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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein "teilzeit"-aggressiver Hund.... :-(



Miou
22.02.2006, 18:45
Hallo zusammen :) ,

Ich hab mir unter der Suchfunktion alle Beiträge durchgelesen, von denen ich dachte sie könnten hilfreich sein, aber ich habe nichts entsprechendes gefunden, daher dieser neue Beitrag.

Ich habe da ein (für mich) ziemlich kurioses Problem mit meinem 3 Jahre alten Hovi-Mischling Don. Ich habe ihn mit 6 Monaten aus dem Tierheim geholt. Dort war er nicht lange gewesen (so ca 2-3 Wochen), das Tierheim hatte ihn aus Rumänien bekommen, von einer dort ansässigen Tierhilfe für Strassenhunde.
Er ist ein eigentlich ganz furchtbar lieber, schmusiger Kerl. Er kommt prima mit Katzen zurecht und mit anderen Menschen auch.

Er kam bis vor kurzem auch mit meinem Freund zurecht. Wir wohnen alle zusammen seit Juni 2005 (die beiden kennen sich aber schon länger).Es hatte nie Probleme gegeben. Aber seit neuestem knurrt Don ihn an, wenn mein Freund an ihm vorbeigeht. Und bis jetzt hat er ihn auch ein paarmal gebissen, also schon so , das es geblutet hat.
Also eine Situation war folgende: Don lag quer vor der Esszimmertür und mein Freund wollte raus und hat ihn dann hochgescheucht damit er durch kann.
Und dann hat Don angefangen aus tiefster Kehle zu knurren und ist an meinem Freund hochgesprungen . Der hat sich weggedreht um ihn abzuwehren und dabei hat Don ihm dann in die Hand gebissen.

Und dann ist er im Wohnzimmer verschwunden und hat sich da vor die Heizung gelegt :eek: Ich war in dem Moment sehr geschockt, und hab mir gedacht, jetzt noch was zu sagen ist Unsinn, also bei der (evtl.) nächsten "Schnapp"-Situation eingreifen. Die kam dann unter ähnlichen Verhältnissen, und als ich dann auf Don zugegangen bin hat er mich dann genauso angeknurrt und ist im Flur verschwunden.

Auf der anderen Seite hört er bei mir aber aufs Wort, er setzt sich, legt sich, kommt bei Fuss und auch an den Napf geht er erst auf Kommando zum fressen. Draussen ist auch alles in Ordnung, er kommt wenn ich rufe, er ist zwar nicht so begeistert von anderen Rüden, aber na ja....

Zumal mein Freund auch mit ihm rausgeht, also später abends die letzte Runde gehen die beiden zusammen, und das läuft ohne Probleme, dann hört Don auch auf alle Kommandos die mein Freund gibt. Wenn mein Freund mit Don anfängt zu spielen ist das auch ohne Probleme möglich. Also irgendwie alles sehr merkwürdig.

Dazu kommt auch, das er in letzter Zeit permanent in die Wohnung macht... dummerweise wenn wir gerade mit ihm draussen waren, und das ist für uns ganz unverständlich. Und er macht das auch ganz demonstrativ wenn wir daneben stehen. Also zum Beispiel nachdem wir 2Std. am Rhein waren, kommen wir rein, ca. eine halbe Stunde später stehen wir im Esszimmer und er hebt das Bein und lässt laufen...aber nicht nur ein wenig.....:confused:
Und wenn wir dann dabei sind den "See" zu entfernen, und man danach total entnervt ins Wohnzimmer geht,wird uns ein Riesen-Häufi präsentiert :eek:

Hm... das ist ganz schön viel auf einmal, ich hoffe das uns jemand einen Tipp geben kann was da schief läuft und wie wir das richtig machen können...
Weil ich meinen Hund trotzdem ganz furchtbar lieb hab, und allein bei dem Gedanken ich müsste ihn abgeben die Augen feucht werden :-(

