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Murphy0276
30.11.2005, 14:29
Hallo Mondwölfin,
ich habe gelesen, daß Du bei Hans Schlegel warst. Ich wollte ebenfalls einen Besuch in der Schweiz absolvieren. Was hast du für Erfahrungen bei Hans Schlegel gemacht? Scheint ja nicht so das Wahre gewesen zu sein. Bitte schreibe mir, was mit Deinem Rüden da vorgegangen ist. Danke im Voraus,
Murphy0276

Pafil
01.12.2005, 18:07
Sorry wurde zwar nicht angesprochen aber wir warn auch im Schleglzentrum
ich würd es nie wieder tun.
Gruß

Murphy0276
02.12.2005, 10:22
Kannst Du es mir mal schildern, wie es dort war?
Vielen Dank, Gruß Murphy

Pafil
02.12.2005, 12:04
werd versuchen in kurzen Stichworten zu berichten........Ankunft nach 4 Stdfahrt...bezahlt ...160Euro...gingen auf ein großen Platz...Hund wurde an einen Pfosten gebunden...Trainer ging mit 5-6 leeren Konservendosen scheppernd auf den Hund zu...Hund ging zurück bis er nicht mehr konnten ...dann nach vorn....Trainer ging mit zwei ca.60 cm großen Brettern wurden zusammen geschlagen auf Hund zu ....Hund ging zurück ....als er nicht mehr konnten...nach vorn...Hund war anschl. so verschreckt ,dass ein Hüpfer in den Schotter gereicht hat um ihn zu erschrecken...Hund war zu dem Zeitpunkt noch unter einem Jahr....anschließend bekamen wir ein Kette um den Hlas ..nein nicht ich...sondern unser Hund...und die Empfehlung...einen Herbstkurs...für 1600 Euro zu besuchen sonst wird Hund Angstebeißer...Abfahrt nach Hause nach 1.15 Std.
Ich hoffe ich konnte helfen..........

Mondwölfin
03.12.2005, 10:47
Hallo Murphy!!!

Hatten hier im Allgäu Probleme mit dem Internet..... Deshalb komm ich heut erst dazu Dir zu schreiben!

Aber ich kann's Dir gern erzählen!

Bis zu dem Tag an dem ich mit Samson am Stoos in der Schweiz ankam, war mit ihm soweit alles O.K. - er zog halt bloss an der Leine weil er ein extrem neugieriger Rüde ist, der immer alles ganz genau untersuchen will.... Das war bis dato mein einziges Problem!

Tja wo soll ich jetzt anfangen?? Am besten am ersten Tag und Dir dabei auch gleich meine Fehler schilder:
Wir waren in dieser Instroktoren Gruppe also insgesamt 25 Menschen mit 27 Hunden. Die Hunde durften sich NICHT kennenlernen... (was mir da schon nicht gepasst hat, da einige recht pupertierende Jungrüden dabei waren).... und eine Hündin, die die Läufigkeit grad hinter sich gebracht hatte.

Wir haben also den Vormittag mit Theorie verbracht (is ja net schlecht) unsere Hunde mussten allerdings in Boxen im Stall untergebracht werden. Für einen Hund der das nicht gewohnt ist, der reine Horror. Ich hatte zumindest das Glück, dass ich Sami überall ablegen konnte, auch in einer Box (was wir im Vorfeld ja trainiert hatten).... Trotzdem ist das schon ein Unterschied wenn in einer Reihe ca. 5 Boxen neben und übereinander stehen. Ständiges Gebell (hauptsächlich von Hans seinen Hunden die sich in dem vorderen Teil befanden) Um das zu übertönen, wurde das Radio einfach lauter als die Hunde gestellt!!!
Die Hunde durften zum lösen in den Pausen aus den Boxen geholt werden. Wer aber nicht gesittet aus der Box herauskam, hat die Eisentür für die Nase geknallt gekriegt! Was meinen Sami bei der Freude mich zu sehen und hieraus zu erlösen natürlich nicht wirklich beeindruckt hat.
Dann mussten wir uns alle mit Hunden in einem Kreis zusammenstellen. Und wehe ein Hund hat sich ein wenig aufgemuckt, weil vielleicht sein Distanzbereich nicht eingehalten wurde! Dann hat's geknallt. Und wenn ich sage "geknallt" dann meine ich das auch so!

Mein 1. Fehler: Hans nahm mir Samson ab (weil ich den Hund angeblich nicht unter Kontrolle hatte und er ja sowieso nichts könne) und ging mit ihm in die Gruppe. Dort wurde er von einem 9 Monate alten Rüden kurz angebufft worauf Sambär mal kurz retourknurrte.... und da hat er ihm eine Ohrfeige (direkt bei Backe und Ohr) - schlimm genug wenn man sich vorstellt wo die Meridianlinien der Hunde am Ohr verlaufen - verpasst, dass er geschrien hat!

