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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hin- und hergerissen: Kastration Hündin??????



UlrikeLZ
23.09.2002, 14:39
Hallo auch!
Ich habe einen kastrierten, sehr verfressenen
Rüden und eine (noch) unkastrierte Hündin.
Eigentlich möchte ich meine Hündin in der zweiten
Oktoberwoche kastrieren lassen, aber irgendwie
bin ich mir immer noch nicht sicher. Dieses "nicht-sicher-sein" hat nichts mit der medizinischen Indikation zu tun, denn aus der Sichtweise bin ich mir absolut sicher und es haben
mir auch schon zwei Tierärzte dazu geraten.
Allerdings mache ich mir Gedanken darüber, ob
es danach mit dem Wesen meiner Hündin Probleme geben könnte z.B. in Bezug auf unseren Rüden.
Besteht die Möglichkeit, dass die beiden Hunde
sich nach der Kastration nicht mehr verstehen?
Zweitens habe ich Bedenken, falls die Hündin genauso verfressen wie der Rüde wird. Könnte es dann nicht zur Beißerei zwecks Futterneid kommen?
Außerdem meinte der eine Tierarzt, dass es auch
in sehr, sehr seltenen Fällen vorkommen kann, dass
eine Hündin nach dem Kastrieren bösartig wird?!
Dafür kenne ich zwar jetzt kein Beispiel, aber
vielleicht ist jemandem von Euch so ein Fall bekannt. Und zuguterletzt besteht natürlich immer
die Gefahr des inkontinent werdens. Aber egal wie,
meine Hündin leidet nach den Läufigkeiten
meist an schweren Scheinschwangerschaften und das
Risiko an einer Gebärmuttervereiterung zu erkranken ist laut TA auch nicht gerade gering.
Ich bin hin- und hergerissen und weiss nicht, wie
ich mich entscheiden soll. Denn hab ich mich erst
einmal entschieden, ist die OP nicht mehr rückgängig zu machen.
Wer kann helfen?

Danke und viele Grüße, Ulrike

P.S. Es handelt sich um ein Dobi-Mädchen, fünf Jahre alt.:confused:

klasu
23.09.2002, 14:49
Hallo Ulrike,
wir haben auch Rüde und Hündin, beide kastriert. Es gab keinerlei Probleme , keiner ist verfressen, keiner ist dick oder träge geworden,keine Inkontinenz.
Bösartiges Verhalten nach einer Kastration ist mir persönlich nicht bekannt, laut Sachkundetest des VDH hat die Kastration keinen Einfluß auf das Aggressionsverhalten einer Hündin.
Angesichts der Tatsache, daß Deine Hündin an Scheinschwangerschaften leidet, würde ich ( natürlich auch wegen der anderen med. Gründe )zu einer kastration raten.
MfG
klasu

OESFUN
23.09.2002, 15:08
Hallo

Bei der von Dir geschilderten medizinischen Vorgeschichte Deiner Hündin kann ich nachvollziehen, das Du vorhast, sie kastrieren zu lassen.

Unabhängig davon gibt es aber sehr wohl HÜndinnen, deren Wesen sich nach einer Kastration zum negativen ändert. Meist sind es Hündinnen, die von vornherein schon sehr dominant sind. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis zwei Hündinnen, bei denen dies vorgekommen ist. Eine wurde sogar vom Besitzer abgegeben, nachdem sie innerhalb von einer Woche unmotiviert auf 2 Hündinnen und 1 Rüden losgegangen ist. Sie wollte nur noch andere unterordnen und liess niemanden mehr neben sich gelten. Da in diesem Haushalt drei Kleinkinder zu Hause sind wurde sie in einen kinderlosen, hundeerfahrenen Haushalt abgegeben.
Das Risiko der Inkontinenz bei grossen schweren Hündinnen sollte man auch nicht verharmlosen. Vor einigen Tagen habe ich in einer Hundezeitung gelesen, das bis zu 20 % der kastrierten schweren Hunde inkontinent werden.
Dazu können auchnoch Fellveränderungen kommen.

LG Birgit

Ivonne
23.09.2002, 17:45
Hi Ulrike,

meine Erfahrungen mit bis jetzt alle mir bekannten Hündinnen sind die, das sie nach einer Kastration wirklich unberechenbar wurden. Sie waren vorher schon nicht ganz koscha, was aber als normales Hündinnen-Gezicke abgetan wurde.

Zur Verfressenheit: Ich denke schon, das man nach einer Kastration ein Auge drauf haben sollte, weil doch etliche Kastraten (m. wie w.) erhebliche Probleme mit der Figur haben.

Ich kann - wie meine Vorredner auch - deine Überlegungen zu einer Kastration sehr gut nachvollziehen.

Schwierige Entscheidung, sorry, das ich da nicht wirklich helfen konnte.

doogidog
23.09.2002, 18:21
Hallo,
ich bin immer der Meinung - und damit bis jetzt auch sehr gut gefahren - im Zweifelsfall nie!!!

Lieber noch ein bischen gewartet und sich schlau gemacht und entweder man entscheidet sich später ruhigen Gewissens dafür, und ist auf alle Eventualitäten vorbereitet oder man lässt es und nimmt auch da alle Eventualitäten an. Somit mache ich dir die Entscheidung sicher nicht einfacher.

Ganz zum Schluss noch die Bemerkung: eine Bekannte hat eine kastrierte Hündin und meinte erst vor ein paar Tagen, dass diese sich immer mehr wie ein Rüde benehmen würde.
So, nun hoffe ich, du tust für dich und deinen Hund das richtige.

Ganz liebe Grüße
Doogidog und Jacky

UlrikeLZ
24.09.2002, 13:27
Hallo an alle zusammen, die mir geantwortet haben,
ich hätte mir erhofft, dass es mehr positive Argumente für eine Kastration gäbe :(
Ausser der Antwort von Klasu kann ich aber nichts
positives erkennen.
Hinzu kommt bei meiner Zimtzicke, dass sie - so
wie in dem einen thread beschrieben - schon jetzt
vor der Kastration anderen Hunden gegenüber sehr
dominant und Hündinnenunverträglich ist. Mit Rüden
hingegen kann ich sie frei laufen lassen. Sie spielt zwar nicht, ignoriert diese aber. In der
Hundeschule soll sie jetzt auf Disc konditioniert
werden, aber die Hundelehrerin meinte ich solle
sie vorab ruhig kastrieren. Wozu bräuchte sie
die überflüssigen Hormone? Aber so einfach mach´
ich´s mir nicht, denn ich hänge an beiden von meinen Hunden und es wäre für mich absolut schrecklich, wenn es zwischen Rüde und Hündin nach
dem Kastrieren aus welchen Gründen auch immer nicht mehr klappen würde. Also es gibt tatsächlich
Hündinnen, die nach dem Kastrieren noch unverträglicher wurden!!???? Oh weia...was soll
ich denn jetzt machen?
Die Hündin ist jetzt fünf Jahre alt und wohl im
besten Alter um eine Pyometra zu bekommen. Laut
TA sind die Anzeichen dafür sehr schwer zu erkennen und oftmals wird es dann zu einer Risiko-OP. Ich bin wirklich ziemlich ratlos und
weiß immer noch nicht, wie ich mich entscheiden
soll. Der Zeitpunkt nächste Woche zum Kastrieren
wäre auch ziemlich optimal, da es ungefähr der 55.
Tag nach dem letzten, ersten Blutungstag ist.

Fragende und unwissende Grüße, Ulrike :confused:

igelchen
24.09.2002, 14:24
Hallo Ulrike!

Hast Du bei Deiner Hündin wirklich keine andere Möglichkeit als eine Kastration? Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du den Eingriff durchführen lassen sollst, solltest es besser nicht tun...

Ich besitze zwei kastrierte Hündinnen und einen nicht-kastrierten Rüden und wohne mit mehreren anderen Hunden zusammen. Meine Erfahrungen:
Meine Labimix-Hündin bekam nach der OP eine schwere Schilddrüsenunterfunktion (dadurch verlor sie ihr Fell, wurde sehr dick, obwohl sie nur Mini-Portionen fraß, und träge), die wir jetzt dank Hormontabletten im Griff haben. Durch die Hormontabletten erhöht sich allerdings wiederum das Risiko einer Gebärmuttervereiterung. Diese Hündin (s.Bild :D ) hat sich vor der OP mit ALLEN anderen Hunden verstanden, seither verträgt sie sich mit anderen Hündinnen viel schlechter. V.a. jüngere, sowieso ängstliche Hündinnen werden von ihr sehr gerne eingeschüchtert. Allerdings wurde sie mit 1,5 Jahren kastriert. Ich kann diese Verhaltensänderung also nicht 100%-ig der Kastration zuordnen...
Meine Boxermix-Hündin wurde kastriert, weil sie mit 1,5 Jahren versehentlich gedeckt wurde. Sie war vorher auch bei jeder Hitze extrem scheinschwanger. Seit der Kastration verhält sie sich "wie ein Rüde". Sie prügelt sich sehr sehr gerne (tat sie vorher auch, aber nicht ganz so schlimm), v.a. mit Rüden, ist noch dominanter (mit der entsprechenden Führung ist sie aber unproblematisch) und hat eine leichte Inkontinenz (sie verliert immer so ein paar Tröpfchen, etwa so wie eine heiße Hündin - fällt quasi kaum auf). Die TÄ hat solche Probleme prophezeit, weil die Hormonumstellung einfach extrem war. :(
Trotz all dieser Probleme empfinde ich das Leben mit meinen Weibern alles andere als problematisch!! Meine Hunde sind weder "unberechenbar" noch "verhaltensgestört". Ich kann sie halt nicht zu jedem Hund einfach so hinlaufen lassen - aber ist das schlimm?!?

Liebe Grüße
und viel Glück bei der richtigen Entscheidung
Igelchen

UlrikeLZ
24.09.2002, 15:01
Hallo Igelchen,

danke für Deinen Beitrag. Na ja, aber auch
Deine Erfahrungswerte sind für mich nicht gerade
überzeugend. Besonders der Teil, wo Du schreibst,
dass sich Dein eines Mädel nach dem Kastrieren
zum "Rüdenverklopper" entwickelt hat. Das würde mir noch fehlen. Wir arbeiten seit einigen Monaten an ihrer hundeverträglichkeit und es gibt jetzt
drei Stammrüden, mit denen wir gassi gehen und
ich kann sie frei laufen lassen. Das war nicht immer so gewesen. Huch, wäre schlimm, wenn das
nach dem Kastrieren nicht mehr klappen würde. Und
vor allen Dingen lebt ja noch mein Zuckerschnäuzchen (Zweithund/Rüde) im Haus dabei.
Bisweilen giftet sie ihn schon immer mal wieder an, aber auch das hab ich im Momo im Griff.
Nach der Kastration - wer weiß?????
So eine Entscheidung zu treffen, kann einen echt
fertig machen. Ich glaube ich werde den OP-Termin
schieben. Allerdings leidet sie dann wieder so
in ihren Scheinschwangerschaft-Phasen, dann
sag ich mir wieder...ach, hätt´ ich nur.

Hilffffe.......

Trotzdem ganz liebe Grüße, Ulrike + die zwei
süssen Vierbeiner

igelchen
24.09.2002, 15:50
Hallo Ulrike!

Naja, unsre Boxermix-Hündin ist nicht so schlimm, wie sich das vielleicht angehört hat. Sie ist eben ein ziemlich dominanter Hund und lässt sich nix gefallen, schon gar nicht, wenn irgendwelche Rüden ihr am Hinterteil rumschnüffeln und -lecken!! Dann wird sie zur Furie - kann ich aber verstehen, würd ich mir auch nicht gefallen lassen!
Sie stürzt sich nicht auf jeden Hund und prügelt ihn (falls es so klang...). Schließlich entscheide immer noch ICH, ob sie da überhaupt hingeht (auch wenn sie frei läuft!). Mit den allermeisten Hunden spielt sie, auch mit den Rüden in unserem Rudel gibt es eigentlich keine Probleme. Das einzig wirklich problematische: Wenn sich zwei andere Hunde prügeln (egal ob wir die kennen, egal ob m oder w), geht sie direkt mit rein und prügelt dann alle beide. :rolleyes: Sie hat aber noch nie zugebissen oder "unhundlich" reagiert.
Ich habe aber auch gehört, dass bei älteren Hunden keine Verhaltensänderung durch Kastration herbei geführt weden kann. (Hat, glaub ich, Chaostruppe in einem anderen Kastrations-Posting geschrieben.) Zum Thema Kastration ist schon sehr viel gepostet worden - schau doch mal die älteren Beiträge durch, vielleicht findest Du ja noch mehr Erfahrungswerte.

Liebe Grüße
Igelchen

doogidog
24.09.2002, 16:06
Hallo Ulrike, noch mal ich,

wenn sie so unter den Schweinschwangerschaften leidet, dann würde ich es einfach machen. Dann gibt es halt hinterher FDH oder Light-Futter oder Selbstgekochtes aus magerem Fleisch (z.B. Herz). Und wenn deine Kleine jetzt nicht super dominant ist, wirst du sie hinterher auch noch im Griff behalten. Sicher ist es medizinisch besser (habe ich auch in der letzten Hund-Katze-Maus-Sendung gesehen), in solchen Fällen zu kastrieren, da es super häufig auch zu Tumoren im Gesäuge kommen kann, durch die häufigen Scheinschwangerschaften.

Eine andere Mögichkeit sind aber auch Hormonspritzen, um die Hitze zu unterdrücken. Hattest du daran schon mal gedacht, es vielleicht auch schon mal probiert? Vielleicht haben andere Mitglieder auch Erfahrungen in diese Richtung?
Ich hab eine Bekannte, die macht das bei ihrer Hündin nun seit 2 Jahren, und diese verträgt es super. Vielleicht eine Alternative.

Also- alle noch mal antworten - vielleicht hilft es bei der Entscheidung! Ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich hab auch ne Hündin und hoffe, ich muss mich später nicht entscheiden. Fall ja, ich würde wahrscheinlich kastrieren lassen.
Tschüss
Doogidog und jacky

igelchen
24.09.2002, 16:36
Hallo doogidog!

An diese Alternative hatte ich gedacht, bevor ich meine Labimix-Hündin kastrieren ließ. Aber lt. meiner TÄ erhöhen diese Spritzen das Risiko einer Gebärmutterentzündung!! Ulrike sucht ja etwas, was ihre Hündin vor einer Gebärmutterentzündung schützt... Aber vielleicht lassen sich die Scheinschwangerschaften mit homöopathischen Mitteln unterdrücken?!?

Liebe Grüße
Igelchen

UlrikeLZ
24.09.2002, 23:09
Halloli doggidog und halloli Igelchen,

also eins weiß ich sicher, diese Spritzen würde ich ganz bestimmt nicht mehr geben. Erstens sollen
sie Krebs auslösen, wenn man sie zu oft einsetzt
und zweitens hatten wir sie einmal ausprobiert.
Anstatt das ganze zu unterdrücken fing meine Hündin kurz nach ihrer Läufigkeit nochmal das Bluten an. Da war ich dann doch etwas säuerlich auf den TA. Nee, also das ist für mich wirklich
keine Alternative!

So Kastrationen können also auch Schilddrüsenfehlfunktionen auslösen, auch noch
bei älteren Tieren??? Das ist z.B. ein fact, von
dem hatte ich noch nie gehört. Da sieht man mal,
wozu ein Forum alles gut sein kann :)
Aber jetzt mal im ernst Igelchen, weißt Du ungefähr in wieviel Fällen sowas vorkommen kann?
Die Liste wird immer länger *snief*...dabei möcht
ích doch nur das Beste für das Hunderl.

Ich werde später mal andere postings durchwühlen,
auch das war ein guter Tipp. Aber trotzdem, wenn
Euch noch mehr einfällt, bitte antworten.

Ciao, Ulrike

klasu
25.09.2002, 00:22
Hallo Ulrike,
noch ein verwirrender Beitrag ;) .
Unsere vorige Hündin hatte eine schwere Gebärmuttervereiterung, die erst mit Antibiotika therapiert werden musste, bevor man überhaupt operieren konnnte und es ging ihr sehr schlecht. Dies wollten wir unserer jetzigen Hündin ersparen und da wir eh keinen Nachwuchs produzieren wollen (waren mal aktiv im Tierschutz tätig -da gibt es genügend Hunde) haben wir uns ohne Bedenken für eine Kastration entschieden.

Der medizinische Zusammenhang zwischen Kastration und Schilddrüsenunterfunktion ist mir nicht ganz klar. Ich habe so grob den menschlichen Hormonhaushalt im Kopf, kann da aber keinen Zusammenhang sehen. Wenn es diesen gibt, würde ich ihn mir gerne erklären lassen (Frage an das Zooplusteam?)

Das Gefühl der Zunahme der Aggressivität nach Kastration ist sehr subjektiv und nicht messbar. Laut den meisten Beschreibungen hier waren die vermehrt aggressiven Hündinnen bereits vorher recht dominant und so würde ich es mehr als eine Gefühlssache denn als messbares eindeutiges Ergebnis sehen.
Ich will jetzt hier nicht unbedingt Werbung machen für die Kastration, aber für mich (bzw. meine Hündin :-) ) ist und war sie eine vernünftige Alternative.
Viele Grüsse
klasu

Ivonne
25.09.2002, 08:44
Moin moin,


Der medizinische Zusammenhang zwischen Kastration und Schilddrüsenunterfunktion ist mir nicht ganz klar

Mir auch nicht *schäm*
Aber ich sage jetzt einfach mal ganz salopp: Lieber eine Schilddrüsenfehlfunktion in den Kauf nehmen, die man gut mit Tabletten einstellen kann, als ewige Scheinschwangerschaften und die damit verbundenen Gefahren.

@klasu

Das Gefühl der Zunahme der Aggressivität nach Kastration ist sehr subjektiv und nicht messbar.
Jupp, richtig erkannt, aber das sind die Erfahrungen.
Und ich meine, gelesen zu haben, das Ulrike grade mit ihrer Hündin an deren Hundeverträglichkeit arbeitet also könnte der Schuß nach hinten losgehen - meinen Erfahrungen nach!

