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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Er jault jämmerlich, wenn er alleine ist...



knuffel_mo
20.03.2006, 18:09
Hallo,

wir haben fast 2 Monaten einen 7 Mon. alten Labrador/Podenco Mix. Wir haben sehr viel Freude mit ihm. Allerdings lassen wir den Kleinen seit 3 Wochen immermal für 1/2 - 1 Std. alleine. Etwa 1-2 pro Woche. Wenn wir gehen ist erst noch funkstille, doch dann geht das große gefiepe und geheule los. Wir haben vorher einen Spaziergang gemacht, er hat Futter bekommen und noch einen Ochsenziehmer und wir haben den Fernseher laufen lassen. Wir haben auch uns extra nicht verabschiedet und begrüßen ihn auch nicht großartig wenn wir wieder kommen. Den Ochsenziehmer hat er nie angerührt (er ist sonst ganz wild darauf) und er ist völlig außer Atem von dem ganzen Gejaule.
In der übrigen Zeit ist er immer bei uns. Wir nehmen ihn mit zur Arbeit und zu Freunden. Da er sehr lieb und umgänglich ist. Eigentlich hat er uns 24 Std. um sich.
Liegt es etwa daran, dass es ihm so schwer fällt alleine zu bleiben? Was können wir tun? Wir wollen die Nerven unserer Nachbarn nicht weiter ausreizen. Und dem kleinen Stinker soll es auch nicht so schlecht gehen.

maedl
20.03.2006, 19:06
Hallo knuffel!

Also wenn ich das lese, fällt mir als erstes ein: Habt ihr dem Hund denn überhaupt beigebracht, alleine zu sein??? :?:
So wie du das beschreibst, nämlich nicht.
Man kann einen Hund nicht einfach so mir nichts dir nichts von einen Tag auf den anderen mal eine Stunde alleine lassen. Das muss langsam aufgebaut werden, begonnen von 10 Sek. bis zu einer Stunde. So habe ich es jedenfalls gemacht. Aber keine Sorge, das ist recht einfach (war es bei mir zumindest *g*), erfordert halt nur ein bisschen Geduld. Und da ihr sowieso fast die ganze Woche da seit, könnt ihr optimal üben!
Also ihr seid z.B. im Wohnzimmer und spielt.. dann wirfst du ein paar Leckerli auf den Boden, verlässt das Zimmer, sagst: "Ich komme gleich wieder" und kommst dann nach ca. 10 Sek. zurück (genau in dem Augenblick, wenn er "nocht nicht mal bemerkt hat, dass du weg bist", also wenn er die letzten 2 Leckerli frisst, müssen natürlich nicht exakt 10 Sek. sein. Es geht nur darum, dass man klein anfängt), ohne Kommentar. Das kannst du mehrmals machen. Dann kannst du das ganze steigern, mehr Leckerchen hinwerfen, Zimmer länger verlassen und dann mit Tür zu.
Wenn er jetzt schon gleich anfängt zu jaulen, gehst du etwas zu schnell vor und solltest nur ganz kurz die Tür zu machen, so dass er keine Chance hat zu jaulen, weil du schneller bist. Ist er ruhig gewesen, immer schön loben.
Das ganze kannst du ruhig mehrere Tage hinziehen, bis er ohne zu jaulen eine Minute alleine in einem Zimmer bleibt.
Du kannst aber auch z.B. wenn er müde ist und sich schlafen gelegt hat das Zimmer verlassen, Tür zu machen und horchen, ob was passiert (hast du vlt. die Möglichkeit ihn zu beobachten?). Fängt er an zu jaulen, warten bis er aufhört, dann Tür auf, hinein und loben, weil er ruhig ist (aber nicht zu überschwenglich). Niemals zum Hund zurückgehen, wenn er jault, weil er dann mit seinem Gesang Erfolg hatte. Er verknüpft dann: Ich jaule - Frauchen/Herrchen kommt zurück.
Ja, und dann ist es nur noch eine Frage es Übens: Einfach immer länger weg bleiben mit Tür zu. Natürlich das ganze dann in den Flur verlagern und das Haus mit der Haustür verlassen. Wenn er nicht jault, zurück und loben. :kraul:
Ich habe dieses "Ich komme gleich zurück" eingeführt, damit Amy weiß, jetzt ist sie erstmal alleine. Wollte halt nicht, dass sie die ganze Zeit unruhig vor der Tür hockt, wenn sie mal 4 Std. alleine bleiben muss. Das klappt sehr gut.
Alles in allem sollte das eigentlich kein Problem sein, denn er ist noch jung und soll ja nur ne Stunde 1-2 mal alleine bleiben. Wenn du ihn soweit hast, dass sie ne halbe Stunde keine Probleme macht, klappt's auch mit einer.
Irgendwann merkt er einfach, dass du IMMER wieder kommst und legt sich schlafen oder kaut an seinem Ochsenziemer. Und dann gibt es auch mit mehr als einer Stunde keine Probleme. :tu:
Ach, eins noch: Wieso lasst ihr den Fernseher laufen? Ist doch eigentlich nur Stromverschwendung und den Hund wird es kaum interessieren, was diese Kiste da von sich gibt. Er soll sich ja ausruhen/ruhig sein, wenn er alleine ist. Meistens schlafen Hunde dann, weil sie die Zeit nicht besser nutzen können. Da stört doch ein Fernseher nur ;).

