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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Boykott gegen Herrn Müller



Gabi
06.12.2005, 09:13
Hab das grad per mail bekommen und möchte, dass es viele Leute lesen:


Das hier, das ist der Herr Müller.

Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also

ganz im Süden. Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in

den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle

schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart.



Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her,

die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die

Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür,

dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der

Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er

unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in

Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel

zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte

produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze

haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.

Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie

genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post

gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren

von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen

Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld.

Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute

eingestellt. Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte

hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann,

denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom

Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist

nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist

ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die

steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller

sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte,

hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr

gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit

verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher

schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger

geschaffen hat, als er neu aufgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro

bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig

einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, dass der Herr Müller für

jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.

Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es

ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch

dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr

Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn

Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein,

das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller

seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die

sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen

hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber

dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine

Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr aber das nächste Mal im Supermarkt seid, dann lasst doch

einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die

Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens

billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für

den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat

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P.S. Bitte weiterleiten, damit viele mitkriegen wie es läuft. Wir

können nur über Produkt-Boykott etwas erreichen.

LadyHawk59
06.12.2005, 09:23
Über diese Fabrikenverlagerung gab's kürzlich auch einen Bericht im Fernsehen. Toll, wie mit unseren Steuergeldern auch noch Arbeitsplätze vernichtet werden. Ich würde die Produkte von Hn. Müller ja gerne boykottieren, aber wie soll ich das machen? - Ich habe die eh noch nie gekauft!

Gabi
06.12.2005, 09:26
wie soll ich das machen? - Ich habe die eh noch nie gekauft!


na, umso besser :D

Andreag
06.12.2005, 09:42
Über diese Fabrikenverlagerung gab's kürzlich auch einen Bericht im Fernsehen. Toll, wie mit unseren Steuergeldern auch noch Arbeitsplätze vernichtet werden. Ich würde die Produkte von Hn. Müller ja gerne boykottieren, aber wie soll ich das machen? - Ich habe die eh noch nie gekauft!


Bei mir ist es genauso. Ich habe auch schon Ewigkeiten nichts mehr von Herrn Müller gekauft. Ist mir einfach zu teuer!! :sn:

Svenni
06.12.2005, 09:47
Mir sind die Müller Sachen auch zu teuer, deshalb kaufe ich sie ohnehin nicht.

Aber es ist wirklich eine Sauerei was da passiert.

Rennsemmel
06.12.2005, 11:16
Die Story war schon vor ein paar Tagen im FN Forum und hier ist die Stellungnahme von Herrn Müller aus dem FN Forum:


Stellungnahme der Fa. Müller zur Thematik

Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren,

in einer anonymen E-Mail, die in den letzten Tagen durch das Internet kursiert, werden Behauptungen gegen die Unternehmensgruppe Theo Müller aufgestellt, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Wir verstehen die Besorgnis der Verbraucher und möchten deshalb zu den angesprochenen Punkten gerne Stellung beziehen:

In der Rundmail "Eine schöne Geschichte über Herrn Müller" wird behauptet, mit der Errichtung des Werkes Leppersdorf und mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 70 Mio. Euro seien 17 Arbeitsplätze vernichtetworden.

Das entspricht nicht der Wahrheit!

Die Wahrheit ist, dass mit dem Bau von Europas größter und modernster Molkerei mittlerweile insgesamt 1760 Menschen eine Arbeitsstelle gefunden haben. Damit ist die Unternehmensgruppe Theo Müller einer der größten Arbeitgeber in der Region, erzielt entgegen dem derzeitigen Trend Wachstum und schafft stabile Arbeitsplätze.

Aus wirtschaftlichen Gründen war es sinnvoll, die sächsische Molkerei und die niedersächsische Käserei an einem Standort zusammen zu legen. Das machen andere Unternehmen auch - nur verlagern die meisten Unternehmen die Arbeitsplätze ins Ausland und nicht in strukturschwächere Gebiete Deutschlands.
Durch die Verlagerung in eine neue, modernere Produktion wurde weiterhin die Produktqualität verbessert - und ein hochwertiges Qualitätsprodukt sichert natürlich auch langfristig Arbeitsplätze.

Die Arbeitnehmer der Harzer Käserei haben Arbeitsangebote mit Übergangszusagen erhalten. Allerdings haben dauerhaft nur 5 Mitarbeiter dieses Angebot angenommen.

Allein in den letzten 3 Jahren wurden im Werk Leppersdorf 500 neue Arbeitsplätze geschaffen und 70 Ausbildungsplätze für Jugendliche mit nahezu vollständiger Übernahmequote. Betrachtet man auch die indirekten Arbeitsplätze so können wir 300 weitere Arbeitsplätze (inkl. Zeitarbeitnehmern) dazurechnen.

Das Investment der Unternehmensgruppe Theo Müller betrug in den letzten 3 Jahren 300 Mio. Euro, allein in der Region Sachsen. Die staatlichen Subventionen von 40 Mio. Euro zuzüglich der 30 Mio. Euro aus dem EU Haushalt sind Zuschüsse, die jeder Unternehmer erhält, der in den neuen Bundesländern Arbeitsplätze schafft. Für die meisten Unternehmen ist es dennoch günstiger, im Ausland produzieren zu lassen.

Das sieht die Unternehmensgruppe Theo Müller anders und engagiert sich für den Standort Deutschland. Dazu gehört, neben der Schaffung der 1.760 Arbeitsplätze in enger und kooperativer Zusammenarbeit mit den Staatsministerien und Behörden in Sachsen, auch die Abnahme der Milch aus der Region sowie Auftragsvergaben an Baufirmen, Maschinenbauer, Handwerksbetriebe etc.

Unsere Arbeitnehmer stellen nicht nur Milchprodukte für den deutschen Markt her, wir exportieren auch noch in benachbarte Länder - und garantieren dabei höchste Qualität und Frische.

Einen weiteren, unwahren Punkt in der Rundmail "Eine schöne Geschichte von Herrn Müller" möchten wir auch noch kurz klären: Hier wird berichtet, dass es Müllermilch nur noch in 400ml Flaschen - statt wie zuvor in 500ml Bechern gibt. Auch das entspricht nicht der Wahrheit.

Mit der neuen Müllermilch in der PET-Flasche wurde neben der klassischen Müllermilch im Becher eine zweite Produktlinie eingeführt. Das heißt, Müller führt zwei unterschiedliche Produkte im Sortiment. Die neue Müllermilch in der PET-Flasche hat eine neue Rezeptur, sie schmeckt cremiger und vollmundiger und hat eine
komfortablere Verpackung - mit uneingeschränkter Wiederverschließbarkeit und höherem Transportschutz. Man kann also auch unterwegs einen Schluck Müllermilch genießen.

Die Müllermilch im Becher ist nach wie vor mit unveränderter Rezeptur im Kühlregal erhältlich. Das heißt, es gibt zwei unterschiedliche Produkte: Müllermilch in der Flasche mit 400 ml Inhalt und Müllermilch im Becher mit 500 ml Inhalt. Die beiden Produkte haben nicht nur unterschiedliche Verpackungen - sie schmecken auch unterschiedlich. Wer sich überzeugen möchte, der soll einfach mal beide Produkte probieren.

Wir hoffen, dass wir Ihnen nun alle Zweifel an der Unternehmensgruppe Theo Müller ausräumen konnten und versichern, dass die größte, modernste und innovativste Molkerei Europas sich weiterhin für den Arbeitnehmer-Standort Deutschland einsetzen wird. Ebenso garantieren wir für unsere Milchprodukte die höchste Produktqualität, die unsere Verbraucher zu schätzen wissen.

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Müller Produkte weiterhin mit viel Appetit genießen!



Mit freundlichen Grüßen

Caroline Scherer

Gez. i. V. Liliana Georg-Toncic
Consumer Service

Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG
Zollerstr. 7
86850 Aretsried

Tel.: +49 8236 999-213
Fax: +49 8236 999-662





Übrigens gibts Müller auch bei Aldi, heißt nur anders.

Garvin
06.12.2005, 11:19
Getroffener Hund bellt...

Andreag
06.12.2005, 11:31
Getroffener Hund bellt...

Solange er nicht beißt gehts ja!! ;) :cu:

Mullemiez
06.12.2005, 11:39
Moin,
grundsätzlich bin ich absolut gegen solche Ausbeuterunternehmer. Aber das passt doch wunderbar in unsere Geiz ist Geil Gesellschaft



.... und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für

den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat

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P.S. Bitte weiterleiten, damit viele mitkriegen wie es läuft. Wir

können nur über Produkt-Boykott etwas erreichen.

Was ist denn mit den Unternehmen, die ihre Produkte für 'nen Appel und ein Ei verkaufen? Billigflieger, Discounter, Billigtelefongesellschaften. Warum können die sich extrem günstigere Preise als andere erlauben? Weil sie die Löhne bis an ein Minimum drücken, keine Betriebsräte zulassen, keinen Service bieten.....

Rein theoretisch müsste man die auch boykottieren, aber auf teuer verzichten ist nun mal einfacher als auf billig;-) :cu:

PamelaundSina
06.12.2005, 15:02
Find ich nicht, denn immerhin produzieren Müller & Co noch in D und verlagern ihre Fabriken nicht nach Osteuropa bzw. Südostasien, wo sie dann da Leute ausbeuten können. Immerhin bieten solche unternehmen noch HIER Arbeitsplätze an.

Ich denk, es ist sinnvoller, dort anzusetzen, wo solche blödsinnigen und unsozialen Regelungen getroffen werden, nämlich in den Kommunen, Ländern, beim Bund und in der EU. Also immer schön aufmerksam die politischen Programme durchlesen, bevor man ein Kreuzchen auf gut glück macht!! Am besten ist es, sich selbst politisch zu engagieren und selbst mitverantwortung zu übernehmen.

Gabi
06.12.2005, 15:09
Wer sich überzeugen möchte, der soll einfach mal beide Produkte probieren.


ja klar, und die Neugier teuer bezahlen :D