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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MUSS man chronische Zahnfleischentzündung behandeln?



Kenny
19.03.2006, 19:34
Hallo zusammen,

mein zweijähriger Norweger hat chronisch entzündetes Zahnfleisch und ihm sind mit 9 Monaten auch schonmal Zahnfleischtaschen wegoperiert worden. Danach war eine Weile Ruhe aber eben nicht sehr lange. Er hat eigentlich immer einen knallroten Zahnfleischsaum an allen Zähnen und etwas Mundgeruch. Bewundernswerterweise scheint ihn das aber garnicht zu stören. Er frisst NaFu, TroFu und im Gegensatz zu meinem kaufaulen Birmakater auch ganze Rindergulaschstücke ohne Probleme.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich frage bestimmt nicht um TA-Kosten zu sparen, aber muß man die Entzündung denn unbedingt behandeln auch wenn sie keine Probleme bereitet? Der Tierarztbesuch an sich ist für ihn schon Stress pur und ich denke er würde nur wieder Antibiotika bekommen die ich gar nicht so gerne gebe, nur wenns gar nicht anders geht.
Da die Entzündung ja chronisch ist würde man das Spielchen bald wieder machen und er wird irgendwie immer mit Medikamenten vollgepumpt, die nur temporär helfen.
Mir stellt sich genauergesagt die Frage: Was ist schlimmer, eine chronisch vorhandene Entzündung mit der er aber gut zurecht kommt oder andauernde Medikamentengabe??
Ich würde mich sehr über Eure Erfahrungsberichte freuen,
liebe Grüße,

Kenny :cu:

Garvin
19.03.2006, 21:14
Hallo Kenny,

ich kenne mich mit Zahnfleischentzündungen zwar nicht aus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf Dauer gut ist, wenn ständig ein Entzündungsherd im Körper ist. Solange das Immunsystem gut funktioniert, geht das vielleicht, aber wenn er mal einen Infekt hat und anderweitig geschwächt ist? Und was ist, wenn er z.B. mal eine offene Stelle an der Pfote hat und darüber leckt, und dann Keime aus der Zahnfleischentzündung in die Wunde geraten?

Du hast sicher recht, dass es nicht wirklich Sinn macht, immer nur an den Symptomen rumzudoktern, man müsste die Ursache beseitigen. Hier im Forum gibt es einige Dosis, die sich mit Homöopathie gut auskennen und bestimmt auch wissen, was man geben kann, um eine Entzündung einzudämmen. Vielleicht muss man bei deinem Kater auch alle Zähne ziehen? Das beeinträchtigt Katzen weniger, als man meinen sollte, sie können danach trotzdem noch fressen.

Ich hoffe, es antwortet noch jemand, der ein paar gute Tipps hinsichtlich Entzündungshemmer hat. Vielleicht macht es auch Sinn, eine zweite TA-Meinung einzuholen. Ein TA, der immer nur die Symptome behandelt und keine Ursachenforschung betreibt, ist mir persönlich etwas suspekt...

Gruß garvin

Noodie
20.03.2006, 08:08
Garvin hat recht. Warum hat dein Kater chronische Zahnfleischentzündungen? Steckt etwas anderes dahinter? Bei so einem jungen Tier sollte ein TA da doch nachforschen. Das ist ja auf keinen Fall normal.

Und ständig AB zu geben ist auf jeden Fall nicht gut! Irgendwann haben sie dann keinen Effekt mehr. Versuch mal auf homöopathische Mittel umzusteigen.

Auf jeden Fall würd ich noch einen zweiten TA fragen und etwas tiefer in die Sache forschen.

Viel Glück!

Dewe
20.03.2006, 10:03
Hallo Kenny
meine stinknormale :D EKH Katze hat das auch. Sie hat das auch schon recht früh bekommen, glaube so mit 2-3 Jahren. Ich habe sie zweimal bisher be zwei unterschiedlichen TA deshalb vorgestellt. Der erste wollte da überhaupt nichts machen, weil (wie du schon befürchtest hast) es immer wieder kommt und zuviel Antibiotikum auf Dauer schadet bzw. auch nicht mehr anschlägt. Dieser TA meinte, bei richtig schlimmer Entzündung hilft nur noch Zähne ziehen. Aber bei jungen Katzen sei das fast nicht möglich, weil die Zähne noch viel zu fest sitzen. Dann bin ich zum zweiten TA gegangen, der Zahnstein entfernte und etwas in das Zahnfleisch spritzte. Danach war es fast ein Jahr gut. Jetzt merke ich (Katze ist nun fast 5 Jahre alt) dass es wieder anfängt rot zu werden und etwas zu stinken. Meine Katze frisst aber auch recht gut und auch noch das Trockenfutter. Trotzdem werde ich dieses Jahr aber wieder etwas dagegen unternehmen. Ich kann mich noch erinnern dass der erste TA meinte, man solle die Intervalle so lange wie möglich hinaus zögern, gerade deshalb weil die Behandlungsmöglichkeiten nicht sehr vielfälltig sind und je öfter man was macht um so schneller wird die Katze dagegen ressistent.Vielleicht fragen wir mal die Tierärzte am Mittwoch ?????
Ich denke auf, auf Dauer können wir das nicht so lassen.
Gruß Dewe

gabi_dudda
20.03.2006, 10:25
Hallo Kenny,
ist die Entzündung denn von Zahnstein verursacht oder gibt es keinen Zahnstein? Sind die Nierenwerte in Ordnung? Wenn die Nieren nicht richtig arbeiten, kommt es zu chronischer Entzündung des Zahnfleisches. Da wird oft an der falschen Stelle herumgedocktert. Trofu würde ich einer Katze mit Zahnfleischproblemen grundsätzlich lieber nicht geben. Die viele Stärke klebt an den Zähnen und verursacht bakteriellen Zahnbelag. Gegen die Entzündung könntest du das homöopathische Mittel "Mucosa" probieren. Hilft meistens erstmal gut, auf Dauer müssten aber die Ursachen beseitigt werden.
Schöne Grüße
Gabi

wiassi
20.03.2006, 15:11
Mein Coony Amadeus hatte das auch. Nichts half, aber scheinbar hatte er auch keine Schmerzen. Trotzdem habre ich das regelmäßig vom TA kontrollieren lassen, wir haben AB versucht alles ohne erfolg. Bis mir irgendwann auffiel, das er vermehrt auf einer Seite kaute. Beim Nachsehen zeigte sich, das der letzte Backenzahn von unten her verrottet und gebrochen war. DIE Schmerzen mahle ich mir jetzt besser nicht aus *schauder* :0(
OP-Termin und raus mit dem Rest. Da war er gerade mal 2 1/2.
Bis auch einen Backenzahn, Schneide- und Eckzähne ist er jetzt Zahnlos. :eek:
Aber er futtert wieder normal, das Zahnfleisch ist normal hellrosa und er hat keine Probleme damit. Bis auf die Fellpflege, die wohl etwas erschwert ist. Aber dafür hat er ja auch noch mich.:D
Er futtert jetzt auch gern rohes Fleisch, ich schneide es ihm halt klein und gut ist.

Kenny
20.03.2006, 19:28
Vielen Dank für Eure Antworten :)
Ich denke ich werde beim nächsten Impftermin das Thema mal genauer mit meinem TA besprechen. Die Taschen hatte er damals bei der Kastrations-OP entfernt und da der Kater noch so jung war und Norweger bzw. Waldkatzen generell wohl anfälliger dafür sind meinte er das wäre bestimmt chronisch und das Katerchen könnte so ein Kadidat sein der mit 5 Jahren keine Zähne mehr im Maul hat. Ein Blutbild lasse ich dann auch mal machen, das mit den Nieren hört sich ja nicht so toll an. Auf jeden Fall lasse ich mich nicht mit Antibiotika abspeisen, aber ist eigentlich ein guter Tierarzt und ich denke er wird es sich nicht so einfach machen.
Könnt ihr denn eigentlich die Zähne vernünftig nachgucken ?? Ich kann immer nur die Backen hochschieben wenn mein Mann das Tierchen festhält und wenn ich das Maul versuche zu öffnen geht gar nix mehr, er mag es eh nicht festgehalten zu werden, ist halt keine Schmusekatze (aber doch ein gaaanz lieber :D )

Viele liebe Grüße,

Kenny

wiassi
21.03.2006, 08:50
Der "Trick" bei allem ist, es nicht nur dann zu machen, wenn man es machen "muss". :)
Will heißen: Beim normalen Streicheln/kraulen/kuscheln sich vorsichitg rantasten an sensible Zonen wie Maul, Hinterbeine Bauch etc.. Und sich zufriedengeben, wenn man nur ein klein wenig mehr erreicht hat.
Bei den Zähnen zB zuerst, wenn man von außen mal über die Lippen streichlen konnten. Später darf man vielleicht mal die Lippen mit dne Fingerspitzen vorsichtig auf den Zähnen hin- und herschieben. Wieder später ( ich rede von Tagen/Wochen/Monaten! Je nach Empfindsamkeit) darf man mit dem Finger seitlich unter die Lippen ans Zahnfleisch.....so tastet man sich ran, bis man irgendwann stresslos das Mäulchen öffnen und kontrollieren kann. Bei meinem verstorbenen Hauskater Paco konnte ich den Zahnstein mit dem Ddaumennagel entfernen ohne festhalten. als ich ihn bekam, war Maul/ Zähne absoluite tabuzone. Amadeus ließ mich zu Anfang nicht an die Hinterbeine, wenn er jetzt mal Durchfall hat lege ich ihn mir auf dem Rücken auf den Schoß und wasche ihm den Hintern und er schnurrt noch dabei.

