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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Enddarm-OP, wer hat Erfahrungen?



hollymama
08.01.2006, 13:50
Hallo,

wie in meinem anderen thread schon erzählt haben wir eine kleine Sorgenkatze zu Hause. sie ist jetzt ca. 1 1/2 Jahre alt und stammt aus einem TH. Leider hatte sie wohl einen Unfall, bei dem, wie jetzt festgestellt, das Kreuzbein gebrochen war. Sie kann zwar laufen und wirkt auch bis auf einen gefühllosen Schwanz, den sie nicht richtig aufstellen kann, normal.
Leider haben wir allerdings das Problem, dass sie jetzt eine Mega-Verstopfung hatte und seitdem nicht mehr aufs Klöchen gehen kann. Sie versucht es zwar, aber es funktioniert nicht. Laut Tierarzt hängt es wohl daran, dass durch den Bruch auch die Nerven, die den Enddarm kontrollieren, zerstört wurden :(
Das Ende vom Lied wird wohl eine OP sein, bei der der Enddarm soweit verkürzt wird wie er gelähmt ist, damit unsere Holly überhaupt wieder würsteln kann.
Hat jemand Erfahrungen mit so einer OP? Es geht nicht um die Kosten sondern eher um Ideen, wie wir ihr das Leben hinterher (ich schätze, da sie jetzt nur noch per Klistier "konnte" keine Alternative zur OP besteht) wieder normal/schön machen können bzw. auch Erfahrungen generell zu dieser OP. Wir sind froh über jeden Kommentar.

Liebe Grüße,
Hollymama mit NG und Sorgenkatze :kraul:

Garvin
08.01.2006, 15:57
Hallo Hollymama,

hast du den Arzt schon mal gefragt, ob ihr Lactulosepräparate helfen könnten? Es gibt da ja verschiedene pflanzliche Mittel, die wir jetzt auch ausprobieren müssen, da unser alter Kater einen sehr trägen Darm hat und der Stuhl immer extrem hart wird. Andreag hier im Forum hat mir Lactuverlan empfohlen, ich habe es aber selbst noch nicht ausprobiert.

Gruß garvin

hollymama
08.01.2006, 16:18
Hallo Garvin,

leider hilft Lactulose rein gar nichts :( Wir haben es mit dem Medikament versucht, mit Milch/Sahne/Kaffeesahne, mit Fisch in Öl... ich kann gar nicht aufzählen was alles, aber leider funktionierte gar nichts. Sie hat schon wieder ein Stück harten Kot in ihrem Bäuchlein. Dabei trinkt sie ordentlich und nimmt auch die Sahne und die 4ml Lactulose am Tag ohne Probleme. So langsam weiß ich keinen Rat mehr und heul nur noch. Es kommt aber auch gar nichts mehr heraus :( (gestern abend nach dem Klistir einiges, dann aber auch wieder nichts mehr, deshalb warten wir noch bis morgen früh...)
Morgen geht es wieder in die Tierklinik, ich hab mir den Morgen freigehalten, denn da ist Dr. Wenzel auch erreichbar.
Momentan wäre mir eine OP sogar lieber als das, was Holly momentan durchmacht. Sie rennt immer wieder zur KatzenToi und dann klappt es nicht. Und immer wieder Klistir setzen finden weder wir noch Holly toll, zumal ich das alleine nicht kann und NG unter der Woche normalerweise unterwegs ist.

Och, ich bin schon ganz neben der Spur, also nicht wundern wenn ich hier etwas chaotisch schreibe :(

Liebe Grüße,
Hollymama

P.S. Ich hab das gerade mit Deinem Freddi gelesen, hoffentlich fühlt er sich bald besser, der kleine Katzensenior:kraul:

Samtpfote8
08.01.2006, 18:06
Hallo Hollymama,

ich habe dir gerade eine PN geschickt!

Enya
11.01.2006, 18:51
Hall0o Hollymama,
vielleicht kann ich dir helfen.
Vorab gesagt um die Op werdet ihr nicht herum kommen.
Ich habe selber einen Kater daheim, bei dem diese Op gemacht werden mußte.
Es ist kein kleiner Eingriff, das schonmal vorab.
Je besser die Kostitution deiner Mietze umso besser für die Op. Also nicht zu lange warten.
Bei meinem Kater mußte der komplette Dickdarm entfernt werden. WEil da ging nichts mehr in der gesammten Länge.
Bei der Op wurde der Dünndarm mit dem letzten bißchen Endarm vernäht. Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist, das deine Mietze relativ lange braucht bis sie keinen Durchfall mehr haben wird. Natürlich abhängig davon wieviel weg operiert werden muß. Wenn die Chance besteht, das nocht etwas vom Dickdarm bleibt umso besser.
Er wird nach der Op, die erste Zeit nur Schonkost und dann ein spezielles Diätfutter vom Ta benötigen. Wie schnell sich die Mietze von der Op erholen wird , ist abhängig vom Tier.
Bei uns hat es insgesammt ein Jahr gedauert bis der Kater wieder richtig fit war. Leider ist er seit der Op Stuhlinkontinent.
Das war vor allem an Anfang ein großes Problem. Der kot war ja nicht eingedickt und manches mal schoß er wie Wasser aus dem Kater raus. Es war für alle Beteiligten der Horror. Ich habe nur noch geputzt und gewaschen.:0(
Der Kater hatte Panik vor seiner eigenen Verdauung und raste immer in Panik durch das Haus wenn er mußte.
Das war eine große Belastung für alle. Oft habe ich gedacht, ob nicht einschläfern die bessere Alternative für ihn gewesen wäre.
Gut das ich es nur gedacht habe.
Heute geht es ihm gut. ER ist zwar immer noch Inkontinent. Aber er macht manchmal sogar Würstchen. Sie sind zwar weich, aber gut zu entfernen.
Wichtig ist, das er nichts außer der Reihe bekommt. Denn das löst sofort wieder heftigste Durchfälle aus.
Jetzt im Sommer wird er 4 jahre alt und hat auch wider Lebensfreude und Qualität. Das sah im ersten Jahr nach der Op anders aus. Zeitweise wurde er sogar mit einem Antidepressivum behandelt. Man sah ihm an wie er unter der Situation gelitten hat.
Solltest du noch mehr an Infos oder so benötigen, dann kannst du dich gerne melden.:cu:
Viel Glück für euch und das deine Mietze alles gut übersteht.

Katzenmammi
11.01.2006, 19:14
Hallo Birgit,

auch mal wieder unterwegs hier? :cu: :cu: :cu: . Wie schön zu lesen, daß es Nevyn inzwischen wieder besser geht!

Und Hollymama wünschen wir alles Gute!

Gruß

Suse
11.01.2006, 20:04
Hallo Hollymama,
wann war der Unfall?
Wenn er noch nicht allzulange her ist, würde ich mit der OP noch unbedingt warten. Die Nerven können sich regenerieren, aber das braucht Zeit und es ist natürlich auch nicht gesagt, daß sie sich vollständig wieder erholen.
Wie Birgit beschrieben hat, kann eine OP u.U. unumgänglich sein, ist aber auch ein sehr grosser Eingriff und hat schwerwiegende Folgen (s. Birgits Bericht ..... bei Nevyn gings eben nicht anders)
Ich kann Dir nur empfehlen, Dir eine gute Tierklinik zu suchen, die einen guten Neurologen hat. Der kann beurteilen, wie gut die Chance ist, daß die Nerven sich regenerieren.
Bis dahin sollte sie nur Schonkost fressen, keinerlei Trockenfutter fressen, keine Leckerchen ect. .........
4ml Lactulose reichen evtl nicht aus - versucht, ob sie mehr davon nehmen kann. Es gibt Medikamente die man ihr geben kann - die sind aber ziemlich hart - ist aber noch besser als die chronische Verstopfung.
Also: das wichtigste ist die Schonkost, dann die gründliche Untersuchung durch einen Neurologen. Dann vielleicht Medikamente geben, die die Regeneration fördert.
Die OP sollte der allerletzte Schritt sein.
Ich wünsche Deiner Kleinen, daß sie sich ohne OP wieder erholen kann. Und Dir wünsche ich Nerven wie Drahtseile ....... berichte bitte weiter, was die Ärzte gesagt haben.

:cu: Suse

hollymama
13.01.2006, 10:28
Hallo und danke für die Antworten.
Holly ist mal wieder (zum 4. Mal jetzt) beim TA und wird heute untersucht. Es wird jetzt ernst und dauernd schwebt das Thema Einschläferung wie ein Schatten über uns. Ausgesprochen beim TA hat es keiner, aber implizit schon :( Das Resultat ist dass ich nur noch am Dauerflennen bin und dem Druck auch nicht mehr lange standhalten kann, weil wir eben nicht wissen wie es weitergeht. Ich arbeite/gehe zwar zur Uni, aber wenn ich ehrlich bin sind meine Gedanken dauernd weit weg bei unserer Kleinen. @Samtpfote8, dnake für Dein Angebot, aber ich treibe hier schon alle in den Wahnsinn mit meinem dauernden Heulen sobald Holly nicht in der Nähe ist. Mir steht der Sinn nicht wirklich nach telefonieren. Sogar Geburtstagsgrüße hat mein NG für mich annehmen müssen...
Immerhin haben wir den TA jetzt so weit, dass er eine OP in Betracht zieht, denn dauernd Klistiere geben ist auch nicht das wahre. Von mir aus kann die kleine Maus Probleme mit Durchfall etc hinterher haben, aber Hauptsache, es geht ihr wieder soweit gut. Sie ist noch so jung (ca. 15Monate) und eine absolut verkuschelte und liebe Katze. Selbst beim TA, wo sie nun doch schon arg gebeutelt wurde (diverse Infusionen, Spritzen, Übernachtungen...) ist sie nur lieb.
@Suse, leider wissen wir nicht, wann der Unfall war, denn wir haben Holly im Juli schon mit dem kaputten Schwänzchen aus dem Tierheim bekommen. Leider dachten wir, das wäre abgeklärt, da keiner uns auf eventuelle Probleme aufmerksam gemacht hat. Wir hätten unsere Maus trotzdem mitgenommen, aber vermutlich schon viel früher versucht den möglichen Problemen entgegenzuwirken. So hat es uns wie aus heiterem Himmel getroffen.
Momentan warte ich auf den Anruf aus der Tierklinik, die uns sagen wollen, wann die OP gemacht wird und ob sehr viel vom Darm betroffen ist.

Alles Liebe,
Hollymama

Garvin
13.01.2006, 11:16
Ach Hollymama, das klingt ja alles gar nicht schön. Ich kann gut nachvollziehen, dass du dauernd heulen musst - so ging es mir letzte Woche auch, als wir einfach nicht wussten, was unserem Kater fehlt und dachten, dass er vielleicht jetzt allmählich stirbt. Ich wünschte, ich könnte etwas tröstendes sagen, aber da gibt es wahrscheinlich im Moment nichts...

Hast du Holly bislang nur dem einen Arzt vorgestellt? Falls ja, würde ich dir raten, trotz der Kosten eine weitere Meinung einzuholen. Letztendlich haben wir unseren Kater nur durch Arztwechsel wieder auf die Beine bringen können - durch Ärzte-Tipps von anderen Foris bin ich in Praxen gekommen, die ich sonst bestimmt nie aufgesucht hätte.

Ich drücke euch die Daumen!

Suse
13.01.2006, 16:12
Hallo Hollymama,
Deine grosse Sorgen und Deine vielen Tränen kann ich gut verstehen. Ich habe schon wegen viel belangloseren Dingen mir die Augen aus dem Kopf geheult ..... aber wenns um unsere Miezen geht, tuts uns halt doppelt weh, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Bitte denke nicht ans Einschläfern!!!!! Sie ist noch sooo jung. Auch wenn sie operiert werden muss ..... davon kann sie sich in diesem Alter sehr gut erholen und dann ein supertolles Katzenleben haben, selbst wenn sie etwas eingeschränkt ist.
Lass sie unbedingt in einer Tierklinik operieren. Egal wieviel Darm entfernt werden muss, es ist in jedem Fall eine sehr grosse OP, die eine intensive Nachbetreuung braucht in den ersten Tagen.
Eine Klinik ist dafür bestens ausgestattet, die haben die nötige Erfahrung (wie oft in 10 Jahren macht ein niedergelssener TA so eine OP? 1mal? 2 mal?)
Ausserdem ist in einer Klinik Tag und Nacht jemand an ihrer Seite.

Ich denke weiter ganz fest an Euch.
Ihr schafft das ........ bestimmt. Du musst sie jetzt nicht aufgeben.

:hug: Suse