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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sonst artige Hündin, giftet andere Hunde an



Venga
22.02.2006, 13:43
Hallo,
meine 7jährige Bobtail-Mix-Hündin fällt bei Spaziergängen immer aus der Rolle, wenn wir andere Hunde treffen.

Sie ist Menschen gegenüber sehr freundlich.
Auf dem Hundeplatz benimmt sie sich vorbildlich und macht alle Übungen ohne sich mit den anderen Hunden zu streiten, auch "bleib", wenn fremde Hunde um sie herum geführt werden.
Zu Hause kann ich sie alleine im Garten (ohne Zaun) laufen lassen, sie verläßt das Grundstück nicht, kümmert sich nicht um vorbeigehende Leute oder Hunde, bellt nicht und läßt sich auch nicht anlocken.

Seit ca. 2 Jahren kann ich sie beim Spaziergang nicht mehr ohne Leine laufen lassen. Wenn uns andere Hunde begegnen, will sie sich auf sie stürzen und giftet ´rum.
Früher bezog sich ihr feindseliges Verhalten nur auf Schäferhunde ( sie wurde als Welpe von 2 verhaltensgestörten Schäferhündinnen überfallen) und Jack Russel Terrier (ähnliches Erlebnis)
Inzwischen kommt sie mit keinem fremden Hund klar. Wenn sie einen Hund sieht, benimmt sie sich wie eine Furie, fängt an zu ziehen und giften.
Wenn ich die Möglichkeit habe, biege ich auf ein Feld oder in einen Weg ab, wenn ich sehe, dass uns jemand mit Hund begegnet.
Das geht natürlich nicht immer und ich bin angespannt, weil ich weiß, was gleich kommen würde. Sie legt sich in die Leine, bis sie auf den Hinterbeinen steht und zieht und kläfft. Wenn sie mit dem Hund zusammenträfe, käme es zur Keilerei, allerdings nicht zur Beißerei. Meistens gehe ich an den Leuten so vorbei und schleife meine Hündin hinterher, aber das klappt auch nicht immer.
Ablenken funktioniert nicht, sie ist dann gespannt wie ein Saite und unsere Spiele die wir unterwegs machen, die Leckerlies, Mäuselöcher oder Kaninchenspuren interessieren sie einen Furtz. Alle Kommandos sind vergessen. Manchmal steigert sie sich so hinein, dass ich sie auf den Boden drücken muß bis sie sich mir ergibt und mich wieder wahrnimmt.
Ich weiß, dass ich ihr mit meinem veränderten Benehmen eine besondere Situation vermittel, aber ich weiß nicht wie ich sonst ohne Keilerei vorbeikommen soll.
Auf dem Platz können wir nicht üben, weil wir dort nie in solche Situation kommen, dort begegnet sie den Hunden ganz entspannt.
Ich bin es leid mit ihr in entlegene Gegenden zu fahren, während ich um die Ecke wunderbare Spazierwege habe.
Kann mir jemand Tipps geben?
LG
Venga

maedl
22.02.2006, 14:37
Hallo Venga :)

Sehr merkwürdig, dass sie vor 2 Jahren plötzlich damit angefangen hat. Gab es da ein Schlüsselereignis auf einem Spaziergang? Also irgendetwas, dass passiert ist, woraufhin sie so wurde? Da sie es ja nicht auf dem Hundeplatz zeigt...
Warum ist sie eigentlich alleine draußen im Garten ohne Zaun????? Also das würde ich nie tun.. Hast du sie dann immer im Blick und kannst los, wenn etwas ist?? Vielleicht kam da mal ein fremder Hund dahergelaufen und hat irgendwas gemacht, was dein Hund nicht gut fand!?
Also wenn sie so ausrastet, und das schon seit 2 Jahren (!) ist es ja höchste Zeit, da mal was zu unternehmen! Auf jeden Fall solltest du ein paar Hundehalter in deiner Umgebung mobilisieren, die dir dabei helfen. Denn die Situationen müssen gestellt sein, damit du üben kannst... Abbiegen in einen anderen Weg ist da keine Lösung. ;)
Zunächst solltest du mal nur soweit zu dem anderen Hund gehen, dass sie noch nicht rumzickt. Denn dann bist du noch nicht so sehr angespannt, was sich ja auch auf den Hund übertragen würde (hast du ja auch selbst geschrieben). Das Annähern würde ich in einem großen Bogen machen, ebenfalls der andere Hund mit Herrchen. Das nimmt schonmal etwas Spannung. Dann sollte sich der andere Hund eventuell hinsetzen und hinlegen (möglichst nicht zu deinem Hund gucken), das kann ebenfalls beschwichtigend wirken. Für deinen Hund gibt es also keinen Anlass, so zu reagieren. Jetzt solltest du deinen Hund dafür belohnen (Leckerchen etc.), wenn sie ruhig ist.
Fängt sie an rumzugiften, streng "Nein" sagen, ignorieren, sofort umdrehen und in die andere Richtung gehen. Keine Aufmerksamkeit schenken. Hängt sie sich in die Leine, darf sie auf keinen Fall vorwärts kommen, das wäre ein Erfolgserlebnis! Einfach warten, bis sie sich beruhigt hat und dann gleich umdrehen und ihre Aufmerksamkeit fordern! Loben, wenn sie ruhig ist und wieder in Richtung Hund gehen. Leckerchen für ruhig sein! Und das solltet ihr dann so lange üben, bis ihr immer näher an den anderen Hund herangehen könnt. Und dann solltet ihr eine ganz normale Spaziersituation immer wieder durchgehen, bis sie auf jeden fremden Hund gelassen reagiert. Ich denke, das wird lange dauern, weil sie nun schon 2 Jahre nicht daran gehindert wurde, andere Hunde auf dem Spaziergang anzugiften.

Venga
22.02.2006, 18:21
Hallo Maedl,
danke für die schnelle Antwort.

Sie ist natürlich nicht ständig allein im Garten. Meistens halte ich mich auch irgendwo dort auf, oder bin in der Küche, aus der ich sie im Blick habe. Ich habe mehrfach beobachtet, dass sie von Leuten gelockt wurde, auch von Bekannten, aber sie geht nicht hin. Erst wenn die Leute unser Grundstück betreten werden sie von ihr freudig begrüßt.
Ihre Aggression anderen Hunden gegenüber hat sich langsam gesteigert. Früher konnten wir mit ihr ohne Leine spazieren gehen. Da wir hier keine Schäferhunde hatten, war das kein Problem.
Dann zogen hier welche zu und wir mußten sie anleinen, weil ihnen gegenüber aggressiv reagierte. Da hielt sich aber alles noch in Grenzen, wenn ich auch immer genervt war. Wahrscheinlich habe ich ihr durch (mein) falsches Verhalten auch noch Vorschub geleistet.
Ein Schlüsselerlebnis... ja vielleicht... vor ungefähr 3Jahren, wir waren auf dem Hundeplatz. Die ca. 15 Hunde hatten gespielt und sich ausgetobt. Nun standen sie, noch ohne Leine, um uns herum und warteten auf die Übungen.
Es kam noch eine Frau mit einer Airdaleterrierhündin dazu. Sowie die Hündin von der Leine war, stürzte sie sich von hinten auf meine und fing ´ne Keilerei an. Sie haben sich nicht gebissen, nur gebeult und es war auch schnell wieder vorbei, als wir uns von den beiden entfernten und sie ignorierten. Aber seit dem reagiert meine Hündin besonders giftig auf fremde Hunde. Sie denkt wohl "Angriff ist die beste Verteidigung".
Allerdings hat meine Tochter festgestellt, dass unsere Hündin nicht so giftig reagiert, wenn sie frei läuft. Ich trau mich aber nicht mehr los ohne sie anzuleinen. Immer bekommt man ja nicht mit wenn sich jemand nähert.
Ich denke, ich muß in erster Linie an meinem Verhalten arbeiten. Bloß... wie? Ich weiß, dass ich angespannt bin, wenn ich andere sehe, stark konzentriert auf beide Hunde. Ich bin nicht mehr locker, rede anders... eben zeig ich ihr noch ein Mäuseloch, quatsch ich sie mit Blödsinn voll... dann ermahne ich sie artig zu sein, bei Fuß zugehen, nehme die Leine kürzer um ihren Start abzufangen... Es ist wohl verständlich (30Kg Muskeln gegen 50Kg Pudding) aber nicht richtig, so mache ich den anderen noch interessanter.

Mit anderen Hunden üben ist so ein Problem, durch ihr Verhalten habe ich kaum Kontakt zu den Leuten (ich würde mich auch von den Besitzern mit so´ner durchgeknallten Hündin fernhalten). Mit den Hunden der mir bekannten Leute verträgt sie sich. Na, vielleicht ergibt es sich doch mal, den meisten habe ich erklärt, warum sie sich vermutlich so verhält.

