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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie nahe muß der Hund bleiben?



lotharingia
08.03.2006, 12:20
Hallöchen,

Unser Hund Apollo, DSH-Husky Mix, ist im Freigang etwas selbstständig. Nach einem Jahr üben habe ich ihn soweit, daß er nie länger als maximal eine Minute weg ist, aber er bleibt nicht in meiner unmittelbaren Nähe, entfernt sich bis zu 50 Meter von mir, um zu anderen Hunden zu kommen und bleibt auch bei Löchern, in denen er buddelt, bis ich außer Sichtweite bin. Es ist halt so, daß er, so weit ich das feststellen kann, der Meinung ist, uns immer im Auge zu haben. Meine Frage ist jetzt: in wie fern kann ich ihm beibringen näher dran zu bleiben oder hat das eventuell keinen Sinn? Ich übe seit wir ihn haben ständigen Richtungswechsel, nur ein mal oder gar nicht rufen, verstecken usw. Ihn abkenken geht nicht, da er sich nicht durch Beschäftigung ablenken lässt. Fährtensuche macht er gerne, aber das kann man ja nicht ständig machen und mit Stöckchen oder Spielzeug spielen findet er immer nur kurz interessant. Futterbeutel interessieren ihn gar nicht. Abrufen unter Ablenkung klappt auch nur 50%ig, da hilft nur schleunigst in die entgegengesetzte Richtung zu gehen.

maedl
08.03.2006, 13:56
Hallöchen Uta,

also ich hatte mit Amy auch mal so eine Zeit, wo sie meinte, sie könnte sich ruhig mal etwas weiter von mir entfernen. Wie ist es denn bei euch mit dem Blickkontakt? Ich hab daran gearbeitet, weil sie manchmal einfach irgendwas tootal interessantes zu erschnüffeln hatte und ich "Luft" war. Allerdings hat bei mir verstecken oft geholfen, und ich hab geclickert.
Weiß nicht, ob du das machst, aber falls: Ich hab erst zu Hause angefangen, immer wenn sie zu mir guckt: Click, Leckerchen. Dann das noch mit "Guck mal" verbunden, damit sie es auch auf Befehl kann. Und dann hab ich es an der Leine bei Fuß geübt.. sie hat recht schnell kapiert, dass sie mich immer angucken soll. Dann hab ich die Leine immer länger gelassen, sodass ich genau, wenn sie guckt, clicken und ihr ein Leckerchen geben konnte, damit sie unter "Click" nicht fälschlicherweise "Herkommen" versteht, wenn sie weiter weg ist. Ich hab es also immer nur in meiner Nähe geübt (eben damit keine falsche verknüpfung entsteht) und durch das Verstecken zusätzlich, hat sie schnell mitgekriegt, dass sie mich im Auge behalten sollte. Kannst es ja aber sicher auch ohne Clicker machen, mit Lob + Leckerli. Das in meiner Nähe bleiben kam dann von ganz alleine.
Was macht er denn, wenn du dich versteckst?
Also Amy war immer sehr abgelenkt von irgendwelchen Gerüchen und hat es manchmal erst nach ner Weile mitgekriegt, dass ich nicht mehr da bin. Wenn sie mich dann gesucht und gefunden hat, hab ich sie super mega doll gelobt. :kraul: Und es gab Leckerli.
Das fand sie klasse... Mittlerweile kann ich mich kaum noch verstecken (ich möchte es gerne machen, weil es immer so lustig ist, wie sie sich freut, wenn sie mich findet), weil sie immer sehr aufmerksam ist. Vielleicht helfen bei dir ja besondere Leckerchen, wenn er dich findet? Denn írgendwie musst du dich ja bei ihm interessant machen können!?
Und dann vlt einfach auch noch mehr das Abrufen üben, also bei mir gibts z.B. IMMER ein Leckerchen, wenn sie bei "Hier" kommt, seit sie klein ist. Weil das (für mich) einfach das wichtigste überhaupt auf dem Spaziergang ist. Und durch dieses konsequente Belohnen für das Kommen hört sie in jeder Situation. Manchmal kann ichs selbst nicht glauben ;).
Also ich würde dir empfehlen, einfach mal bei einer Sache, z.B. dem Verstecken zu bleiben, dann kannst du schneller reagieren (weil du nicht erst überlegst, was mach ich jetzt wieder, damit er kommt) und er findet Spaß daran. Der Nachteil am Verstecken ist aber, dass du natürlich gucken musst, dass kein anderer Hund usw. in der Nähe ist, wo er sofort hinrennen würde. Also ich hab es erstmal in "hundearmen" Gegenden gemacht, einfach nur z.B. wenn sie ein tolles Mausloch gefunden hatte. Irgendwann ist das garantiert nicht mehr toll und dann hat sie sich immer nach mir umgesehen. Ein anderer Hund kann da natürlich schon interessanter sein. Und wenn er dich gefunden hat, kann man das auch gleich noch mit "hier" (oder was du benutzt) verbinden! 2 in 1 ;).
Wenn schon ein anderer Hund in Sicht ist, hilft wahrscheinlich nur in die andere Richtung rennen.. Das kann ich jetzt so nicht einschätzen.. Hast vielleicht auch schonmal an Schleppleine gedacht?
Hach, das ich mich aber auch immer nicht kurz fassen kann, sorry *g*.

Alpha-Tier
08.03.2006, 18:48
Ich würde ihn - so lange er nicht 99 %ig abrufbar ist - gar nicht erst von der Leine lassen. Er wird seinen "Freigang" nach und nach immer mehr ausbauen und dann kann es wirklich mal zu Problemen führen.

Biene13
08.03.2006, 19:53
Hallo Uta
unser Dackel ist auch so ein Kandidat. Im Moment hat er die Phase "Alles ist interessant - nur Frauchen nicht", bin auch am überlegen, welche Strategie ich da noch anwenden kann.
Solange kein anderer Wuff in Sich ist, ist alles im grünen Bereich. Er geht links und rechts des Weges schnüffeln, kommt, wenn ich ihn rufe. Aber wehe, es ist eine Fellnase in Sicht.
Also heißt es für mich, die besseren Augen zu haben - anderer Hund - Dackel rufen, anleinen und etwas interessantes einfallen lassen, damit er das nicht als Strafe empfindet. Ich laß ihn schon spielen mit anderen Wauzis, aber im Moment ist er halt gesundheitlich eingeschränkt und darf nicht so doll toben.

Vielleicht wäre für Euch eine Schleppleine angebracht? So hat der Hund seinen Spielraum und ist irgendwie doch in Sicherheit. Und damit lernt er auch den Raum kennen, wie weit er sich entfernen darf.

LG Biene13 Heidi

lotharingia
09.03.2006, 10:35
Hallo Maedl,

Bist du Tina oder Holly? Hast du jetzt einen Zweithund? Deine sind ja super süß.

