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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kein Alpha-Tier mehr!



Alpha-Tier
17.02.2006, 14:57
Guten Tag,

ich habe mich eben angemeldet und stelle mich kurz vor. Mein Alter steht ja bereits in der Signatur :eek: - mein Name ist Luise. Ich bin Halterin eines zweijährigen Labradors. Dieser war bis vor 6 Monaten gut erzogen (Sitz, Platz und "diese Einfachheiten") und stellte mich trotz allem von heute auf morgen stark in Frage. Ich bin nicht mehr sein Alpha - Tier um es schnell auf den Punkt zu bringen. Leichtführigkeit ist dieser Hund also "überhaupt" nicht. Die Einschätzung seiner Geburtsstätte meinte jetzt, dass es ein stark dominanter Hund sei, der in seinem Rudel (Hunde) mit Sicherheit eine Führungsposition übernommen hätte. Geht ja nicht, weil er jetzt bei mir lebt - übernommen hat er diese jedoch trotz allem! Ich habe bereits mehrere (zwei) Hundeschulen aufgesucht (außerdem bin ich seit Welpenalter in einer festen HuSchu mit ihm). Diese "drei" Schulen konnten mir keine Tipps geben. Es hieß, dass er nicht dominant sei, halt einfach eine kleine Phase hätte - Tipp! - Motivieren sie ihn einfach mit Leckerli und bauen sie so eine gute Bindung auf; inzwischen interessieren diese Teile in gleich Null (diese bekommt er seit der 9. Lebenswoche - wie man sieht ohne viel Erfolg). Sein Verhalten zeigt mir einfach, dass er mit den Kopf durch die Wand möchte. Läuft nur noch mit hoch über den Rücken ragender Rute, stelle die Ohren auf und gibt den Takt beim Spaziergang, Spiel ect. vor. Tritt streng an andere Hunde und Menschen heran (Rutenhaltung, Nackenfell, Gesichtsausdruck, Beinstellung). Hat jemand einen Rat? Die Größe des Tieres muss Berücksichtigung finden - ich darf das einfach nicht länger dulden. Was aber kann ich tun? Sämtliche Ratschläge halfen nicht und mal richtig "laut" werden leider auch nicht. Was haben Sie in solchen Augenblicken getan?

Vielen Dank, Ihre Luise.

Ach so! Ich bin mit Labradoren bis zum Alter von 7 Jahren aufgewachsen - meine Eltern (leider bereits beide verstorben), waren leidenschaftliche Jäger. Die Hunde bekam mein Vater immer im Alter von 8 Wochen. Bis zu einem Jahr lebten diese in unserem Haushalt und dann wurden sie auf die Jagd vorbereitet (Dummy ect.). Wie es mir in Erinnerung liegt, immer für einige Zeit sprich sie wurden richtig in die Jagd-Ausbildung gegeben - das tat er selber nicht. Leider ist mein Vater schon sehr frühzeitig gestorben, so dass ich "nicht mehr sehr viel Hundehaltererfahrung" durch ihn sammeln konnte und irgendwie recht unwissend auch in diesem Punkt geblieben bin. Was noch zu sagen ist - wir haben uns zu einem Dummytraining einschreiben lassen, welches Mitte des Jahres wohl beginnen soll, damit mein Tier bessere Auslastung findet.

Border
17.02.2006, 16:22
mit zwei haben viele hunde nochmal sowas wie verspätete pubertät und wollen ihre grenzen testen

