ja auch erstmal weglassen, bis man sich sicher ist, der Hund startet einen kleinen Annäherungsversuch. Aber ruhig Hund mal angucken und damit zeigen: Ich weiß, dass du Angst hast, ich bin ja da.
Sie an die Leine zu machen, könnte ihr mehr Sicherheit geben. Aber da sie Angst hat, würde ich ihr auch die Möglichkeit auf einen Rückzugsort bieten. Man sollte sie nicht "zwingen" nett zu den Personen zu sein.
Hab nochmal ne Frage: Bist du dir sicher, dass es Angst ist? Könnte ja auch einfach Unsicherheit sein? Oder wirklich Schutztrieb!? Wie ist in diesen Momenten ihre Köperhaltung? Klemmt sie die Rute zwischen die Beine, legt die Ohren an, duckt sich, geht auf Rückzug? Oder stellt sich demonstrativ vor den Besuch und knurrt mit erhobener Rute und in aufrechter Stellung? Macht sie Anstalten, zuzuschnappen? Nimmt sie dich in diesen Momenten wahr und höt auf dich in irgend einer Form? Was passiert, wenn du einfach mit dem Besuch weggehst?
Leckerchen von fremden Personen, wenn sie Angst hat, würde ich auch erstmal weglassen. Weil es auch eher in Richtung "erzwingen" geht. Ich würde Besuch einladen, freundlich fröhlich begrüßen, ins Wohnzimmer gehen und schön unterhalten usw. Mila kann dann ganz alleine entscheiden, ob sie dazu kommen möchte oder sich lieber zurückzieht. Wenn sie knurrt und bellt gibt es ein tiefes "böses" Nein, wie Pia schon geschrieben hat. Dann wendet man sich gleich wieder dem Besuch zu und guckt, wie der Hund reagiert. Zeigt sie Annäherungsversuche, leicht (!!) loben, vielleicht einfach nur ein kurzes ruhiges "Super Mila". Wie gesagt, sollte es wirklich Angst sein, dann besonders fröhlich "tun". Vielleicht auch einfach mal Leckerchen abseits auf den Boden werfen oder eine kleine Kaustange geben. Damit erstmal nicht grundsätzlich Stress angesagt ist. Kauen beruhigt ja auch ;).

cara84
20.04.2006, 06:35
das erinert mich sehr stark an meine eigene hündin. sie stammt allerdings aus einem tötungsheim aus rumänien, nicht vom züchter. das soll jetzt nicht anmaßend klingen, finde es nur schade, was da an sozialisierung falsch oder nicht gelaufen ist...!

meine theorie ist mittlerweile, dass dieses extreme verhalten (das viel schwerer zu korrigieren ist als ein defensiv ängstlicher hund, weils so ein blöder misch-masch ist), wie ich es auch von meiner hündin kenne (sie kam mit einem halben jahr zu mir), mit einem speziellen grundcharakter zusammen hängt. nämlich: schlechte sozialisation in kombination mit deutlich entwickeltem wehrtrieb/mut und nervenstärke. (das kristallisiert sich übrigens auch erst nach und nach heraus, wenn man den hund immer besser kennen lernt, das tier nicht mehr so häufig unter stress steht und man lernt zu unterscheiden was in verhalten und charakter ein genereller wesenszug ist und was von der mangelnden sozialisation herrührt.)

ich arbeite jetzt seit zwei jahren mit meiner hündin. wenn eure situation wirklich so ist, wie mein eindruck, dann habt ihr einen langen,schweren weg arbeit vor euch. (ohne euch deprimieren zu wollen...ich sag nur meine ehrliche meinung.) ich war bei mehreren trainern und verhaltenstherapeuten; habe dort alledings immer nur kurze beratungen in anspruch genommen; mir viel wissen angelesen, meinen hund beobachtet, versucht, wie ein hund zu denken - wieder nachgefragt.., versucht die lernprinzipien zu begreifen und die beweggründe des hundlichen handelns ;) - und nie nie nie aufgegeben.:sporty:
glücklicherweise ist meine mit hunden gut sozialisiert. nur bei den zweibeinern hakt's....

ich kann in diesem threat nicht unsere erfahrungen in den zwei jahren, die verschiedenen stufen und schritte in der therapie; wie man desensibilisiert und gegenkonditioniert bei so einem problem, wann man auf den hund einwirken kann und wann nicht; auch in welchem therapiestadium etc. etc. schildern....... auch z.b. muss man genau erkennen: wann wird ein verhalten zur "masche" = verselbständigt sich; wie vermeide ich, das mein hund in schwierigen situationen was falsches lernt.... ab welchem zeitpunkt kann man auf den hund überhaupt verbal einwirken ohne vertrauen zu zerstören oder die angstsituation zu verschärfen.................. .................. ich glaub ich könnte damit ewig weitermachen. niemand, der nicht einmal so einen hund hatte, kann das beurteilen, was für schwierigkeiten einem da entgegenkommen.

ach mensch, was soll ich da nur sagen...sucht euch einen guten trainer.

um euch zum schluß noch mal mut zuzusprechen: meine maus hat supertolle fortschritte gemacht, auch wenn ich zwischendurch wirklich am heulen war :-(0) .... ich kann sie überall hin mitnehmen, sie benimmt sich tadellos; sie vertraut mir absolut, wo ich hingeh, da kommt sia auch mit, ohne mit der wimper zu zucken :hug: . sie hat gelernt, fremde menschen zu ignorieren. spricht jemand sie allerdings "typisch menschlich" an (so mit augenkontakt und von oben hinfassen und so) sprich: bedroht sie ihrer meinung nach, weicht sie zurück und knurrt/bellt. bis jemand sie anfassen darf ist immer noch eine laaange warmewerdephase nötig - aber wen sie dann mal mag, den liebt sie sicher bis ans lebensende ;) . kommt allerdings ein fremder zu uns nach hause, führt sie sich imer noch auf wie ein höllenhund und verschwindet dann unterm küchentisch...naja ;) wir arbeiten dran.

ihr schafft das ganz sicher, aber stellt euch auf längere arbeit ein. mit so einem hund kann man leider nicht ganz so sorglos durchs leben gehen wie mit manch anderem. es ist interessant und ihr werdet mehr lernen als bei den meisten anderen hunden - aber ist halt auch nicht immer witzig...:b ...

natürlich kanns jetzt auch sein dass ich euch tootal falsch verstanden habe, und eigentlich ist euer hund gar nicht so problematisch....dann sagt das einfach und ich sag sorry ;) :floet: ...

LG, Anna und Cara

(stragrami84 at yahoo punkt de falls ihr euch mit mir in verbindung setzen wollt...für krisengespräche *lach* )

cara84
20.04.2006, 06:40
p.s.: das problem mit dem ignorieren ist folgendes: klar, angst kann man ignorieren bzw. versuchen sie durch eigenes, selbstsicheres verhalten positiv zu beeinflussen. angstagression die sich durch bellen und knurren äußert zu ignorieren ist schwierig, da das bellen ein stressabbau für den hund ist und daher selbstbelohnend! genauso z.b. das zurückweichen vore den menschen.

das heißt jetzt aber nicht, dass man dem hund gleich mal das zurückweichen verbieten soll!! das kommt vielleicht iiirgendwann später mal...........tja, aber ich glaub es wird schon langsam deutlich, was für probleme sich so auftun....:man:

cara84
20.04.2006, 07:07
sorry dass ich nun schon den dritten beitrag schreibe:

@ruth: ich fand deine tipps bisher echt immer sehr gut, habe ja schon in vielen themen von dir gelesen und glaube, wir sind da prinzipiell so ziemlich auf einer wellenlänge. aber das vorgehen, das du in deiner obigen antwort vorschlägst hätte z.b. bei meiner hündin in die komplette katastrophe geführt. daher finde ich so etwas sehr gefährlich. ich finde solche ferntipps sollte man nur geben, wenn sie entweder so allgemein oder ungefährlich sind, dass sie im zweifelsfall nix kaputt machen, oder man sich über die situation genau im klaren ist.

deinen vorschlag würde ich widerspruchslos anwenden wenn es um einen simpel territorial-aggressiven hund ginge.
ich kann dir aber nur mal das verhalten meiner hündin früher genau beschreiben, vielleicht kann man sich das dann besser vorstellen. sobald jemand sie nur angeschaut hat, hat sie das bellen und knurren angefangen, demn kamm gestellt, hat evrsucht sich zu verziehen, hat sich nicht mehr anfassen lassen. wurde in einem raum, in dem sie sich befand (z.b. therapiezimmer beim trainer) die tür geöffnet, ist sie vor schreck fast umgefallen (ich meine das ganz, ganz wörtlich!!!)...alles gefolgt von grollen und bellen. dabei ist sie nicht mehr ansprechbar gewesen, hier hätte kein "NEIN" oder gar ein schreckreiz irgendeinen sinn gehabt. hat sie endlich von jemand futter angenommen ist sie auch tierisch erschrocken, wenn der nur einen finger bewegt hat. wenn jemand sie angeschaut hat, hat sie ihn sofort angebellt....geschweige denn jemand wollte sie anfassen oder hat sie angesprochen. jeder mensch der auf uns zukam war eine potenzielle gefahr. mit steigendem selbstbewusstsein hat sie angefangen, leute, die weiter weg waren draußen verbellen zu wollen (mit hinlaufen). -hier fängt dann übrigens langsam der zustand an, den man mit erziehung beeinflussen kann.-

die sache bessert sich dan gaaanz langsam. einerseits weil man in den entsprechenden situationen lernt, wie man reagieren muss, andererseits weil das vertrauen des hundes wächst. klar, dass das eine weile dauert.
(ich weiß nicht, wie ähnlich oder anders sich die BSB-Hündin jetzt benimmt oder nicht, aber für mich klingt das nach angstaggression, und die beschriebenen grundsymptome hören sich an wie bei meiner.)

ich hoffe du versteht, warum ich so ein "gschiss" mache (wie man bei uns in bayern sagt ;) ) und so vorsichitg bin mit dem was ich schreibe in diesem fall.
ich habe einfach die erfahrung gemacht, dass hier im alltag unzählige situationen auftauche, die mit "normalem" hundeverstand nicht zu lösen sind und einer unglaublich langsamen, vorsichtigen und wirklich schrittweisen behandlung bedürfen, weil man anders an den hund nicht rankommt.

GLG :cu: nehmt's mir bitte mein langes gelaber nicht übel - ihr merkt ja dass ich mit dem thema schon gaaaanz viel zeit verbracht habe ;) da wird man halt zum sonderling :man: *lach*

cara84
21.04.2006, 16:18
:o das soll natürlich BBS-Hündin heißen...:man:

Mila71
29.04.2006, 17:13
Entschuldigt, wenn ich jetzt so lange nicht geantwortet habe, aber wir waren in Ferien, natürlich mit Mila.

Es ist wirklich grosse Klasse, welche Mühe ihr euch alle gebt, um uns zu helfen. Wir wissen, wie schwierig eine solche Ferndiagnose ist, vor allem, wenn man den Hund noch nie gesehen hat.
Ich habe mir alle eure Ratschläge zu Herzen genommen und abgewogen, was zu unserer Mila passen könnte.
Wir ignorieren nicht mehr (wobei ich mich auch wohler fühle), und merken, dass unsere Maus vor allem eins braucht: noch mehr Kontakt mit Tier und Mensch.
Obschon wir das auch schon vorher hatten (aber wir leben auf dem Lande, so viel Zivilisation ist nicht), erkennen wir doch jetzt langsam Fortschritte.

Wir hatten in der Woche vor unseren Ferien jeden Tag Besuch, und da merkten wir, wie es besser wurde.
Nun, anfangs ist sie immer noch ziemlich zickig, auch bei Hunden, aber dann beruhigt sie sich und schaut sich neugierig um. Bei fremden Menschen ist sie dann doch vorsichtiger und lässt sich auf keinen Fall anfassen. Doch sie bellt sie aber auch nicht mehr an.
Hunde bellt sie 1 Minute an, mit allem drum und dran(Nackenhaare sträuben sich, usw.) aber dann will sie nur noch spielen.
Gestern hat sie sogar mit den Nachbarskindern gespielt (nur richtig anfassen klappt immer noch nicht).
Auf jeden Fall Fortschritte, und das auch wegen eurer Ratschläge.:tu: Hoffe, dass es mit Mila in die Richtung weitergeht, und sie auch noch ihre letzten Hürden zu einem voll sozialisierten Hund überwindet.

Kuss von Mila und Familie

billymoppel
29.04.2006, 18:38
hallo mila,

ist ja schön, wenn es fortschritte gibt, aber ich warne ausdrücklich, sich zu schnell zu weit zurückzulehnen. sonst kommt das erwachen früher als man denkt.
ich finde es keine prickelnde idee, einen hund, der sich nicht gern anfassen läßt, mit den nachbarskindern spielen zu lassen - was, wenn die kinder einen fehler machen (und kinder machen fehler, das liegt in ihrer natur :D)? bestenfalls hast du ein schlimmeres nervenbündel als vorher, schlimmstenfalls eine anzeige am hals.
dein hund benötigt das richtige maß an schutz und herausforderung und das sehe ich da gerade nicht.
man muss schon langsam und vorsichtig versuchen, ihr distanzverhalten aufzubrechen, aber die brachialmethode ist dazu nicht geeignet
ernsthafte verhaltensproblematiken zu "begradigen" sind nach meiner erfahrung zumindest sachen von vielen monaten, wenn nicht jahren - zwei schritte vor und einer zurück.
es bedarf intensivster beschäftigung mit dem hund, um erst mal herauszufinden, wie er "tickt". das ist nicht einfach.
also bitte halte die fremdkinder von ihr fern - für den anfang reicht es völlig, wenn sie sie mal mit einem leckerchen bestechen. wenn sie soweit ist, dass sie angefaßt werden möchte, wird sie das von selbst zeigen.

atti
24.03.2007, 12:36
Hallo leute, ich bin relativ neu hier, ich hätte da auch direkt mal ne frage und zwar knurrt und bellt unser hund ständig!!! Er hört was und rennt sofort die treppe runter und denkt da ist jemand... Das ist in der letzten zeit ziemlich extrem geworden und das raubt mir natürlich den schlaf, denn soetwas passiert hauptsächlich nachts :k:
Vllt. könnt ihr mir einen Rat geben wie man das gebelle ein bischen verhindern kann
Gruss atti