Eigendlich weiß sie schon, daß sie nicht giften darf, es geht danach schnurstracks nach Hause, bei Fuß, ohne irgendwo schnuppern, völlig ignoriert und zu Hause auf den Platz verbannt. Sie kann sich unterwegs nicht zusammenreißen (wahrscheinlich von mir forciert).
Ich brauche eher Tipps für mein Verhalten, nicht für ihres.
LG
Venga

maedl
22.02.2006, 23:46
Also gut, du wirst die Situation am besten einschätzen können und wenn ich mir das so anhöre, wäre ich sicher auch so angespannt wie du.. :bl:
Da du ja Angst hast, sie loszulassen bzw. schon an anderen Hunden vorbeizugehen, könnte man auch noch folgendes machen: Ihr einen (bequemen, gut sitzenden) Maulkorb besorgen, sie langsam und lobend daran gewöhnen und ihr den Maulkorb auf jedem Spaziergang umtun. Dann hast du immer die Sicherheit, dass nichts passieren kann und kannst dich völlig auf dich und deine Ruhe konzentrieren. Du weisst zwar, jetzt kommt ein anderer Hund, aber selbst, wenn du sie nicht halten kannst, ist es nicht gefährlich. Außerdem kannst es so vielleicht auch ermöglichen, dass sie frei laufend auf andere Hunde zugehen kann.
Du solltest eventuell vor dem Spaziergang irgendwas beruhigendes tun.. leise Musik hören, mit deinem Hund schmusen, Yoga (?).. irgend etwas, dass dich runterbringt, dass du schonmal ganz entspannt losgehst und nicht mit der Sorge: "Hoffentlich treffen wir keinen Hund". Wenn sie an der Leine zieht und kläfft, denk dir einfach "Oh super, da kann ich ja gleich mal meine Armmuskeln etwas trainieren"... oder "Ach, ist das langweilig hier, gaaaaaaaaaaaar nichts los, sowas ödes", gähne vor dich hin, mach dich locker, denk an was schönes... Ignorier sie einfach, aber halt sie fest ;) Such dir das Positive aus der Situation (ich weiß, dass ist schwer... deswegen die Armmuskeln ;)), und dann kannst du auch selbst ruhiger werden und das wiederum auf deinen Hund übertragen..
Hmm.. wenn dir der Maulkorb zu unangenehm ist, kannst du es auch erst mal mit einem Halti versuchen, dann hast du mehr Kontrolle über sie und bist dadurch ebenfalls ruhiger, wie gesagt.. Aber auf jeden Fall, denke ich, kannst du nicht von einen Tag auf den anderen dein Verhalten verändern,.. Du brauchst eine Sicherheit, dass nichts passieren kann. Und daran solltest du dann immer denken..
So.. ich hoffe, dass konnte dir jetzt ein bisschen helfen. Was meinst du? :)

Venga
23.02.2006, 10:48
Hi,
danke für die Tipps.
Ja, du hast mir geholfen. Schon allein das Schreiben über unser Verhalten hat mir geholfen, mir sind dadurch meine Fehler erst richtig bewußt geworden.
Wenn ich so überlege... je angespannter ich bin, desto giftiger wird sie. Ich signalisiere ihr damit wahrscheinlich Gefahr und sie will dem "gefährlichen" Hund zeigen, dass er mit ihr rechnen muß. :?:

Ich werde also an mir arbeiten.
Jetzt, wo ich ihr Verhalten verstehe und die Fehler bei mir liegen, denke ich, das krieg ich hin.
Ich habe noch nie Angst gehabt, sie nicht halten zu können oder dass sie sich beißt. Ich glaube, es war mir eher peinlich so´ne Zicke zu haben. Dabei ist sie soooo süß.
Vorher entspannen müssen wir uns nicht. ( Yoga ist auch ein Problem: meine Hündin kann weder das OMM-Zeichen noch den Lotussitz :D )
Ich freu mich immer auf die Spaziergänge mit ihr, zwischendurch albern wir ´rum, toben durch die Gegend, suchen Spuren, ich quatsch sie voll und sie ist immer aufmerksam und eifrig bei der Sache. Wenn sie eine Aufgabe (durch ´ne Röhre krabbeln, über´n Baumstumpf springen...) gelöst hat, freut sie sich immer ´nen Keks.
Unsere Spaziergänge sind immer ganz entspannt und interessant.
hmmm... wenn ein anderer Hund zu sehen ist, verändere ich mein Verhalten total. Kein Wunder, dass sie zur Bestie wird.
Ich werd mir irgendein spannendes Spiel ausdenken, das wir nur spielen, wenn sich ein Hund nähert, das lenkt mich dann auch ab und sie wird die Begegnungen irgendwann positiv bewerten.
Mit der Zeit werde ich das in den Griff kriegen. Ich muß mich ja nicht mehr über sie ärgern, sondern nur über mich.
LG
Venga

girl17
24.02.2006, 10:24
Hallo Venga! Dass gleiche Problem hatte ich auch bei meinem Golden Retriever. Diese Rasse ist sogar als sehr freundlich bekannund noch dazu ist er kastriert. Mein Hund Justy hat nie einem anderen Hund etwas getan geschweige den gebissen!

Doch in einem kurzen Zeitraum von einem Monat wurde er 3x gebissen.
Zweimal sogar von einem Weibchen - verhaltensgestörte Weibchen.

Seitdem lässt er sich nichts mehr gefallen. Er hat sich genauso verhalten wie dein Hund! Er ist sogar seinen freund angegangen!

Ich habe ihn eine Zeit lang nicht mehr ausgehängt - ich habe in an die Schleppleine genommen 10m! Du solltest Hunde aber nicht meiden damit verschlimmerst du es nur!
Du musst darauf achten, dass dein Hund viel Auslauf hat, geh rodeln mit ihm oder Rad fahren. Er muss seine Aggressionen abbauen können!
Ganz wichtig! Mit der Zeit wird es dann besser!

lakoomira
24.02.2006, 11:45
Hallo Venga, ich drück dir zuerst mal die Daumen,
ihr werdet schon bald hinkriegen weil dein Hund im Grunde schon weiß wie brav sie sich vorher verhalten hat.:tu:
Vielleicht braucht sie einfach nur Zeit bis sie ihre unangenehme Erinnerung langsam vergisst.

Meine DSH-Hündin hat genauso gleiches Problem, nur sie hat nicht es auf einmal bekommen sondern ist nicht so gut sozialisiert.
Meine Leina kann man vielleicht derzeit als sogenannte 'Verhaltensgestörter Hund' nennen,
nur sie ist kein schlimmen Fall, habe sie seit wenige Monaten aber sie ist inzwischen so besser geworden
dass sie zuerst angeleint bleibt aber sobald sie einen Hund trifft die sie gut kennt,
dann lass ich sie freilaufen, dann beide spielen ganz schön brav und gibts auch null Problem wenn ein fremder Hund kommt.
ist ja schon klar weil sie ihr 4jähriges Leben lang (bis vor paar Monaten) nur in einem Raum gesperrt lebte.
Sie lernt gerade von ihren Hundefreunde die richtige Hundesprache und Manieren. Sie lernt schnell und macht gleich nach.


Ich glaube, es war mir eher peinlich so´ne Zicke zu haben.

:D :D das verstehe ich nur zu gut.
Du hast recht, wenn ich mich bei dem Situation versuche zu entspannen, wird der Hund auch.
Ich dachte ich sollte sie fester und kürzer halten damit ich unangenehmen Fall vermeiden kann, aber komisch dass jetzt mit 8m lange Roll-leine viel besser klappt.;)
Gut hörbar ausatmen und vielleicht mit leiser Stimme schöne Melodie singen hats uns geholfen.:tu:
Wenn ich trotzdem schlechten Sinn kriege, mache ich folgendes; ich suche irgenwas(eigentlich nix) in meiner Tasche oder
versuche irgenwas(wieder nix) von meiner Mantel zu entfernen. Dann wird Leina neugierig was ICH mache.
Ablenkung ist die beste Verteidigung :p

Viel Glück wünsche ich euch!!

alra
24.02.2006, 13:13
hab mich grad mal reingelesen...........


Allerdings hat meine Tochter festgestellt, dass unsere Hündin nicht so giftig reagiert, wenn sie frei läuft.

Das würde ich mal als wichtigsten Hinweis nehmen.
Wahrscheinlich ist der Ansatz in Deiner Anspannung zu suchen.
Geht sie mit jemand anders mit? Wäre mal einen Versuch wert, ob sie dann an der Leine auch so ist, wenn Du nicht dabei bist.

Dann müßtest Du nämlich zuerst an Dir arbeiten, bevor Du mit dem Hund ein Training anfängst.

Man kann sich kaum vorstellen, daß Hunde z.B. epileptische Anfälle ihres Besitzers bis zu 20 Minuten vorher spüren...aber das ist eine Tatsache.

Und dann nimm mal dem gegenüber die Signale, die Du aussendest, wenn Du einen anderen Hund in Sichtweite bekommst.

Das Trainig mit bekannten Hunden wäre natürlich optimal.
Vielleicht wohnt ja jemand in Deiner Nähe und Ihr könnt Euch mal treffen?
Wenn da keine sind, versuch es doch mal in einer Hundeschule.
Es gibt da Trainer, die haben ihre eigenen Hunde für solche Problemfelle und nehmen Deinen dann in eine ausgewählte Gruppe rein. Da müßte im Netz was zu finden sein oder es weiß schon jemand aus dem Forum.

Alternativ gibt es Tagesseminare- z.B.http://www.hundeschamane.de/methode1.htm

VlG

Cira - Elize
24.02.2006, 15:29
Vielleicht wäre zusätzlich zum Maulkorb auch eine Schleppleine (20m) von Vorteil, da du sie dann trotzdem noch unter Kontrolle hast - denn du musst ja irgendwie reagieren können, falls sie sich auf einen anderen Hund stürzt. Wenn du dann erst zig Meter hinlaufen musst, kann dass schon wieder zu spät sein.
Mit Schleppleine hast du einen überlangen Arm und du kannst sie im Notfall wegziehen und in die andere Richtung weitergehen!