Mit meinem Sindbad arbeite ich auch an den Hinterpfoten. Da waren immer gleich Krallen im Spiel, wenn ich nur in die Richtung kam oder mal an den Bauch. Jetzt (im Mai habe ich die Tiger 1 Jahr) hält er mir die "Hosen" an den Hinterbeinen schon von selbst mit der Bitte um Kraulen hin und ich kann stressfrei Knötchen auch an den Innenseiten der Beine entfernen. Er rollt sich auf den Rücken und läßt sich dem Bauch kraulen und genießt es auch.
Kämmen dort findet er noch immer nicht gut, da arbeiten wir eben noch dran. Da wird eben während des genießerischen Kraulens einmal zwischendurch mit dem kamm drübergegangen, ganz sanft ( der, mit den rotierenden Zinken), und gleich weitergekrault, so fällt das kaum auf. Und peu a pue verbindet sich Kämmen mit dem angenehmen Gefühl des Kraulens...

gabi_dudda
21.03.2006, 09:03
Hallo Kenny,
mach dich mal erstmal nicht verrückt. Meistens bekommt man das Problem doch in den Griff, wenn man ein paar Dinge berücksichtigt. Meine Luzie hatte eine ähnliche Prognose (und mit ihr viele Katzen, die ich kenne). Mit 1,5 Jahren schon Zahnfleischentzündung, mit 2,5 vereiterten Backenzahn. Der Zahn sollte raus und der Zahnstein wurde entfernt. Zum Glück war der Zahn aber noch heil und konnte drin bleiben. Laut TA ein Fall für jährliche Zahn-OP und baldiges Dasein als zahnlose Minka. Leider kennen sich die TA's überhaupt nicht mit den Ernährungsbedürfnissen von Katzen aus, oder sie sagen es einem nicht, weil sie ja gut dran verdienen, wenn die Tiere zur Behandlung kommen. Jedenfalls hatte ich sofort nach der OP die Ernährung komplett umgestellt, es gibt hauptsächlich Rohes und das auch oft in großen Stücken, bis hin zum ganzen Hühnerbein. Trofu ist tabu und Dosenfutter nur hin und wieder und nur ohne Getreide und natürlich ohne Zucker. Zusätzlich gibt es dann die ganze Palette an Vitaminen, Taurin, Fettsäuren usw. Seitdem sind die Zähne sauber geblieben und das Zahnfleisch ist tiptop. Es ist eine Freude, zuzusehen, mit welchem Enthusiasmus die Miezen an so einem Hühnerflügel oder -Keule herumnagen. Letztlich haben sie ja nun mal ein Raubtiergebiss und das braucht auch den artgerechten Einsatz, um gesund zu bleiben. Auf das Fell hatte das auch einen sehr positiven Effekt.
Die Nierenwerte mal zu kontrollieren wäre sicher nicht schlecht, um auszuschließen, dass man an der falschen Stelle herumdocktert. Da der Kater ja aber noch sehr jung ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er was an den Nieren hat, nicht so groß. Also keine Panik. Auf gut Glück Antibiotika zu geben, ohne an den Ursachen zu arbeiten, würde ich auch nicht machen.
Liebe Grüße und viel Erfolg
Gabi

Garvin
21.03.2006, 09:57
@blackyundflecky: Sieh an, dass Lux anders aussieht als Shah wusste ich nicht. Shah gibt es in 200 Gramm Dosen.. - aber wenn Lux die doppelte Menge für nur 10 Cent mehr enthält, ist das eindeutig das bessere Preis-Leistungsverhältnis.

Enya
21.03.2006, 11:51
Hallo Kenny,
dein Ta soll bitte genau abklären um was es sich handelt.Denn das ist auf Dauer nicht gesund.Entzündungen im Mundbereich können irgendwann aufs Herz schlagen. Also Vorsicht.
Wenns sein muß einen anderen Ta aufsuchen.
Unser Spanier hatte auch ständig ein entzündetes Zahnfleisch. Heraus kam dann das er unter Nekliges leidet. WEiß jetzt nicht ob das Richtig geschrieben ist.
Seine kariösen Zähne werden so nach und nach alle entfernt und das entzündete Zahnfleisch wird auch entfernt, da wo es z.B. wuchert.. Da wo er keine Zähne mehr hat, ist auch keine Entzündung mehr zu finden.
Unterstützend gebe ich ihm Kreosotum( homöopatisch) Damit klappt es sehr gut.
Mensch wenn ich überlege wie weh es tut, wenn unser Zahfleisch entzündet ist.