Mein 2. Fehler: Ich hab ihn nicht sofort da herausgeholt und dem Hans selbst eine geknallt. Bis dato wurde Samson noch nie geschlagen!!!!
Also lernte mein Rüde an diesem Tage nur eines: Sein Frauchen ist nicht in der Lage ihn vor Hunden geschweige denn vor Menschen zu beschützen.

Danach hat er komplett dicht gemacht, und als Hans weiter in den Kreis mit ihm gehen wollte, hat er sich gebährdet wie ein wildes Pferd!!!
Und ich habe zugesehen! Könnt mich immer noch in den Ar.... beissen!!!
Aber ich dachte halt, dass ein "Experte" der so viel über die Mentale Leine quasselt ja weiss was er tut.

Also mussten wir das Bestrafen üben! Sofort, schnell und hart! Aber gezeigt hat uns das keiner......
Oh ich habs auch einmal getan, als Sami sich mit dem Leitrüden vom Hans anlegen wollte..... das Fazit: Es kam laut Hans falsch von mir... anscheinend nicht schnell genug!
Dabei war der Knackpunkt nur der, dass ich noch niemals die Hand gegen meinen Hund erhoben hatte und somit für Samson völlig an Glaubwürdigkeit verloren hatte. Er hat sogar mich danach angeknurrt!!!
Und da war's aus mit mir...... ich hab mich dann - Gott sei Dank - in der "freien" Zeit von den anderen abgekapselt.

Wir sollten (mussten) z.B. jeden Morgen in die Turnhalle und Powerwalking machen: 140 Schritt die Minute (immer im Kreis), und wenn der Hund net mitkam egal!!! Man muss dazu sagen, dass wir im Mai komplett eingeschneit waren... jetzt stell Dir das Tempo mal auf einem Turnhallenbelag vor..... Aus Rücksicht auf die Gesundheit meines Hundes habe ich da nie mitgemacht. Eine Teilnehmerin glaube ich hat seitdem mit Ihrem Rüden Probleme (Hüfte), denn der Hund war grad mal 6 Monate alt! Ständiges ausrutschen hat natürlich seinen Teil dazu beigetragen!

So und nun zu seiner sogenannten "mentalen Leine": Dies ist eine ganz dünne runde Leine mit einer Schlaufe. Die wird dem Hund über den Kopf gezogen und dann wird losmarschiert... Wenn er nicht mitkommt, wohin Hans geht oder von ihm weg will, dann zieht sich die Schlinge um den Hals zu!!!!! Toll dachte ich mir...... Ich habe in meinen ganzen Leben.... und das sind schon einige.... noch nie soviele Hunde gesehen die in Beschwichtigungssignalen untergehen!!! Als ich ihn darauf ansprach..... hat er es lapidar abgetan... ich würde das falsch interpretieren!!!

Ich habe mich auch öfter mit ihm "gestritten" weil ich der Meinung bin, dass nicht jeder Hund gleich erzogen werden. Ich kann doch z.B. von einem Landseer kein schnelles Sitz Platz Sitz Platz verlangen! Das Anatomisch gar nicht möglich: er meint ja!

Dann sollten wir auch noch das Futter auf Barfen umstellen: Rohfütterung! Mag ja gesund sein, nur was ist, wenn Dein Hund das nicht mag?? Das gibt es nicht, dann muß er halt nur lang genug hungern........ Wie bitte???

Samson hat ihn eines besseren belehrt und die von ihm dargeboten Leckerei im Napf einfach verschmäht! Er mag's halt net!!!! Das gibt's net! Oh doch lieber Hans, und ob es das gibt. Schließlich kenne ich meinen Hund. Dann hätte ich ihn halt vorher gefüttert!!!
Aber egal!
Und so ging das die ganzen zwei Wochen!!!
Wenn ich mit Sami unsere Übungen aufzeigte, hab ich mich so verhalten wie immer... leise freundliche Befehle!!! Und Sami hat alles schön gemacht!
Das muss lauter kommen!!!! Und strenger!
Hallo??? Ich brauche keine lauten Worte wenn keine Gefahrensituation da ist...!!! Die leisen Töne sind ausschlaggebend. Wenn ich das nicht zackiger und lauter machen würde, dann solle ich vom Platz!
(Wir haben es zwar etwas lauter gemacht.... aber trotzdem nicht "zackiger" *g*)

Naja, das Ende vom Lied war, dass Sami und ich nach diesen zwei Wochen mit den Nerven derart blank lagen, dass ich (hätte ich mich vorher nicht vor jedem Training mit Baldrian zugeworfen) sogar allein mit Gepäck und Hund zur Seilbahn marschiert bin und runterfuhr!!! (Und dabei habe ich extreme Höhenangst)

Unten an der Talstation wartete mein Mann mit geöffnetem Kofferraum. Es erfolgte von seitens Samson keinerlei Begrüßung... nur in den Kofferraum hinlegen und drauf warten, dass die Klappe zugeht.

