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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gerhard´s 41te: Der erste Kuss



Gerhard
04.12.2005, 15:36
Für Martina, die sich von mir eine Geschichte wünscht.

Ich bin während meiner Militärzeit von Fort Ord in Kalifornien nach Deutschland versetzt worden. Dort lernte ich, das wissen meine geneigten LeserInnen bereits, das schönste Mädchen der Welt kennen. Deren Mutter war es anfänglich gar nicht recht, dass ihre Tochter mit mir, einem Ami bzw. einem Kaugummi, verkehrte. Deshalb lag es mir sehr am Herzen, auch die zukünftige Schwiegermutter zu erobern. Die hatte vier Mädchen, wovon nur die älteste - meine Schnecke - bei ihr wohnte. Die anderen drei waren durch das Jugendamt in drei verschiedenen Mädchenkinderheimen untergebracht worden. Besser gesagt: in einem Willkürakt wurden der alleinstehenden Mutter - der Ehemann war im zweiten Weltkrieg für F..., Volk und Vaterland gefallen -, die Kinder weggenommen worden, weil sie sich angeblich als alleinstehende Frau mit Vollzeitarbeit nicht um alle ihre Kinder kümmern konnte. Das war in den 50er Jahren.

Für eine der eingesperrten Töchter stand die Erste Kommunion an. Das ist ein römisch-katholischer Ritus. Ich fuhr meine zukünftige Schwiegermutter, ihren Hund und meine zukünftige Frau zu der Erstkommunions-Tochter bzw. -Schwester. Mit einem US-amerikanischen Wagen und in meiner Prachtuniform. In die Kirche durfte ich nach einigem Zögern des Pfarrers damit, aber nicht in das Kinderheim. Dafür wurde kein Grund angegeben. Meine Schwiegermutter entschied sich deshalb, ihre Erstkommunikantin zum Mittagessen aus dem Heim herauszunehmen. Wir fuhren dann alle in ein Gasthaus, in dem sich auch noch Frühschoppler befanden. Von denen bekam ich was zu hören. Die wussten ja nicht, dass ich der deutschen Sprache mächtig bin. Ich blieb mit meiner Freundin nur solange in dem Gasthaus, wie es für das Mittagessen notwendig war. Es gab Sauerbraten. Was ich mir alles wegen meiner Schnecke angetan habe bzw. antun musste - das ist Liebe.

Dann ging ich mit meinem Mädchen und dem Hund ihrer Mutter spazieren. Im Wald setzten wir uns auf eine rücklehnenlose Bank. Ich nutzte die Gelegenheit, um endlich mal mein deutsches Fräulein zu küssen. Es kam zu dem bemerkenswertesten Kuss in meiner vorehelichen Zeit. Ich schloss die Augen und baggerte mich an mein Mädchen ran. Und dann - dann wurde mir das ganze Gesicht abgeleckt. War doch der Hund meiner zukünftigen Schwiegermutter zwischen mir und meiner Liebe auf die Bank gehüpft und hatte sich zwischen uns gedrängt und den ersten Kuss sich zukommen lassen. Das Küssen wurde dann später ausgiebig nachgeholt. Wenn Sie, geneigte LeserInnen, Informationen über den katastrophalsten Kuss während meiner bisher 42jährigen Ehe wissen möchten, schreiben Sie mir bitte. Auch daran ist ein Hund schuld.

mae47877
04.12.2005, 18:28
Hallo Gerhard!!

Eine Geschichte über einen katastrophalen Kuss habe ich noch nie gehört!
Ich dachte immer Küssen wäre eine der schönsten Beschäftigungen auf der Welt!:?:

Schreib bitte wie das so war!

Gruß vom Niederrhein!

Mae:cu: