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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Altbekanntes Problem: Alleinebleiben



DinaSteinbach
16.09.2002, 09:52
Halli, Hallo @all!
Da bin ich mal wieder mit meinem allbekannten Problem: Meinezwei Rüden (Jasper, 1 Jahr; Anouk, 15 Wochen) können sich einfach nicht benehmen, wenn sie mal allein sind. Sie bleiben ohne Gemurre allein (ist schon ein Fortschritt), aber sie zerstören immer noch alles, was sie zwischen die Kiefer kriegen. Gerade erst haben sie mal wieder ein Paar Schuhe zerstört, da mein Verlobter die Tür zum Flur aufgelassen hatte.
Weiß langsam nicht mehr ein und aus........ mach jetzt aber schon seit Monaten alles so, wie vorgeschlagen (erst kurz allein lassen, loben, nicht schimpfen, wenn man sie nicht dabei erwischt, was kaputzumachen.......). HELFT MIR!!!!!
Danke, Dina und Rasselbande

Jacky77
16.09.2002, 19:35
Hallo Dina!

Wäre es möglich, dass Du bevor Du die beiden Rabauken alleine lässt nochmal eine große Runde mit ihnen "drehst" und ein paar Zerrspiele o. ä. einlegst? Dann wären sie schon mal schön k.o. und würden vielleicht schlafen, wenn Du nicht da bist...

Vielleicht solltest Du wenn möglich aus hundlicher Sicht "fressbare" Artikel aus ihrer Reichweite entfernen (Schuhe etc.). Aber bitte auf keinen Fall nur in einen Raum einsperren!

Haben die beiden genügend Kauspielzeug (Kong z. B.) zur Verfügung? Vielleicht kannst Du sie ja auf Spielzeuge fixieren, so dass andere Sachen gar nicht mehr so interessant sind. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass nichts an den Sachen ist, die sie verschlucken könnten...

Ich hoffe es war vielleicht ein Tip dabei, der Dir helfen konnte!

Viele Grüße,

Dani mit Jacky

Maggie_HH
17.09.2002, 11:37
also meistens ist das zerstören von gegendständen ein zeichen von unterforderung. was machst du denn so den ganzen tag mit deinen hunden? wie beschäftigst du sie? ich könnte mir vorstellen, dass jasper unterfordert ist und der kleine es ihm einfach nachmacht, wenn er was zerstört. ich würde auf jeden fall schnell was unternehmen, z.b. agility oder über mit deinen hunden tricks oder dergleichen ein, irgendwas, was sie auslastet. natürlich kannst du mir dem 15 wochen alten welpen noch nicht zu viel machen, aber ein bisschen geht schon. was sind es denn für hunde (rasse?)?

Juliane

DinaSteinbach
18.09.2002, 11:04
Hallo Juliane und Co!
Danke für die Tips, aber das mache ich alles schon. Natürlich muß irgendwas dahinter stecken (Fehler auf meiner Seite), aber ich weiß nicht, was?! Nachts geht der Kleine in seine Box, mittlerweile problemlos. Sollte ich beide auch tagsüber, wenn ich weg bin (höchstens 2 Std.) in die Box sperrren, damit sie nichts zerstören? Was meint ihr? Weiß echt nicht mehr weiter, klar, der Kleine ist noch Welpe und macht halt einiges kaputt, aber doch nicht gleich alles, was er zw. die Kiefer kriegt?!
bis denne, Dina

cheroks
18.09.2002, 12:04
Hallo Dina,
machen sie es nur, wenn sie allein gelassen werden, oder auch wenn sie einfach nur unbeobachtet sind? Der Kleine macht sicher nach, was der Große ihm zeigt. Aber vielleicht macht der Große es wirklich als Konfliktbewältigung. Du sagst, sie bellen nicht mehr, haben sie denn beides auf einmal gemacht oder ist aus dem Bellen das Zerstören entsprungen?
Ist dein älterer Hund eher wesensstark oder eher unsicher?
Schlafen deine Hunde in der Box eingesperrt oder freiwillig?
LG

igelchen
18.09.2002, 13:01
Hallo Dina!

Hast Du denn Deinen Hunden schon mal "gezeigt", was sie in Deiner Abwesenheit anstatt dieser zerstörerischen Selbstbeschäftigung besser tun sollten?!