ich würde sagen bei euch mangelt es schlicht und einfach an durchsetzungskraft deinerseits
leckerlistopfen halte ich in deiner sitouation nicht für förderlich
was euch fehlt ist eine bindung
der hund muß lernen das du der chef bist und er dir vollkommen vertrauen kann, das fängt bei kleinigkeiten an
wenn ihr bällchen spielt und du denn ball wirfst, wirf ihn und täusche nicht nur an, denn alleine das ist schon deinen hund verarschen, er traut dir das du wirfst und du enttäuschst ihn
dein hund muß dir in jeglicher sitouation 100% vertrauen können
anschreien bringt gar nichts, was soll der hund von einem rudelführer halten, der explosionsartig die beherrschung verliert......
wenn ihr gassi geht sagst du er bestimmt wo es lang geht, das ist schon die erste nachlässigkeit von dir
du bist chef du sagst wo es lang geht und er muß dir folgen
bei euch scheint einfahc die rangfolge nicht geklärt zu sein
meist wegen nachlässigkeiten oder fehler im verhalten der halter
ein glaubwürdiger rudelführer ist großzügig und in bestimmten sitouationen auch bestimmend
du bestimmst was hund darf und was nicht
und zwar jedes mal aufs neue
wenn dir danach ist lass ihn auf die couch (ohne das er vorher darum bettelt, tut er das wird er weggeschickt) ein andermal wirf ihn runter weil du als chef jetzt den platz beanspruchst.
du willst einen weg entlang gehen un dein hund nicht, geh den weg er muß dir folgen und wird lernen ich kann frauchen vertrauen es passiert mir nix und zudem macht frauchen dort wo sie mit mir hin will auch noch ganz tolle dinge
fixiere den hund auf dich
fressen gibt es nur wenn du gegessen hast und ihm gestattest an seinen napf zu gehen, unterbrich ruhig auch ab und an mit aus das fressen. er frisst wenn du das willst
du gehst zuerst durhc die tür dein hund hat zu folgen
lauter kleine dinge die zeigen du bist der alpha und er kann dir trauen
liegt er irgendwo und du willst durch, muß der hund weichen, man liegt dem chef nicht im weg
du mußt ganz stark an dir arbeiten das der hund merkt du bist der chef und er kann dir trauen
es gibt hunde die wollen immer wieder aufs neue wissen wer der chef ist, wenn du sagst bis vor 6 monaten hat er gut gehört, hast du dich darauf verlassen und ausgeruht und nicht weiter daran gearbeitet
es gibt hunde die wollen ihre grenzen täglich neu aufgezeigt bekommen, deiner scheint wohl dazu zu gehören

also nicht nachlässig werden, konsequent aber liebevoll durchgreifen und die alpha position durch vertrauen zurück erobern
viel erfolg

Border
17.02.2006, 16:25
noch was
du beginnst das spiel und du beendest es, nicht der hund
wird er zu wild ist das spiel vorbei und er wird auf seinen platz geschickt bis er sich wieder beruhigt hat
es gibt 100 kleine dinge die du täglich tuen kannst um zu zeigen wer der chef ist
ohne schreien oder sonstiges nur durch dein verhalten

Alpha-Tier
17.02.2006, 16:40
Ja das kann ich so unterschreiben! Ich danke Ihnen. Mir ist es auch alles so klar - leider meinem Umfeld nicht. Ich weiß einfach in mancher Situation nicht, wie ich mich verhalten soll - dieses basiert halt einfach auf "kaum Hundeerfahrung". Die hiesigen HuSchu im Umkreis haben leider nur "Trainer, die selber gerade ihren Ersthund haben". O.k. evtl. schon Tiere um die 10 Jahre, aber wie ich finde gehört zu Trainer sein noch ein wenig mehr! Ob ich mich ruhig mal an einen Jäger wenden sollte, wie gesagt, mein Vater gab schließlich damals auch seine Hunde in erfahrende Hände zur Ausbildung ect. Das käme jetzt nicht für mich in Frage, aber es gibt doch sicherlich auch für Privatleute die Möglichkeit sich von dort Tipps zu holen. Damit mir einfach mal jemand zeigt, wie ich mit meinem Hund an einem Strang ziehe. Es fehlt mir an Konsequenz - er stellt mich jedoch inzwischen so arg in Frage, dass ich es "alleine" nicht mehr schaffen werde, ihn auf den Weg zu bringen.

alra
17.02.2006, 16:44
.....ich stimme meinem Vorredner - Border - in allem zu.

Gerade diese "Kleinigkeiten" des Alltages, die sich unbewußt einschleifen und die man gar nicht mehr beachtet - die bringen meistens sehr schnell eine Wendung.

Der Hund übernimmt nur die Führung, wenn merkt, daß er nicht mehr geführt wird. Und glaub mir, das merkt ein Hund sofort.

Ich hatte vor 15 Jahren eine Kaukasen, der wollte es auch immer wieder wissen - und das (leider) sein ganzes Leben lang.
Das war schon oft ziemlich stressig.

Labbis sind auch nicht solch pflegeleichte Familienhunde, wie sie derzeit immer wieder hingestellt werden. Aber das wißt ihr ja schon:.............


Ach so! Ich bin mit Labradoren bis zum Alter von 7 Jahren aufgewachsen - meine Eltern (leider bereits beide verstorben), waren leidenschaftliche Jäger. Die Hunde bekam mein Vater immer im Alter von 8 Wochen. Bis zu einem Jahr lebten diese in unserem Haushalt und dann wurden sie auf die Jagd vorbereitet (Dummy ect.). Wie es mir in Erinnerung liegt, immer für einige Zeit sprich sie wurden richtig in die Jagd-Ausbildung gegeben -

wir haben uns zu einem Dummytraining einschreiben lassen, welches Mitte des Jahres wohl beginnen soll, damit mein Tier bessere Auslastung findet.

......ich schätze mal, das genau ist der Knackpunkt! Der Hund braucht Beschäftigung.

Versucht es doch mal auf einem Hundeplatz. Da gibt es immer Training. Bis Jahresmitte würde ich nicht warten.

VlG

Alpha-Tier
17.02.2006, 16:50
Lieben Dank für Ihre Antwort Alra.


Mitte des Jahres ....... Bei uns in der Umgebung gibt es leider überhaupt kein Training für solche Dinge. Wir fahren so schon um die zwei Std. hin und dann erneute zwei zurück. Die Kurse sind "so arg" überfüllt, dass es uns beiden leider vorher nicht möglich sein wird, einen solche Kurs zu besuchen. Und wie gesagt, die Hundeschulen hier kann man auch getrost abschreiben.

Ich werde all diese Dinge überdenken und meine Fehler suchen.... Das es an mir liegt, ist mir ja wie gesagt durchaus bewusst.

alra
17.02.2006, 17:06
gibt es bei Euch denn keinen Hundesportverein?
Kann ich mir fast nicht vorstellen.
Da gibt es nämlich auch Trainer.
In der Gruppenarbeit wird der Rüpel wohl mitbekommen, wos langgeht.
Er ist ist doch noch kein richtiger Problemhund.
Und die notwendigen Führungskorrekturen können dort mit Sicherheit auch rausgearbeitet werden.

Vielleicht hilft ja auch schon ein ganz einfacher Hundespaziergang mit noch anderen Hunden. Da muß sich doch jemand finden lassen.
Hatte Euer Labbi bisher viel Kontakt mit anderen Hunden?

VlG

Alpha-Tier
17.02.2006, 17:29
Nein Alra, wirklich nicht :0( . Ein Schäferhundverein ja. Aber ich gehe dort nicht mit einem Labrador hin. Mir gefallen die dortigen Methoden einfach nicht. Mein Rüde hat durchaus viel Kontakt mit anderen Hunden. Aber wie gesagt, er setzt sich inzwischen schon ganz schön durch. Er knurrt bei Begegnungen nicht oder ä., aber er stellt seine Rute und seinen Kam durch und macht einen auf "dicke Hose", wie man gerne so schön sagt. Auch wenn es hier jetzt Leute gibt die mich verspotten werden .... Mir fehlt zur Zeit einfach der Durchblick in diesem Punkt - ich fühle mich auch ein klein wenig überfordert. Alleine schon aus dem Grund zu wissen, dass alle um mich herum nicht unbedingt viel mehr Wissen haben, obwohl sie ja aber eine "Dienstleistung" erbringen wollen und sich diese schließlich auch gut bezahlen lassen. Und nein, als richtigen Problemhund würde ich ihn zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls abstempeln - unter diesen Umständen könnte er jedoch zu einem werden. Ich möchte ja, aber weiß einfach nicht so recht wie weiter. Seit einigen Tagen z.B. legt er sich richtig in die Leine - hat er bis vor kurzem nicht getan. Ich erhielt den Tipp an der Leine zu ziehen und laut zu werden. Ich halte die Art und Weise für *na ja. Ich bleibe also lieber immer stehen. Ist die Leine locker, so geht es munter weiter. Leider hat der Bursche solch eine Kraft, dass er mich einfach "weiter zieht". Ich bekomme ihn manchmal nicht zum Stopp und muss mich an Zäunen ect. halten, damit ich nicht hinter ihm herfliege. Können sie sich das vorstellen? Fruchtbar sage ich Ihnen.

alra
17.02.2006, 17:49
Das ist schon mal eine richtige Entscheidung - ein Labbi gehört nicht auf einen Schutzhundeplatz.
Ich hab hier auch lange gesucht und fahre mit meiner Großen fast 30 km zum Hundeplatz.

Schau doch mal hier rein:

http://www.hundewelten.de/html/problemberichte.html

Das trifft schon mal auf Deinen Racker zu.

http://www.hundewelten.de/html/antidominanz.html

Viel Erfolg!

Alpha-Tier
17.02.2006, 18:44
Hallo Alra!

Herzlichen Dank für die beiden Hinweise. Die Seite Hundewelten ist sehr informativ und ich finde mich und meinen Hund natürlich in fast allen Situationen wieder. Ich habe wohl wirklich die Hundeerziehung einfach für eine gewisse Zeit völlig aus den Augen verloren. Ich bin jedoch immer noch frohen Mutes.

Was mir jetzt aber auf der Seite Hundewelten so ins Auge starch war folgender Satz: Quelle Hundewelten: Man vermeidet dadurch Unsicherheiten, Gehorsamsverweigerung und letztendlich unnötige Bestrafungen.

