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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gerhard´s 36te: Der Hungerhund



Gerhard
25.11.2005, 16:12
Bekannte baten mich, ihren Hund für vierzehn Tage zu nehmen, da sie in Urlaub flögen. Wegen des Fressens bräuchte ich mir keine Gedanken machen, der Hund fresse kaum was. Jetzt bin ein Mensch, der seiner Frau und Hunden nichts abschlagen kann. Ich übernahm also den Hund.

Es handelte sich um ein kleineres, männliches Geschöpf, das wegen seines Felles als "Pfeffer und Salz" bezeichnet wird. In meinem Haus befindet sich noch eine Schäferhündin, die offiziell meiner Frau (in der Küche) gehört. Der "Pfeffer und Salz"-Hund kroch gleich unter einen Stuhl im Esszimmer und hielt sich dort immerzu auf. Die ganzen vierzehn Tage. Ich trug ihn zweimal täglich in den Garten, damit er sich dort auslaufen sollte. Den Hund interessierten dabei weder die Eichhörnchen noch die anderen Wildtiere, die sich an die Gartenfrüchte heranmachten, die für diese ja angepflanzt wurden.

Das dem beschriebenen Hund vorgesetzte Fressen, das meine Bekannten mitbrachten, nahm er kaum an. Ich variierte das Fressen. Es nützte nichts. Der Hund schaute wegen seines Felles nicht unterernährt aus. Man merkte dieses Manko nur, wenn man ihn trug. Er bestand nur aus Haut und Knochen. Beide Hunde, unsere Schäferhündin und der "Pfeffer und Salz"-Hund verstanden sich von Anfang an, ohne dass eine grosse Freundschaft daraus wurde. Nach vierzehn Tagen holten meine Bekannten ihren Hund wieder ab. Sie kannten seine Verhaltensweisen von klein auf; sie hatten den Hund im Alter von neun Wochen vom Züchter übernommen. Ich rätsele immer noch, warum der kleine Hund sich so verhält. Was können Sie meinen Bekannten raten?