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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Galga stöbert !!!!



harzhexe
28.02.2006, 12:41
Ich habe seid 10 Wochen eine spanische Galga aus einer Tötungsstation bei uns aufgenommen. Es ist ein Superhund - aber leider kann ich sie nur in einem kontrollierten Auslauf von der Leine machen. Auch unser Barsoi kann sie nicht davon abhalten wegzulaufen. Gibt es irgendwelche Tricks oder Hilfen wie wir den Hund noch besser an uns binden können? Ich möchte keinen Tele-Tac oder ähnliches einsetzen. Es ist nur sehr schade, daß unsere kleine immer wegläuft und erst nach einer Stunde wiederkommt (das macht sie ja). Der Barsoi würde im Traum nicht daran denken wegzulaufen - aber das interessiert die Galga nicht - auch wenn der Große sie dann hinterher immer anbrummt - nach dem Motto - wo warst du ? Ich mußte die ganze Zeit auf dich warten ! Für Tipps sind wir sehr dankbar.

Angelika

Chipsy-Boy
28.02.2006, 12:53
Hallo Angelika!

Ich hab kürzlich ein ähnliches Problem hier geschildert. Allerdings ist es nicht mein Hund, sondern der meiner Eltern. Hier mal der Link dazu:

LINK (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?t=41246)

Ich hab da einiges an hilfreichen Tipps bekommen, welche ich weitergegeben habe.
Um die Bindung zu stärken und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, kann oft der Besuch der Hundschule weiterhelfen. Vielleicht bringt ja auch eine Schleppleine was ...

Ich bin hier allerdings kein Profi, dass wäre aber so mal das erste, was mir hierzu einfällt. :)

hike
28.02.2006, 14:47
Ich würde mal versuchen mit ihr zu Beuteln. Das ist im Prinzip ein Jagdspiel, müsste ihr ja liegen, und verbessert die Bindung zu dir deutlich, da sie den Jagderfolg nur durch dich hat (nur du bekommst den Beutel auf). Allerdings musst du sie damit eine ganze Zeit an der Schleppleine haben.

Kleine Frage: Hast du keine Angst, dass sie einem Jäger vor die Flinte läuft? Oder sind die nur bei uns so scharf?

LG HIke

harzhexe
28.02.2006, 20:48
Leider sind die Jäger und Jagdpächter bei uns nicht immer freundlich. Habe bereits eine Schleppleine von 20 mtr. gekauft und werde es jetzt probieren. Mal sehen irgendwann wird es schon klappen.

Tina1965
01.03.2006, 11:14
Hallo Angelika,

ich habe das gleiche Problem wie Du. Ich habe eine Hündin aus Griechenland und die stöbert auch. Dieses Problem bekommst Du nicht so einfach hin. Diese Hunde haben auf der Straße gelebt und sich selber versorgen müssen. Der Jagdtrieb ist sehr stark ausgebildet bei Straßenhunden.
Ich habe in diesem Forum hier sehr große Hilfe bekommen...www.jagdhundehalter .de

Dort sind sehr viele Hunde aus dem Süden und alle mit jagdtrieb. Du mußt erst einmal an der Bindung anrbeiten, sehr viel Schleppleinentraining machen und vor allem die Ruhe bewahren. So etwas dauert. Ich habe meine Hündin jetzt 5 Monate und erst jetzt sind kleine Erfolge sichtbar.

Grüße
Tina

schulz
01.03.2006, 11:15
Hallo,

ich habe auch eine spanische Hündin.Ein Mix aus Labrador-Podenco und ??
Bei uns war es auch so, daß Luri, sobald wir draußen waren, auf Jagd aus war.Du dafst nicht vergessen, das eure Galga ein Jagdhund ist, der wahrscheinlich jagdlich geführt worden ist. Auf der Tötung war sie sicherlich, weil der Jäger den Hund nicht mehr durchfüttern wollte. Sie hat es von der Pieke auf gelernt zu Jagen und es war ja auch gewünscht. Das es jetzt nicht mehr so ist, versteht sie sicherlich nicht.
Anfangs habe ich versucht mit Ablenkung auf mich Aufmerksam zu machen... War nichts. Dann habe ich die 10 Meterleine gehabt. Ging auch nicht.Sie hat sofort gemerkt ob die dran war oder nicht. Futterbeutel und Ball ging auch nicht, weil sie das Spiel Sinnlos findet. Zum "Glück" jagd sie auf Sicht, läuft allso keine Spuren hinterher.
Ihr habt eure Hündin "erst" seit 10 Wochen und laß ihr noch etwas Zeit. Sie muß sich ja auch daran gewöhnen, daß sie nicht mehr Selbst für sich verantwortlich ist und ihr das Futter besorgt und nicht sie.
Wir haben unsere Hündin seit knapp 11 Monaten und erst jetzt achtet sie auf uns. Vorher war sie sich Selbst genug...Sie hatte kein Vertrauen in uns.