Ja, meinem Hund habe ich durch meine Art bis jetzt nur Unsicherheit vermittelt er reagierte durch Gehorsamsverweigerung - die Bestrafung erfolgte duch mich jedoch nicht, bzw. wohl zu gering. Es erfolgte höchstens ein Nein, ein kurzer Ruck oder aber mal eine Schepperdose.

Wie straft man aber richtig? Könnte man mir in diesem Punkt hier noch eine Hilfestellung geben? Wie bestrafen sie ihre Hunde?

alra
17.02.2006, 19:49
tja, also meiner Meinung ist ein Bestrafen der vollkommen falsche Weg.

Und wie der Satz schon sagt..........

Man vermeidet dadurch Unsicherheiten, Gehorsamsverweigerung und letztendlich unnötige Bestrafungen.

......sind Bestrafungen unnötig.
Letztenendes bringen sie eh nix außer Streß auf beiden Seiten.

Gewünschtes Verhalten bestärken - das ist wohl die bessere Methode.Die Bestärkung/Lob muß ja nicht das Leckerli sein.
Auch einfach Beachtung kann da Wunder wirken.
Mit meiner Großen (Golden Retriever Hündin, 5J) hab ich das wohl richtig gut hinbekommen.
Sie läuft fast immer in Freifolge voraus.
Sie ist gut auf mich fixiert und sucht mit den Augen ständig Kontakt um Hinweise von mir zu bekommen. Da reicht dann von mir ein kurzes Blinzeln und sie weiß, daß sie z.B. weiterlaufen kann, etwa an einer Wegabzweigung.
Oder eben ein Stop oder Sitzals Sicht- oder Hörzeichen, je nach Situation. Das sind so die Feinheiten, die nur zwischen uns klappen. Bei meinem Mann funktioniert das nicht so. Er muß sagen oder zeigen, was er von ihr will.
Wir haben jetzt seit 14 Tagen einen Welpen (12Wo.) dazugenommen.
Ich hoffe ja, daß ich den auch gut hinbekomme.
Wir haben jetzt auch genug Streß - die Große mag nämlich den Kleinen nicht wirklich. Da muß ich die Augen und Ohren überall haben und immer schön mitdenken und vorausschauen - wer führt was im Schilde und was hat das für Auswirkungen.
Unser kleiner Bruno hat schon eine dolle Schramme auf der Nase.
Die Dicke ist so was von grob.
Aber das wird schon.

Du wirst wohl als Erstes mal mit dem Ignorieren anfangen müssen.
Und dabei konsequent sein -auch wenn es sehr schwer fällt.
Deine Zuwendung muß er sich dann wieder verdienen - und das mit gutem Benehmen.

VlG

Border
17.02.2006, 21:54
hm
so viele neue antworten
wo fange ich am besten an
erstmal eine frage wo kommen sie her ? ich meine süddeutschland ist ein größerer oberbegriff, vielleicht wenn es nicht allzu weit weg von mir ist können wir uns mal treffen und zusammen trainieren

strafen ist sicher der falsche ausdruck
man sollte den hund in fehlverhalten wohl korrigieren, mit einer korrektur meine ich aber ihm zeigen wie es richtig geht
und eher positive dinge bestärken
lob muß sich der hund in zukunft erarbeiten
kein ich komm mit dem ball und frauchen muß jetzt spielen
auch darf der hund in zukunft nicht mehr von sich aus schmusen kommen
lernen sie als rudelführer ignoranter gegenüber ihrem hund zu sein
er will aufmerksamkeit, und die bekommt er nur wenn er ein feiner hund ist
das heißt wenn er tut was sie wollen
für gute dinge gibt es keine leckerchen mehr, denn futter scheint ihn ja nicht mehr zu locken
sondern zuneigung
ansonsten wird der hund ignoriert
wenn ihnen danach ist setzten sie sich mal zu ihrem hund ins körbchen, besonder wenn er selbst grad brav drin liegt, denn das verhalten ist ja fein, rudelschmusen stärkt die bindung, aber nur wenn ihnen danach ist, nicht wenn der hund nach schmusen verlangt zeigen sie ihm das er so ein feiner hund ist, kraulen sie ihm die ohren, alles was er mag
aber
sie beenden die schmuse sitzung nicht der hund

wenn der hund lieb ist spielen sie mit ihm, spiel als belohnung, aber nur dann, das spiel nicht als ablenkung für fehlverhalten nehmen
ihr hund muß in zukunft was tun um ihnen zu gefallen und aufmerksamkeit zu bekommen

Alpha-Tier
17.02.2006, 22:02
Guten Abend, nett, was Sie sich alle für eine Mühe machen.

Aus der Nähe Stuttgarts (aber wirklich Mini - Mini - Dorf) - deshalb der Grund des "Oberbegriffes". Schade, aber ein Treffen scheint leider nicht möglich.

Ich werde künftig an mir Arbeiten! Ich habe hier scheinbar eine Menge toller und guter Tipps (vor allem) erhalten und werde einfach künftiger "konsequenter" zu Werke gehen. Ich werde diese Dinge auf alle Fälle umsetzen.

Vielen Dank und weiterhin allen Mitgliedern hier bei Zooplus einen schönen Abend.

Border
17.02.2006, 22:08
treffen nicht möglich würde ich nicht sagen
von mir nach stuttgart sind es gerade mal 155 km
also mein angebot steht



auf jeden fall bitte weiter berichten wie es läuft und was sie für fortschritte oder rückschläge erleben

heidi herzberg
17.02.2006, 23:26
ich kann ein gutes buch empfehlen:
was tu ich nur mit diesem hund

es sind verschiedene probleme beschrieben bei denen man seine eigenen manchmal recht gut wiedererkennt!!!
der autor empfielt immer eine 3-wochen-kur. meiner meinung nach ein zeitraum der doch recht leicht einzuhalten ist und in dem man doch beachtliche erfolge erzielen kann.

viele grüße

alra
18.02.2006, 10:53
das Stichwort "3-Wochen-Kur" hat mich grad auf eine Idee gebracht:

Urlaub mit Wuffi in einer Trainingsstätte.

Wäre das nicht drin? Da gibt es doch mit Sicherheit einige.
(Würd mich auch mal mit Umschaun im Netzt?!)

VlG

Lastrami
18.02.2006, 11:49
Hallo Luise,

erstmal von mir herzlich Willkommen im Forum.:)

Habe grade mal meine Vorredner "überflogen".
Habe auhc einen 2jährigen Rüden, der grade div DInge in Frage stellt. Du bist also nicht alleine mit Deinem Problem.;)

Versuche doch auch mal, ihn die nächsten 2-3 Wochen aus der Hand zu füttern. Das festigt die Bindung.
Er muß merken, das er von Dir abhängig ist. Ich persönlich kenne keinen Labbi, der dann nicht irgendwann "weich" wird.:D
Gehe mit ihm spazieren, nehme eine Portion seines Futters mit. Übe mit ihm draußen den "Grundgehorsam". Für erfolgreiche Übungen bekommt er was von seiner Ration. Wenn er nicht hört, bekommt er halt nix. Gestalte seine Spaziergänge abwechslungsreich. Er muß merken, das Frauchen die Führung hat und das man mit ihr tolle Sachen erleben kann. Zieht er in eine Richtung, umdrehen und sofort eine andere Richtung anpeilen. Labbis apportieren doch gerne? Informiere DIch doch mal über das Futterbeuteltrainig. Somit hat er eine prima Beschäftigung und er verdient sich auhc gleich sein Futter.

Zum Thema: Urlaub mit Wuffi in einer Trainingsstätte.

Das hängt natürlich auch immer von den finanziellen Möglichkeiten ab, da es nicht grade Preiswert ist. Wenn Du aber interesse daran hat, kann ich Dir eine gute Empfehlen. Dann melde Dich bei mir per PN.

Unser Zauberwort lautet zur Zeit: Konsequenz! Ich denke das sollte auch zu Deinem Zauberwort werden.:D
Stelle ganz klare Regeln auf, sowohl drinnen wie auch draußen!
Wir hatten leider auch die Zügel etwas schleifen lassen. Seit ca 3 Wochen haben wir vor allem UNSER VERHALTEN überdacht, geändert und es treten schon merkliche Besserungen ein.

LG Pia:bl:

Lotta
19.02.2006, 17:32
Hallo Alpha-Tier,

neben all den guten Tipps von meinen Vorrednerinnen finde ich immer diesen wichtig, den ich mal ein einem Buch von Konrad Lorenz gefunden habe:

Mach mit deinem Hund möglichst oft lange Wanderungen in Gegenden, die ihm unbekannt sind. Wann immer du dieses Frühjahr Zeit hast, marschiere mit ihm durch die Gegend. Wenn es geht ohne Leine, sonst mit Schleppleine oder 10m Leine. Ohne sein Revier fühlt sich der Hund längst nicht so sicher. Kaum etwas zeigt dem Hund so eindrucksvoll, warum DU sein Leittier bist: Du kennst nämlich den Weg in der Fremde und DU findest sicher wieder nach hause zurück (nimm eine Wanderkarte mit!). Vielleicht könnt ihr sogar mal mehrere Tage gehen und zwischendrin übernachten - dein Hund wird ganz ohne Machtkämpfe tief beeindruckt von deiner Führungsstärke sein - und dazu noch so richtig müde.