knuffel_mo
20.03.2006, 19:15
Hallo maedl,
danke für deine Hilfe ich denke wir werden es mal so versuchen.

alra
20.03.2006, 19:37
super gute Lernanleitung für die Menschen:wd: :wd: :wd:

wie ist denn das Verhalten, wenn ihr da seid?
Hat er einen bestimmten Platz/Körbchen zugewiesen, wo er seine Ruhe hat und sich zurückziehen kann?
Hängt er euch immer am Hacken und kommt in jedes Zimmer mit?
oder bleibt er schon mal auf seinem Platz?

Man müßte nämlich erst mal rausfinden, ob es Verlassensangst oder Kontrollverlust ist, worüber er sich dann so lautstark beschwert.

VlG

knuffel_mo
20.03.2006, 19:51
Er hat zwei feste Plätze. Der eine ist im Büro (auch in der Wohnung) und der Andere im Wohnzimmer. Wenn wir aber schlafen gehen, kommt er mit ins Schlafzimmer und legt sich dort hin. Er folgt einem in jeden Raum. Besonders auffällig ist es bei mir. Wenn mein Mann die Wohnung verlässt stört ihn das gar nicht, wenn ich abre mal weggehe, dann ist er Anfangs immer sehr unruhig.

alra
20.03.2006, 20:39
dann würde ich doch eher zu Kontrollverlust tendieren.

Macht das so, wie es maedl so toll beschrieben hat.
Und zwar zunächst nur mit dem Ziel, daß der Hund auch mal allein in einem Raum bleibt. Anfangs kann die Tür offen sein, dann später mal kurz zumachen.

Wenn er mal von allein auf seinen Platz geht, dann das Loben nicht vergessen.
Aber das macht ihr ja bestimmt schon - das Loben.
Was ihr mit Sicherheit ganz bestimmt noch lernen müßt ist, den Hund zu ignorieren.
Wenn der immer hinterkommt, einfach nicht beachten...er ist gar nicht vorhanden, egal, was er sich einfallen läßt, um Eure Aufmerksamkeit zu bekommen.
Und immer daran denken - ein Hund ist ein superguter Beobachter der Körpersprache und der Stimme.
Das wird bestimmt nicht einfach...............
Das geht nur Stück für Stück und ist zeitaufwändig.

VlG

billymoppel
20.03.2006, 23:37
ich stimme dem vollkommen zu. euer hund benimmt sich sehr kontroll-freakig.
dort würde ich eindeutig ansetzen. türe zu und fertig. er muss lernen, euch nicht permanent zu verfolgen. (hunde untereinander tun das auch nicht.)
viele viele jahre ists her, da adoptierte ich einen schlingel aus dem tierheim. er tat mit leid, der aaaaaaaarme hund. zum schluß hatte ich ihn mit aufm klo, da der hund türen öffnen konnte und der kloschlüssel zu der zeit verschollen war :D und allein bleiben ging natürlich gar nicht. ganz abgesehen von ehelicher zweisamkeit mit hund im bett :D irgendwann war bei mir das maß voll und er tat mir nicht mehr ganz so leid und dann war schluss mit lustig und ich habe die türklinken nach unten montiert :D hat der doof geguckt :D und quasi plötzlich ging es auch mit dem alleinsein aufwärts.
ein schlingel ist er zum glück trotzdem noch :D
wichtig ist, dass ihr nicht nur leere gesten fabriziert, a la tür zu, sondern auch innerlich zu dem hund bisweilen auf distanz geht, dass ihr euch selbst wichtiger nehmt. er ist und bleibt ein hund - bei aller liebe und zuneigung. das ist der eigtnlich lernprozess. er wird dadurch nichts verlieren, sondern eher etwas gewinnen - eigene persönlichkeit zum beispiel. versteh mich nicht falsch - ich plane mehr oder weniger meinen tagesablauf um die aktivitäten und bedürfnisse meiner hunde, was auch richtig ist, da sie mir nun mal anvertraut sind, aber bisweilen vergesse ich einfach und ebenso richtigerweise, dass es sie gibt. und es tut nicht weh.
schlingel bleibt mittlerweile übrigens lieber fünf stunden allein zu haus, als mit in büro zu kommen - ist ihm zu hektisch da :D

knuffel_mo
23.03.2006, 22:55
Danke für die vielen Tipps, sind jetzt fleißig am Üben. Sobald Erfolge verzeichnet wurden gebe ich bescheid.