Ja, ich übe zwar nicht mit der Schleppleine, da die mich überfordert, aber ich mache die Leine lang und übe so. Unser Mitbewohner verwendet immer so eine Ausziehleine und übt damit mit ihm. Mittlerweile reagiert er an der Leine fast immer sofort, es sei denn er hat einen Hund im Visier (wir haben ja auch immernoch diese doofe Leinenagression, wobei die auch nachlässt). Am anfang habe ich auch geclickert, aber mittlerweile lasse ich den Klick weg. Mit dem Apollo ist alles eben etwas schwerer, weil er nur verlässlich auf Leckerlie reagiert (nicht immer auf Spielzeug oder so), aber immer muß ich neue finden, sonst spuckt er sie aus, weshalb das mit dem "besonderen" auch schwer ist. Ich habe zur Zeit immer 4 Sorten dabei! Bei der Buffy war das anders. Ich habe mit ihr genauso das verstecken geübt mit dem Resultat, daß sie sehr aufmerksam ist. Ich werde jetzt eben mit dem Apollo weiterüben und hoffe, daß er irgendwann näher dran bleibt. Ich frag mich halt manchmal, ob das sich bei ihm überhaupt noch ausbauen lässt. Danke für deine super Tipps! :-*

Hallo Alpha Tier,

Also das mache ich ganz anders als du. Ich habe den Apollo von anfang an frei laufen lassen, die Buffy auch, da ich der Meinung bin, daß der Hund so am besten lernt in der Nähe zu bleiben. Am Anfang ist er immer abgehauen, aber mittlerweile hat sich das sehr gebessert. Es wird nicht schlimmer, sondern besser, ich weiß nur nicht, ob es noch besser werden kann da er ein Husky-Mix ist und in seinem ersten Lebesnjahr nichts gelernt hat (Fundhund aus dem Tierheim).

Hallo Heidi,

Tja, der Apollo war schon immer so. Draussen bin ich nicht so interessant, wobei sich das ganze im letzten Jahr wirklich sehr gebessert hat. Man hat mir hier des öfteren gesagt, daß ich nicht erwarten kann, daß er so wird wie die Buffy (mein anderer Hund). Das sehe ich ein, ich weiß aber nicht in wie fern ich jetzt sagen kann: so weit ist gut und besser geht nicht. Vor allem andere Hunde und Löcher sind super interessant. Um zu einem anderen Hund zu kommen würde sich der Apollo bei Gelegenheit bestimmt überfahren lassen!

Das was du machst, mache ich auch (beirufen, anleinen, ablenken). Es sei denn ich bin auf der Hundewiese, da ignoriere ich ihn einfach, wenn er abhaut wegen einem anderen Hund und gehe in die andere Richtung oder verstecke mich. Ich habe wenig Bedenken, daß ihm was passiert, wenn er merkt, daß ein anderer Hund unfreundlich gesinnt ist kommt er sowieso immer direkt zurück und auch so kommt er immer schnell. Manchmal geht er mittlerweile auch gar nicht mehr hin oder lässt sich abrufen. Ob der da noch rauswächst? Die Buffy ist früher auch zu jedem anderen Hund gelaufen, aber jetzt findet sie sie uninteressant. Aber ob das Rassebedingte Unterscheide sind (Buffy: Apenzeller/Aussie, Apollo: *Husky*/DSH)?

alra
09.03.2006, 11:02
also bei mir sind schon immer alle meine Hunde, wenn es möglich ist, ohne Leine.
Mir ist auch noch keiner abhandengekommen.
Die längste Wartezeit war eine knappe Stunde :( , dann war sie wieder da:wd:
Ich bin genau dort geblieben, wo ich sie zuletzt gesehen hatte.

Ein Bekannter von mir ist Jäger. der hat einen Irish Setter und einen Dackel. Beide sind ausgebildete Jagdhunde. Der Dackel ist so was von wild auf die Jagd, der war im Wald auch mal nicht zurückgekommen. Horst hatte dann nach 8 Stunden Wartezeit an seinem Hochstand eine Decke hingelegt und seinen Mantel und ist erst mal nach Haus gefahren.
Am nächsten morgen ist er dann wieder hin und da lag der Ausreißer unter dem Mantel verkrochen und hat gepennt.:z:

Aber, wie gesagt, meine Wuffis sind das von klein auf gewöhnt.
Es kommt auch sicher auf die Rasse bzw. den Jagdtrieb an.
Ich hatte immer Hunde ohne Jagdtrieb; Kaukasischer Schäferhund, Neufundländer, Shi Tzu, Golden Retriever.
Dein Hund hat rassebedingt - Husky - einen großen Bewegungsdrang.
Gehste mit ihm joggen oder am Fahrrad?

Was Du da berichtest über die Hundewiese - genau so ist es richtig. Was willste denn noch mehr?
Den Hund immer schön im Auge behalten. Dann würd ich ihn auch zwischendurch einfach mal abrufen, anleinen , eine kurze Runde laufen und wieder zur Gruppe zurückgehen.
Dadurch wird er nicht stur beim abrufen. Da kann es sonst schnell zu der Verknüpfung kommen:
Frauchen ruft - ich geh hin:) - dann komm ich an die blöde leine :eek: - dann geht nach Hause:eek:

Ich hab meine Hunde auch immer auf die Hundepfeife trainiert - das Teil ist für mich unersetzlich:tu:
Das wär sicher auch was für euch.

VlG

maedl
09.03.2006, 12:28
Hallöle..

also ich bin Tina *g*. Ja, hab jetzt einen zweiten kleinen Aussie-Frechdachs, seit 2 Wochen! 8 Pfoten zu Hause, puh, das ist erstmal ungewohnt! Aber alles klappt super gut und Amy entwickelt schon Muttergefühle für die kleine Holly! :love:
Deiner Buffy sieht man aber auch total an, dass da ein Aussie mit drin steckt! Sehr hübsch, deine Hundchen! :bl:
Also ich würde ihn jetzt auch auf keinen Fall immer anleinen, denn was soll er denn da lernen außer vielleicht bei Fuß zu gehen? Wenn du das machen würdest, und ihn dann wieder nach langer Zeit ableinst, der Meinung, dass er jetzt näher bei dir bleibt, würde er sofort bei der erstbesten Möglichkeit auf und davon sein. Also auf jeden Fall weiter ohne Leine üben! Du machst es schon richtig!
Ich mach es z.B. so: Wir gehen am Anfang immer ein Stück mit Leine bei Fuß (so ca. 50m, wenn überhaupt) und dann darf Amy bis fast zum Ende frei laufen und dann wieder bei Fuß nach Hause. Das klappt sehr gut, Amy kommt sogar am Ende unserer Wege (die sie kennt) immer von alleine zu mir, freut sich auf ihr Leckerchen und lässt sich auch freudig anleinen. Würde ich Amy an der Leine lassen, könnte sie ihrem Bewegungsdrang auch gar nicht nachkommen.. und das wär ja bei dem Apollo genauso.
Mittlerweile clicker ich auch nicht mehr, ich lobe nur noch verbal, wenn sie mich anguckt (vor allem an der Leine macht sie das ja nun sehr oft), und des öfterern gibts auch noch ein Leckerli dafür.
Ja, mit der Schleppleine das war mir auch zu kompliziert :rolleyes: und deswegen hab ich es über den Blickkontakt aufgebaut.
Auf jeden Fall denke ich, dass es noch besser wird mit Apollo. :tu: Wenn man immer schön fleißig übt (vor allem abrufen), dann kommt das von ganz alleine..
Hundepfeife finde ich auch eine gute Idee! Solltest du dir wirklich mal überlegen! :floet:

lotharingia
09.03.2006, 16:13
Hallo Alra,

Ja so ähnlich wie du mach ich das auch. Dort wo Leinenzwang ist behalte ich den Apollo aber schon noch an der Leine (es sei denn es ist keiner da), weil ich nicht möchte, daß er angeleinte Hunde belästigt. Das ist aber immer stressig da sich hier fast keiner an die anleinpflicht hält. Der Tipp mit dem zwischendurch einfach nur so anleinen ist gut. Ich will ja unbedingt vermeiden daß er denkt: "die alte ruft, da geh ich besser erst mal zu dem Hund, weil an die Leine komm ich ja eh". Keine Ahnung, ob er so kompliziert denkt, aber heute hatte ich schon den Eindruck, daß er so was dachte :D

Das mit der Hundepfeife möchte ich probieren. Ich habe aber hier mal gelesen, daß man das "richtig" machen muß. Nur habe ich leider keine Ahnung, wie man das richtig macht ... ?

Der Apollo ist zwar zur hälfte Husky, aber einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat er eigentlich nicht. Er läuft nur kurze Strecken und beim raufen ist er auch immer schnell KO. Meine Hündin dagegen ist absolut unermüdlich. :)

Hallo Tina,

Ja, die Buffy verhält sich auch (so weit ich das feststellen kann) wie ein Aussie. Ich liebe Aussies, die sind neben Border Collies meine Lieblingsrasse. Deine find ich besonders hübsch. Mein Sohn (4) fand das Bild mit dem Knochen von deiner alten Signatur immer ganz toll. :)

Das mit dem abhauen, wenn ich ihn mal nach langem üben abgeleint habe ist mir sogar früher einige Male passiert! Mit Leine kann ich aufmerksamkeit üben, aber für die Praxis finde ich wie du freilauf unumgänglich. Ich weiß, daß andere mit anderen Methoden besser zurecht kommen, aber da muß jeder für sich entscheiden, was besser ist. Ich gehe auch am Anfang und am Ende des Spaziergangs mit dem Apollo an der Leine, die Buffy kann ich mittlerweile überall freilaufen lassen, aber an der Straße wird sie auch angeleint. Mittlerweile lässt der Apollo sich auch während des Spaziergangs gerne anleinen, aber wie oben erwähnt, machmal lasse ich ihn dann auch auf dem Heimweg mal freilaufen (ist halt noch Park, aber wo leinenzwang ist), aber wenn er nicht hört wird er dann eben wieder angeleint.

Heute habe ich auch ganz fleissig das rufen geübt, und zwar mit 5 Sorten Leckerlies und Pansen (für die Suchspiele) in der Tasche. Bis auf ein mal ist er auch immer gekommen.

Mit einer Sache bin ich mir aber unsicher. Wenn ich den Hund rufe, er hört mich, bleibt stehen, guckt mich an, merkt, daß ich in die andere Richtung gehe, geht aber dann trotzdem zuerst mal zu dem anderen Hund - was mache ich, wenn er dann kommt ? Soll ich ihn an die Leine machen und schimpfen oder ignorieren, einfach ganz ignorieren, oder mich freuen?

billymoppel
09.03.2006, 21:20
ach ute,

mal wieder ein beitrag aus der reihe "ich verstehe meinen hund nicht"?
leider hast du ja schon beim letzten mal nicht geantwortet, aber mich würde wirklich mal interessieren, was dieser durch und durch "ungehorsame" hund wirklich kann. offenbar muss es einiges sein, wenn mal due unteren bilder betrachtet - hingebungsvoller katzenpapi und buffy-ehemann.
und nun habe ich im nebensatz erfahren (neben alle den dingen, die er/du nicht mögen, wie futterbeutel, schleppleine, leckerlie...), dass er gerne löcher buddelt und du machst gleich den fehler und versuchst ihn von seinem (einzigen?) hobby auf 50m abzurufen?????? was erwartest du? ich würde von jedem hund dieser bauart erwarten, dass er genau das tut, was dein apollo tut: sich einen sch...um das kümmern, was du willst. wenn er da am buddeln war und das dort möglich ist (tiefe buddellöcher sollte man überall vermeiden), warum bist du überhaupt weiter gegangen? ich hätte meinen hund angespornt: "tolles loch, toller hund, wo ist die mausi? (und dergleichen gesabbel)" und wenn mir das loch zu groß wird oder die gefahr der echten mausebegnung steigt, den hund auf kurze (!) entfernung abgerufen.
ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein nicht mal zwei jahre alter hund von diesem aussehen ein solcher langweiler-drops sein soll, zu dem du ihn hier machst. kein bewegungsdrang? was hast du ausprobiert? spaziergänge im park? wie sieht es mit jagdlicher beschäftigung aus? (und ich meine nicht so ein grottendoofes dummi, das vielleicht retriver gut finden)
ach ja und die anderen hunde: seien wir doch ehrlich: 90% aller hunde, die ich kenne und die WERT auf hundegsellschaft legen (die gründe lassen wir mal außen vor), sind NICHT zuverlässig abrufbar (einen meiner drei eingeschlossen und die beiden mädels sind einfach nicht super-wild auf fremdhundkontakt, die nehmen das nur so mit, da kann ich mich mit meinem erziehungserfolg natürlich weit aus dem fenster lehnen)
ich sehe wirklich keinen anderen weg, als das du dich endlich bemühst, einen zugang zu diesem hund zu finden, MIT ihm spass zu haben und nicht permanent gegen sein wesen zu arbeiten (das heißt nicht, dass der hund tun und lassen kann, was er will; aber ein bißchen eigenständigkeit sollte er schon entwickeln dürfen)
ich würde sog gern mal einen beitrag lesen wie: gestern war ich mit apollo beim agility und wir hatte einen heidenspass oder gestern haben wir fährte gemacht und alle waren glücklich und mein hund ist mit einem grinsen im gesicht eingeschlafen. dogdancing, zirkusschule, rettungshundearbeit, schafe hüten, therapiehund - was immer. wenn du aber immer nur das buffy-programm durchziehst...
und eine faustregel, wie weit ein hund entfernt sein darf, gibt es nun wirklich nicht. ich stelle mir gerade vor, dass freunde für ihren großen münsterländer meine polnische kampfroulade als maßstab anlegen würden :D der arme hund und die armen herrchen

billymoppel
09.03.2006, 21:31
@ alra

acht stunden und länger??? RESPEKT! bestimmt ein rauhaardackel!? :D
der teckel (natürlich rauhbautz!) einer freundin hats auf 15 stunden gebracht - zur ehrenrettung muss man sagen, dass die hündin in einem fuchsbau klemmte und der (kluge!) ***** nicht springen wollte :D als er endlich sprang, war natürlich kein jäger mehr weit und breit :D
***** am leben, hund am leben; ende gut alles gut. :D

PS: das possierliche tierchen heißt natürlich f u c h s

lotharingia
09.03.2006, 22:29
Hallo billymoppel,

Auf welchen Beitrag habe ich denn nicht geantwortet? Tut mir Leid, wenn ich das getan habe, vermutlich habe ich ihn gar nicht gesehen.

Der Grund weshalb ich aufführe, was der Hund *nicht* macht, ist nicht weil ich mich darüber ärgere, sondern weil ich die Leute daran hindern will, mir vorzuschlagen gerade diese Sachen zu tun, was bei ihm eh nichts bringt. Er lässt sich eben nicht mit Spielzeug usw *verlässlich* ablenken und dann bringt es mir ja auch nichts, wenn einer das vorschlägt, oder? Klar gibt es Sachen, die er gerne und erfolgreich tut. Er spielt auch gerne (begrenzt), er sucht gerne, kann am besten Fährten (machen wir auch täglich), im Wasser kann er auch super suchen. Suchen tut er aber nur nach essbares, nicht nach doofen Dummies ;) Er hat ein sehr gutes Gemüt, streitet fast nie mit anderen Hunden, lässt sich von Katzen und Sohn alles mögliche gefalllen, macht super Platz und Bleib (wegen suchspielen - besser als die BUffy, die nicht warten kann, bis ich "such" sage), usw. Zugeben muß ich natürlich, daß ich ihn nicht beim buddeln ermuntere. Da drauf bin ich nicht gekommen, nur wenn er im Garten meiner Mutter nach ihrem fiktiven Brunnen graben sollte :D. Teilweise weil ich immer wieder Leute treffe, die sagen, der Hund darf das nicht, weil das ist jagen. Ich lass ihn ja auch hinter Kaninchen her rennen, was viele ganz schlimm finden, aber ich weiß, daß er ihnen nichts tut und sowieso extra immer entwas lansammer rennt, als sein Ziel. Ich rufe ihn aber auch nicht beim buddeln ab - hab ich das behauptet? Es hat ja eh keinen Sinn. Ich rufe ihn auch nur bei Hunden ab, wenn ich irgendwo bin, wo leinenzwang ist, oder wenn klar ist, daß es unerwünscht ist, daß er sich nähert. Hab ja schon oft erwähnt, daß sich hier kaum einer dran hält, aber manche eben schon und die regen sich dann auch tierisch auf.

Das ist ja gerade das, was ich hören will/brauch. Das es normal ist, daß der Hund sich *nicht* bei fremden Hunden abrufen lässt und auch, daß es OK ist wenn er buddelt und nicht immer nur 5 Meter von mir weg ist.

Ich bin eben kein erfahrener Hundehalter wie du und deshalb werde ich sehr schnell verunsichert. Meine Freundin erzählt mir immer, der Apollo will einen Garten und draussen leben, er ist nicht lernfähig, kein Hund darf sich weiter als 10 Meter entfernen, jeder Hund muß auch bei anderen Hunden 100% abrufbar sein. Ihr Mann hat sogar mal gesagt der Apollo sei ein "Alpha", weil er ein Husky Mischling ist (und Huskies sind eh alle agressiv)! Das gibt mir dann einen totalen Komplex. Dabei kennt sie ihn kaum (und ihr Mann gar nicht), da ich nur mit der Buffy mit ihr spazierengehen darf, weil sie der meinung ist, der Apollo ist dominant und käme deshalb mit ihrem Dobi in Konflikt. Im Grunde wär's mir relativ wurscht was er macht (hauptsächlich dank dir), wenn er nicht zu angeleinten Hunden rennen würde und wenn er nicht auch manchmal Menschen nerven würde (die ja dann bekanntlich öfter mal mit Polizei drohen). Ich hoffe, daß ich ihm das Menschen-nerven abgewöhnen kann.

Und natürlich hat er Bewegungsdrang, nur ist dieser Drang normal und nicht ausgeprägt. Ich war mit ihm im agility, es hat ihm aber kein Spaß gemacht, ich glaub weil er lieber mit den anderen Hunden gespielt hätte. Er springt aber über Hecken wenn ich Leckerlies rüberwerfe und ich habe gestern im Ikea ein Tunnel für zuhause gekauft. Probier ich gleich mal aus. Ach so, und er hat das Solitär Brettspiel, das hat er auch sehr schnell begriffen.

Natürlich liebt er die Buffy über alles und auch die Katzen und unseren Sohn. Zu deiner Beruhigung: ich spiele nicht mehr mit der Buffy, wenn wir mit dem Apollo spazieren gehen, nur noch wenn sie alleine ist. Sie macht jetzt, was das Pöllchen macht, nur bleibt sie eben in der Nähe und rennt nicht zu allen anderen Hunden, oder lässt sich wenigstens abrufen - du weißt ja warum. :D Wenn es normal ist, daß der Apollo sich nicht 100%ig in allen Situationen abrufen lässt aber trotzdem relativ schnell kommt, wenn ich dann in die andere Richtung gehe, bin ich ja froh!

alra
09.03.2006, 22:39
@billymoppel

genau........ein Rauhhaardackel, der Benjamin.
Das ist der allerbeste Freund von meiner Luna.

VlG

alra
09.03.2006, 22:58
hallo lotharingia,

ist doch ganz toll, wie Du mit dem Apollo klarkommst.
Es geht sicher noch besser - denn es geht immer besser.
Das sind dann aber die Feinheiten einer Bindung, daran muß man anders arbeiten.

Übrigens, nette Frau Deine Freundin...:D :D :D

Meine Freundin erzählt mir immer, der Apollo will einen Garten und draussen leben, er ist nicht lernfähig, kein Hund darf sich weiter als 10 Meter entfernen, jeder Hund muß auch bei anderen Hunden 100% abrufbar sein. Ihr Mann hat sogar mal gesagt der Apollo sei ein "Alpha", weil er ein Husky Mischling ist (und Huskies sind eh alle agressiv)! Das gibt mir dann einen totalen Komplex. Dabei kennt sie ihn kaum (und ihr Mann gar nicht)

Laß Dich bloß nicht verunsichern von solchen Hundespezialisten.
Diese Leute trauen offensichtlich ihrem eigenen Hund nicht mehr zu...das ist ihre Angelegenheit.

Ich denk mal, Du gehst mit Deinem Hund viel besser um, als die mit ihrem Dobi.

Meine Hündin ist oft außer Sichtweite, aber trotzdem mit der Hundepfeife immer abrufbar. Sie läuft auch im Gelände oder im Wald Bogen und steht dann wieder vor mir oder in ..zig Metern parallel in der Laufrichtung mit.
Dabei wechsle ich aber nie die Richtung, ohne sie erst auf Sichtweite heranzurufen. Dann wir die neue Richtung gezeigt und weiter geht es.
Das kann aber kein Vergleich sein. Das ist jahrelanges Training und absolutes Vertrauen.

Macht nur weiter so:tu:

billymoppel
09.03.2006, 23:55
hallo ute,

du solltest dir wirklich andere hundefreundschaften suchen, möglichst mit jagdhund :D
das baut ungemein auf :D
der erste hund, den ich einstens mit billy näher kennenlernte, war zum glück ein airdale :D die rauhbautzin folgte gleich danach :D
rauhaardackel sind zum komplexabbau überhaupt sehr geeignet, merke ich gerade wieder in meinem junghundekurs :D ("tyranus" - im ernst! und natürlich - nomen est omen :D)
das problem, das auch häufig unstruktierte hunderatgeber (http://www.zooplus.de/magazin/information/artikel/863) (neuerdings ja auch im tv) widergeben ist doch, dass suggeriert wird: 1000 hunde und eine lösung. (und die heißt naürlich immer dominanz und aggression und das neue allheilmittel namens schleppleine) jeder hund funktioniert gleich. und man muss nur fünf mal trillern und alles löst sich in wohlgefallen auf. nur warum hat man dann die vielen rassen erst gezüchtet? und das eine funktionierende hund-mensch-beziehung jahrelange arbeit und jahrelanges lernen bedeutet, wird natürlich verschwiegen. und auch was eine funktionierende beziehung eigentlich ist: von fall zu fall etwas anderes. das herrchen von tyranus kann mit seinem hund prima leben und ich finde das vollkommen in ordnung. chaos vereint in liebe
der apollo will auch gaaaaanz bestimmt draußen liegen, er sieht auf den sofa-fotos ja sooooo schrecklich unzufrieden aus ;) (und zum thema vorurteile kannst du deine freundin ja mal dezent darauf hinweisen, dass der dobi in einigen ländern anlagehund ist - und sich die mehrehit der menschen vor einem dobi mehr fürchtet, als vorm größten husky. alles vorurteile natürlich)
als halter eines jagdhundes wird man nicht geboren, das muss man werden, das war bei mir nicht anders. billy war über fünf jahre, als ich ihn holte - und bereits fertiger jagdhund (der kontrolle nie kennengelernt hatte). mehr als sechs jahre (!) später würde ich ihn als "fertig" bezeichnen. er ist relativ gut kontrollierbar (natürlich und ehrllich nicht 100%), ich habe eine menge über ihn, seine fähigkeiten, über mich und meine fähigkeiten (ich bin ganz unbescheiden mittlerweile als jäger besser als mein hund) gelernt. was zu machen war - ohne aus ihm einen todunglücklichen, unterbeschäftigten, verbogenen hund zu machen - ist getan. die balance ist schon lange erreicht.

heidi herzberg
10.03.2006, 00:05
hallo lotharingia,

meine tibethündin hatte ein ähnliches "problem":
sobald etwas interessanter für sie war als ich, und ich war anscheinend ziemlich uninteressant für sie, wurde sie praktisch taub.

mein ziel mit einem hund ist, dass er sich draußen nie weit von mir entfernt und eigentlich immer abrufbar ist!
natürlich weiß ich, dass das eine wunschvorstellung ist, aber wenn man keine wünsche hat, woran soll man dann arbeiten!
schließlich hats mit einer sehr gut geklappt! warum dann nicht auch mit der anderen?!

spielzeug ist für sie recht uninteressant und leckerlis waren auch nicht der hit.....
es musste sich also etwas ändern oder besser gesagt: ich musste etwas oder mich ändern!

als erstes stellte ich endlich auf trofu um! (die ständigen mäkeleien verbunden mit noch mehr verdauungsproblemen waren einfach nervig)

als zweites belegte ich bei einem kurzurlaub in niedersachsen eine einzelstunde bei einer dortigen hundeschule mit völlig anderem konzept als alle bei mir in der gegend ansässigen!

wenn ich jetzt mit heidi(jaja so heißen tibetische hunde) rausgehe, dann nehme ich mir entweder kleine stücke von würstchen oder gekochtes putenfleisch in der tasche mit.....damit bin ich jetzt für sie superinteressant!
außerdem stellte ich mein kommando um (früher rief ich HIER jetzt KOMM-ZU-MIR), übte es erst im haus und nachdem ich merkte, dass sies gleich verstand, ließ ich sie draußen an einer kurzen schleppleine(5m) laufen und rief sie immer wieder mit dem neuen kommando zu mir her.
jedesmal gabs eine belohnung. wenn sie nicht kam, trat ich auf die leine drauf und stoppte sie so.
am nächsten tag gingen wir ohne schleppleine und ich ignorierte sie während des ganzen spaziergangs, außer sie kam von selbst zu mir, dann gabs ein leckerli oder eine steicheleinheit!

und....kaum zu glauben......aber es klappt!
wenn wir draußen sind, läuft sie nur ein paar meter vor!
nachdem sie sehr schnell verstand, dass ich sie beim gehen völlig ignoriere,wenn sie aber nah bei mir bleibt es immer wieder ein lob oder ein leckerli gibt, war ihre "entscheidung" anscheinend getroffen!

natürlich weiß ich nicht wie lang das so bleibt, schließlich geht das erst einige wochen, aber wir bleiben dran und üben weiter!

die hundetrainerin hat mir in der einzelstunde einige sachen erklärt!
zwar wusste ich zb, dass man beim heranrufen erst mal "klein" anfängt und zuhause übt. ich hatte allerdings noch nie gehört, dass jeder hund seine eigene entfernung hat in der er abrufbar ist.

wenn dein hund "neben dir" ein loch buddelt, reagiert er dann auf dich?

bei heidi hab ich "ihre" entfernung inzwischen ausgetestet und wenn ich merke, dass sie sich weiter entfernt, dann geb ich ein BLEIB als kommando, dann weiß sie, dass sie dableiben soll!

von solchen pauschalen aussagen über eine hunderasse würde ich mich übrigens nicht einschüchtern lassen!
meist hat irgendjemand irgendwas gehört:man:

anscheinend hatte ich zu viel zeit.....sorry für den langen text, aber ich bin so stolz auf meinen tibet terrier:kraul: schließlich sind tibets besonders "eigenständige persönlichkeiten" :D!

viele grüße

lotharingia
10.03.2006, 18:59
Hallöchen!