Viele Grüße von Lotta - wir kommen gerade vom Wandern.

Donnerhall
20.02.2006, 01:25
Hallo Alpha-Tier,
Schau dir am besten mal diese Seite an:
http://www.beta-dog.de/
Und lies dir unter "Inhalt" -> "Pflichtwissen" die Sachen über Alpha Tiere durch :)

wynnie66
20.02.2006, 11:40
Hallo,

hier ein paar Vorschläge von mir:

Erst einmal keine Panik, so etwas wie ein Alpha-Tier gibt es nicht. Nach (gar nicht so neuen) Forschungen von u. a. Günther Bloch an freilebenden Wölfen wurde mitlerweile festgestellt, daß Wölfe in Familien-Strukturen und nicht als totale Hierarchie zusammen leben. Ich habe noch gelernt, daß man dem Hund zeigen müßte, wer "der Herr" ist. Leider bilden viele sog. "Hundeschulen" nach dieser Methode auch hier in der Umgebung immer noch aus. :-(0)

Ich denke der Schlüssel zum Gehorsam ist Vertrauen und Konsequenz. Wenn der Hund an einem Tag auf die Couch darf und an einem anderen nicht: Ich bezweifle, daß er diesen Zusammenhang verstehen würde. Ich habe selbst mit u. a. mit Jagdhunden und Hütehunden gearbeitet (insbesondere Setter und Border-Collie) und kann das System der positiven Bestärkung und Konsequenz nur unterstützen. :tu:

Natürlich ist es richtig, daß Hunde im Alter von ca. 1-2 Jahre noch mal ordentlich aufdrehen und so mancher Hundehalter denkt, daß sein Hund irgendwo vertauscht worden sein muß, aber ich kann sie beruhigen: Das geht vorbei. Aber bis dahin: Durchhalten.
D. h., daß, wenn er selbst Leckerlies, die er früher gerne moche, nicht mehr annimmt: Keine Leckerlies mehr. Ganz klar. Zudem würde ich ihm die Abhängigkeit von Menschen als Partner deutlicher machen: Nur aus der Hand füttern und nur nach richtig ausgeführten Übungen. Nach Sitz, Platz, usw. Er hat ja nicht vergessen, wie es geht, er hat nur einen Weg gefunden, an seine Belohnung heran zu kommen, oder etwas dafür tun zu müssen. Wenn der Hund sieht, daß er, wenn er etwas für Sie tut, belohnt wird, wird er Ihnen auch mehr vertrauen und ihm wird die Arbeit mit Ihnen Spaß machen.
Wenn er die Übung des Apportierens schon ein wenig beherrscht, kann man auch mit einem Futterbeutel arbeiten.

Zudem macht es dem Hund übrigens nichts aus, wie viele Leute meinen, wenn er nicht jeden Tag zur exakt gleichen Zeit sein Futter bekommt. Dies gilt natürlich nicht bei Welpen!!! In der Natur steht auch nicht pünktlich jeden Tag Mittags um 12.00 Uhr ein Hirsch auf der Lichtung.
Deshalb ist es für den Hund auch kein Verdauungsproblem, wenn er mehrmals am Tag kleine "Belohnungs-Portionen" bekommt.

Diese Übungen zeigen dem Hund auch, wer der Verwalter der "Resourcen" ist. D. h. wenn er es sich mit der Person (dem Rudelmitglied) verscherzt, die ihm das Futter "ranschafft" und ihm den Auslauf ermöglicht, weiß er auch, daß er (in der Natur) keine Überlebenschance hat. Und er wird den Teufel tun, als es sich mit Ihnen zu verscherzen.

Viele Leute behaupten immer noch, daß der heutige Haushund nichts mehr mit dem Wolf gemeinsam hätte, aber das ist nicht richtig. Außerdem: Wir leben schon viel länger nicht mehr "wild" und bekommen immer noch die sog. Gänsehaut! Sollte man mal drüber nachdenken. :?:

Außerdem würde ich bezügl. des Ziehens an der Leine folgende Übung versuchen: Wenn Sie mit dem Hund hinausgehen, gehen Sie nicht immer die gleiche Runde. Und wenn er meint, daß sie gerade aus weitergehen und zieht in die Richtung: Wechseln Sie die Richtung. Aber nicht immer nur nach vorne und hinten, sondern auch ruhig nach links und rechts. Werden sie für den Hund unberechenbar, so daß er nehmen Ihnen laufen MUSS, um mit zu kommen. Nehmen Sie die Leine nicht extra kurz oder so, daß brauchen sie gar nicht, aber Sie brauchen viel Geduld. Er hat ja über einige Zeit gemerkt, daß er, wenn er in eine Richtung zieht, daß Sie in die Richtung gehen. Das läßt sich natürlich nicht wieder über Nacht abtrainieren. Aber es ist möglich. Die Leine wird locker durchhängen, ich sag´s Ihnen. Wie schon geschrieben: Es braucht Geduld.

Es gibt auch Leute, die das sehen und denken, man "hätte sie nicht mehr alle". Aber daran kann man nur sehen, daß an der Leine ziehende Hunde schon (traurigerweise) zum normalen Straßenbild geworden sind. Wenn andere Leute merkwürdig schauen oder etwas sagen sollte man das ignorieren. Sie sollten lieber etwas sagen, wenn so mancher seine Tiere mit Zeitungen oder Leine schlägt. Das ist meine Meinung. Aber da schauen immer noch viel zu viele weg. Echt traurig. :man:

Zusätzlich zu diesen Übung mit Futter und Richtungswechsel würde ich im Alltag sämtliche Pöbeleien, Betteleien oder ähnliches ignorieren, damit er merkt, daß er damit keine Chance mehr hat. Wenn er zu arg bettelt, z. B. während des Essens, würde ich ihn auf einen Platz verweisen oder bringen, der außerhalb des direkten Blickkontaktes mit dem Tisch ist. Es muß kein anderes Zimmer sein und bitte schließen Sie ihn auch nicht aus. Bei manchen reicht es, wenn sie sich unter den Tisch legen, oder irgendwo anderes im gleichen Raum, wo er Sie eben nicht direkt sehen kann.

Versuchen Sie Ihrem Hund als verläßlicher Partner zu zeigen, daß er auf Sie angewiesen ist. Dann wird er Ihnen vertrauen und vor allen Dingen auch wieder respektvoll mit Ihnen umgehen. Das erfordert alles eine Menge Geduld, Disziplin und Konsequenz, aber glauben Sie mir, es wird sich auszahlen.:tu:

Zum Schluß noch ein paar Buchtips:

Martin Rütter: "Eine Couch für alle Felle" Teil 1 und 2
Günther Block: "Der Wolf im Schafspelz"
Karen Pryor: "Positiv bestärken - sanft erziehen"
:cup:

Ich wünsche Ihnen viel Glück und Spaß mit Ihrem Hund.

Alpha-Tier
20.02.2006, 19:43
Guten Abend,

leider fand ich nicht die Zeit am Wochenende direkt zu antworten - daher Verzeihung an dieser Stelle.

Was machen Sie sich alle für eine Mühe - herzlichen Dank!!! Ich werde mir sämtliche Hinweise genau anschauen.

Ein wenig Urlaub würde mir in der Tat sehr gut tun. Ich werde mich also noch bei Pia melden.

Zu dem Ratschlag der Wanderungen in fremden Gebieten - Fehlanzeige. Meinen Hund beeindrucken fremde Gegenden gleich Null - er zeigt keine Unsicherheit bzw. fühlt sich überall "oben auf". Das kann ich mir also aus dem Kopf schlagen. Selbst, wenn ich mich hinter einer Tanne verstecken würde, so würde er mich kurz suchen und anschließend auch schon wieder "das Rudel" anführen.

<<<<<<<<<Ich denke der Schlüssel zum Gehorsam ist Vertrauen und Konsequenz<<<<<<<<<<<<<<
Ja, in der Tat. Ich habe bereits mein gesamtes Auftreten diesem Tier gegenüber überdacht und bereits geändert. Ich bin strenger, ignoriere auch mal und leine in künftig erst einmal nicht ab, um selber den Weg besser bestimmen zu können. Futtertipp aus der Hand habe ich übernommen und mache hin und wieder die Anstalten es ihm aufzuessen!

Welcher Beitrag mich sehr beeindruckt und auch nachdenklich gestimmt hat war der von wynnie66. Ich danke Ihnen. Sie haben mir mal einen Spiegel vor Augen gehalten mit Anweisung einiges einfach besser zu machen. Ich greife jetzt hier durch! Und freue mich auf die Zeiten nach dem Sturm. Wo ich auch sogleich den Übergang schaffe - ich wechsele heute von Süd nach Norddeutschland und werde mich auf die Couch werfen um die Sturmflut zu schauen - furchtbares müssen die Menschen damals dort erlebt haben. Mein Hund darf gerne bei mir sein, mit ihm teile ich mir jedoch seit Samstag nicht mehr meine Paprika in Streifen ;)

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Wochenstart und eine Menge Spaß mit ihren vielen Tieren, Ihre Luise.

wynnie66
22.02.2006, 16:57
Hallo,

es ist schön von Ihnen zu hören, daß es soweit klappt.

