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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : im Zweierpack schwer zu bremsen...



Jana_plus_zwei
07.03.2006, 18:18
Hallo Forumsfreunde,

ich habe folgendes Problem: Meine beiden Hunde (Labrador-Mischlinge, kastrierte Rüden, zusammen gut 60 kg) sind leider, wenn wir unterwegs auf andere Hunde treffen, schwer zu bremsen.
Wenn ich einzeln mit Ihnen spazieren gehe, reicht meistens ein stenges "wehe", und ihre Aufmerksamkeit richtet sich wieder auf mich.
Aber normalerweise gehe ich mit beiden gleichzeitig, und wenn wir da einen unbekannten oder nicht so beliebten Hund treffen, wird in Richtung des anderen Hundes gezerrt und geknurrt, was das Zeug hält.
Wenn ich sie dann zur Ordnung rufe, reagiert meist nur einer der beiden, und bis ich den zweiten auch beruhigen kann, hat sich der erste schon wieder aus der Ruhe bringen lassen. Im Allgemeinen sind sie kontaktfreudig, und spielen auch gern mit anderen Hunden, müssen aber zu zweit trotzdem immer erst den "dicken Max" raushängen lassen. Sogar befreundete Hunde werden zu zweit erst einmal angeknurrt, bevor sie erkannt und dann auch freundlich begrüßt werden.
Das verschreckt natürlich andere Hundehalter bzw. deren Hunde, so dass eine Kontaktaufnahme oft nicht möglich ist und beim nächsten Aufeinandertreffen die Situation wieder die Gleiche ist.
Wir hatten auch schon über ein paar Monate einen Hundetrainer, aber der hat die Situation eher verschlimmert, darum haben wir das Training dann abgebrochen.
Hat vielleicht irgendjemand einen Tip, wie man beide Hunde gleichzeitig ruhig bekommt? Sind nämlich eigentlich sehr verspielte Hunde, so dass mehr Kontakt auch zu ihnen fremden Hunden schön wäre.

Achso: Zur Zeit übe ich so, dass ich immer den selben Hund(den Älteren) mit Leckerlies ködere bzw. notfalls zurechtweise (und den anderen knurren lasse), in der Hoffnung, wenn sich der Erste irgendwann nicht mehr ablenken läßt, mit dem zweiten fortfahren zu können.

Im Voraus schon mal vielen Dank für Eure Bemühungen.
Ciao

Jana, Bronco und Eddie

alra
07.03.2006, 20:36
da haste ja ein heißes und mit Sicherheit umfangreiches Thema ...

ich - und sicher auch noch andere - würd da gern für den Anfang noch einige Dinge wissen wollen.

Wie alt sind die Hunde?
Welcher war zuerst da? (muß ja nicht unbedingt der ältere gewesen sein)
Wer von den beiden hat das Sagen?
Wieviel Bezugspersonen sind da?
Welche Situation bei dem Trainer hat das Verhalten verschlimmert?

VlG

billymoppel
07.03.2006, 21:18
ich auch noch drei fragen habe:

wie werden die hunde geführt (beide links, beide rechts oder auf verschiedenen seiten) und tragen sie geschirr? wann fängst du mit der beeinflussung des einen hundes an? wenn er den hund schon gesehen hat?

und bevor wir lösungsvorschläge unterbreiten: gruppendynamische prozesse durch einen außenstehenden zu beeinflussen (und in dem moment bist du das ganz defintiv) ist höchst kompliziert. vermutlich gehst du schon in die richtige richtung - die gruppe zu splitten ist doch erfolgversprechend.

Jana_plus_zwei
08.03.2006, 12:26
Hallo,

erst mal vielen Dank für Euer Interesse.
Zu Euren Nachfragen:
Der Ältere(Bronco) ist gut 2 Jahre, der jüngere (Eddie) 14 Monate.
Beide sind jeweils als Welpen mit ca. 10 -12 Wochen zu uns gekommen, der jüngere aus einem Tierheim. Bronco war zuerst da.
Bronco ist bei den Beiden der Ranghöhere, besteht aber nicht immer auf seinem Recht (er läßt sich z.B. auch mal ein Spielzeug von Eddie im Spiel abjagen).
Bezugspersonen sind mein Mann und ich, wobei ich mich mehr mit den Hunden beschäftige, da mein Mann viel außerhalb arbeitet.
Der Trainer hatte uns gesagt, wir sollen mit den Hunden nur noch mit Leine spazieren gehen, bis sich das beschriebene Verhalten gebessert hat und sie solange auch nicht zu anderen Hunden hinziehen lassen, weil sie das noch für ihr Verhalten belohnen würde. Die Verbesserung des Verhaltens sollte duch Ablenkung und positive Bestätigung durch Leckerlies herbeigeführt werden. Nach ein paar Monaten hat sich die Situation dann soweit verschärft, dass Bronco, als uns mal ein unangeleinter Hund entgegenkam (freundlich schwanzwedelnd - wäre vor dem Training ein willkommener Spielpartner gewesen), diesen Hund wirklich böse knurrend und mit hochgezogenen Lefzen empfangen hat und versucht hat, sich auf ihn zu stürzen. Habe ihn dann weggezogen, der andere Hund ist dann auch gleich zu seinem Besitzer gerannt. So hatte ich meinen Hund noch nie vorher erlebt und das war für mich der Punkt, wo ich das Training dann für beendet erklärt habe.
Dass sich der Kontaktmangel nicht positiv auswirken kann, hätte mir von Anfang an klar sein sollen. Allerdings hatte mich der Trainer damit überzeugt, dass ich das Verhalten der Hunde bestätige, wenn ich sie für Ihr Gezerre an der Leine noch belohne, indem ich den Kontakt gestatte. Klang irgendwie logisch...
Inzwischen lasse ich die beiden von der Leine bei befreundeten Hunden, und kläre bei fremden erst mal auf Entfernung ab, ob ich sie laufen lassen kann.
Das geht allerdings nur auf dem freien Feld, an der Strasse müssen sie eben auch an der Leine mal an anderen Hunden vorbeigehen.
Damit habe ich jetzt nach 10 Wochen wieder den Zustand von vor dem Training erreicht: Gebell und Geknurr an der Leine, aber wenigstens wieder normale Kontaktaufnahme (bzw. großer Bogen) mit den meisten anderen Hunden ohne Leine/mit Schleppleine.
Eddie führe ich links, Bronco rechts. Wenn wir mit der Schleppleine unterwegs
sind, tragen die beiden ein Geschirr, sonst ist die Leine am Halsband.
Zum Zeitpunkt: Leider bemerken die beiden meist vor mir, dass sich von irgendwo ein anderer Hund nähert (wir gehen oft am Wald spazieren, da kann man nicht so weit voraussehen, wann andere Hundebesitzer aus dem nächsten Waldweg heraustreten. Und dann kann ich oft nur noch reagieren, wenn sie schon ganz angespannt irgendwohin starren und mir einen festen Stand suchen.. Inzwischen bin ich wahrscheinlich schon selbst an ihrem Verhalten mit Schuld, weil ich mich natürlich auch schon anspanne, wenn ich andere Hundebesitzer sehe. Blöde Zwickmühle.
Da sie einzeln, wie gesagt, sehr viel mehr auf mich konzentriert sind, kann ich Begegnungen mit anderen Hunden dann viel ruhiger begegnen und vielleicht sind sie darum einzeln auch leichter zu beruhigen. Da reicht ja meist eine kurze Ermahnung. Und als Belohnung entweder Kontaktaufnahme oder Leckerlie fürs Ignorieren.
Trotzdem fehlt mir noch die richtige Idee für gemeinsame Spaziergänge, schließlich könnten so beide Hunde viel länger unterwegs sein, statt jeder für sich nur die Hälfte der Zeit...
So, ich hoffe, das war ausführlich genug und nun hoffe ich auf Eure Vorschläge.
Viele Grüße

Jana