*seufz*

Thea
25.09.2002, 11:57
Hallo Ulrike,
ich muss auch nochmal ganz deutlich für!!!!! eine Kastration sprechen. Meine erste Hündin war auch immer scheinschwanger, bekam dann kleine Gesäugetumore, die sich aber abkapselten und nicht weiter wuchsen. Wir haben sie nicht operieren lassen. Mit 16 Jahren bekam sie dann plötzlich eine Gebärmuttervereiterung. Da sie sonst total fit war, mochte der TA sie nicht einschläfern und hat ihr die Gebärmutter noch rausgenommen. Sie hat sich auch nochmal berappelt, wenn auch unerwartet schwer. Kurz darauf fingen die kleinen Knoten im Gesäuge an zu wachsen wie verrückt, das ganze Gesäuge war voll, meine Hündin aber sonst ihrem Alter entsprechend wieder total fit. So fit mußten wir sie schließlich einschläfern lassen, da sie eine weitere Operation nicht wieder überstanden hätte und das Gsäugr komplett hätte aufgeschnitten werden müssen. Das ganze war für alle Beteiligten sehhhhhr unschön, und ich habe es meiner jungen Hündin jetzt erspart und sie mit 7 Montaten vor der ersten Läufigkeit kastrieren lassen und keinerlei Probleme damit. Ich habe auch noch nie !! von Wesensveränderungen bei Hündinnen gehört. Ich kann mir aber vorstellen, dass es vielleicht ähnlich wie z.B. bei unserem Rüden sein kann. Der musste sich in der Hundewelt erstmal ganz neu orientieren, war erstmal ängstlicher, dann aggressiver bis er sein Gleichgewicht wieder gefunden hat. Vielleicht ist eine Hündin auch erstmal unsicher, dann kommt es aber darauf an, wie man damit umgeht, auch wenn sie mal aggressiv wird gegen andere Hunde.
Also, von mir ein klarer Zuspruch für die Kastration,

liebe Grüße, Anke

Wheatenmummy39
25.09.2002, 12:40
Hallo,

nun möchte ich mich doch in dieses Thema einclinken.

Bislang wurden alle von mir gehaltenen Hündinnen kastriert.
Manche im jungen Alter und meine jetzige Hündin erst im reiferen Alter. Die jungen Hündinnen haben sich durch die Kastration nicht zum Nachteil verändert weder im Fell noch im Verhalten und auch nicht bei der Futterration.
Meine jetzige Irish Soft Coated Wheaten Terrier Hündin wurde im Alter von 6 1/2 Jahren kastriert . Ich bekam sie im Alter von 6 Jahren vom Züchter zurück mit der Bedingung da sie aus der Zucht genommen wurde muss Lisa kastriert werden. Ihr Verhalten hat sich etwas verändert sie ist nun eine ganz ruhige, vorher war sie hippelig. Ihr Verhalten gegen Hündinnen und Rüden hat sich nicht verändert sie war und ist immer noch verträglich auch mit unserem Rüden gibt es keine Probleme mit ihr. Was sie nicht mehr mag bzw. sogar hasst sind Welpen, dies muss aber nicht an der Kastration liegen sondern vielleicht daran das sie 4 Würfe gross gezogen hat.
Was sich leider sehr zum Nachteil verändert hat ist das Fell der Wheaten ist ja ein Hund mit 13 cm langem Fell. Wenn man sie morgens bürstet ist es abends schon wieder verfilzt. Sie hat nun ein typisches weiches Babyfell die Pflege des Fells ist aufwendig und schwierig daher wird sie nun 3 mal im Jahr geschoren.
Und was bei ihr aufgetreten ist sie ist nun seit 2 Jahren inkontinent, sie tröpfelt.
Auch das Futter mussten wir ihr stark reduzieren sie ging tierisch aus dem Leim d.h sie bekommt nun Lightfutter bzw. beide Hunde bekommen Seniorfutter von Nutro.

Mein Ergebnis ist folgendes im jungen Alter JA zur Kastration
und im reiferen Alter NEIN zur Kastration.

PS: Mein Irish Soft Coated Wheaten Terrier Rüde wurde im Alter von 3 Jahren kastriert ( Grund dafür HD ) und hat sind nicht verändert weder im Fell noch im Verhalten.

Das sind meine Erfahrungen

Liebe Grüsse

Anja und ihre 2 Wheatenteddys 11 Jahre alt

igelchen
25.09.2002, 17:07
Hallo allerseits!

Ich muss doch nochmal was dazu sagen...