Das mit dem Anleinen ist eine gute Sache damit der Hund begreifen kann, daß Sie bestimmen, wo langegangen wird und nicht er. Natürlich sollte der Hund parallel immer noch in einem gesicherten Bereich die Möglichkeit haben, sich ohne Leine auszutoben.

Sie brauchen vor ihm gar nicht so zu tun, als würden Sie es ihm wegessen, wenn Sie ihn aus der Hand füttern. Er versteht schon, daß es für ihn bestimmt ist. Es gibt auch Hunde, die diese Geste falsch interpretieren könnten, und meinen könnten, daß sie ihr Futter gegenüber Ihnen jetzt verteidigen müßten. Sie müssen sich vorstellen, daß er bisher sein Futter bekam, wenn er bestimmt hat, daß er es bekommt. Wenn Sie jetzt bestimmen, wann er es bekommt, muß das der Hund erst einmal begreifen. Wenn Sie jetzt noch so tun, als würden Sie es essen, könnte er meinen, sie würden es ihm nicht gönnen oder wegessen. Da wäre ich vorsichtig, dies könnte er eventl. falsch interpretieren.

Wichtig ist, daß er begreift, daß er das Futter bekommt, wenn SIE es wollen und nicht wenn er meint, daß es an der Zeit wäre. Deshalb wäre es vielleicht auch noch ganz sinnvoll, mehrere kleine Portionen (4-5) über den Tag hinweg zu füttern, als nur 2-3. Futter kann man auch wunderbar als Leckerlie einsetzen !!!:tu:

Diese Übungen sind dafür gedacht, daß der Hund in seiner Position im Rudel gefestigt wird und er sich sicher fühlt. Und wenn Sie immer "am Ball" bleiben und ihm zeigen, was er darf und was er nicht darf, wird er sich immer sicherer fühlen und eventl. souveräner und ruhiger werden, da er dann weniger Streß hat. :)

"Konsequenz" bedeutet in diesem Zusammenhang aber nicht Härte o. ä. Es wird leider immer noch oft fehlinterpretiert. Konsequenz heißt nichts anderes als das zu tun, was man sagt, bzw. dann auch IMMER dabei zu bleiben. Es ist ganz bestimmt nicht leicht, sich umzustellen und konsequent die ganze Zeit dabei zu bleiben. Aber es lohnt sich, wirklich. Und auch Ihr Hund wird es Ihnen danken, denn wenn er auf Sie hört, erobert er sich ein Stück Freiheit zurück: Laufen ohne Leine. Außerdem wird der Hund bei EINEM Mal, wo man etwas durchgehen läßt es mindestens 100-MAL wieder versuchen. Diesen Streß würde ich mir ersparen!!!;)

Noch ein Tipp zum Leinenziehen: Machen Sie sich interessanter. Mit hin und wieder einem Leckerlie oder überschwänglichem Lob wenn er (auch oder gerade) an der Leine mit Ihnen Blickkontakt aufnimmt. Hunde haben einen größeren Radius den sie einsehen können als wir, deshalb kann es sein, daß er seinen Kopf nicht ganz dreht. Beobachten Sie Ihren Hund und belohnen Sie ihn DIREKT, wenn er mit Ihnen Augenkontakt aufnimmt. Gehen Sie dabei weiter, sonst meint er nachher, daß, wenn er guckt, Sie immer stehen bleiben.:sn:
Das Lob muß unmittelbar erfolgen, genauso wie ein "NEIN", wenn Sie irgendetwas nicht wollen, was er gerade tut. Längere Zeit zwischen Tat und Folgen kann er nicht verstehen und wird nur verunsichert. :?:

Ach so: Denken Sie daran, die Leckerlies von der täglichen Futtermenge abzuziehen, sonst haben Sie bald eine kleine gehorsame Kugel am anderen Ende der Leine. :D

Zum Schluß noch ein letzter Tip: Jedem passiert es fast mit Sicherheit mindestens einmal, daß man am liebsten alles hinschmeißen würde, weil er sich mal wieder etwas doof anstellt: Werfen Sie die Flinte nicht ins Korn. Unterbrechen Sie das, was sie streßt und fange Sie da an, was er schon kennt und kann. Auch Hunde haben mal schlechte Tage. Lassen Sie ihm diesen und GANZ WICHTIG: Beenden Sie ein Spiel, eine Übung usw. immer, wenn er gerade den größten Spaß daran hat, auch wenn es schwer fällt. Mit dem gleichen Spaß wird er sich das nächste Mal wieder darauf freuen und es mit Begeisterung wiederholen. Und Sie beenden das Spiel, nicht er, ganz wichtig!!!

Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Nervenstärke und eine Menge Spaß mit Ihrem Hund. Wird bestimmt gut klappen.