Sogar mein 14 Jahre alter Senior kommt auf dumme Gedanken, wenn ich ihn völlig ohne Beschäftigungsmöglichkeit (ob geistig oder körperlich) alleine lasse - der klaut sich dann gerne irgendwelchen Müll und zerkaut den. :rolleyes: Du siehst: Alter schützt vor Unfug nicht!!
Da meine Hunde allesamt begeisterte Suchhunde sind, beschäftige ich sie mit entsprechenden Aufgaben, wenn ich z.B. einkaufen gehen muss. Meine Hunde überbrücken damit zwei Stunden völlig problemlos und sind dann meistens total erstaunt, wenn ich plötzlich zur Haustür reinkomme. :D Das erfordert allerdings ganz ganz viel Üben und Geduld, weil so junge Dinger wie Deine sich natürlich noch nicht zwei Stunden auf eine Sache konzentrieren können.

Aus Deinen älteren Beiträgen weiß ich, dass Du zu Semesterbeginn in eine andere Stadt musst. Also, bei mir beginnen die Vorlesungen in einem Monat (21.10). Wenn Du Deinen Welpen wirklich richtig in der Uni-Stadt eingewöhnen willst, würde ich Dir zwingend raten, so bald wie möglich umzusiedeln und mit der Eingewöhnung zu beginnen. Es bringt m.E. nämlich gar nichts, wenn Du Deine Hunde in der jetzigen Wohnung erfolgreich ans Alleinsein gewöhnst und sie dann in einer "fremden" Wohnung direkt alleine lässt!!

Liebe Grüße
Igelchen

DinaSteinbach
18.09.2002, 16:05
Halli, Hallo @all!
Danke für die Tips :) !
Mein erster Rüde, jetzt 1 1/2, hat das von Anfang an gemacht, das mit dem bellen und dem Zerstören, obwohl ich von Anfang an mit ihm geübt hab (1 Min., 2Min. ...). Das wurde noch schlimmer, als ich eine eigene Wohnung gemietet hab und er ganz allein war. Jetzt bellt er zwar nicht mehr, aber sie zerstören ständig alles mögliche, nur, wenn sie allein sind. Ich hoffe, dass das alles besser wird, wenn ich jetzt wieder in eine WG ziehe. Mit einem Bekannten, der eine Hündin hat. Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Mal sehen, aber ich bin immer noch guter Hoffnung.
Das mit der "Suchbeschäftigung" würde mich aber sehr interessieren, wie funktioniert das genau. Die beiden sind nämlich richtige Schnüffelhunde. Hatte schon einen Snack-Ball, aber den haben sie in einer Std. zerkaut....
bis denne, Dina

igelchen
18.09.2002, 18:47
Hallo Dina!

Unsere Lieblingsspiele sind folgende:

Futtersuche Ich schließe die Hunde kurz im Gäste-WC ein, damit sie nicht sehen, wo ich was verstecke und verteile TroFu (wahlweise gehen auch Leckerchen, Pansen,...) an allen möglichen und unmöglichen Stellen in Haus und Garten. Dann lasse ich meine Hunde wieder raus und sage "sucht!". Mit der Zeit muss man sich immer neue Verstecke einfallen lassen, weil sich die Hunde direkt merken, wenn etwas öfter an einer bestimmten Stelle gelegen hat... :p Wenn Du viel versteckst, musst Du das natürlich in den Tagesbedarf einplanen.

Das lernen alle Hunde total schnell. Man braucht allerdings einen Helfer oder muss die Hunde anfangs festbinden oder z.B. in die Box tun, so dass sie aber noch sehen, was Du machst. Am besten sagt ma sowas wie "wartet". Dann *versteckst* Du etwas Leckeres (natürlich so, dass Dein hund es gesehen hat!!), gibst Deinem Hund das Kommando "such" und lässt ihn laufen. Dein Hund steuert dann natürlich auf das Fressen zu, jetzt sagst Du am besten nochmal "such". Die Belohnung ist ja das Leckerchen an sich. Den Schwierigkeitsgrad musst Du allmählich steigern. Am schnellsten lernen die Hunde, wenn Du immer kurz vor der Fressenszeit mit ihnen übst :D und möglichst stark duftende Sachen versteckst (also kein TroFu, sondern z.B. Pansenstücke oder Käsewürfel - was sie halt gerne fressen).

Unser zweites Suchspiel ist Aufräumen . Ich habe meinen Hunden beigebracht, die Spielzeuge nach dem Toben in eine Kiste zu legen - natürlich nur gegen *Bezahlung* :D Die Spielzeuge sind dabei auch in Haus und Hof verstreut. Meistens spielen meine Hunde aber nochmal mit den Spielzeugen, bevor sie sie wirklich in die Kiste tun. So aus Freude darüber, dass sie das Teil gefunden haben... ;)

Das bringt man seinem Hund quasi beim Spielen bei. Entweder lässt Du Deinen Hund das Spielzeug apportieren und hälst ihm, wenn er kommt, die Kiste mit einem Leckerli darin entgegen. Dazu sagst Du z.B. "aufräumen". Dein Hund schaut mit Spielzeug in die Kiste, sieht das Leckerli und lässt das Spielzeug in die Kiste fallen, um es sich zu holen. Du kannst auch, während Dein Hund mit einem Spielzeug beschäftigt ist, ein Leckerchen in die Kiste legen (so dass er's sieht). Wenn er dann - hoffentlich - mit dem Spielzeug im Maul zur Kiste trabt, um zu sehen, was das ist, sagst Du "aufräumen".

