PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst beim Spazierengehen



Rustymaus
16.02.2006, 18:57
Hallo

kennt jemand das Problem von Angst beim Gassigehn?
Am Anfang hat das bei meinen Welpen recht gut geklappt, auch mit an der Leine gehn und so. Da ich zwei Hunde habe (12 Jahre und 13 Wochen), hab ich am Anfang immer beide mitgenommen. Das ging beim erstenmal sehr gut, bis wir (was sich ja nun mal nicht vermeiden lässt) auf einen anderen Hund getroffen sind. Die Kleine (Jack Russel, 13 Wochen alt) hat ziemliche Angst gehabt, zumal die Große auch noch angefangen hat zu bellen. Der andere war ein großer Huskymischling, freilaufend, und vom Besitzer (sitzt im Rollstuhl) so ca. 200 m entfernt. Der Hund kam auch schön auf uns zugestürmt. Vom Besitzer kam dann-nachdem er endlich bei uns war - nur der Kommentar - der will doch nur spielen! Hab ihn dann gebeten, den Hund mal anzuleinen, weil unsere Angst hat, aber null Reaktion und wieder der Kommentar, der will nur spielen. Hab die Kleine dann hochgenommen und mußte erst mal die Große beruhigen, weil uns der andere auch noch ein ganzes Stück verfolgt hat. Das muß wohl so eine Art Schlüsselerlebnis gewesen sein, denn seitdem wird es mit der Kleinen jeden Tag schlimmer. Mittlerweile geht sie schon gar nicht mehr mit aus dem Hoftor raus und auf den Wegen wo uns mal ein anderer Hund begegnet ist, geht sie überhaupt nicht mehr mit, weder mit mir allein noch mit der Großen. Weiß echt nicht mehr was ich mit ihr machen soll, denn sie brauch ja auch den Auslauf und Bewegung. Hab es schon mit Leckerlie und Belohnung (schon für den kleinsten Schritt in die richtige Richtung) probiert, bringt aber alles nichts. Schon wenn ich nur die Richtung zum Tor einschlage, setzt sie sich hin und bleibt wie angeleimt sitzen. Wie kann ich ihr helfen?:confused:

billymoppel
16.02.2006, 20:00
ich glaube nicht wirklich, dass die begnung mit dem großen "bösen" rüden der auslöser war/ist.
dass welpen gegenüber großen und erwachsenen hunden in ihren frühen wochen zunächst meideverhalten und extreme unterwürfigkeit zeigen ist normal und naturgegeben, mit wirklichen ängsten hat das nichts gemein, es ist reines instinktverhalten
außerdem sollte man mit so einem kleinen welpen nicht wirklich spazieren gehen - in den hof oder die nächste wiese zum pieseln und fürn biss'l spiel und mehr nicht. es ist für viele welpen ein ganz natürliches bedürfnis sich nicht allzu weit von zuhaus (wurfhöhle) entfernen zu wollen. die ersten mal hats vielleicht nur deshalb funktioniert, weil sie in der neue "höhle" noch nicht ganz angekommen war. ab der 12. woche treten zudem häufig massive verlustängste bei welpen auf
woher stammt der hund? wie wurde er sozialisiert? normalerweise sollte ein welpe vor seiner abgabe schon mal fremdhunde gesehen haben. billy muss bei einer befreundeten züchterin auch immer den bösen schwarzen großen rüden geben.
ich meine, auch für die zukunft, wenn es tatsächlich so wäre, das ein etwas unangenehmes erlebnis so starke reaktionen auslöst, wo soll das hinführen? denn unagenehmes wird noch zuhauf auf sie warten. dann hättest du mit deinem hund ein massives problem.
derzeit würde ich sie denn auch nicht drängen zu tun, was ihr widerstrebt. das bedürfnis, die welt erkunden zu wollen, kommt von ganz allein.
und natürlich sollte welpenstunde/junghundekurs pflichtprogramm sein.

anja123
17.02.2006, 08:48
Hallo,
ich hatte das Problem auch mit meiner Hündin.
Sie hat keinen Schritt ausserhalb unseres Hofes gemacht, ich hab sie dann mehr oder minder immer wieder gelockt und gezogen. War auch für mich nicht wirklich eine Freude.
Doch dann ganz plötzlich fing sie an sich zu freuen, sobald ich die Leine in die Hand nahm.
Das mit der Höhle stimmt schon auch, sie wollen nicht von zu hause weg, da sie glauben sie finden es nicht mehr! Oder sie dürfen nicht mehr dort zurück.

Hab viel Geduld das Problem löst sich von ganz allein, nur nciht zu viel verlangen!!