Aber ich sage jetzt einfach mal ganz salopp: Lieber eine Schilddrüsenfehlfunktion in den Kauf nehmen, die man gut mit Tabletten einstellen kann, als ewige Scheinschwangerschaften und die damit verbundenen Gefahren Also laut meiner TÄ vernichtet die Gabe von Schilddrüsenhormonen jeglichen Vorteil, den eine Kastration bezüglich des Gesäugetumor-Risikos bringt!! :( Da dieser "Vorteil" bei einer sehr spät kastrierten Hündin sowieso minimal ist, ist's wirklich egal. Meine Hündin ist dank der Tabletten wirklich wieder so wie früher.
Hmmm, der Zusammenhang zwischen Kastration und Schilddrüse?!? Ääääh, das wusste ich mal... so vor 3 Jahren, als dieses Thema bei uns "akut" war...
Ich kenne leider nicht sooo viele kastrierte Hündinnen, so dass ich die Häufigkeit einer Schilddrüsenfehlfunktion nur schwer einschätzen kann... Von den drei kastrierten Hündinnen, die in unsrer WG leben (inkl. meiner beiden), haben zwei diese Erkrankung. Das ist jetzt aber bestimmt alles andere als eine repräsentative Stichprobe :p

Liebe Grüße
Igelchen

Chaostruppe
25.09.2002, 18:22
ich würde auf jeden Fall zur Kastration raten! Mal ganz abgesehen von der Gefahr einer Gebährmuttervereiterung etc., sind diese Scheinschwangerschaften doch regelmäßig eine Tortur für die Hündin.
Ich kenne sehr viele kastrierte Hündinnen, und hab auch genügend eigene Erfahrungen (habe mal als Pflegestelle fungiert). Ich habe wirklich NOCH NIE erlebt, daß eine Hündin sich nach der Kastration negativ verändert hätte. Die, die agressiv oder dominant waren, waren das auch schon vorher. Auch dieses "Welpenfell-Syndrom" kommt nicht nach jeder Kastration vor. Bei meinen Pflegehunden konnte ich es gar nicht beobachten, bei meiner eigenen die mit 6 1/2 kastriert wurde, nur an einer Stelle am Oberschenkel. Aber das hat sich wieder normalisiert.

Hallo Igelchen,
ich meinte, daß eine späte Kastration bei Rüden keine Verhaltenskorrektur mehr bewirkt, da das (negative) Verhalten wie abhauen, streunen, Aggression gegen andere Rüden und die damit verbundenen Beissereien, etc. schon eingeschliffen ist. Deshalb sollte ein Rüde nicht zu spät kastriert werden.
Auch weiß ein spät kastrierter Rüde durchaus nochwas mit läufigen Hündinnen "anzufangen". Also auch da keine Entspannung. :)

Liebe Grüße,
Andrea

Ulla
25.09.2002, 21:24
Hallo zusammen,

auch wenn das jetzt ein wenig am Thema vorbei ist, so würde mich doch sehr interessieren, ob es da tatsächlich einen Zusammenhang mit Kastration und Schilddrüsenfehlfunktionen gibt???

Ich selbst besitze eine "frühkastrierte" Hündin die an Nebenniereninsuffizienz leidet und habe bisher leider nur zu vier anderen Hundebesitzern Kontakt bekommen können, die das gleiche Problem haben. Von diesen vier anderen erkrankten Hunden waren drei Hündinnen und von diesen waren zwei kastriert und die dritte bekam Spritzen zur Läufigkeitsunterdrückung (heißt das so ?). Die beiden anderen kastrierten sind kurz nach Diagnosestellung der Nebenniereninsuffizienz inkontinent geworden (meine auch) und die TÄ waren sich nicht einig ob das nun vom Kortison oder von der Kastration kommt. Leider sind diese Zusammenhänge wohl auch bisher kaum erforscht worden, zumindest habe ich nur sehr wenig in Erfahrung bringen können. Man vermutet zum einen das die Krankheit vererbt wird, ich habe aber auch schon gehört, daß ein Zusammenhang mit der Kastration bestehen soll :confused: Offiziell wurde mir immer nur gesagt: Autoimmunprozeß.

Deshalb würde es mich natürlich sehr interssieren, ob die Kastration der Hündin einen nachgewiesen negativen Einfluß auf Organe wie Schilddrüse oder Nebenniere hat.

Liebe Grüße
Ulla

UlrikeLZ
26.09.2002, 00:21
Hallo alle zusammen, ohne Namen, denn ich will
niemanden vergessen! Erstmal vielen, vielen Dank
für die reichlichen Beiträge, die ich mit Interesse gelesen habe. Alles kann ich mir jetzt
nicht merken, also werde ich die einzelnen Beiträge die nächsten Tage nochmal durchlesen.
Richtig erkannt hat die eine Schreiberin, dass ich
im Moment tatsächlich an der Hundeverträglichkeit
meiner Hündin arbeite und zumindest in Bezug auf
Rüden Fortschritte gemacht habe. Okay, es sind
Rüden, die sie auch schon eine ganze Weile kennt.
Aber immerhin klappt es mit denen. Wenn es tatsächlich so wäre, dass durch Kastration der Schuss nach hinten los ginge wär´ für mich das
Thema erstmal erledigt. Aber ich denke mal jeder
Hund reagiert - so wie auch beim Futter - anders
und ich denke ich werde es wohl erst wissen, wenn
es soweit ist. Grund für´s Kastrieren ist bei mir
wirklich nur, weil mir meine Hündin so leid tut, wenn sie scheinschwanger ist. Man sieht sie wirklich leiden. Aber trotzdem geht mir immer noch
soviel durch den Kopf und ich denke ich werde trotz allem die OP nächste Woche erst einmal schieben in der Hoffnung, dass sie nicht in Kürze
doch eine Pyometra bekommt. Das widerum würde ich
mir auch nicht verzeihen.

Viele Grüße, Ulrike

Topsy
27.09.2002, 15:04
Hallo,

ich habe meine Hündin mit 9 Jahren kastrieren lassen, weil sie immer scheinträchtig wurde und meine vorherige Hündin wegen einer akuten Gebärmuttervereiterung notoperiert werden musste. Meine Hündin (Terrier) hat sich im Wesen nicht verändert, sondern ich finde sie seitdem viel ausgeglichener. Während der Laufigkeit und Scheinträchtigkeit war sie dagegen zickig. In unserer Nachbarschaft wurde eine Hündin kastriert, die andere Hündinnen attackierte. Sie ist seit der Kastration wieder verträglich. Meine Hündin ist auch nicht fett geworden, obwohl sie gerne frisst, da kann man mit Futtersorten und auch der Menge gegensteuern. Leider wurde meine Hündin mit 13 Jahren inkontinent, aber es gibt gute Medikamente, die das beheben. Meine Hündin wiegt übrigens nur 5 Kg und wurde trotzdem inkontinent, es trifft also nicht unbedingt nur schwere Hündinnen. Ich sehe in der Kastration nur Vorteile und meine nächste Hündin werde ich nach der ersten Läufigkeit auch kastrieren lassen, denn Scheinträchtigkeiten und erst recht eine Gebärmuttervereiterung sind kein Vergnügen. Übrigens kann eine Kastration evtl. Gesäugetumore verhindern. Meine Hündin ist bisher davon verschont geblieben und sie ist mittlerweile schon 14 Jahre.

Liebe Grüße

Elke :)

igelchen
27.09.2002, 17:39
Hallo Leute!

Ich habe - da die zooplus-TÄ ja grade im Urlaub sind - die Fressnapf-TÄ nach dem Zusammenhang zwischen Schilddrüsenfehlfunktion bzw. Inkontinez und Kastration einer Hündin gefragt und per Email folgende Antwort erhalten:

Zwischen der Kastration bei Hündinnen und einer Schilddrüsenunterfunktion ist kein Zusammenhang bekannt. Mögliche Ursachen oder Auslöser für das Auftreten
einer Hypothyreose sind:
1. am häufigsten autoimmune Ursachen, also
autoimmune Entzündung des Schilddrüsengewebes,
2. Zugrudegehen des Schilddrüsengewebes ungeklärter Ursache,
3. Neubildungen in der schilddrüse, die das gesunde Schilddrüsengewebe verdrängen und kaputtmachen,
4. Schilddrüsenhormonmangel (meist wegen eines Tumors der Hirnanhangsdrüse, nur in 5% der Tiere der Grund),
5. Iodmangel (hat wegen der meist sehr guten
Fütterung der Hunde heute keine Bedeutung mehr).

Der Zusammenhang zwischen Kastration und Inkontinenz ist allerdings bekannt und mittlerweile auch durch zahlreiche Studien recht genau untersucht.
> Die aktuelle Studienlage ist folgende: Inkontinenz bei kastrierten Hündinnen tritt bei über 20 kg schweren Rassen in bis zu 30% der Fälle auf. Der Zeitpunkt des Auftretens der Inkontinenz ist durchschnittlich 2,8 Jahre nach der Kastration, kann aber bis zu 10 Jahre danach auftreten. Die Ursache liegt (nach aktuellem Wissenstand) wahrscheinlich am Wegfallen der weiblichen Geschlechtshormone durch die Entnahme der Eierstöcke bei der Kastration. (Daher ist auch eine der Behandlungsmöglichkeiten die Gabe von langwirksamen Östrogenen (weibl. Geschlechtshormonen)).

Liebe Grüße
Igelchen

Ulla
28.09.2002, 00:03
@ igelchen

Vielen Dank!!!!!
Auf die Idee die Zooplus-TÄ zu fragen hätt ich auch selbst kommen können *kopfschüttelübermichselbt*
Allerdings habe ich auch schon mit verschiedenen TÄ über meine Hündin bzw. ihre Addison-Erkrankung (Nebenniereninsuffizienz) und die Inkontinenz gesprochen, aber keiner wußte genaues bzw. wollte sich festlegen. Ist wohl doch noch nicht ausreichend erforscht, bzw. wird die Krankheit leider oft nicht erkannt und sie ist ja wohl auch ziemlich selten beim Hund. Wäre aber interessant gewesen zu efahren, ob es vielleicht doch einen Zusammmenhang mit der Kastration gibt.

Vielen Dank nochmal und

ganz liebe Grüße
Ulla

P. S. Wenn das hier noch andere Besitzer von "Addison"-Hunden lesen sollten: Ich bin sehr an einem Erfahrungsaustausch interssiert!!!!

klasu
28.09.2002, 00:55
Hallo Igelchen,
danke für die Info. Insofern ist ein grosser Unterschied zwischen Menschlichem und "hundlichem" Hormonhaushalt doch nicht vorhanden.
Zum Thema Inkontinenz: Studien, die einen Zusammenhang von Kastration und Inkontinenz auch nach 2 - 10 Jahren sehen, sind m.E. doch mit Vorsicht zu geniessen. Da können in diesem langen Zeitraum doch auch eine Menge anderer Faktoren mitspielen, seien es psychogener oder neurogener Art.
Aber letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was er als Bestes für seinen Hund ansieht.
MfG
klasu

Phillis
29.09.2002, 12:26
...immer die Kastration bei Scheinschwangerschaft?
Hat einer nen Plan, warum eine Hündin scheinträchtig wird?
Setzen wir mit der Kastration nicht am falschen Ende an und schneiden lediglich Symptome ab?
In dieser Sparte hier habt ihr euch mehr Gedanken um die Kastration und deren möglichen Folgen gemacht, als um das, worum es geht.

Alternativen???

Phillis.

igelchen
29.09.2002, 14:49
Hallo @ Phillis!

Wenn ich richtig informiert bin, hat die Scheinschwangerschaft den Ursprung im Rudelverhalten der Hunde. Denn in echten Rudeln bekommt ja nun nicht jede x-beliebige Hündin Nachwuchs, sondern nur das Alpha-Tier. Damit der Rudelnachwuchs die größtmöglichen Überlebenschancen hat, werden alle anderen Hündinnen scheinschwanger und produzieren ebenfalls Milch. Dadurch sorgt die Natur dafür, dass auch für sehr starke Würfe genügend Milch da ist... Falls ich damit auf der falschen Fährte bin, bitte ich schleunigst um Aufklärung!! ;)
Meine These erklärt leider trotzdem nicht, warum manche Hündinnen scheinschwanger werden und andere nicht... Ich hab mal gehört/ gelesen, dass die Veranlagung dazu erblich sei. Und wenn ich die Mütter und Wurfschwestern meiner Hündinnen betrachte, sehe ich diese These bestätigt. Hat aber keine Allgemeingültigkeit... :p

Alternativen zur Kastration kann man m.E. gar nicht allgemein diskutieren, weil die immer ganz individuell auf den jeweiligen Hund zugeschnitten sein müssen. Scheinschwangerschaften kann man natürlich sehr gut homöopathisch behandeln. Aber wodurch kann man seine Hündin vor einer Gebärmuttervereiterung schützen, nachdem sie 5 Jahre lang regelmäßig scheinschwanger war?!?

Liebe Grüße
Igelchen

UlrikeLZ
30.09.2002, 13:03
Hallo Igelchen,

ist ja toll, was noch alles an Infos in diese Diskussion mit ein bezogen wird *froi*.

Weißt Du oder auch jemand anders, wie hoch das Risiko ist an einer Gebärmuttervereiterung zu erkranken, wenn die Hündin schon einmal "Junge" hatte? Ist das Risiko dann nicht mehr so hoch?
Zu 99 % geht der TA davon aus, dass meine Hündin schon mal Welpen hatte, aber sicher wissen wir es nicht.

Am Samstag waren wir in der Hundeschule und so wie es aussieht, wird mein Mädchen schon wieder läufig :( also wäre das mit Kastrieren diese Woche sowieso in die Hose gegangen. Meine Hundelehrerin hat mich nämlich drauf angesprochen und gemeint,
hoffentlich hat sich die Gebärmutter noch nicht verändert!!????? Man sieht die Hormonveränderungen im Moment auch wieder deutlich an dem Fall (Haarausfall!).

Liebe Grüße, Ulrike

UlrikeLZ
30.09.2002, 13:07
@ Topsy

Hallo liebe Topsy,

danke für Deinen mutmachenden Beitrag zur Kastration!:) nachdem meine Gute jetzt schon wieder läufig wird (3. Mal bereits in diesem Jahr), kannst Du Dir ja vorstellen, wie sehr ihr die "überflüssigen" Hormone zu schaffen machen. Okay, nach der letzten Läufigkeit ist sie zwar nicht scheinschwanger geworden, aber das war wirklich eine Ausnahme.

Liebe Grüße und einen schönen Wochenanfang

wünscht

Ulrike