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen ;)

LG
Igelchen

DinaSteinbach
19.09.2002, 10:31
Hallo @Igelchen!
Danke für die tollen Tips:D !!!!! Das wird meinen beiden Chaoten sicherlich Spaß machen, da sie nicht nur unglaublich verfressen sind, sondern auch diese Suchspiele lieben.
Aber auf die Idee wär ich nicht gekommen. Ich werds auf jeden Fall ausprobieren, mal sehen, ob´s funktioniert. Meinst Du, dass sich dadurch solche Zerstörungswutanfälle beheben lassen? Weil das im Prinzip ja Verlassensängste sind, und die Suchspiele ja nicht mit meiner Person zu tun haben?!
Vielen dank, LG, Dina

igelchen
19.09.2002, 13:41
Hallo Dina!

Ich habe mal Deine älteren Beiträge durchgelesen, um mehr Infos über die ganze bisherige Problemgeschichte zu haben.Jetzt bin ich völlig verwirrt :confused: .
* Wie geht das denn genau vonstatten, wenn Du die Wohnung verlässt? Du sagst, Du hast alle Tipps befolgt, die man Dir gegeben hat - was hast Du denn nun wie umgesetzt?
* Zerstören Deine Rüden jetzt auch Deine Wohnung in NRW? Oder bist Du jetzt schon in Halle?
* Ist Anouk noch nicht stubenrein? Oder warum schließt Du ihn nachts in die Box? Und trinkt er immer noch die Wasserschüssel leer?
* Schließt Du beide Rüden in separate Boxen? Bleiben sie gerne oder gezwungenermaßen da drin?
Diese Fragen kamen mir beim Lesen Deiner älteren Beiträge in den Sinn... Es wäre gut, wenn Du sie beantworten könntest, weil wir dann eher Deinem Problem auf die Schliche kommen.

Tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass diese Suchspiele Dein Problem lösen werden. Sicherlich sind sie ein Schritt in die richtige Richtung - zu mehr sinnvoller Beschäftigung. Meine Hunde haben allerdings "Alleine bleiben" und "Suchen" zunächst getrennt gelernt. Außerdem ist mein Ersthund ganze 8,5 Jahre älter als meine Hündin und konnte bereits problemlos 4-6 Stunden alleine bleiben, als sie dazu kam. ;)
* Besuchst Du mit Deinen Hunden denn eine Hundeschule o.Ä.?
* Bist Du sicher, dass Deine Hunde voll ausgelastet sind?

Ich hoffe, ich frage Dir keine Löcher in den Bauch. :p Ich versuche nur, Deine Gesamtsituation zu verstehen, denn nur so kann Dir geholfen werden. ;)

Liebe Grüße
Igelchen

DinaSteinbach
19.09.2002, 16:34
Hallo @Igelchen!
Vielen Dank für Dein Interesse. Und das Du Dir sogar meine anderern Beiträge angeschaut hast; echt hilfsbereit, denn nobodys perfect (ich garantiert auch nicht).
Tja, Jasper, also der Ältere hat das von Anfang an gemacht, wobei ich glaube, dass das von seinem "Züchter" herrührt (wurde wahrscheinlich in Polen auf dem Welpenmarkt gekauft und ich hab ihn dann aus Mitleid aus einer Pferdebox wo er mit 20 anderen Welpen gehaust hat herausgeholt. hat da wahrscheinlich wochenlang nix anderes gesehn, er war schon 4 Monate; der Züchter sagte mir, erwäre 8 Wochen!!!). Ich habe dann mit ihm das Alleinbleiben wie schon beschrieben geübt, aber er hat sich bis heute nicht richtig dran gewöhnt; bis mir mehrere Leute geraten haben, einen zweiten anzuschaffen, damit er nicht so allein ist. Aber funktioniert hat das nicht; der Kleine schaut sich das höchstens bei Jasper ab....
Anouk geht auch freiwillig in die Box, Jasper nicht, aber er war auch nur einmal drin für 5 Minuten.
Bin mit beiden in der Hundeschule (Jasper war bisher nur in der Welpenstunde und kommt jetzt wenn wir wieder in Halle sind zu den Junghunden. Anouk ist natürlich hier in NRW in der Welpenprägung.
Übrigens hab ich sie gerad mal suchen lassen, wie Du´s beschriebn hast, die hatten ihren Spass...
Tja, vielleicht hast Du jeztz was erfahren, was mir weiterhilft.
Keine Scheu vor Kritik, ich will ja schließlich, dass es besser wird und da muß man sich auch Fehler eingestehen.
Danke, Dina

igelchen
19.09.2002, 18:38
Hallo Dina!