Rustymaus
17.02.2006, 12:31
Hallo Billymoppel,

natürlich mache ich mit ihr keine riesen Spaziergänge, wir gehn immer so 15 Minuten lang, 2x am Tag. Ansonsten gehn wir so alle 1-2 Stunden runter zum pieseln, je nachdem wie sie grad munter ist oder raus muss. Die kleinen Runden muß ich ihr schon gönnen, sonst ist dieses kleine "Wildschwein" in der Wohnung nicht zu bändigen. Die Kleine stammt von einem Bauerhof, wo sie im Kuhstall in einer Box aufgewachsen ist. Das ist natürlich der perfekte Start ins Leben, sowas gibts auch heute noch. Wir sind auch mit ihr in einer Welpenstunde mit noch 2 anderen Welpen und einer sehr guten Ausbilderin, die sich viel Zeit nimmt und auf die Hunde eingeht. Mit dem einen (Schäferhundmischling) kommt sie ganz gut klar, die spielen auch schön zusammen. Der andere ist ein kleiner und ziemlich wild, dem geht sie immer schön aus dem Weg. Werd`s auch weiterhin mit viel Ruhe und Geduld versuchen und sie nicht drängen. Hoffe das es bald besser wird.

anne-marie
27.03.2006, 23:23
Hallo
das mit dem kleinen wird schon wieder gut werden, wichtig ist es das du ihn stärkst. Das machst du in den moment, wo du nicht ängstlich auf andere Hunde reagierst. Der kleine spürt dann deine stärke und sicherheit und fühlt sich dann auch mit Dir sicher.
viel Glück

Chipsy-Boy
29.03.2006, 07:24
Hallo!

So ein ähnliches Problem hatte ich mit meiner Luna auch, allerdings hatte sie sich vor Autos erschrocken und wollte nimmer raus bzw. vom Hof/Haus weg.
Ich hab es auch einfach mit viiiiiiiiel Geduld, Ruhe und Leckerlis (damit ist sie Gott sei Dank gut zu locken :rolleyes: ) geschafft. Wichtig finde ich, dass nicht am Halsband gezerrt wird, da sonst wohl der ganze Akt des Spazierengehens an sich unangenehme Erfahrungen birgt.
Nimmst du deinen älteren Hund auch noch mit? Ich hab ja auch noch einen mit 7 Jahren und Luna schaut sehr viel von ihm ab ... dies war in dem Fall auch ne Hilfe.

Edit: Hab grad gesehen, dass der Ursprungsthread schon vom Februar ist ... hast du überhaupt noch das Problem?

Rustymaus
29.03.2006, 13:06
Hallo Chipsy Boy,
zum Glück hat sich das Problem nun geklärt. Meine Trainering in der HS meinte, ich soll auf keinen Fall mit beiden zusammen spazieren gehn, da es dann mit der Kleinen allein gar nicht klappen würde. Hab das ein paar Tage probiert, aber mit der Kleinen wurde es immer schlimmer. Dann hatte ich die Nase voll und hab einfach beide mitgenommen. Die ersten 2 Tage mußte ich die Kleine noch aus dem Tor ziehen, aber sie lief wenigstens dann mit der anderen mit. Hab dann auch richtig *fein fein* gemacht und sie belohnt. Und dann wurde es von Tag zu Tag besser. Heute stürmt sie schon vor Freude los, wenn sie merkt, es geht zum Spazieren. Kann auch mit ihr alleine gehen, ist alles kein Problem mehr.
Nehm jetzt bei neuen Dingen als "Erziehungshilfe" immer meine ältere mit dazu, die hilft mir recht gut dabei. Und nach kurzen Üben klappt es dann auch mit der Kleinen alleine gut.Ich weiss auch nicht, warum meine Trainerin das nicht richtig findet. So klappt es bei uns jedenfalls recht gut.

Chipsy-Boy
30.03.2006, 07:29
Hi Conny!

Dass freut mich zu hören! :wd:
Als ich grad deinen ersten Satz las, dacht ich schon ich, ich mach es ja falsch, dabei funktioniert es prima....
Also bei mir klappt es mit beiden zusammen auch wunderbar und kann dies eigentlich auch nicht ganz verstehen. Wenn ich mit Luna wirklich explizit üben will, geh ich schon auch mal ohne den Anderen, weil ich mich da einfach mehr auf sie konzentrieren kann und dies funktioniert genauso.

Weiterhin viel Spass mit deinen Wuffels :cu:

ViviHovenbitzer
30.03.2006, 21:22
Liebe Conny!
Lass dich nicht entmutigen!Die Methode du angewendet hast, ist genau richtig gewesen!
Als ich vor fünf Jahren mienen Hund bekam, ging ich auch in die Hundeschule mit ihm, aber die Trainerin hat ihn nur rumgeschleudet an der leine, weil er nicht laufen wollte.
Seither hat er geweint, wenn ich spazieren gehen wollte mit ihm.

Heute, liegt er vor Tür, weil er spazieren will.
Und weißt du wie ichs gemacht hab??
Ich hab mir Knieschoner gekauft, den Hund aufs Feld gestzt, mich auf alle viere gekniet und bin vor Emilio hin und her gelaufen.
Das hat zwei Wochen nix gemacht.
Dann irgendwann, war ich fast am Heulen und hätte m liebsten die Trainerin massakriert, aber plötzlich spranger auf und rannte mich um.
Seither, ist es der größte Spaß für ihn mit mir übers Feld zu stapfen!

´Die beste Bestätigung die man wie du, als besitzerin oder ich als Trainerin mit anderen Hunden erhalten kann ist, wenn de Hund seine Marrotte/angst durch DEINE Hilfe überwinden kann und nur das zählt!
Sag as mal deiner TRainerin;)

Lg viel Glück, vivian