LG Isabella

billymoppel
25.02.2006, 17:50
maulkorb ist eine sch...idee. einen hund, der eh schon gehandicapt ist (und wohl durch seine halterin), noch zusätzlich in die defensive zu drängen, ist vollkommen kontraproduktiv und wird mit absoluter sicherheit nach hinten losgehen. kein hund kann sich normal benehmen, wenn er einen beißkorb trägt. in sogenannten Raufergruppen mag das in einzelfällen funktionieren, unter ganz bestimmten voraussetzungen.
ganz abgesehen davon, was würdest du tun, wenn dir ein hund mit maulkorb begegnet? vermutlich die flucht ergreifen....
die vorschläge von alra sind da viel sinnvoller.

@venga

deine selbstkritische haltung finde ich bemerkenswert! leider ist es ja nicht so einfach, dass problem erkannt gleich problem gelöst ist.
negative gefühle und ängste in den griff zu bekommen oder gar ins gegenteil zu verkehren - einfach wird das nicht.
vielleicht solltest du - neben hilfe von außen - mal ganz intensiv und oft mit deiner tochter gehen, dich aber selbst volkommen zurücknehmen? auch von seinen kindern kann man mal was lernen (hat meine mutter mal in einem moment seltener geistiger klarheit erkannt :D)

billymoppel
25.02.2006, 18:12
@ venga

da du so offen und ehrlich bist, denke ich, man kann vielleicht auch mal offen anmerken, dass du deine denkmuster überprüfen must: "artig" ist kein kriterium für einen menschen und für einen hund ebensowenig. gute erziehung ist eine sache, normales hündisches verhalten eine andere. sprich: der unerzogenste hunde-rabauke, kann sich hündisch top benehmen (so ein exemplar habe ich gerade alls pflegehund).
aggression in gesunden maßen ist für uns wie für hunde vollkommen normal. es muss einem weder peinlich sein noch zu frust führen, wenn man einen hund hat, der vielleicht wenig bock hat, mit artgenossen zu kommunizieren (ob mit oder ohne ersichtlichen grund) und lieber zu verstehen gibt, dass er distanz für besser hält. und da sind hunde meist wenig dezent. das heißt noch lange nicht, dass man einen hund hat, der wahllos und grundlos andere hunde anfällt und verletzt.
ein hund darf anderen hunde gegenüber grantig sein, er muss sie nicht mögen. er muss weder mit anderen hunden spielen wollen, noch als großes gesellschaftstier in die geschichte eingehen. zwischen nicht-mögen und auf distanz halten und ungebremster sinnentleerter aggression liegen welten! vergiß die sache mit dem rudeltier, streiche sie aus deinem wissen. (der europäische wolf, von dem der hund abstammt, ist nämlich ziemlich ungesellig - seine freundschaft erstreckt sich ausschließlich auf die familie, nie auf fremde tiere)

Venga
25.02.2006, 21:59
Hallo,
Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten und Tipps.

Also, ein Maulkorb kommt auf keinen Fall in Frage. Sie hat noch nie einen getragen und ich will sie nicht damit bestrafen für etwas für das sie nichts kann. Sie ist weder gefährlich noch bissig oder sonstwas. Und wie soll sie sich wehren, wenn sie mal von einem freilaufenden Hund, der vielleicht wirklich bissig ist, angefallen wird? Nein, niemals!

Als "artig" bezeichne ich meine Hündin, weil sie sich sonst völlig unauffällig verhält. Sowohl zu Hause in ihrem "Rudel" als auch auf dem Hundeplatz. Sie ist eine fröhliche, kontaktfreudige Hündin, die auch mal versucht ihre Grenzen auszuweiten, es aber akzeptiert, wenn sie damit nicht weit kommt. Auf dem Hundeplatz benimmt sie sich den anderen, auch fremden, Hunden gegenüber normal. Nachdem mit dem einen oder anderen Hund kurz die Rangordnung festgelegt wurde wird getobt. Mit manchen versteht sie sich gut, die anderen werden ignoriert.


ein hund darf anderen hunde gegenüber grantig sein, er muss sie nicht mögen. er muss weder mit anderen hunden spielen wollen, noch als großes gesellschaftstier in die geschichte eingehen

Das soll sie auch gar nicht. Ich möchte nur, dass sie ohne großes Gekeife und an der Leine gezerre an anderen vorbei geht. Ich will gar nicht zentimeterdicht an den Leuten vorbei oder stundenlang klönen. ...nur auf der anderen Seites des Weges weitergehen.
Früher hat sie entgegenkommende Hunde immer begrüßen wollen.
Seit sie hinterrücks von einer fremden Hündin überfallen wurde, wurde sie fremden Hunden gegenüber misstrauisch und keift ´rum. Als ob sie warnen will: Du machst das nicht mit mir.
Meine gestresste Reaktion darauf verstärkt ihre Abwehr wahrscheinlich.


mal ganz intensiv und oft mit deiner tochter gehen
Das läßt sich leider nur selten machen, da meine Töchter alle arbeiten und nicht hier wohnen. Meine Hündin ist ohne Leine auch nur weniger agressiv, ohne Gekeife geht es auch dann nicht. Wir sind auch nicht immer schnell genug um sie festhalten zu können. Wir lassen sie gar nicht mehr ohne Leine laufen, wenn wir wissen, dass wir Leute mit Hund treffen können.


Geht sie mit jemand anders mit?
Nein, keine Chance, sie liegt dann wie ein nasser Sack.

Wäre mal einen Versuch wert, ob sie dann an der Leine auch so ist, wenn Du nicht dabei bist.
Sie reagiert immer so, egal wer aus der Familie mit ihr geht.

Wir treffen nicht so oft Leute mit Hund, die letzten Tage trafen wir niemanden. Schade, es hätte mich interessiert, ob meine veränderte Einstellung und mein Ablenkungsmanöver etwas bewirkt. Morgen gehen wir mit ihrer Hundefreundin zusammen spazieren, die hat auch eine beruhigende Wirkung auf sie. Auf jeden Fall bin ich neugierig und eher erwartungsvoll als genervt.
Wenn sich etwas tut werde ich berichten.
LG
Venga

billymoppel
25.02.2006, 23:34
was ich jetzt nicht verstehe: warum wird sie im freilauf festgehalten, wenn sie ihre aversionen äußert? beißt sie zu? setzt sie nach? wie verhält sie sich hunden gegenüber, die sie vollkommen ignorieren (und bitte im freilauf, leine vergessen wir mal fürs erste) und weiträumig umgehen?
wenn nicht, warum beraubt ihr sie ihrer ausdrucksmöglichkeiten? wie soll sie ohne "erfolge" ihre sicherheit wiederfinden? (gehen wir mal davon aus, dass alles wirklich durch ein einziges unangenhmes erlebnis ausgelöst wurde, was ich eher für unwahrscheinlich halte) ich meine, sicher wird man von wenig verständigen zeitgenossen, die ihre super-gut-drauf-ich versteh-mich mit-jedem-labbis präsentieren, dann nicht so geschätzt, aber wo ist das problem? vielleicht nähern wir uns langsam des pudels kern?

Venga
26.02.2006, 01:24
Hallo billymoppel,
ich werd´ mal ein bischen weiter ausholen.
Als knapp 1jährige wurde meine Hündin Venga hier im Dorf beim Spaziergang von 2 DSHündinnen (Mutter und Tochter) überfallen, die auch nicht nachließen als sie auf dem Rücken lag und sich ergab. Seit dem mag sie keine DSH. Damit konnten wir leben. In der HuSchu sind nur selten welche und wenn dann wurden sie nach kurzem Rangordnungsgerangel ignoriert. Hier in der Nachbarschaft sind weiter keine DSH (die beiden Hündinnen wurden wegen weiterer Überfälle auf andere Hunde und später auch auf Menschen eingeschläfert.)
Dadurch hatten wir auf unseren Spaziergängen auch keine Probleme.
Venga lief ohne Leine und entgegenkommende Hunde wurden ganz normal begrüßt und zum Spiel aufgefordert.
Vor ca. 3Jahren wurde Venga in der Hundeschule von einer Airdale Terrierhündin hinterrücks überfallen. - Venga wurde fremden Hunden gegenüber mißtrauisch.
Da wir hier nicht soo viele Hunde treffen, fiel ihr geändertes Verhalten nicht so doll auf. Manchmal kläffte sie andere Hunde an, aber jeder hat mal ´nen schlechten Tag, warum nicht auch ein Hund.
Mit der Zeit zogen immer mehr Leute mit Hunden ins Dorf, unter anderen jemand mit ´ner Airdale Terrierhündin. Als Venga die gesehen hat, ging sie auf sie los und fing mit ihr ´ne Keilerei an. Die andere Hündin hatte Venga nicht gesehen. Falsche Signale der andern kann ich ausschließen.

wie verhält sie sich hunden gegenüber, die sie vollkommen ignorieren (und bitte im freilauf, leine vergessen wir mal fürs erste) und weiträumig umgehen?
In der HuSchu ignoriert sie die Hunde dann auch.
Wenn Venga im Garten ist ignoriert sie vorbeigehende Hunde ebenfals.