Tja, das ist schon ziemlich kompliziert. Da Du ja nicht genau weißt, was Jasper bei diesem "Züchter" passiert ist, kannst Du auch nur schlecht die wirkliche Wurzel seiner Ängste identifizieren.
Meinen Cockerrüden hat mein Vater damals im Karstadt gekauft. Mit ihm hatten und haben wir auch schon immer einige Probleme, allerdings haben die nix mit Alleinbleiben zu tun. Mein Senior hat z.B. heute noch panische Angst vorm Zugfahren und würde am liebsten jeden Schaffner lynchen - durch sehr sehr viel Recherche habe ich mal rausgefunden, dass er als Welpe vom Züchter in Schleswig-Holstein per Güterwaggon zum saarländischen Karstadt transportiert wurde.
Ich denke, Jaspers Problem hat wohl 'ne ähnliche Ursache.
Ich weiß leider immer noch nicht, warum Du Anouk nachts in die Box sperrst. Oder geht er von selbst rein? Jasper hingegen mag seine Box nicht. Hat er Angst davor? Wie hast Du die Hunde an die Box gewöhnt?
Bist Du Dir wirklich 100%-ig sicher, dass Du Deine Hunde ausführlich ans Alleinbleiben gewöhnt hast? Eigentlich musst Du bei der Gewöhnung jedes Mal, wenn Du nur eine Millisekunde zu lange draußen (also weg) warst, wieder eine Stufe (bzgl. der Dauer des Alleinseins) zurück gehen und die intensiv üben. Gerade wenn Jasper schon immer Verlassensängste hat, ist das einfach super super wichtig! Ich kann mir leider immer noch kein genaues Bild davon machen, wie ihr das geübt habt. Bist Du direkt vor der Wohnungstür stehen geblieben oder richtig weg gegangen?
Ich weiß auch nicht, welche "Maßnahmen" Du schon umgesetzt hast (außer dem Zweithund und der Box). Denn wenn Du zu schnell zu viele verschiedene Wege einschlägst, ist das für Deinen Hund nur verwirrend.
Wann genau wechselst Du denn wieder nach Halle? Und müssen die Hunde dann dort direkt allein bleiben?

Liebe Grüße
Igelchen

cheroks
19.09.2002, 21:10
Hallo Dina,
ist dein Hund generell ängstlich? Dann kannst du nämlich daran arbeiten. Hat dein Hund zu wenig Selbstvertrauen und identifiziert sich über dich, kannst du machen was du willst. So bald er von dir getrennt ist, kommt er nicht mehr klar, auch wenn zig andere Hunde da sind. Nun bellt er nicht mehr, da er gemerkt hat, das bringt nichts. Aber jetzt belohnst du ihn vielleicht damit, wenn du vor seinen Augen wegräumst, was er gemacht hat, als du weg warst o.Ä! Wenn er sonst ein ganz taffer Typ ist trifft meine These nicht zu. Ist er aber eher subdominant, dann musst du sein Selbstbewußtsein aufmöbeln, damit er nicht nur "abhängig" von dir ist.
LG

cheroks
20.09.2002, 10:05
Habe mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt. Also ist dein Hund eher dein Schatten, folgt dir auf Schritt und Tritt und ist eher unsicher? Dann fühlt er sich vielleicht berufen, dich zu beschützen. Oft drängt man seinem Hund die Rudelführerposition auf, obwohl der Hund damit deutlich überfordert ist. Wenn er dich als seinen Schützling ansieht, dann ist auch klar, warum er durch dreht, wenn du weg bist. Er kann seinen Job nicht machen und dich nicht beschützen
Ist dein Hund eher subdominant, verängstigt ihn die Situation immer mehr und es wird immer schlimmer werden, auch wenn andere Hunde da sind. Es geht ihm ja um dich. Mit dem aufmöbeln des Selbstbewußtseins meine ich, ihm klar machen, welches seine Position ist, damit er ruhig bleiben kann und sich nicht für dich verantwortlich fühlen muss. Wenn du ihm zeigst, ich bin der Chef, souverän und gelassen, dann wird er viel entspannter sein und auch alleine bleiben können, wenn du mal weg bist. Dann dreht nämlich der Rudelführer seine Runde und das Rudel wartet bis der Chef wieder kommt. Ein Hund muss nicht knurren und schnappen um seine Dominanz zu zeigen, es reichen oft Kleinigkeiten, an denen der Hund fest macht, ich bin (wohl oder übel) der Chef!