Ich kann sie auch nicht immer ableinen, sondern nur, wenn sie durch andere Hunde abgelenkt ist und mit ihnen spielt bzw. in Gegenden die "Wildfrei" sind.
Ich habe gelernt damit zu leben und ich weiß auch, daß ich nie einen Hund haben werde, der den perfekten "Kadarvergehorsam" hat. Bei meinen vorherigen Hunden war es ganz anders und die Erziehung war viel einfacher.
Ich habe es aber gewusst, denn die Spanier sind meist sehr selbstständig.
Kopf hoch, du bist nicht Allein.
Lieber soll der Hund öfter an der Leine sein, als getötet zu werden, wie es in Spanien meist der Fall ist. So hat sie wenigstens eine Familie und kann ihr Leben jetzt genießen.
Mit verständlichen Gruß
Petra und Luri :-*

billymoppel
02.03.2006, 00:12
ich kann petra nur zustimmen: ein jagdhund ist ein jagdhund un bleibt ein jagdhund. das muss man aushalten können. wenn sie noch spurt, gibt es auch kein "heilmittel" in dem sinne. nur die leine.
diesen reiz kann nichts und niemand ersetzen.
mit einem solchen hund (habe ich auch) muss man leben lernen. ihn im wald oder vollkommen unbekannten gegenden abzuleinen, wird niemals möglich sein. da muss man sich nichts vormachen und auch keinen falschen gurus hinterher laufen. beuteln wird schon deshalb nicht funktionieren, weil ein jagdhund wie deiner nicht aufs beute machen aus ist, ihm geht es um die jagd selbst und um nichts sonst. und da ist ein blöder beutel noch nicht mal ein ersätzchen. das ist eine ganz andere motivation als bei einem terrier zum beispiel, denn der sollte auch beute machen wollen.
wie gut (und ob) sie ausgebildet ist, erkennst du daran, wenn du sie mal kontrolliert an der schleppleine eine fährte (manche sieht ja auch ein blinder mit krückstock, vor allem im schnee) ausarbeiten läßt, ob sie spurlaut und sichtlaut (sollten sich unterscheiden) gibt
ansonsten wirst du lernen müssen, ein besserer jäger als dein hund zu sein: was sind wildgefährdete gegenden, wo stehe rehe tagsüber gern ein, wo pöppeln die kaninchen gern...da man üblicherweise immer wieder dieselben gegenden aufsucht, wirst du das bald heraus haben, wo es ungefährdete wiesenflächen gibt. du hast auch zwei entscheidende vorteil: du bist größer als dein hund und siehst besser. nutze sie!
ansonsten gilt es die bindung zu stärken, hundeschule unbedingt - nur erwarte dir nicht davon unbedingten gehorsam oder gar den möglichen abruf von einer frischen fährte.
natürlich musst du trotzdem gegenarbeiten - aber einen absoluten erfolg wirst du nicht erreichen können - es wird nur besser mit steigender bindung.
mit deinem barsoi hast du vermutlich einfach glück gehabt - die stärke des jagdtriebes ist angeboren, vermutlich kommt er auch nicht aus einer jagdlich orientierten zucht. die galga aber bestimmt (wenn man das zucht nennen kann).
ich persönlich kenne ein paar windhunde - alle jagen.
ich würde dir ja zu einer jagdliche beschäftigung raten, wenn auch nicht im ernst. mann muss ja nicht an treibjagden teilnehmen. denn das ist es, was den hund glücklich macht. und stell dir vor, er könnte es mit dir zusammen tun! welche freude für den hund. und für dich, ihn bei dieser sache zu beobachten und teilzuhaben. und du lernst eine menge - wie dein hund funktioniert, was ihn antörnt, wo du besser bist, gepflogenheiten von reh und hase. (natürlich nur, wo ohne starkzwang gearbeitet wird, was leider noch immer die ausnahme ist)
ich habe meinen endgültigen frieden mit meinem rüden erst so machen können.
allerdings habe ich mich vorher erst der erkenntnis stellen müssen, dass er so ist, wie er ist und ich niemals einen schäferhund aus ihm werde machen können
er ist übrigens der gehorsamste hund auf erden und macht im echten leben jedem schäferhund was vor :D er hat nur eine kleine schwäche, aber welcher hund hat die nicht?

Buddytier
02.03.2006, 11:59
Hallo Angelika,
hast du deine Galga von ner Orga oder Privat adoptiert?
Galgos sind reine Sichtjäger,da is nich viel mit Fährten.Obwohl es auch bei denen natürlich die berühmten Ausnahmen gibt.
Würde dir empfehlen mal bei far-from-fear reinzugucken.Is ne Tierschutzorga die sich auf Galgos spezialisiert haben.Da findest du auch langjährige Galgohalter und Pflegestellen die dir gern mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.
Viel Glück mit der hübschen Fellnase

LG Ela

harzhexe
03.03.2006, 11:33
Sicherlich bin ich von unserem Barsoi verwöhnt. (Russischer Windhund) Dieser Hund ist "Trottelig" obwohl er erst 5 Jahre alt ist. Er läuft immer ohne Leine und reagiert auf jeden Zuruf bzw. auf eine Hundepfeife. Wenn er hinter einem Reh herläuft und ich rufe bleibt er stehen und dreht sich um - nach dem Motto - was ist denn? Wenn er sich dann nach dem Reh umdreht ist dieses natürlich schon weg. Also ein Superhund - der auch niemals ins dichte Gestrüpp laufen würde - könnte ja an seinem Fell hängen bleiben - und da ist er sehr eigen. Wir hatten gehofft Sallie würde sich an Alf orientieren - aber das macht sie kleine Maus leider nicht. Spitzname (Ballerelse) es gibt bei ihr nur ein Tempo entweder ganz langsam an der Leine - oder "Ballern" also schnellste Laufart - ohne Rücksicht auf Verluste. Da kommt sie dann schon mal wieder mit aufgerissen Beinchen oder Bauch zurück - aber das macht ihr überhaubt nichts. Verfressen im Sinne von Leckerchen ist sie leider auch nicht. Es ist auch egal ob Alf sie anbrummt wenn sie wiederkommt - ist doch egal was der große sagt- hauptsache ich hatte meinen Spaß.
Sonst ist sie eine Zaubermaus - einfach nur lieb und ich denke im Laufe der Zeit wird sich das auch bessern.
Ich gebe die Hoffnung so schnell nicht auf. - Hundeschule ist ja prima - aber da sind fast nur Schäferhunde und Labrador oä. das kann man nicht mit einem Windhund vergleichen. Haben wir schon einmal mit Alf gemacht. Der hat uns dann immer angesehen und die Augen haben gefragt - wie offt soll ich mich denn noch hinsetzen? - wenn du es weißt melde dich mal - ich lege mich so lange hin. Er war immer die Lachnummer auf dem Hundeplatz und Sallie ist sicherlich genauso. Sitz ist nichts für Windhunde - machen sie sehr ungern, da sie so groß sind und so einen langen Rücken haben bzw. vom Körperbau ist das nicht so klasse.

Angelika

Emma&Simba
03.03.2006, 12:59
Hallo Angelika!
Kann Dir vielleicht ein bißchen Mut machen, denn ich habe vor einem dreiviertel Jahr ein dreijähriges Whippet bekommen. Die Aino jagt auch gerne, aber sie hat gelernt sich an meinen Ersthund (Simba) und mich zu binden. Auf großen, übersichtlichen Wiesen lasse ich sie ohne Bedenken laufen und rufe sie zwischendurch immer wieder, dass es ihr sichtlich Spaß macht, zu mir zurückzurasen.
War auch erst mit ihr am Hundeplatz, aber das war nichts, da man kein Verständnis für ein Whippet mit nacktem Bauch hatte. Habe mir aber eine gute Huschu gesucht, wo meine beiden Hunde jetzt lernen, auf micht zu achten. Es hat viel gebracht und es freut mich, das aus lauter Lebensfreude rennende Whippet zu beobachten.
Versuche, eine feste Bindung mit ihr aufzubauen und gib ihr Zeit. Aino hat dafür auch bestimmt ein halbes Jahr gebraucht. Und lerne, einfach schneller das Wild zu sehen und dann SOFORT abzurufen.

billymoppel
03.03.2006, 15:15
hallo angelika,

das ist doch kein argument! klar hupfen auf jedem platz wer weiß wie viele labbis rum - sind halt modehunde (derzeit vor allem in schwarz).
dann such dir eine andere schule oder hundesport. es geht nicht primär um gehorsam - primär geht es darum, etwas MIT seinem hund zu teilen. spass MIT dem hund zu haben - nicht der hund ohne dich. denn so sieht es doch aus derzeit: der hund sucht sich seinen spass selbst (und diese art kannst du so halt nicht teilen) und du bist noch nicht mal bereit, herauszufinden, welche hobbies ihr gemeinsam haben könntet. und bitte, ein sattelfestes "sitz" sollte ein hund einfach beherrschen, erst recht bei dieser größe, lange rücken haben auch andere hunde. in einer guten hundeschule sollte stumpfe uo auch nur einen bruchteil der zeit beanspruchen.
mit der orientierung - das würde ich gleich wieder vergessen, wenn der eine eine schlaftablette ist und der andere einen völlig anderen charakter hat, wird das nichts.

Emma&Simba
03.03.2006, 16:49
Da kann ich billymoppel nur zustimmen. Auch ein Windhund kann lernen - und wie. Das Vorurteil des dummen Windhundes konnte ich auch am Hundplatz schnell widerlegen. Besser ist aber die passende Hundeschule. Mit viel Ruhe und Leckerchen macht Aino alles. Auch "Sitz" - o.k., sie ist ein kleiner Windhund, hat aber auch einen verhältnismäßig langen Körperbau.
Mit dem "Platz" ists halt auf nassem/steinigem Boden schlecht...gebe ich zu, dann kannste noch ein Telefonbuch dazwischen schieben :)
Bei Windhunden, die ich kenne, habe ich eh das Gefühl, dass sie als allererstes mal dem Menschen gefallen möchte - also lernen sie auch schnell.
Am wichtigsten ist aber die Bindung - und dafür hast Du sie ja ein bißchen zu kurz. Versteck doch mal Leckerchen im Baum oder so und sie geht MIT Dir jagen (Du findest dann allerdings die "Beute"). Aino und Simba finden das superspannend und dann ist draußen auch nichts anderes interessant.

harzhexe
16.03.2006, 20:55
Vielen Dank für die vielen Antworten zu meinem Problem. Ich habe mich bereits damit abgefunden meine kleine Maus immer an der Langlaufleine zu lassen. Schade - aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Zu den Hundeschulen kann ich nur sagen daß wir mit unserem "großen" auch schon in einer Hundeschule waren. Bei uns im Harz gibt es aber nur Schäferhundevereine bzw. Rottweilervereine. Also alles "scharfe" Hunde. Mit so einem Exoten wie einem Barsoi war das schon lustig. Es hat uns sehr viel gebracht, denn bei einer Hundeschule lernt Herrchen und der Hund - aber in erster Linie der Mensch. Man kann keinen Windhund mit einem Schäferhund vergleichen, aber auch ein Windi kann sehr wohl lernen. Er ist allerdings nicht so willig vom Wesen her wie ein Schäferhund. Mit viel Geduld und noch mehr Liebe lernt auch ein Windhund alle Komondos. Er überlegt nur ob das Sinn macht und entscheidet mit. Ein Schäferhund macht 20 mal Sitz und "fragt" nach dem 21. mal. Ein Windhund macht vielleicht 5 mal Sitz und dann schaut er dich an und scheint zu fragen - "wenn du weißt was du willst melde dich mal - ich lege mich so lange hin und warte - 5 mal reicht".
Vielleicht schaffen meine kleinen Galga und ich so einige Grundkomondos zu kapieren. Ansonsten muß ich mir eine große Wiese suchen die evtl. sogar einen Zaun hat, damit sie Ihren Auslauf bekommt. Rennbahn ist nicht so unbedingt meine Welt, ich muß den Jagdtrieb nicht noch fördern. Vielleicht ist ja jemand hier in der Nähe, damit man sich evtl. mal zu gemeinsamen Spaziergängen treffen kann. Großraum Goslar - Nordharz