warum wird sie im freilauf festgehalten, wenn sie ihre aversionen äußert? beißt sie zu? setzt sie nach?
Hunde die wir unterwegs treffen sind immer angeleint... tja... sie überfällt sie und fängt ´ne Keilerei an. Sie hat allerdings noch nie einen Hund gebissen und ist nie gebissen worden. Sie scheint nur von vornherein festlegen zu wollen, wer der Ranghöhere ist.
Es ist kaum jemandem zuzumuten, dass sein angeleinter Hund überfallen wird, womöglich noch jemand mit Kinderwagen. Darum leinen wir Venga an.
Aber es ist sehr nervig, wenn sie dann zieht wie ´ne blöde und kläfft und giftet. Andere, die ich gefragt habe, tun es als Leinenzwang ab. (Der andere Hund ist Schuld, dass ich an der Leine bin!?) Glaub ich nicht!
Wie ich vorher schon geschrieben habe, haben wir oder in erster Linie ich, durch übertriebene und falsche Reaktion ihre Aversionen noch gestärkt.
Darum muß ich auch erst an mir arbeiten, bevor ich mit Venga arbeite. Beides zusammen würde nur kuddelmuddel geben. Da wir nicht alle naselang jemanden treffen, sollte es zu bewältigen sein.
Venga ist gehorsam, darum bemüht zu gefallen und erkennt Zusammenhänge schnell. Ich denke, wenn ich mich nicht mehr unter Stress setze und die Begegnungen lockerer angehe, wird Venga auch ruhiger und irgendwann gelassener werden. Wir haben Zeit ...es muß nicht von jetzt auf gleich sein.
LG
Susann

billymoppel
26.02.2006, 08:10
hallo susanne,

schade, dass es keine freilaufenden hunde gibt. so sind sie, die zugezogenen städter. suchen auf dem land die vermeintliche idylle (und die billigen grundstückpreise) und beschweren sich dann, wenn der hahn kräht, der hund bellt oder die kreissäge sägt.
na ja, was hundeglück angeht, sind landmenschen auch oft nicht vorbildlich.
okay, ich geb zu, die erfahrungen deiner hündin sind traumatisch.
ich würde dir ja urlaub in der großstadt empfehlen - es gibt ein paar, wo man, was hunde-sozialkontakte angeht, wirklich auf der sonnenseite ist :D
noch eine winzige anmerkung: wenn du, wie du sagst, mit dir anfangen willst und den hund erst mal außen vor läßt (das wird schwierig werden, was soll dir vertrauen und entspannung vermitteln, wenn nicht positive erlebnisse mit dem hund?), was aber legitim ist: er sollte unbedingt ein geschirr tragen, falls das nicht der fall ist. erstens kann das die aggression mindern, zweitens führt der veränderte schwerpunkt bei großen hunden zu einem besseren, sichereren handling und drittens ist die gefahr bei einem gut sitzenden geschirr geringer, dass der hund sich raus windet.
viel glück und ich hoffe, wir hören von deinen erfahrungen.

alra
26.02.2006, 14:21
genau...das Geschirr ist eine Superidee.

Da ist schon mal als erstes der Zugpunkt am Hals weg.
Ist für den Hund viel angenehmer.

Die Idee ist ja sooo gut. Daß ich da nicht drauf gekommen bin liegt wohl daran, daß es für meine beiden Wuffis selbstverständlich ist - das Geschirr.
Meine Große läuft zu 99% eh immer frei.
Der Kleine hat jetzt noch ein "altes" von der Großen. Hab aber schon ein Camiro bestellt. Das sind, glaub ich, die besten.

Also die Vorteile liegen klar auf der Hand:

der Hund wird nicht mehr am Hals rumgezerrt (sorry)
Du hast ihn viel besser im Handling.

Wenn Du das hinbekommst, kannste ja mal probieren, eine Leine noch zusätzlich unter dem Bauch durchzuführen und die auch mit zu benutzen.
Das hört sich komplizierter an, als es ist.
Bei einem Führgeschirr hast Du den Leinenhaken sowieso am vorderen Rückenbereich. Durch die hintere Führung kannst Du ein Ausbrechen des Hundes abfangen.

Das sind aber alles keine Allheilmittel - das A und O ist IMMER DEINE RUHE.
Dann fühlt sich der Hund auch sicher bei Dir.

VlG

Venga
26.02.2006, 18:28
Hallo,
an ihr Geschirr hab´ ich auch nicht gedacht. Es ist ein sehr breites, das wir zum Fahrrad fahren gekauft haben, weil sie anfangs so gezogen hat. Gute Idee!

So... wir waren heute ´ne groooße Runde drehen, auf unseren gewohnten Wegen gleich um die Ecke. Anfangs noch an der Leine, später dann mit neuem Mut ohne. Zu Vengas Freude sind wir dann auf ein Gelände eingebogen auf dem sie nach herzenslust in sämtliche Richtungen laufen kann und das kreuz und quer von Wildwechseln und Trampelpfaden durchzogen ist. Für mich hat dieses Gelände den Vorteil, dass es leicht gewölbt ist und ich andere Spaziergänger lange vor Venga sehen kann. Ein entfernt laufender Spaziergänger wurde von Venga nicht beachtet. (oder nicht gesehen?)
Zwischendurch haben wir Gehorsamsübungen gemacht, die anschließend mit Leckerlies aus einer laut raschelnden Tüte belohnt wurden. Ab und zu nahm ich sie auch wieder für einige Meter an die Leine.
Beim Anleinen guckte sie sich immer um, um zu sehen wo denn jemand kommt. Es wurde richtig deutlich, dass sie das Anleinen mit dem Nahen eines anderen Hundes verknüpft. Da kann ich also schon mal ansetzen indem ich sie zwischendurch ohne Grund an die Leine nehme.
Auf dem Rückweg (mit Leine) sah ich schon von Weitem jemanden mit Hund kommen. Zum Glück ein bekannter Hund. Da sie auch bei bekannten Hunden mit heftigem Ziehen reagiert, konnte ich mich ohne Stress auf meine Übung mit Venga konzentrieren. Es hat auch einigermaßen geklappt, die raschelnde Tüte war eine gute Hilfe. Auf den letzten Metern war sie allerdings nicht mehr abzulenken und zog wie ein Weltmeister. An den plötzlichen Richtungswechsel, damit sie mir folgt und nicht umgekehrt, habe ich nicht gedacht. Daran muß ich mich erst gewöhnen. Schade, das wäre eine gute Gelegenheit gewesen. Na, macht nichts. Aller Anfang ist schwer.
Alles in Allem bin ich ganz zufrieden. Ich habe wieder etwas dazugelernt.
Auf jeden Fall bin ich optimistisch. Sie ist ja nicht verhaltensgestört, nur fehlgeleitet und andere, frühere Unarten haben wir auch in den Griff bekommen.
LG
Venga

Venga
26.02.2006, 19:56
Hallo billymoppel,


noch eine winzige anmerkung: wenn du, wie du sagst, mit dir anfangen willst und den hund erst mal außen vor läßt (das wird schwierig werden, was soll dir vertrauen und entspannung vermitteln, wenn nicht positive erlebnisse mit dem hund?)

Ganz außen vor lassen kann ich den Hund natürlich nicht. Ich brauche sie ja schon um zu sehen wie sie reagiert, wenn ich mich bei Begegnungen anders verhalte, auch wenn es erst mal nur Kleinigkeiten sind. Ich bin überzeugt, dass das schnell geht.
Sie hat vieles gelernt, nicht weil wir es ihr beigebracht haben, sondern weil sie es uns abgeguckt hat. z.B. dass der Kater nicht dichter als einen Meter an die Meerschweinchen darf oder nicht auf den Tisch oder das Bett, er wird dann weggeschubst. Du glaubst gar nicht wie begierig sie ist eine Aufgabe zu bekommen, manchmal kann sie das Handzeichen gar nicht abwarten und ist schon vorher fertig. Besonders Aufgaben die eigendlich nutzlos sind, wie ´ne Rolle machen (seitwärts versteht sich :D ) oder über ein Hindernis springen, wenn man auch dran vorbei gehen kann. Sie tut es um uns zu gefallen. Hinterher freut sie sich wie ein Kind zu Weihnachten. Sie braucht diese Anerkennung und Lob, was sie auch ausgiebig bekommt.
Darum bin ich auch so zuversichtlich, dass wir es packen werden.

LG
Susann

billymoppel
26.02.2006, 20:35
na klar wird das :D nicht sofort und gleich, aber es wird.
kluger hund mit kluger halterin - was soll da schiefgehen??
falls es dich tröstet: meine verstorbene hündin, ein second-hand-hund war auch so ein merkwürdig-verhalter. letztlich war es pure angst und unbeherrschbarer streß (über die gründe kann ich nur spekulieren, ich vermute schlechte sozialisation - was nach vier jahren zwinger-einzelhaltung auch kein wunder war)
ich hatte viel meinen park-omis und ihren hunden zu verdanken: die haben zwar theoretisch keine ahnung von hunden, aber ein großes herz und deshalb gute und freundliche hunde und haben eben nicht die flucht ergriffen, wenn bürsten-kläff-moppel mit zitteraal-schwanz (an sich war sie harmlos, gebissen oder ernsthaft attackiert hat sie nie, es waren pure selbstschutz-scheinangriffe) auf ihre hunde zukam.
selbst dieser eigentlich im sozialverhalten total verkorkste hund war (allerdings habe ich schon zwei jahre gebraucht) am ende unauffällig - wenn auch weiterhin an fremden hunden nicht groß interessiert.
bis dahin hieß es auch an der leine tapfer die blicke der großhundhalter ("kläffender kleinhund" - man ist ja so schnell mit seinen vorurteilen) aushalten. an der leine ist sie zwar nie ganz ohne kommentar an anderen hunden vorbei gekommen, es beschränkte sich zum schluß aber auf ein leises geheul :D also erträglich und ohr- und nervenschonend :D
und natürlich gab es in der vor allem anfangszeit zwei schritte vor und einer zurück. also nicht entmutigen lassen!

alra
27.02.2006, 10:30
na siehste...geht doch gut voran mit Euch zwei beiden!!!!

Wie es sich in Deinem Bericht anhört, kannst Du mit Sicherheit schnell ein gute "Beziehung" zum Hund aufbauen.


Sie tut es um uns zu gefallen. Hinterher freut sie sich wie ein Kind zu Weihnachten. Sie braucht diese Anerkennung und Lob, was sie auch ausgiebig bekommt.


eine bessere Voraussetzung gibt es gar nicht.

Du mußt weiterhin versuchen, den Spaziergang abwechslungsreich und spannend für den Hund zu gestalten. Dann hat er weder Zeit noch Lust, sich um was anderes zu kümmern. DU bist das Interssanteste! Er muß sich auf DICH konzentrieren - sonst könnte er ja was tolles verpassen.

...............Rascheltüte ist auch ein guter Trick.
So was muß ich jetzt aus meinen Gehirnzellen wieder rauskramen.
Das hab ich jahrelang nicht mehr gebraucht.
Mein kleiner Welpe fängt aber auch schon so ganz langsam an, seine Grenzen auszutesten.
Der Schlingel ist vorhin draußen auf der Wiese mit einem Knabberstock einfach auf die Flucht gegangen.
Er wußte schon genau, daß er den Stock nicht mit reinnehmen darf.
Wir haben schon einige Stöckchen vor der Haustür liegen.
Jedenfalls werde ich jetzt sofort gleich die Leckerli extra in eine Rascheltüte umpacken.

Weiterhin so viel Erfolge!!!!

VlG

Venga
03.03.2006, 13:50
Hurraaaa!!! :wd:

Ich hatte heute mein erstes echtes Erfolgserlebnis.
Wir sind ohne großes Theater an einem Hund vorbei gekommen. TATAAA :D

Zu Hause hat Venga mit großem Interesse beobachtet, wie ich mir ihre Lieblingsleckerlies in die Tasche gesteckt habe. Unterwegs hat sie meine Hand schon einige Male angestuppst um mich an die Leckerlies zu erinnern. Also habe ich sie zwischendurch einige leichte Übungen machen lassen. Sie lief ohne Leine und kam immer wieder an um zu sehen ob da schon wieder ein Leckelie in meiner Hand nachgewachsen ist. :rolleyes:
Auf dem Rückweg sah ich schon von weitem, dass uns ein Hund entgegenkommt. - auch noch ein verhaßter Schäferhund, also leinte ich Venga an. Sie war so auf mich bzw. auf den Inhalt meiner Tasche fixiert, dass sie den anderen erst gar nicht bemerkte. Die Frau mit dem Schäferhund war inzwischen an den Wegrand gegangen, ließ ihn Sitz machen und hielt ihn kurz(der hampelte ganz schön ´rum). Ob sie so reagierte, weil sie mit Venga schlechte Erfahrung gemacht hatte oder ob ihr Hund genauso durchgeknallt ist wie meine, weiß ich nicht.
Als Venga den Schäferhund sah, fing sie an zu ziehen. Ich nahm ein Leckerlie in die Hand in der ich die Leine hatte und zeigte ihn ihr kurz. Sie versuchte ihn mir aus der Hand zu fummeln, der andere Hund war abgemeldet. Als wir mit dem Hund auf einer Höhe waren legte sie sich kurz in die Leine und grollte, ließ sich von mir aber schnell zur Räson bringen. Ich ließ sie Sitz machen, was sie aucht tat... 3m vom Schäferhund entfernt. Die Leckerlies waren stärker. :D
Dann ging sie etwas hippelig an meiner Seite weiter und guckte sich aber nur mehrmals um.
Ich wußte, dass wir es schaffen können, aber mit einem sooo schnellen Erfolg habe ich nicht gerechnet. Vielleicht kommen wir in paar Wochen auch ohne Leckerlie an anderen Hunden vorbei.

LG
Venga

alra
03.03.2006, 14:02
Herzlichen Glückwunsch

fein gemacht ihr zwei!!!

Da warste ja echt gleich richtig mutig - ohne Leine.

Jetzt noch deswegen einen Tipp:
wenn sie ohne Leine ist, dann auch zwischendurch schon mal
ranrufen und anleinen und ein paar Meter mit Leine laufen.
Sonst merkt doch unser schlauer Wuff ganz schnell:
- wenn ich an die Leine muß, dann gibts gleich hinterher was stressiges.

Haste schon mal an klickern gedacht?
Das wäre sicher auch was für Euch.

Also dann - weiter so.

VlG

Venga
03.03.2006, 14:15
Wenn möglich gehen wir ohne Leine. Ich sehe die Leute immer vor Venga und habe Zeit genug sie anzuleinen.


Sonst merkt doch unser schlauer Wuff ganz schnell:
- wenn ich an die Leine muß, dann gibts gleich hinterher was stressiges.

Ja, das war mir auch schon aufgefallen, wie ich weiter oben beschrieben hatte. Sie guckte sich immer wild um, wo der andere Hund ist.

wenn sie ohne Leine ist, dann auch zwischendurch schon mal
ranrufen und anleinen und ein paar Meter mit Leine laufen.

Das mache ich. Sie hat sich schon dran gewöhnt.

Ich weiß nicht... klickern... das wäre was ganz neues, dass muß ich auch erst lernen. Das wäre wohl im Moment zu viel.
Ich denke, mit Leckerlies klappt das ganz gut.
Wenn sie nicht gleich hört brauche ich nur sagen: Komm her wir wollen essen. Das Wort Essen ist fast wie klickern :D

LG
Venga

alra
03.03.2006, 14:40
mit dem Clickern kannste Dich ja schon mal mit der Theorie vertraut machen.
geh mal auf drei mal we punkt spass minus mit minus hund punkt deutschland.

Da steht alles zum Clickern und noch viiiiiel mehr richtig gut beschrieben!
ist übrigens eine meiner Favoriten-Seiten.

Ach so....haste denn das Geschirr umgemacht?

VlG

Venga
03.03.2006, 21:02
ups... nö... vergessen :o

Ich werd es mir an die Haustür hängen, damit ich morgen dran denke.

Vorhin haben wir wieder einen Hund getroffen. Das ging nicht ganz ruhig ab.
Es war schon schummerig (da ist Venga unsicher), wir hatten die letzten 100Meter Feldweg vor uns und Venga war schon angeleint. Da kam ein freilaufender Hund um die Ecke. Er sah Venga, wurde schneller und bellte. Venga zog und bellte, aber nicht so doll wie sonst. Der Andere hielt Sicherheitsabstand und blieb auf der anderen Wegseite. Ich stellte mich vor Venga, mit dem Rücken zum Anderen und ließ sie Sitz machen. Das klappte nicht perfekt, aber immerhin.
Im Vorbeigehen sagte die Besitzerin des anderen Hundes, dass ihr Hund von Venga mal ´n Jackvoll bekommen hatte, deshalb wahrscheinlich der Abstand.
Nun, auch da sind wir ganz gut durch gekommen, wenn auch nicht elegant. Das Verhalten des anderen Hundes war mein Glück. Wäre er auf sie losgegangen hätte ich Venga von der Leine gelassen, das Schloß hatte ich schon in der Hand.

Wenn ich überlege und mit einbeziehe, was meine Töchter von den Spaziergängen erzählt haben, scheint mir, dass Venga nicht nur mißtrauisch fremden Hunden gegenüber ist. Sie scheint auch eine sehr dominante Hündin zu sein.
Was mache ich denn dann? :?:
Ist es möglich, dass sie ihre Dominanz gegen andere Hunde, meiner Dominanz unterordnet?
Kann ich so weitermachen wie bisher, oder muß ich dann noch was wichtiges beachten.


Danke für den Tipp, ich werd mich auf der Seite mal umschauen.

LG
Venga

alra
04.03.2006, 11:02
Das mit der Dominanz mußt Du schon selbst herausfinden.

Als wir vor einem Jahr hierher gezogen sind, da war die erste Begegnung mit unserer Nachbars-Hündin, Weißer SH, 3J, nicht gerade freundlich.
Meine Große ist fast immer in Freifolge. Sie geht aber einer Rauferei möglichst aus dem Weg.
Läuft immer schön Bogen um den anderen Hund, kratzt sich auch schon mal, schaut ihn nicht an. Sie läßt sich nur schwer provozieren.
Die Nachbars-Hündin ist das ganz Gegenteil.
Rennt schnell geradenwegs auf andere Hunde zu - das wird ja dann als Angriff gewertet - bellt dabei und springt rum.
Und bei der ganzen Aktion ist das Frauchen immer am anderen Ende der Leine :-(0)
DAS Frauchen war auch der Meinung, eine dominante Hündin zu haben.

