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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gerhard´s 37te: Liebe in Dänemark



Gerhard
28.11.2005, 10:31
Sommer war´s. Gerade von einem Interkontinentalflug zurückgekommen, erreichte mich ein telefonischer Hilferuf aus Dänemark. Einer meiner Bekannten, der dort ein grosses Ferienhaus gemietet hatte, bat mich, meinen Hund auf die Spur seiner Frau zu setzen. Seine Frau und er hatten sich so gestritten, dass seine Frau das Haus mit den Worten verliess: "Ich bringe mich jetzt um." Da er erst nach einiger Zeit die Brisanz dieser Aussage erkannte, konnte er nicht mehr feststellen, wo seine Frau hingegangen war.

Mir fehlten durch den gerade beendeten Flug neun Stunden Schlaf und ich war hundsmüde. Ich bat einige Mitarbeiter mit mir nach Dänemark zu fahren, schnappte mir meinen Hund und in etwa drei Stunden waren wir am Ferienhaus meines Bekannten eingetroffen. Ich klingelte. Einmal. Zweimal. Dreimal. Niemand meldete sich. Dann ging ich um das Haus herum, und schaute durch die Glasscheiben ins Wohnzimmer hinein. Und dort sassen die beiden. Eng umschlungen. Offensichtlich nichts anderes hörend als die Herzschläge des/der Geliebten. Ich schob die Glastüre des Wohnzimmers zurück. Und ging mit meinen Leuten und dem Hund ins Haus. Um das Liebespaar nicht allzu viel zu stören, sagte ich nur: "Wir ruhen uns nur kurz aus."

Dann verschwand ich mit meinem Hund in einem der Schlafzimmer. Meine Mitreisenden, die genau wie ich vor einigen Stunden mit dem Interkontinaltalflug nach Deutschland zurück gekommen waren, verteilten sich auf zwei andere Schlafzimmer. Wir schliefen durch bis in den nächsten Morgen. Ich wurde von meinem Hund geweckt, der mal nach aussen wollte. Deshalb verliess ich das Bett, öffnete dem Hund die Schiebetüre ins Freie und begab mich auf die Suche nach meinen Bekannten. Diese Armen! Mussten sie sich doch, weil die grossen Schlafzimmer belegt waren, in kleinsten Schlafzimmer, das mit einem Etagenbett ausgerüstet war, zurückziehen. Mein Bekannter lag auf den Fussboden. Er war offensichtlich im Schlaf aus dem schmalen Bett gefallen, in dem seine Frau noch lag. Beide sahen glücklich aus. Liebe ist eben was Schönes. Finden Sie nicht auch?