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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Richtiges behandeln der Urinproben



Geparda
17.02.2006, 09:01
Hallo Freunde,

Ina bat mich, folgende Überlegungen Euch zugänglich zu machen.
Die Urinprobe aus Sicht eines Physikochemikers:

1. Die Bildung von Kristallen wird durch niedrige Temperaturen begünstigt. Ich finde es immer sehr interessant, wenn Tierbesitzer die Urinproben zunächst in den Kühlschrank stellen.
2. Eine Temperatur in Höhe der ursprünglichen Temperatur der Probe muss nicht zwangsläufig zum Auflösen der Kristalle führen, mal abgesehen davon, dass die Proben ohnehin bei Zimmertemperatur vom Arzt untersucht werden.
3. Das Vorhandensein von Kristallisationskeimen (ganz kleine Kristalle) begünstigt das Wachstum ungemein.
4. Eine längere Lagerung bei Katzenkörpertemperatur führt zu einer zügigen Vermehrung der Bakterien.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Tierbesitzer aufgrund einer Fehllagerung der Urinproben die Diagnose auf eigentlich nicht vorhandene Steine bekommen haben.
Lösung: Urinprobe zweiteilen. Eine bei ca. 37 °C lagern und auf Steine untersuchen, eine im Kühlschrank lagern und auf Bakterien checken lassen.
Oder die Katze frisch beim TA pieseln lassen.

Ich hoffe das hilft Euch ein wenig.

Buecherwombat
17.02.2006, 16:05
Na, da brat mir doch einer einen Storch...

warum stellen wir das Zeug kühl? weil der TA es so sagt... (und leider kann der/die Berufstätige ja nicht immer gleich losdüsen, wenn die Katze gepullert hat).

womöglich hat Vivi gar keine Kristalle und darf nun RC Urinary fressen. Allerdings ist ihr phWert von Proben "direkt unter der Katze gezogen" unzweifelhaft deutlich zu hoch. Bisher noch jedes Mal fast 8 bis auf ein einziges Mal (dann 7,2)...

mal schauen, was meine TA sagt, wenn ich nächstes Mal mit 2 x 2 Proben auflaufe.

(Zumindest war mir bei Simba wichtig, auf die Bakterien getestet zu haben. Und seine Proben waren verhältnismäßig frisch. Von daher ist unsere bisherige Testgeschichte wohl noch nicht völlig daneben gewesen.)

Kann man diesen Hinweis nicht irgendwie unter FAQ platzieren oder toppen?

Katzenmammi
17.02.2006, 17:14
Hallo Daniela,

bitte schick mir mal die Webseite Deiner Stadtwerke, von denen Du das Trinkwasser beziehst.

Gruß
Ina

Geparda
17.02.2006, 22:38
Na, da brat mir doch einer einen Storch...

warum stellen wir das Zeug kühl? weil der TA es so sagt...

Und weil er wahrscheinlich an der Behandlung und dem Futterverkauf eine Menge Geld verdienen möchte.

Aber vielleicht wissen es manche auch nicht besser oder denken einfach nicht nach. Immer dem Motto nach: gekühlt bleibt länger frisch.
Ein zu hoher pH Wert kann übrigens von einer bakteriellen Infektion kommen und ist dann nur mit Antibiotika in den Griff zu bekommen. Da hilft das teure Spezialfutter nur, die Steine im Geldbeutel aufzulösen. Sicherlich hilft es, ein wenig, wenn man weniger Magnesium und Phosphat zufüttert, aber mir kann niemand erzählen, dass diese Verbindungen im Körper nicht auch benötigt werden. Zudem wird mit dem Spezialfutter nur die Wirkung bekämpft und nicht die Ursache.

Nebenbei:
Ich habe heute einen interessanten Beitrag im Deutschlandfunk gehört über die ärztlichen Empfehlungen, dass vor allem Frauen wegen der Osteoporosegefahr regelmäßig Calcium zusätzlich einwerfen sollen. Die neuesten Untersuchungen ergaben (welch Wunder) dass eine vernünftige Ernährung unter Einbeziehung von Milch- und Käseprodukten in Zusammenarbeit mit etwas Bewegung wesentlich effektiver ist als sich solch merkwürdige Tabletten reinzuschmeißen. Sinnvoll sei das nur für diejenigen, bei denen der Knochenabbau bereits im Gange sei. Alle anderen würden sich mit der prohylaktischen Überdosierung von Calcium nur eins eins einhandeln: NIEREN- und BLASENSTEINE.
Und schon hat die nächste Ärztegeneration einen sicheren Arbeitsplatz.

Geparda
20.02.2006, 08:23
Habe mich nochmal mit einem Biochemiker unterhalten, der mich darauf hinwies, dass die Bakterien durch das Verstoffwechseln der Harnsäure ja den pH-Wert im Urin ändern und damit das Millieu für das Wachstum der Steine.
Somit sollte die Bestimmung von Struvit- oder Oxalatsteinen immer an einer ganz frischen Urinprobe geschehen. Lagerung, egal welcher Art, führt dazu, dass das Untersuchungsergebnis an Aussagekraft verliert.
Proben für die Bestimmung einer Infektion können aber weiterhin konventionell gekühlt werden. Fragt also den TA in jedem Fall, was er an der Probe untersuchen will.