Zwei Tage später hatten wir uns dann im Freigelände getroffen und sie hat ihre von der Leine gelassen.....
Tja, es hat sich dann herausgestellt - alles nur Show und große Klappe.
Meine Große hat sie mal kurz in die Schranken verwiesen und ist dann einfach schnuffeln gegangen.
Die Benji ist zwar immer um sie rumgesprungen und hat gebellt - aber irgendwann wir es ihr dann wohl doch zu doof, weil keine Reaktion kam. Dann kam sie noch zweimal auf meine Große direkt zugerannt, wurde aber von meiner nur mal kurz angeknurrt und das wars dann auch schon.

Es gibt aber auch Hunde, mit denen gabs noch nie irgendwelche Rangeleien - aber wenn wir denen begegnen, unterwirft sie sich sogar direkt, d.h. sie legt sich gleich erst mal auf den Rücken. Offensichtlich werden diese von ihr als dominant empfunden.

VlG

scraty
04.03.2006, 11:49
Hallo,
Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten und Tipps.

Also, ein Maulkorb kommt auf keinen Fall in Frage. Sie hat noch nie einen getragen und ich will sie nicht damit bestrafen für etwas für das sie nichts kann. Sie ist weder gefährlich noch bissig oder sonstwas. Und wie soll sie sich wehren, wenn sie mal von einem freilaufenden Hund, der vielleicht wirklich bissig ist, angefallen wird? Nein, niemals!

Als "artig" bezeichne ich meine Hündin, weil sie sich sonst völlig unauffällig verhält. Sowohl zu Hause in ihrem "Rudel" als auch auf dem Hundeplatz. Sie ist eine fröhliche, kontaktfreudige Hündin, die auch mal versucht ihre Grenzen auszuweiten, es aber akzeptiert, wenn sie damit nicht weit kommt. Auf dem Hundeplatz benimmt sie sich den anderen, auch fremden, Hunden gegenüber normal. Nachdem mit dem einen oder anderen Hund kurz die Rangordnung festgelegt wurde wird getobt. Mit manchen versteht sie sich gut, die anderen werden ignoriert.



Das soll sie auch gar nicht. Ich möchte nur, dass sie ohne großes Gekeife und an der Leine gezerre an anderen vorbei geht. Ich will gar nicht zentimeterdicht an den Leuten vorbei oder stundenlang klönen. ...nur auf der anderen Seites des Weges weitergehen.
Früher hat sie entgegenkommende Hunde immer begrüßen wollen.
Seit sie hinterrücks von einer fremden Hündin überfallen wurde, wurde sie fremden Hunden gegenüber misstrauisch und keift ´rum. Als ob sie warnen will: Du machst das nicht mit mir.
Meine gestresste Reaktion darauf verstärkt ihre Abwehr wahrscheinlich.


Das läßt sich leider nur selten machen, da meine Töchter alle arbeiten und nicht hier wohnen. Meine Hündin ist ohne Leine auch nur weniger agressiv, ohne Gekeife geht es auch dann nicht. Wir sind auch nicht immer schnell genug um sie festhalten zu können. Wir lassen sie gar nicht mehr ohne Leine laufen, wenn wir wissen, dass wir Leute mit Hund treffen können.


Nein, keine Chance, sie liegt dann wie ein nasser Sack.

Sie reagiert immer so, egal wer aus der Familie mit ihr geht.

Wir treffen nicht so oft Leute mit Hund, die letzten Tage trafen wir niemanden. Schade, es hätte mich interessiert, ob meine veränderte Einstellung und mein Ablenkungsmanöver etwas bewirkt. Morgen gehen wir mit ihrer Hundefreundin zusammen spazieren, die hat auch eine beruhigende Wirkung auf sie. Auf jeden Fall bin ich neugierig und eher erwartungsvoll als genervt.
Wenn sich etwas tut werde ich berichten.
LG
Venga

hallo venga,

ich habe mir gerade alle die fragen und antworten durchgelesen,...ich habe zwei hunde - einen ca 6 jahren alten husky-Basenji irgendwas mix -kito- und eine ca 3 jhr rumix hündin -zoey- vielleicht mal mit terrier drin - ich hatte vor knapp drei jahren einen unfall und ging fast ein jahr auf krücken(damals hatte ich nur den rüden - es ging ziemlich lange gut - im sinne - er benahm sich wie immer - mal ein wenig wichtig gegenüber anderen rüden - folgte aber wenn ich ihn rief,...nach ca 7/8 monaten fing er an mich nicht mehr für voll zunehmen -- er merkte das ich nicht gut zu fuss war- auch konnte ich natürlich nicht mehr soviel und intensiv mit ihm spielen - aber okay - jetzt gehe ich zwar nicht mehr auf krücken, kann jedoch nur gehen nicht mehr schnell rennen, gar laufen,... ich habe viel geübt mit ihm und alles wurde wieder besser, dann kam die rumixhündin dazu - sie ist schlecht sozialisiert und keift andere hunde an - am anfang ganz oft auch mit anfassen,... ich habe mir den kopf zerbrochen wie ich am besten diese beiden unter einen hut bekomme.wieder schöne spaziergänge machen kann - ohne - und deshalb schreibe ich dir - immer angespannter und fast nur noch mit leinenhunden quasi - allen aus dem weg gehend - spazieren gehen kann,...damals habe ich mir einen spraycommander gekauft - hatte lange alles mögliche dazu gelesen und mich mit meinen tierarzt und so weiter beraten,...ich zog es kito an.dadurch hatte ich das gefühl, ihn auch ohne dass ich laufen kann, unter kontrolle zu haben und er wieder frei rumlaufen kann - das gab mir auf der anderen seite die freiheit- zeit und ruhe - freie hände- mit meiner kleinen hündin zu üben und von ihr zu lernen wann sie wie reagiert,...sie zeigte mir nach einiger zeit- durch rumgehüpfe und quiekeln - finde keine andere beschreibung für ihre töne, dass sie diesen oder jenen hund mag und mit ihm spielen möchte ich ließ sie - in der zeit konnte ich mich mit kito beschäftigen der es bis zum heutigen tag nicht so toll findet wenn sie mit anderen rüden spielt,...:) ich fing an ihn zu beschäftigen während sie spielte - durch die beine gehen, ihn parbänke suchen zu lassen "wo ist die bank" lernte er sehr schnell - er springt rauf und bekommt eine belohnung - und viele andere dinge -"wo ist der baum" - er springt mit den vorderpfoten an den stamm und wartet auf seine belohnung,.. ab und an ziehe ich zoey den spray commander- an und ihm eine atrappe - seither bin ich viel entspannter - und meine bunte bande auch,... vieleicht ist der spraycommander auch etwas für dich,.. er tut nicht weh - nur druckluft - er irittiert nur,...ansonsten einfach nur viel erfolg und weiterhin viel spass mit deiner pelznase,... die günstigsten angebote findest du bei ebay,... teilweise 50% - neuware - unter dem preis,...ciao und liebe grüsse scraty und die bunte bande

alra
04.03.2006, 14:26
@ scraty
Sorry, aber meine Meinung zu solchen tollen Erfindungen:
das Teil geht schon in Richtung "harte Tour" und kommt bei mir im Stellenwert gleich mit dem Maulkorb in die hinterste Schublade.

Als einziges, wo ich es eventuell als Einsatzmöglichkeit akzeptieren würde, wäre z.B. eine aufgebaute Aggression Rüde gegen alle Rüden um ein Gewohnheitsmuster zu durchbrechen.

Das ist für Venga total daneben.
Aus dem einfachen Grunde, daß sie sich ja auf Ihr Frauchen konzentriert...jedenfalls arbeiten da beide dran. Und es hat auch schon Erfolge gegeben. Das geht immer Stück für Stück weiter voran.
Die beiden arbeiten letztendlich an ihrer Beziehung zueinander.

Wenn sich der Hund "verstanden" fühlt, wird er viel mehr auf seinen Menschen eingehen.
Ein Hund gibt sich so wahnsinnig viel Mühe, unserer Sprache zu folgen, uns zu verstehen und wir...........
was tun wir wirklich, um unseren Gefährten zu verstehen?
............die meisten Hunde"besitzer" viel zu wenig!

VlG

Venga
04.03.2006, 17:45
Noch mal ein dickes Danke für eure Tipps. :bow:

Und (nicht böse sein)nein Danke für irgendwelche Hilfsmittel, die irritieren, einengen, strafen oder sonst was negatives rüberbringen.
Ich denke, Belohnung für richtiges Verhalten ist der beste Weg sie in ihrem, von mir erwünschtem, Verhalten zu bestärken.
Das Schreiben hier haben mir unheimlich geholfen Vengas Verhalten etwas zu verstehen.
Dass mein Verhalten Vengas stark beeinflußt habe ich ja schon festgestellt.
Nun geht es darum darauf aufzubauen und das richtige zu tun d.h. u.a. Venga im richtigen Verhalten zu bestärken und ihr durch meine Furchtlosigkeit und Ignoranz anderen Hunden gegenüber zu beweisen, dass die Hunde keine Bedrohung und der Aufregung nicht wert sind. Ich bin zwar noch immer leicht in Stress wenn wir andere treffen, aber ich beobachte sie nicht mehr so angestrengt und konzentriere mich möglichst nur auf Venga, laß sie sitz machen, ´n Leckerlie aus meiner Hand fummeln ... ich lenke sie ab solange es geht. Bis da hin ist sie schon direkt neben mir an kurzer Leine und kann kaum noch "wild" reagieren. Sie muß sich dann schon wieder auf mich konzentrieren, weil ich (jetzt sehr energisch)wieder was von ihr fordere und ein Leckerlie lockt. Ob das auf Dauer funktioniert und den gewünschten Erfolg haben wird, weiß ich nicht.
Auf jeden Fall haben wir gestern schon kleine Erfolge erziehlen können.