Liebe Grüsse

Alex

Martina0402
22.02.2006, 20:16
Hallo Alex,

ich bin leider auch kein Experte:floet:. Unsere Sky ist jetzt fast ein Jahr, solche Anwandlungen hatte sie Gott-sei-Dank noch nicht, aber ich habe sehr viel gelesen und auch in der Hundeschule bekommt man allerhand mit. Also, dein Freund und du ihr wohnt noch nicht lange zusammen, oder? Vielleicht hat sich dein Don sonst immer als dein Beschützer oder besser gesagt, Rudelführer gefühlt und nun muß er seine Führungsposition verteidigen. :?:
Aus der Ferne ist alles immer sehr viel schwerer zu beurteilen. Wenn er z. B. im Türrahmen liegt - lasse ich bei Sky übrigens nicht zu, schiebe sie immer sanft aber bestimmt aus dieser Position - möchte er euch kontrollieren (wer raus und reingehen darf) Und wenn das dann nicht so läuft wie er will, schnappt er und will seine Führungsrolle unterstreichen. Wie gesagt, es ist schwer für jemanden etwas zu beurteilen, was er nicht gesehen hat. Bei schon blutigen Bißwunden würde ich mir vielleicht doch Rat bei einem Fachmann holen, der weiß wovon er spricht. Ich denke, auch das sich lösen in der Wohnung hängt damit zusammen.

LG Martina:cu:

Jacqueline1705
22.02.2006, 21:02
Hi Alex!
Also, ich kann Martina da nur beipflichten! Ich selbst habe leider auch keine Ahnung, womit das bei euch zusammenhängen könnte. Nur dass mit dem Beschützen von dir kann ich mir auch nicht so richtig vorstellen, da er dich ja auch schon angeknurrt hat, oder?
Ich bin da leider wirklich völlig ahnungslos und denke auch, dass du damit schleunigst in einer Hundeschule oder bei einem Tiertrainer vorstellig werden solltest.
Daumen-drück-Grüße
Jacqueline

Brana
22.02.2006, 21:21
Hallo Alex,

Ihr habt mit Don ein ausgewachsenes Dominanzproblem und habt nicht einmal bemerkt wie sich Don langsam mehr und mehr seine Position erarbeitet hat.

Sucht ein einen guten Hundeexperten, der mit solchen Hundeproblemen Erfahrung hat.

Es muß nämlich ein völlig neues Regelwerk des Zusammenlebens für Euch aufgestellt werden und das schafft Ihr nicht alleine.

So hat Don z.B. niemals an so einem strategisch wichtigen Punkt wie einer Tür in der Wohnung zu liegen. Ich wette, es gibt vieles mehr, was Ihr im Zusammenleben mit Don dringend ändern müßt.

Laßt Euch von einem Fachmann helfen, denn Euer Problem bekommt man nur in den Griff, wenn man die Situation vor Ort sieht.

Gute Trainer findet Ihr z.B. unter www.ig-hundeschulen.de oder www.hundeschulen.de.

Euer Problem ist zu lösen, aber alleine werdet Ihr es nicht schaffen.

Ich drücke Euch die Daumen und laßt uns wissen wie Ihr weiter gekommen seid.

LG
brana

wynnie66
22.02.2006, 22:42
Hallo,

ich denke, daß man der Rasse des Hundes bei dieser Problematik etwas mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen sollte. Zudem bin ich der gleichen Meinung wie mein Vorgänger, daß hier ganz klar ein Dominanzproblem entstanden ist.

Wenn ich das richtig verstanden habe hast Du einen Hovaward-Mix. Hovawards sind dazu gezüchtet worden, Höfe zu bewachen (Hof-Warte / Hof-Wächter) und ich denke das ist auch sein "Problem". Er kann quasi nicht anders, als sein Revier zu bewachen. Ich denke, daß ist der Grund, warum er Deinen Freund erst angegriffen hat, als er bei Dir eingezogen ist. Vorher war er ja nur Besuch der kam aber halt auch wieder ging. Daß er Dich auch anknurrt ist natürlich vollkommen respektlos und das weiß er, aber das ist bestimmt nicht der einzige Moment in Eurem Zusammenleben wo er dominantes Verhalten zeigt. Darf er mit auf die Couch? Wenn er bettelt: Bekommt er jedes oder fast jedes Mal etwas? Wird er immer zur gleichen Zeit gefüttert? Zieht er an der Leine? Dann ist er der Chef. Und ich denke das ist das Problem.

Professionelle Hilfe ist hier auf jeden Fall angebracht, damit sich das Problem nicht noch verschlimmert.
Ihr solltet Euch auf jeden Fall jemanden seriöses ins Haus holen, der sich das mal "live" anschauen kann und Euch auch vor allen Dingen erklärt, warum er das macht. Viele sog. "Hundetrainer" sagen meistens nur, was man machen soll, aber nicht, warum der Hund sich so verhält, wie er es tut. Häufig ist das, was man dann machen soll, auch nur Symptombekämpfung, ohne nach der Ursache zu schauen und ohne Ursachenforschung ist das alles nichts wert, denke ich. Wenn man weiß, woher es kommt, kann man nachhaltig vermeiden, daß es wieder passiert.:tu:
(Mein persönlicher Tip: Martin Rütter. Ich weiß leider nicht woher Ihr kommt, aber im Raum NRW sollte das kein Problem sein. Schaut doch mal auf www.ruetter.com)


Vor allen Dingen die Unsauberkeit in der Wohnung ist ein sehr extremes Zeichen. Unter anderem auch daß der Hund Streß hat, sich unwohl fühlt und sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Der Hund kommt aus welchen Gründen auch immer mit der jetztigen Wohnsituation nicht klar und will das dadurch demonstrativ zeigen. Kein Hund ist von Grund auf Böse und will Euch "nur ärgern" oder so. (Das hört man leider immer noch häufig) Er macht lediglich klar, daß er mit dieser Situation ein Problem hat. Und kein Tier beschmutzt sein eigenes Nest ohne Grund.:(

Ich würde Folgendes einmal ausprobieren: Der Hund sollte merken, daß er von Dir und Deinem Freund und dessen Gutdünken abhängig ist: Jegliche Futtergabe erfolgt nur von Dir, und vor allen Dingen von Deinem Freund und nur aus der Hand und nur wenn der Hund Euch gut gestellt ist. Sämtliche Extras werden unterbunden: Nicht mehr auf die Couch (falls er vorher darauf lag), keine Leckerlies oder ähnliches mehr zwischendurch und Nichtbeachtung bei Ungehorsam!
Wenn Don wieder meint in der Türe zu liegen, versuchen, vielleicht durch sein Lieblingsspielzeug o. ä. eine andere Stelle im Raum interessanter zu machen. NICHT über ihn drüber steigen. In diesem Moment hat er quasi "gewonnen" und seine Dominanz gegenüber den Menschen gezeigt, ohne daß sie es gemerkt haben. Das ist ganz klar Dominanz, wenn er sich in den Weg legt.

Sämtliche Privilegien, die er hat würde ich ihm nehmen, damit er merkt, daß er bei Euch wohnt und auf Euch angewiesen ist und nicht umgekehrt. Wie oben bereits beschrieben würde ich ihm klarmachen, daß Ihr diejenigen seit, die die Resourcen wie z. B. Futter kontrollieren. Wenn er etwas zu fressen haben möchte, muß er sich mit Euch gut stellen. Anders funktioniert es in einem Wolfsrudel auch nicht. :sn:
Sämtliche Spielsachen, die vielleicht offen zugänglich für ihn sind, werden weggepackt und nur benutzt, wenn Ihr ihn dazu auffordert und wenn Ihr das wollt. :tu:

Was das Bewachen von Dir gegenüber Deinem Freund angeht, würde ich die Sinne spitzen. Er macht es bestimmt auch im Alltag, ohne daß es Dir vielleicht aufgefallen wäre. Wenn Ihr spazieren geht: Geht er zwischen Euch. Liegt er unter dem Tisch zwischen Euch oder auf der Couch? Mache ihm klar, daß er Dich nicht beschützen muß bzw. darf: Runter von der Couch, gehe Arm in Arm mit Deinem Freund spazieren: Sowas nehmen Hunde war und werden es sich merken.

Ich denke daß man mit den Tricks bezügl. Futter und Spielsachen schon ein bischen was bewegen kann. ABER BITTE VERGESST NICHT: Er ist momentan (zumindest in seinen Augen) der Chef und wird verwirrt sein, wenn auf einmal die Spielregeln geändert werden. Seit vorsichtig und behutsam. Er versteht unsere Sprache nicht und kann nur durch Euer Tun begreifen, was los ist. Auf eine Eskalation würde ich es auf keinen Fall ankommen lassen.:sn:

Ursachen- und Problemdiagnose ist aus diesem Abstand natürlich nicht wirklich möglich, weshalb ich auch nur Tips gebe, die Ihr VIELLEICHT ausprobieren könnt. Aber da er bereits aggressives Verhalten gezeigt hat, ist kompetente und fachliche Hilfe sehr wichtig. Sucht Euch jemanden, der weder mit Gewalt, Schlägen, Stachelhalsband, Stromhalsbändern oder sonstigem kranken Unfug "arbeitet". Diese Gerätschaften verunsichern die Tiere nur und machen vor allen Dingen noch aggressiver. Schaut nach jemandem, der sich für das Verhalten des Tieres interessiert und erklärt, warum er das macht, und was Ihr besser machen könnt. :tu:

Ich denke nicht, daß Ihr den Hund abgeben müßt, da er ja auch sehr lieb ist, wie Du es beschreibst. Ich denke, daß im täglichen Miteinander einiges geändert werden müßte, aber das ist hinzubekommen. Ich drücke Euch die Daumen und würde mich freuen, wenn Ihr uns an der weiteren Entwicklung teilhaben lassen würdet. :compi:

Zuletzt noch ein Punkt: Die Hündin meiner Schwester hat sich zwar nicht in die Tür gelegt, hat aber vor ca. 1/2 Jahr auch auf einmal angefangen, direkt vor meine Schwester in die Wohnung zu machen, obwohl sie gerade vorher mit ihr draußen war und hat auch auf einmal nach ihr geschnappt und geknurrt: Sie hatte eine Blasenentzündung und wohl auch Bauchschmerzen. War zwischendurch aber auch immer mal wieder lieb. Sie hat Medikamente bekommen und heute ist alles schon vergessen und sie ist wieder der liebste Hund der Welt. :-*
Vielleicht laßt Ihr Euren Hund mal bei Tierarzt durchchecken, bevor Ihr einen Tier-Psychologen sucht. Es raten auch viele dazu, da sich Tiere bei Schmerzen teilweise ganz anders verhalten als wir Menschen.

Ich wünsche Euch viel Glück und drücke Euch die Daumen.:tu:

Miou
22.02.2006, 23:36
Hallo :cu:

Also auf die Couch darf er nicht, aber wir haben uns mal zusammen gesetzt und über die anderen Punkte nachgedacht.

Don quetscht sich tatsächlich immer am Couchtisch dazwischen und wenn mein Freund mich in den Arm nimmt oder umgekehrt, dann springt Don ihn immer von hinten an und kämpft um Aufmerksamkeit. (wird dann aber nicht böse, sondern fordert eher zum spielen auf)

1. Konsequenz : Wir haben das Spielzeug mal eine Etage höher geräumt :rolleyes:
Wir werden mal die Tipps probieren mit dem Füttern aus der Hand und Ignorieren bei allzu aufdringlichem Gebettel um Beachtung.
Und auf jeden Fall mal einen Check beim Tierarzt wegen der Blase!

Ich habe herausgefunden, das wir eine Hundeschule in der Umgebung haben, und werde mich mit dieser in Verbindung setzen.
Das mein Hund mich ärgern möchte hab ich auch nie gedacht, sondern eher das wir evtl. ganz arg was verkehrt gemacht haben, denn in die Wohnung gemacht hat er zuletzt als Welpe..(und das auch nicht wirklich lang *g*)

Ganz lieben Dank für Eure Tipps, ich werd auf jeden Fall von Erfolgen und Misserfolgen berichten.

(Don und meine Katze liegen gerade zusammen in der Ecke und schmusen... :love: )

Liebe Grüsse aus Duisburg

Alex

Grue
23.02.2006, 11:46
Hallo Alex,

es könnte nicht schaden, einen Gesundheitscheck beim Tierarzt machen zu lassen.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse beispielsweise führt häufig zu gesteigerter Aggressivität.

Auffällige Verhaltensänderungen treten bei einer Reihe von Krankheiten oder Stoffwechselstörungen auf.

Grüße
Grue