Danke Alra, das macht mir Mut. Der Apollo kommt mittlerweile fast immer sofort, wenn ich ihn rufe und er ausser Sichtweite ist. Nur wenn er am buddeln ist oder ein anderer Hund da ist, kann es etwas länger dauern. Heute war er z.B. plötzlich weg. Als ich um die Ecke kam sah ich ihn mit einem korpulenten Schäferhund rangeln. :D

Ich treffe täglich Hunde, die so sind wie der Apollo, aber trotzdem lasse ich mich leicht aus der Fassung bringen. Meine Freundin ist eben der Meinung sie und ihr Mann sind hundeerfahren und ich nicht. Wenn Leute ihrer Sache ganz sicher sind, dann lasse ich mich oft aus der Fassung bringen, auch wenn meine Vernunft sagt, die haben Unrecht. Komischerweise behaupten die einerseits, der Hund darf nie weiter weg, als 10 Meter sein, ich weiß aber auch, daß ihrer im Wald Wild jagt und dann auch einige Minuten weg ist! Leider kenne ich aber keine andere Leute mit Hunde näher, weshalb ich so oft hier rumhänge.

Erklärst du mir, wie das mit der Hundepfeife geht? Ich würde das gerne versuchen.

Hallo Billymoppel,

Heißt du Bettina, oder verwechsel ich das was? Das gibt mir auch Mut, daß es bei Billy etwas länger gedauert hat. Ich habe ja für die Buffy auch 2 Jahre gebraucht - da hätte ich beim Apollo noch ein Jahr. Dann kommt ja noch dazu, daß er das erste, wohl wichtigste Jahr lerntechnisch eh verpasst hat, und so weiter.

Darf ich fragen, wie du jagst? Ich kann mir da nichts drunter vorstellen (außer den üblichen Dummysachen, oder Futter verstecken).

Das nervt mich auch sehr, daß jeder davon ausgeht, daß alle Hunde gleich sind. Am Anfang dachte ich natürlich auch, was´bei der Buffy ging, geht auch beim Apollo, aber ich war ja doof. Aber viele sogenannte Experten denken so. Wenn ich ein flexibler Hundetrainer finden würde, wär ich echt froh. Aber die haben alle eine Idee Fixe. :( Leider ist diese Denkweise aber scheinbar modern, denn sie wird mittlerweile in vielen Gebieten angewandt.

Hallo heidi,

Ja, da hat deine Hündin mit meinm Pöllchen schon was gemeinsam. Ich muß mir auch immer neue Leckerchen ausdenken, um seine Interesse zu behalten.

Warum muß man auf TroFu umstellen? Der Apollo bekommt sowieso hauptsächlich TroFu, aber's interessiert mich trotzdem.

Eigentlich mache ich täglich seit einigen Monaten was ähnliches, wie du. Ich mache die Leine lang und rufe den Apollo regelmässig zu mir (egal ob was ist, oder nicht) und gebe ihm dann ein Leckerlie. Wenn er nicht kommt, gehe ich in die andere Richtung und er bekommt das Leckerlie, wenn er neben mir läuft. Mittlerweile hört er auch bei Freilauf sehr gut auf zuruf (was vorher nicht der Fall war). Nur unter Ablenkung klappt's noch nicht so, wie ich möchte. Ich rufe ihn auch nicht, wenn ich vermute, daß er mich ignorieren wird und gehe dann einfach weg. Ich werde weiterhin üben und hoffe, daß ich ihn irgendwann auch verlässlich beim Anblick eines anderen Hundes abrufen kann. Es ist ja nicht, daß er nicht zu anderen Hunden darf, er soll nur nicht zu angeleinten HUnden gehen, weil man weiß ja nie, warum die angeleint sind ...

billymoppel
10.03.2006, 20:50
hallo ute,

als mensch bin ich vor allem natürlich sichtjäger :D trotz -10 dioptrien habe ich meinem hund da was voraus (mit kontaktlinsen, versteht sich :D)
außerdem bin ich viel besser darin, zusammenhänge herzustellen. ich kann einer baumgruppe quasi ansehen, ob sie als rehunterstand taugt. auch typische karnickelwiesen entgehen mir nicht.
heutige ausbeute (alle noch am leben, logisch) - 4 rehe (die sind zur zeit sehr unvorsichtig, weil sehr hungrig - da die knospen im wald noch nicht mal ansatzweise dick sind und die säfte noch nicht steigen, kommen die auch tags aufs feld, um nach der wintersaat zu suchen), mit dem reh-horizont-blick früh genug erspäht; etliche karnickel (die rammeln schon und sehen nix und niemanden) - dafür benötigt man den erdhügel-blick (um einen erdhügel vom karnickel zu unterscheiden) und der übliche feldhase (die sind supereasy - hasen haben keine baue und große einzelreviere - die sitzen immer an den selben stellen); außerdem ein nutria (hat sich gesonnt - da steht billy aber nicht drauf, ist ihm zu naß und zu gefährlich - die können durchaus auch austeilen, wenn sie müssen:D)
billy hat nichts davon wirklich bemerkt; zu seiner ehrenrettung muss man sagen, dass er auch auf freiersfüßen gewandelt ist und nicht ganz bei der sache war.
spuren sind das wirklich gefährliche. billy ist leider nicht nur sichtjäger. große wildwechsel im wald sind leicht zu erkennen und auch zu riechen (im fall von schweinen). hier liegen meine defizite :D
da hilft es nur, den hund genau zu beobachten. als eingeschworenes team habe ich wohl mittlerweile telepathische fähigkeiten, was den großen meister angeht.ich spüre es, wenn sein blut in wallung gerät. bevor der siedepunkt erreicht ist, läßt sich noch was machen.
richtig jage ich natürlich nicht - weniger aus ideologischen gründen, als daher, dass es mir persönlich nichts bringt, auf einem hochsitz zu sitzen.
allerdings bin ich mit billy als er noch jünger war (seit einiger zeit ist er nicht mehr ganz schußfest), schon gern gelegentlich zur treibjagd (nur wenn ich wußte, dass es sich um gut geführte jagden handelte mit ordentlicher nachsuche, ausreichend hunden und erfahrenen jägern - es gibt da gigantische unterschiede) gegangen - weil es für meinen hund der gipfel der glückseligkeit ist. dafür wurde er halt geboren und da ist er absolut bei sich. er ist eben ein nachfahre des wolfes. (wobei billy nicht reißt, er begnügt sich mit dem stellen) jetzt muss es eben bei der kontrolle mit dem jäger bleiben (an der suchleine selbstredend dann). und gelegentlich mache ich auch (sozusagen illegal) mal eine fährte mit ihm im wald oder übe mit ihm morgens im frischen schnee (wenn auch deppen wie ich fährten sehen können) auf dem feld.
der jagdtrieb ist durch die jagdliche ausbildung (die er wohl in grundzügen auch schon hatte) nicht schlimmer geworden - der trieb als solcher bleibt gleich. allerdings versteht er uns als team und versucht mich einzubeziehen, was es mir leichter macht, ihn zu kontrollieren. und für notfälle habe ich wenigstens die gewißheit, dass er in der lage ist, seine eigene fährte wiederzufinden (und überhaupt auf die idee kommt) und zurückkehrt

gruß
bettina (ja, ja :D)

ps: unter normalen bedingungen hat billy einen großen bewegungsradius - solang ich das gelände gut einsehen kann, kann er von mir aus rennen (nicht jagen!) soviel er will. meine pfeife hört der auch noch in 200m oder mehr.
im wald gehört er bei der heutigen wilddichte (teilweise mehr rehe als bäume) uneingeschränkt und bedingundslos an die leine

billymoppel
10.03.2006, 21:12
ich habe übrigens folgende pfeiftöne: einmal kurz: "halt, sofort stehenbleiben"
einmal lang: " so langsam und allmählich bei mir einfinden"
zweimal kurz: "sofort her, dalli"
triller am anderen ende der pfeife: wir kehren um, richtungswechsel, bitte mal gucken
wobei meinen hunden völlig schnurz ist, mit welcher pfeife ich pfeife oder wer pfeift oder ob ich gar die finger benutze. (kann ich nur mäßig gut)
üben solltest du das auf kurze entfernung mit kommandos, die der hund schon sattelfest beherrscht: "hundename, hier" - pfiff - belohnung (lob). inklusive mimischer und gestischer unterstützung. keinesfalls wild rumtrillern, wenn der hund ein kommando ignoriert. da lernt er nur, das man aufs pfeifen "pfeifen" kann. wobei ich die erfahrung auf dem hundeplatz gemacht habe, dass es offenbar hunde gibt, die schon mit eingebauter pfeif-konditionierung geboren werden und andere wieder sprechen gar nicht gut drauf an, da kommt man verbal weiter, lisa zum beispiel. meine polnische kampfroulade hatte dagegen in anderthalb tagen das pfeif-einmaleins drauf. (wobei ich bei ihr vermute, dass sie sehr schlecht sieht und es gewohnt ist, sich so zu orientieren).
erstaunerlicherweise wissen meine hunde auch was ich meine, wenn ich mich mal vertue, eins der großen ungelösten geheimnisse (ich vermute, sie verstehen meine körpersprache noch auf große entfernung)

heidi herzberg
10.03.2006, 23:19
auf trofu hab ich umgestellt damit meine leckerlis eben als leckerer als das "normale" futter empfunden werden. sobald ich dazwischen nafu fütter werden leckerlis für meine große uninteressant!!

so wie du das alles beschreibst klappt es ja sowieso schon recht gut!
man darf nur zwei dinge niemals vergessen:
1. es braucht ungefähr 5000 wiederholungen bis ein kommando sicher klappt :sporty:
2. ein in einer "aussichtslosen situation" angewandtes kommando macht allen lernerfolg zunichte!

viele grüße

lotharingia
13.03.2006, 11:34
Hallo Bettina,

Ach, so jagen. Das kann ich nur mit anderen Hunden und auch nur 80%, aber wo wir spazieren gehen gint's nur Ratten, Mäuse, Vögel und Kaninchen. Ich hätte angst mit dem Apollo in den Wald zu gehen falls er wirklich einem Reh hinterher sprintet und die Orientierung verliert, was bei ihm durchaus denkabr ist, denn er kann sich zwar mit der Nase zurecht finden, aber nicht wenn er in Panik gerät. Da ist er durchaus in der Lage sogar direkt an uns vorbeizurennen - ohne uns wahrzunehmen!

Welche Pfeife würdest du denn empfehlen? Ich würde mich erst mal nur auf einen "hier" Pfiff konzentrieren. Beide Hunde reagieren sehr gut auf mein normales pfeiefen, weshalb ich denke, dasß das gut klappen könnte (leider bin ich ein sehr schlechter pfeifer).

Hallo Heidi,

Danke. Ja, ich denke auch, daß es bestimmt noch besser wird. Ich muß nur dran bleiben. Hast du neue Bilder von deinen Mädels? Hast du einen neue Bezugsquelle für das NB Öko gefunden?

Danke alle für euren Zuspruch! Ihr habt mir sehr geholfen. :bl:

billymoppel
13.03.2006, 15:53
pfeifen sind geschmacksache. ich bevorzuge die doppelton-hornpfeifen (eine seite pfeife, eine triller) - die haben für unsere ohren das moderateste geräusch :D bei den metallpfeifen fällt einem nach dem dritten trillern das ohr ab :D vorteil ist bei denen, dass sie wegen der hohen frequenz sehr weit reichen. man findet aber schlecht freunde mit denen, weil sich um einen herum schnell so eine art vakuum bildet :D
von den "geräuschlosen" pfeifen halte ich nichts - ich frage mich dann immer: habe ich nun, oder habe ich nicht und ich wollte nur? ab 30 läßt ja das gedächtnis rapide nach :D

lotharingia
18.03.2006, 08:16
Oh Je. Also für ne Pfeife konnte ich mich noch nicht entscheiden. Ob die hier OK ist? http://www.zooplus.de/app/WebObjects/ZooShop.woa/wa/CatalogDirectAction/details?PG=237&PID=5743
Ich brauche eine, die ich um den Hals hängen kann, sonst kann ich's gleich vergessen, und eine wo man in beide Seiten blasen kann wär mir zu kompliziert ;) Mit einer lautlosen käme ich gar nicht zurecht, denn ich würde denken, sie hat nicht funktioniert.

ÜBRINGENS: Der Apollo hat sich in letzter Zeit vorbildlich benommen! Er ist noch nicht mal bei anderen Hunden in die Leine gesprungen (obwohl er es ein paar mal wollte), und außer das er einer Inlineskaterin hinterher wollte war er ganz brav! Ich konnte ihn sogar morgens hier wo anleinepflicht ist frei laufen lassen, da nicht so viele Leute unterwegs waren. Er hat auch was gelernt, und zwar, wenn ich Sachen verstecke, lass ich die Hunde immer Platz machen. In letzter Zeit ist der Apollo immer aufgestanden (aber dort geblieben) als ich weg war. Vor dem Suchen habe ich ihn dann immer zuerst wieder platz machen lassen. Jetzt stellt er sich zwar immernoch, aber wenn er mich kommen sieht macht er wieder platz. :D

rocky1
18.03.2006, 18:55
Hallöchen!

Wenn ich eure Beiträge lese, werde ich fast neidisch! Naja, ich wills nicht übertreiben, abhauen soll mein Hund nicht, und abrufbar bleiben soll er auch! Aber Rocky ist total oft beim Spaziergang eine echte Schnarchtüte und trödelt hinter mir her. Wenn er nicht aufpasst und ich stehen bleibe, trödelt er mir gegen die Kniekehlen. ;)
Da wünsche ich mir schon manchmal einen Hund, der auch Hund ist und nach Mauselöchern guckt oder mal im Feld rum läuft und schnuppern geht.
Da hat man echt das Gefühl: Wie es ist, es ist verkehrt, der eine Hund entfernt sich zu weit und der andere geht gar nicht mal ein Stück weg.
Rocky ist echt die geborene Klette!
Aber ich wollte damit nicht euer Problem mit den ausbüchsenden Hunden verherrlichen sondern nur mal schreiben, dass es auch die Gegenseite dazu gibt! Obwohl das sicher auch mit Rockys Alter zusammenhängt! Er ist nämlich vorgestern 12Jahre alt geworden!:D

drea2204
02.04.2006, 02:00
:?: Ich kann gar nicht verstehen , dass viele ihre Hunde von der Leine lassen, obwohl das Abrufen nicht funktioniert. Meiner Meinung nach ist das verantwortungslos - gegenüber dem eigenen Hund , aber auch gegenüber anderen Personen , Tieren... Manche berichten hier sogar, dass sie über eine Stunde warten mussten, bis der Ausreißer wieder aufgetaucht ist. Habt ihr denn keine Angst, dass euerm Hund etwas passiert - oder er auf andere Menschen trifft, vielleicht auf kleine Kinder, fremde Hunde...& wer kann schon garantieren, dass in solchen Momenten nichts passiert, wenn man als Hundehalter nicht dabei ist?
Wir haben lange mit Schleppleine geübt und Elvis ( Labrador, 10Mon ) erst dann erlaubt frei zu laufen, als er verstanden hat , dass er beim Kommando "hier" sofort kommen muss.Das bedeutet viel üben und viel guten Willen. Die Schleppleine hilft da wirklich ungemein... Inzwischen kann ich ihn überall von der Leine lassen - auch wenn er mit anderen Hunden spielt hört er auf sein Abrufkommando. Selbst wenn er auf dem Feld einen Hasen jagt, kann ich ihn ohne Probleme zu mir rufen. Üben, üben, üben heißt die Devise...je besser ein Hund hört, desto mehr Freiheit kann ich ihm geben...und erst dann macht es doch richtig Spaß. Wir trainieren intensiv seit Elvis 5 Monate ist und ich bin echt stolz was wir bis jetzt gemeinsam geschafft haben.

Liebe Grüße!

Drea 2204

Lastrami
03.04.2006, 08:36
Hallo Uta,

muß doch noch kurz meinen Senf abgeben:D

Wie Du mitlerweile mitbekommen hast, hat jeder Hund einen individuellen Radius.
Da ich nen Herdenschutzhund-Mix habe beträgt bei uns der Radius ca 30m. Auf die Entfernung is Marlo auch absolut abrufbar. Erst danach kanns kritisch werden.
Wenn ich die Labbihündin von ner Freundin übers WE da hab bin ich immer ganz irritiert, da sich dieser Hund nicht weiter als 10m von mir entfernt.
ich weiß nicht, wie oft ich die Hündin bei Spaziergängen schon gesucht habe. Dabei war sie direkt neben mir:man:

Also, hör auf Dein Gefühl und nicht auf die weisen Ratschläge von "Spezialisten" und traue Dir Pöllchen mehr zu.

Dann wirds schon.

LG Pia und der Möpp:cu:

lotharingia
03.04.2006, 09:41
Hallo Drea,

Meine Hündin ist auch in jeder Situation abrufbar und bleibt generell in der Nähe. Aber nicht jeder Hund ist gleich. Der Apollo ist aus dem Tierheim und er wird nie zu dem Typ Hund werden, der an mir klebt, weil er ganz andere Interessen hat. Ich lasse ihn ja auch nur von der Leine wo man es darf und/oder wenn keiner da ist.

Hallo Pia,

Nun - ich weiß nicht, ob der Apollo so ein Radius hat. Ich glaub bei ihm kommt es eher an, wie sehr er sich in irgend eine Aktivität/Vorhaben vertieft hat. Das heißt, er kann 5 Meter von mir sein und mich ignorieren aber 200 Meter weg sein und sofort kommen! Generell funktioniert es aber immer einfach wegzugehen. Wenn ich weggehe, kommt er; wenn er mich nicht sieht, kommt er. Und ansonsten muß ich mich eben darauf konzentieren, Situationen vorherzusehen. z.B. wenn er jemanden anguckt, wird er sofort gerufen/abgelenkt wenn er nicht sofort kommt marschiere ich scheunigst in die andere Richtung. Ich habe mein Klapprad bestellt und erhoffe mir davon, daß er jetzt langsam lernt, die Umgebung etwas mehr zu ignorieren, daß er also nicht mehr gewisse Menschen als Bedrohung betrachtet. Leider gibt es viele Leute, die Hunde anlocken, streicheln und gar Leckerlies geben, das macht es sehr schwer ihm beizubrigen, daß fremde Menschen für ihn uninteressant sind. Bei der Buffy hat das auch sehr lange gedauert und auch heute ignoriert sie nicht jeden, der sie streicheln möchte sehr selten kommen ihr bestimmt Typen auch unheimlich vor, was sie dann lautstark meldet (circa einmal im Jahr :D )

Lastrami
03.04.2006, 13:45
Hallo Uta,

Du hast zumindest 1 Vorteil mir gegenüber, Pöllchen kommt wenn Du gehst. Marlo ist das dann Schnurz piep.:rolleyes:

Aber irgendwann lernt man schneller zu gucken und zu kombinieren als der HUnd. Wie Bettina auch shcon sagte.
Ich habe meist andere Hunde und MEnschen entdeckt, bevor mein Möpp aufmerksam wird. Hasen auf em Acker seh ich auch meist vor ihm.
So habe ich genug Zeit mir meine Strategie zu überlegen.:D

Ich denke das radfahren wird ihm Spaß machen.

Ich fange auch demnächst wieder an, sobald das GEschirr da ist.

LG Pia

lotharingia
09.04.2006, 10:33
Hallo Pia,

Ja, das Radfahren macht ihm in der Tat spass. Nimmst du Marlo an die Leine, wenn du mit ihm radfährst? Hast du ein Gabi Meier Geschirr bestellt?

Das mit dem gucken und kombinieren stimmt auch. Nir mit den Hasen schaff ich's nicht, aber das Pöllchen will sie ja eh nicht wirklich fangen :D Die 2 Männer schaffen das aber mit dem kombinieren leider nicht so :rolleyes: In letzter Zeit hat der Apollo sogar von Leuten abgelassen, wenn ich's zu spät gemerkt habe, oder es unerwartet war (einer saß im Auto und ich hatte ihn nicht gesehen und ein andere war zu fuß unterwegs und fing dann hinter uns an zu joggen - war also viel früher bei uns, als erwartet). In letzter Zeit sind die Leinenaggros auch viel besser geworden. Gestern hat er auch per Zufall den in diesem Thread erwähnten Dobi meiner Freundin getroffen (der war mit Herrchen unterwegs) und - kann man's glauben - sie haben sich nicht zerfleischt. :D

Ich bin echt froh, daß der Apollo kommt wenn ich gehe. Denn wenn er mich ignoriert hab ich so wenigstens noch einen Ass im Ärmel - oder wie das heißt :D