Das ist nicht zuletzt auch euch zu verdanken. :-*

LG
Venga

Venga
04.03.2006, 18:02
@alra
Das ist ´ne klasse Seite.
Ich denke auch dass clickern was für uns wäre. Auf jeden Fall ist es sehr interessant.
Mal sehen, was wir daraus machen. Man könnte damit die langweilige Zeit, während draußen "Dreckswetter" ist, überbrücken.
Venga ist ja ganz begierig darauf was zu lernen.
LG
Venga

alra
04.03.2006, 19:38
ja, für Schlechtwetter ist das natürlich genial mit dem Clickern.
Da mußte mal schauen, die "echten" Clicker sind recht laut. Da gibt es im Spielzeugladen auch so Frösche heißen die Dinger glaub ich. Die sind auch gut dafür.
Gibt aber auch ProfiClicker mit verschiedenen Tönen.....also für jeden etwas.

Überleg Dir aber vorher gut, was Du dem Hund beibringst.
Solche Sachen wie Türen aufmachen und Lichtschalter betätigen oder Klingelknopf drücken sind irgendwann nicht so lustig. Da muß man nämlich öfter die Wände streichen!!!! :0(
Und wenn der Hund von allein in jedes Zimmer kann, ist auch nicht unbedingt toll.
Ansonsten tolle Dinge ohne Ende.

Viel Spaß dabei!!!!

VlG

alra
04.03.2006, 19:42
@ Venga

hab noch was Tolles für Dich...................als PN :compi:

Venga
05.03.2006, 10:57
Moin Alra,

ich werd mir den Clicker aus dem Spielwarenladen holen. Die kenne ich noch aus meinen Kindertagen, die sind auch ganz schön laut.

Solche Sachen wie Türen aufmachen und Lichtschalter betätigen oder Klingelknopf drücken sind irgendwann nicht so lustig. Da muß man nämlich öfter die Wände streichen!!!!
Und wenn der Hund von allein in jedes Zimmer kann, ist auch nicht unbedingt toll.

Nee, an sowas hab´ ich auch nicht gedacht. Eher Tür zumachen. Wenn ich sie vorm ins Bett gehen noch mal rauslasse, kommt sie allein wieder rein und läßt immer die Tür offen. :cool:

Nein, in Ernst, da gibt es genug was man üben kann.
Mein Mann will zwar keinen Zirkushund, aber wenn wir Sachen einstudieren, die sie ohnehin macht.... z.B. auf die Seite legen (...nachdem ich mit dem Finger auf sie geschossen habe ...päng) :D
...Sachen, die keine Anstrengung bedeuten, sie ist mit 7Jahren ja nicht mehr die Jüngste.
Auch auf unsere Spaziergänge könnte ich das Clickern ausweiten.
Manchmal kann sie sich nicht zusammenreißen und eine Spur ist wichtiger als mein Rufen. Sie kommt zwar, aber nicht gleich. Sie muß immer erst noch ein paar Haken schlagen bevor sie wirklich zurückkommt. Dann könnte ich punktgenau clicken, wenn sie einen Haken in meine Richtung einschlägt. (ich sehe das doch richtig?).

hab noch was Tolles für Dich...................als PN
Immer her damit. Ich bin an allem interessiert.

LG
Venga

alra
05.03.2006, 17:49
@venga

der Kontakt über Deine HP funktioniert leider nicht :confused:

mach mal hier Deine PN frei.....:compi:

ich hab wegen der eingestellten Links schon eine gelbe Karte von den Admins bekommen

vlG

Venga
09.03.2006, 20:38
Hallo alra,
danke für die Adressen. Ich hab´ noch keine Zeit gehabt mich dort umzusehen, aber das werde ich bestimmt in den nächsten Tage tun.

Mit Venga und anderen Hunden hat sich noch nichts neues getan, d.h. wir haben keine getroffen.
Allerdings hat sie sich mir noch enger angeschlossen.
Nicht nur unterwegs, auch zu Hause. Sie geht mir kaum noch vom Lappen. Sonst hat sie ihre Gunst gleichmäßig auf meinen Mann und mich verteilt. Sie legt sich immer in meine Nähe zum Schlafen und kommt oft zu mir um mich zum Schmusen aufzufordern. :love: Am Liebsten würde sie mir auf den Schoß steigen. Nur... wir passen nicht zu zweit auf den Sessel. Sie ist doch etwas klotzig. :D
Ich werde nächste Woche mit dem Clickern anfangen. Ich glaube, das wird ihr gefallen und ich bin neugierig wie sie sich macht.

LG
Venga

alra
09.03.2006, 21:34
na prima ihr zwei beiden:wd:

Wirst sehen, das wird noch besser.
Du darfst jetzt bloß nicht verpassen, wenn sie den Blickkontakt zu Dir sucht, den Hund zu bestätigen. Kurzes nicken, Augenzwinkern,leises Wort..feines Mädchen.....ganz egal......DU mußt reagieren.
Wenn Du das nicht machst, hört sie damit wieder auf:0( :0(

Und dann kann ich Dir schon mal vorhersagen...Dein Mann wird so was von neidisch:man: :man:
......weil bei ihm klappt das natürlich nicht so.

VlG

Superronja
15.05.2006, 10:45
Hallo,

ich bin ganz neu hier (gerade angemeldet) und lasse jetzt diesen alten Thread nochmal aufleben (ich hoffe, ich werde dafür nicht gleich gesteinigt... ;) ), denn wir haben mit unserer Ronja ein ganz ähnlich gelagertes Problem, und ich hoffe, daß uns da auch jemand helfen kann.
Außerdem würde ich auch gern wissen, ob sich Vengas Verhalten anderen Hunden gegenüber inzwischen gebessert hat.

Zu unserem Problem (sorry, kann etwas länger werden, aber ich will so viel Infos wie möglich geben):
Ronja ist eine zweijährige Deutsche Schäferhündin. Wir haben sie als Welpe mit zehn Wochen erhalten, sie hatte außer dem Züchter keine anderen Besitzer. Der Wurf bestand aus elf Hunden, außer der Mutter war auch der Vater in dem Rudel.
Und ich vermute, dieser große Wurf ist auch die Ursache des Problems, denn nach Angabe der Züchterin war Ronja die kleinste und schmächtigste in dem Wurf, und die Geschwister haben sie wohl als "Prellbock" benutzt.
Charakterlich ist ist ein superfreundlicher Hund, akzeptiert jeden Menschen als ranghöher und will unbedingt gefallen, hat bisher auch keine Schutz- oder Wachinstinkte gezeigt (eigentlich ungewöhnlich für einen Schäferhund, oder?).
Nur mit anderen Hunden hat sie mächtige Probleme. Eigentlich will sie sie kennenlernen und spielen, ist aber ängstlich und versteckt sich hinter einer Aggressivität, die mir langsam mächtig Sorgen macht.

Ich beschreibe einfach mal verschiedene Situationen:
Kommt uns ein Hund entgegen (Ronja an der Leine) und sie sieht ihn: Kopf ein wenig gesenkt, Hund wird fixiert, manchmal bleibt sie stehen, manchmal läuft sie in "Jagdhaltung" weiter (erinnert mich immer an Löwen auf der Pirsch...). Wird der Abstand geringer: Kopf höher, Bürste. Die Rute bleibt dabei immer halbhoch und still (bzw. eher steif). Wir sind nah dran und die Hunde können sich beschnuppern: Hohe steife Haltung, Spielaufforderung, aber immer mit Bürste.

Zweite Situation: Beginn wie die erste (Ronja an der Leine), wir kennen den Hund und ich leine sie ab. Ronja rennt frontal auf den Hund zu - mit Bürste. Kurzes beschnuppern, Spielaufforderung, der andere geht darauf ein, wilde Jagd - wobei mir auffiel, daß Ronja eigentlich immer die Gejagte und nie der Jäger ist... und immer mit Bürste. Wenn die Jagd heftig ist und der andere Hund sie einholt, wird sie sie auch nie abstellen, nur beim Balgen kann es aufhören.

Dritte Situation (ganz schlimm!): mehrere Hunde. Sie schaut neugierig auf die anderen Hunde, die miteinander spielen (als wenn sie sagt: ooh, eigentlich möchte ich mitspielen, aber irgendwie trau ich mich nicht!). Ich leine sie ab. Haben die anderen Hunde sie noch nicht bemerkt, läuft sie zum nächsten Hund (ohne Bürste oder nur ganz schwach!) und sehr viel zurückhaltender als sonst, kurze Kontaktaufnahme, dann haben die anderen Hunde sie bemerkt, kommen alle zu ihr und wollen sie beschnuppern - totale Überforderung für Ronja - panische Reaktion - Bürste von vorn bis hinten, wildes Drehen und Winden um sich selbst, wegschnappen der anderen Hunde, wenn die nicht lockerlassen, panische Flucht mit eingezogenem Schwanz - und die anderen Hunde meist hinterher. Vorgestern hatten wir so eine Situation mit zwei jungen Rottweilern, die war schon hochgefährlich, da die beiden fremden Hunde schon über ihr waren und Ronja ängstlich quietschend auf dem Boden lag und versuchte, sich ihrer Haut zu wehren. Wenn sie gekonnt hätte, wäre sie mir wahrscheinlich auf den Arm gesprungen... Gott sei Dank stand ich genau daneben und konnte dazwischen gehen, indem ich die beiden fremden wegschubste und mich dann zwischen Ronja und die anderen gedrängt habe und die beiden an Ronja nicht mehr rangelassen habe (Das alles spielte sich innerhalb von Sekunden ab). Besonders brisant war es, da zu den Rottis noch eine ältere Schäferhündin gehörte, die wohl auch mit fremden Hunden ihre Probleme hat (wurde von den Besitzern mit Leine um den Hinterleib gewickelt geführt, mir ein Rätsel, wieso die sie dann abgeleint haben...:( )und Ronja Hündinnen gegenüber neuerdings Zickenallüren entwickelt. Diese Hündin wollte sich nämlich schon einmischen - aber Gott sei Dank, es ist nochmal alles gutgegangen.

Diese Unsicherheit anderen Hunden gegenüber hatte sie von Anfang an. Wir waren mit ihr in einer Welpenspielgruppe bis sie ca. ein halbes Jahr alt war. Dort hat sie schüchterne Annäherungs- und Spielversuche an andere Hunde gemacht, die jedoch oft von diesen ignoriert wurden. Sie hat sich aber immer auf diese Stunde gefreut und war kaum zu bändigen, wenn es Richtung Spielplatz ging. Wir haben das Spiel mit anderen Hunden auch immer versucht zu fördern, in der Hoffnung, sie würde mehr Selbstbewußsein entwickeln, aber der Schuß scheint nach hinten losgegangen zu sein, da sie zunehmend aggressiver wird, insbesondere Hündinnen gegenüber.

Langsam weiß ich mir keinen Rat mehr, wie ich ihr vermitteln kann, daß andere Hunde keine Gefahr für sie sind (zumindest in den meisten Fällen - der Großteil der Besitzer, denen wir begegnen, ist ja sehr vernünftig, wenn sie einen unfreundlichen Hund haben, passen sie selbst auf) - da Schäferhunde für die Besitzer ja eh immer etwas respekteinflößend sind - ähnlich Rottis oder Dobermännern - und zumindest kleinere Hunde meist schon deswegen außer Reichweite genommen werden.

So, ich hoffe, ich habe unser Problem halbwegs anschaulich und verständlich ausdrücken können und Euch nicht mit diesem "Roman" gelangweilt.

Bitte, bitte helft uns, denn ich habe Angst, irgendwann Ronja gar nicht mehr ableinen zu können oder so einen Berserker zu bekommen, der beim Anblick von anderen Hunden auf zwei Beinen an der Leine steht...

Viele Grüße
Superronja:)

Venga
16.05.2006, 12:35
Herzlich willkommen!
Ich glaube nicht, dass man dich steinigt weil du den Threat wieder hochgeschubst hast. :D

Mit Venga ist es viel besser geworden, da wir entgegekommende Hunde nicht mehr so wichtig nehmen und statt dessen Venga irgendwelche Übungen machen lassen und mit Leckerlies belohnen.
Meine Tochter und ich nehmen Venga des öffteren mit in die Stadt. Dort sind viele Leute - viele Hunde. Da wir hierhin und dorthin gucken, vor Schaufenstern stehen bleiben, Eis oder Brötchen essen, sind wir selbst abgelenkt und locker. Die anderen Hunde nehmen wir nur am Rande wahr. Venga ist dort viel defensiver. Die Fülle der Eindrücke schüchtern sie wohl etwas ein und sie hält sich dichter an uns. Allerdings ist sie nicht verängstigt oder verkrampft. Sie weiss, dass in der Stadt immer was Besonderes für sie abfällt. An der Eisdiele bekommt sie ab und zu eine Kugel Diäteis. Oder sie bekommt etwas vom Brötchen ab. Das ist ohnehin wichtiger als alle Hunde der Welt. So wird der Gang in die Stadt für sie zu einem positiven Erlebnis und die fremden Hunde werden als gegeben hingenommen.

Ich habe eine 10m Leine gekauft. Die nehmen wir, wenn wir in der Feldmark spazieren gehen. So hat sie Auslauf und wenn andere Hunde kommen haben wir sie troztdem unter Kontrolle.
Wenn ich einen Hund sehe, rufe ich Venga heran und lasse sie irgenwas machen, sie bekommt ihre Belohnung und dann muß sie mit lockerer Leine neben mir weitergehen. Da wir das zwischendurch auch ohne Begegnung machen, verbindet sie diese Maßnahme nicht mit dem anderen Hund. Wenn sie anfängt zu ziehen oder grollen, lasse ich sie wieder eine Übung machen. Dabei stelle ich mich so hin, dass ich den nahenden Hund im Rücken oder seitlich habe. Das signalisiert ihr: der ist unwichtig, kein Grund zur Beunruhigung. Wir haben damit ganz guten Erfolg.

Ich habe mir deinen Text sehr sorgfältig durchgelesen.


Charakterlich ist ist ein superfreundlicher Hund, akzeptiert jeden Menschen als ranghöher und will unbedingt gefallen, hat bisher auch keine Schutz- oder Wachinstinkte gezeigt
Genau wie Venga. :)

hat bisher auch keine Schutz- oder Wachinstinkte gezeigt
Trotzdem wird sie dich beschützen, wenn es nötig ist.

Ich weiß nicht, wie ihr mit Ronja zu Hause umgeht, wie ihr euch mit ihr beschäftigt und wie eure Gehorsamsübungen aussehen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung wie das ist. - Venga kann was sie können muß- fertig. Dann wird noch geschmust, getobt, gebürstet...

Ihr könnt ihr Selbstbewustsein auch zuhause fördern. Dazu braucht es erstmal keinen anderen Hund. Es ist gut, wenn man die Übungen immer wieder wiederholt. Auch einfache, wie Sitz, Platz und bleib. Das fördert den Zusammenhalt.
Wenn du mit Ronja Übungen machst, sie lobst und mit Leckerlies belohnst, bestätigst du sie und förderst ihr Selbstbewustsein. :kraul:

Venga
16.05.2006, 12:51
@ alra

mit dem clickertraining hat es leider nicht geklappt.
Sie hat mir die ersten Wurststückchen abgenommen. Beim 4ten Stück mit Click hat sie mich beleidigt angeguckt. Das 5te hat sie schon nicht mehr genommen und ist mit hängender Rute, hängendem Kopf und schleifenden Füßen ins Körbchen geschlichen. :schmoll: Wieso muß du beim Würstchengeben so einen Lärm machen
Sie hasst das Clickgeräusch. Das Geräusch vom Kugelschreiber hat die gleiche Wirkung.
Was habe ich bloß für ein Sensibelchen. :rolleyes:

Juni
16.05.2006, 21:53
Hallo Superronja,

deine Hündin ist unsicher im Umgang mit anderen Hunden, das hast du richtig erkannt. Bemerkenswert finde ich, dass du ihr trotzdem Gelegenheit gibst mit anderen Hunden Kontakt zu haben - denn nur so kann sie lernen, sicherer zu werden. Was mir ein wenig zu denken gibt ist, dass Ronja sich nicht ordentlich unterwerfen kann.

Wenn du schreibst, dass sie zappelnd auf dem Rücken lag und sich ihrer Haut gewehrt hat, dann ist das kein angemessenes Hundeverhalten. Ein Hund, der sich richtig unterwirft, muss regungslos liegen bleiben und darf solange mit keinem Ohr wackeln, bis der überlegene Hund ihm erlaubt aufzustehen. Das kann lange dauern - nach Raufereien bis zu 20 Minuten. Dein Dazwischengehen, um Ronja zu schützen war nicht gut, denn die Lernerfahrung, die sie (vielleicht schon öfter?) gemacht hat war, dass sie sich nicht wirklich unterwerfen muss, weil Frauchen sie schon raushaut.

Leider glauben viele Hundebesitzer, sobald ein Hund sich mal eben auf den Rücken schmeißt, habe er sich schon unterworfen. Unter Welpen und Junghunden ist diese nur angedeutete Form von Unterwerfung in Ordnung, meist geht dann schnell das Spiel weiter. Unter erwachsenen Hunden sieht das anders aus, und es ist wichtig, dass ein Hund lernt, diesen Teil der Kommunikation ordentlich zu lernen. Ein Hund, der das nicht kann, lebt gefährlich, denn er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann an einen stärkeren Hund geraten, der eine korrekte Unterwerfung einfordert - und NICHT dieser ist der mit dem Verhaltensproblem!

Vielleicht solltest du Ronjas Freilauf ein wenig dosieren und sie nicht mit mehreren fremden Hunden gleichzeitig konfrontieren. Das scheint sie wirklich zu überfordern, und ein Hund, der in Panik wegrennt, gefährdet sich selbst und andere. Gleichzeitig sollte Ronja lernen, dass nicht jeder Hund bedeutet, dass sie auch Kontakt aufnehmen darf. Ab und zu solltet ihr einfach weiter gehen. Zügig, ohne Ronja Gelegenheit zu geben, sich hinzulegen und zu fixieren. Begleitet von einem motvierenden "Komm weiter!", das du ohne Zögern einforderst, auch wenn das bedeutet, dass du zunächst gegen ihren Widerstand arbeiten musst. Sobald sie den Blick vom anderen Hund abwendet lobst du und belohnst mit Leckerchen - es soll sich lohnen, deiner Aufforderung zu folgen.

Schöne Grüße,
Juni