Daheim angekommen mußte ich feststellen, dass mich mein eigener Hund nicht mehr mit dem Hintern ansah... geschweige denn von sich aus Blickkontakt suchte.
ER stürzte sich mit einenmal auf alles was auch nur wie ein Hund aussah und war extrem aggressiv vorallem an der Leine.
Kommandos von mir wurden nicht befolgt... solange nicht, bis ich das vorgeschriebene Hausprogramm von Hans aufgab.... ihn ca. 1 Woche komplett in Ruhe ließ.. kein Gassi sondern nur Garten.
In dieser Woche war ich so verzweifelt...dass ich alles nochmals genau überdachte und dann beschloss.... ein Training zu beginnen, das meinem Samson angemessen war.
Ich besuchte einen Tierkommunikationskurs, und meldete mich zum T-Touch Seminar bei Clarissa von Reinhardt an und bemühte mich um ein Gespräch mit Frau Christiane Rohn......

Die Tierkommunikatorin (von mir auf dem Prüfstand) sollte meinen Bär fragen, was er von der Schweiz hielte (sie wusste nix von Hans).. Als Antwort bekam ich: Grauenvoll.... der totale Drillplatz... war überhaupt nicht schön dort. Und ich verstehe nicht, warum Frauchen nicht schon am ersten Tag gegangen ist, so wie sie es wollte (und diesen Gedanken hatte nur ich - sonst wusste keiner davon!!!).... Die Tierkommunikatorin sagte mir dann auch, dass Samson immer noch traumatisiert sei und das ganze noch nicht verarbeitet hat.

Frau von Reinhardt hat ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass die Hundehalter die mit ihren Hunden beim Hans waren, fast ein Jahr brauchen um die Hunde wieder hinzukriegen... das gleiche kam von Frau Rohn!!! Und ich habe wirklich 10 Monate intensivstes Training mit Sami gebraucht, bis wieder alles in Ordnung war!!!

In meinem ganzen Leben habe ich sowas noch nie gesehen!!! Bei den Training mit seiner tollen Leine hab ich Hunde gesehen, die Purzelbäume geschlagen haben und immer wieder hart auf dem Boden knallten!!! Ein Collie hat sogar zum röcheln und husten angefangen... und sein Kommentar: das macht er jetzt bloss damit er nicht machen muss was ich will...
Sicher alle Hunde haben irgendwann (je nach Charkterstärke oder Sturheitsgrad) aufgegeben und sich nach ihm orientiert! Hätt ich mit so nem Ding um den Hals auch gemacht!!!

Also wie gesagt ich war bitter enttäuscht und furchtbar wütend (aber hauptsächlich auf mich weil ich das ganze nicht gleich abgebrochen habe).... Das Geld (mußte natürlich für die ganze 1 Ausbildungssdauer von insgesamt 4 Wochen) gezahlt werden... glaub das waren alles in allem mit Unterbringung um die 15000 €, konnt ich natürlich in den Wind schießen..... Es gab keine Rückerstattung.

Aber das beste hab ich ja noch gar nicht erzählt: Du musstest Dich dort bei ihm mit diveresen unterschiedlich langen Leinen eindecken sowohl seine selbstgemachten Leckerle (rohe Hühnerfleischkügelchen) kaufen!!! Und das sehr teuer...
Das hat mich zusätzlich noch ungemein geärgert, da ich im Vorfeld anfragte, was denn alles mitgebracht werden muß... außer dem für den Hund üblichem!
Schließlich habe ich einen kleinen Tierbedarfshandel und hätte mir somit extrem viel Geld sparen können.

Falls Du noch weitere Fragen hast nach dem gelesenen, dann schreib mir ruhig ne Mail Irina.Lang@t-online.de

Liebe Grüße und erspar es Dir und vorallem Deinem Hund!!!

Geh lieber zu animal-learn oder zu Frau Rohn

Mondwölfin
Samson & Delilah

Pafil
03.12.2005, 12:18
macht mich Dein Bericht.Ich hoffe, dass Du das Trauma ( und vorallem Dein Hund) schon verarbeitet hast.
Mir warn die 90 Min. schon viel zu grob...mein Hund ..ich glaub denn könnte ich...ich weiß nicht was aber der hat ja eh schon Angst,ich träum halt immer noch von einem Hund der gern mit mir lebt und nicht von einem Tier das total unterwürfig neben mir her läuft.
Ich habe nach meinem Auflug in die Schweiz ein ganz ander Richtung angefahrn und zwar nach Dresden ( auf anraten eines ganz lieben Menschen).
Dort bei Thomas Baumann hab ich mich erstmal angenommen gefühlt (im Gegensatz bei Schlegl) ,er arbeitet schon mal ein paar Sdt. länger mit den Hunden um sich ein Urteil zu erlauben...kurz ein Unterschied wie Himmel und Hölle ...zumindest für uns...
So jetzt möcht ich niemanden mehr langweilen...
Gruß an alle..

P.S. mich regt es immer noch auf..sorry die vieln Tippfehler...

Grüßle von unserm Wauwau der liegt grad neben mir und pennt und träumt von der Schweiz????????:cold: