PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundetrainer?



Kathy001
23.11.2005, 09:28
Ich möchte mich zur Hundetrainerin ausbilden und will daher wissen ob überhaupt interesse an Hundetrainern besteht, da ich mich nach der ausbildung selbstständig machen würde. So eine ausbildung kostet viel geld, daher bitte ich um eure mithilfe, mir zu sagen ob ihr oder bekannte die hilfe von einem hundetrainer nutzen würdet.
DANKE!:k:

heidi herzberg
23.11.2005, 12:07
schau doch mal in hundeschulen vorbei!
bei uns sind für meine vorstellungen alle total überfüllt!!
viele grüße

Kathy001
23.11.2005, 12:15
Naja, soweit ich das jetzt recherchiert habe ist die nächste Hundeschule eine ecke weg, hier direkt vor ort haben wir sowas nicht, nur Hundesportvereine. Deswegen ist dieser Aspekt ob Hundeschulen genutzt werden bzw. Interesse an Hundetrainern besteht recht interessant.

Martje
23.11.2005, 12:24
Hallo Kathy,

wo willst Du Dich denn als Hundetrainerin ausbilden lassen? Willst Du das Canis - Studium machen?

Gruß, Martje

Kathy001
23.11.2005, 12:27
Ich habe erstmal eine Informatiponsbroschüre für das grundstudium Hundetrainer bei der mTa (mit Tieren arbeiten), das ist bei Bremen irgendwo, in Großenkneten. www.mit-tieren-arbeiten.de

coramadden
23.11.2005, 13:43
hallo,

also wenn die nächste hundeschule etwas weiter weg ist, denke ich schon das es sich lohnt und du "kunden" bekommst.

hier bei meiner oma (auf dem dorf) gibt es auch keine hundeschule. die nächste stadt hat nur einen hundesportverein. habe mich dann bei meiner TA erkundigt, ob sie eine hundetrainerin kennt. sie konnte mir die telefonnummer von einer frau im nachbardorf geben. diese hundetrainerin kam dann ca. 2 mal die woche für 3 monate.

meiner meinung nach, ist es gut wenn du mobil bist (auto) und zu den leuten nach hause fahren kannst. der preis sollte nicht gleich zu hoch sein und du musst werbung (TA, züchter in der nähe, tierheim, zoohandlung) machen.

lg anna

Kathy001
23.11.2005, 13:54
Mir geht es in erster linie darum den bedarf zu ermitteln, wenn ich das studim gemacht habe hatte ich vor ein kleines "Büro" einzurichten und dann mit den Hundehaltern in der gewohnten Umgebung zu trainieren, ist denke ich auch für das Tier besser, da er dann nicht mit so viel neuem konfrontiert wird und besser lernen kann. Bei uns gibt es auch nur Hundesportvereine, aber die helfen "nur" bei der ausbildung, problembehandlungen können die nciht wirklich machen da da die zeit für die einzelnen mitglieder fehlt. Ich werde mich heute mal bei unserem TA erkundigen ob in der richtung nachfragen sind. Denn wie bereits erwähnt kostet das studium viel geld, ich habe das mal grob überschlagen, ca. 3000 für die ausbildung und dann noch reisekosten und Unterkunft, da die Schule nicht hier sondern bei Bremen ist :-( aber ich denke das das realisierbar ist, was die Preise betrifft würde ich sehen das ich auf keinen fall teurer wäre wie andere Hundeschulen oder trainer in Thüringen.

coramadden
23.11.2005, 14:12
unsere hundetrainerin hat auch ihr "büro" zuhause und fährt dann zu den kunden. sie übt in der gewohnten umgebung und später dann auch mal woanders. wir sind z.b. 3x in die stadt gefahren.

wegen bedarfsermittlung... das ist denke ich etwas schwierig weil du ja nicht alle hundebesitzer persönlich kennst. beim TA fragen ist da schon gut. mir fällt nur noch ein, dass du eine anzeige in einem lokalblatt schaltest und bittest, dass leute mit interesse sich melden. die könntest du dann vormerken.

wie lange dauert diese ausbildung den?

Kathy001
23.11.2005, 14:20
Die Grundausbildung zum Hundetrainer dauert ein halbes Jahr, dann gibt es noch "zusatzpakete" wie Blindenhundausbildung und solche Sachen, wie lange die dauern weiss ich noch nicht, ich habe mal bei den örtlichen Tierheimen nachgefragt. Aber da es hier keinen groß weiter gibt denke ich das ich da ganz gute Chancen haben kann. Ich überlege auch ob ich dann zusätzlich noch einen Kurs für Psychologie oder Naturheilkunde belege, die Möglichkeiten im Bereich der Arbeit mit Tieren ist da sehr vielfältig. Aber vorrangig würde ich Hundetrainer machen alles andere sehe ich dann später noch. Der Vorteil in der Schule bei Bremen ist, das man da den eigenen Hund mitbringen kann, zumindest zu den Praktischen Seminarblöcken. :kraul: mit einem Hund den man kennt lernt es sich besser, und der hund hat auch was davon :cool:

Karlihund
23.11.2005, 14:29
:tu: Find ich ganz toll.Würde ich auch machen das Problem ist nur, können sich die Leute das überhaupt noch leisten. In der heutigen Zeit? Bei uns im Dorf gibt es 40 Hunde . Wenn ich sehe wie manche mit ihren Tieren umgehen bekomme ich das grausen. Die meisten haben keine Ahnung mit ihren Tieren umzugehen. Aber keiner kommt auf die idee mal in die Hundeschule oder zum Hundetraining zu gehen. Oft hört man nur " Kann ich mir nicht leisten" Ich kanns verstehen.:cu:

Kathy001
23.11.2005, 14:35
Ich denke mal, das das irgendwo auch auf die Preise ankommt, die Leute die Ihre Tiere wirklich lieben erziehen sie geduldig und gehen dann auch zu fachleuten um sich bei problemen helfen zu lassen. ich sehe es bei unserem Hund, ich habe meiner Mutter oft genug gesagt das sie den Kleinen von anfang an zeigen muss wie die Regeln sind, das hat sie nicht gemacht und nun ist er ein "An-der-leine-zerrer" und "alles-vom-tisch-fresser" der wartet nich mal mehr bis er was bekommt, er nimmt es sich einfach, ich habe es inzwischen aufeggeben ihr zu erzählen was sie falsch macht, sie hört nicht auf mich, aber was die leinenführigkeit betrifft geht sie jetzt in den Hundesport. ;)

coramadden
23.11.2005, 15:11
fragen:
wohnst du noch bei deiner mutter?
ist es nur ihr hund oder euer hund?
hast du einen eigenen hund?

Kathy001
23.11.2005, 15:14
Ich wohne nicht direkt bei meiner Mutter (ein paar Häuser weiter) es ist "eigentlich" ihr hund aber ich verbringe viel Zeit mit ihm, da ich fast jeden Tag dort bin vor allem Nachmittags (mom hat mich drum gebeten) schaue ich nach ihm und soll mit ihm spazieren gehen, damit er nich so allein ist und ihm nicht langweilig wird. Er gräbt liebend gern die neuen Bäumchen aus ndie wir gepflanz haben. Ich selbst habe drei Katzen, hatte aber vorher einen zugelaufenen Hund (Pudel-Mix) der panische Angst vor Männern hatte.

coramadden
23.11.2005, 15:36
mmh, sei mir jetzt bitte nicht böse, aber warum hilfst du ihr nicht beim erziehen?!
ich meine viel erzählen kann jeder aber du willst später ja auch diese probleme bei anderen hunden behandeln. früh übt sich...

Kathy001
24.11.2005, 06:57
Ich versuche ja ihr beim erziehen zu helfen nur leider ist meine mutter ziemlich stur :schmoll: und will das unbedingt alleine machen da sie der meinung ist das das ein ein-personen-hund ist und nur von ihr erzogen werden soll, ich habs ein paar mal versucht aber si hat jedes mal nur gemeckert :sn: ... also gebe ich ihr nur tipps :tu: und mach das beste draus , wenn sie ncht von allein kommt und meine hilfe will kann ich es nicht ändern, aber sie willes ja unbedingt alleine machen :kraul: aber trotzdem hört der hund manchmal besser auf mich als auf meine mom, besonders wenn wir ihn rufen und er mit rein soll :floet:

coramadden
24.11.2005, 13:18
ein hund merkt halt auch bei wem er was kann :D
meine cora z.b. wenn ich da bin versucht sie nicht mal in die nähe des mülleimers zu kommen. ist sie mit meiner oma alleine räumt sie das ding regelmäßig aus. sie weiß halt, dass meine oma keine wiederworte gibt.

lg anna

manurtb
24.11.2005, 14:31
Ich denke, dafür reicht es nicht, nachzufragen, ob jemand zu einem Hundetrainer geht oder nicht. Denn zu einem Hundetrainer, der nicht so arbeitet, wie ich mir das vorstelle, gehe ich sicher maximal nur einmal.

Kathy001
25.11.2005, 06:58
Sicher muss man als Hundetrainer seine Arbeit gut und zur zufriedenheit der Hundehalter machen, aber es ist trotzdem erstmal wichtig zu wissen in wie fern soetwas genutzt wird. Denn es würde mir nichts bringen die teure ausbildung zu machen wennam ende keiner zu einem Hundetrainer geht. Ich weiss auch das Hundeerziehung mit viel geduld un Liebe geschehen muss und dementsprechend muss man mit Mensch und Tier geduldig arbeiten. :kraul:


Unser Hund weiss ziemlich genau bei wem er sich alles erlauben darf und bei wem nicht, bei mom zieht er immer gewaltig an der Leine, was er bei mir nicht macht. Ausserdem macht er mit freude und hingabe alles kaputt was er findet, wenn er alleine zuhause ist. Am liebsten gräbt er die jungen (neu gepflanzen) Obstbäumchen aus und zerbeisst diese. :0(

Mondwölfin
25.11.2005, 09:54
Hallo Kathy!

Ich lass mich auch grad zum Hundetrainer ausbilden.

Vorweg würde ich mich aber mal bei den umliegenden Einwohnermeldeämtern nach den gemeldeten Hunden erkundigen. Wenn Du dann nochmal das selbe nimmst, hast du ungefähr die Zahl der Hunde die bei euch in der Gegend sesshaft sind.
Bedarf an guten Trainer besteht immer, da es in ganz Deutschland vermehrt zu Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten (bedingt durch Halterfehler) kommt.

Du solltest Dir auf alle Fälle jemanden suchen, hinter dessen Trainingsmethode du stehen kannst.
Ich habe mir hier bei mir in der Gegend alle Hundeschulen angesehen und bin mit meinen beiden Hunden immer zum Probetraining gegangen....

Empfehlen kann ich hier bei uns im Gai eigentlich nur eine, die allerdings nicht ausbildet. Hundetrainer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf.
Also hab ich mich bei Hans Schlegel in der Schweiz zur Instruktorenausbildung angemeldet und auch bei ihm angefangen.
Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Jedenfalls habe ich nach dem ersten Ausbildungskurs (14 Tage) abgebrochen, da mir und meinem Samson diese Ausbildungsmethode nicht zugesagt hat. (Hab mal eben gut 14 000 € dadurch in den Sand gesetzt) Aber das Geld war mir in diesem Fall nicht mehr wichtig.
Schließlich mußte ich nach diesen 14 Tagen fast ein Jahr mit meinem Rüden intensiv arbeiten, um ihn wieder so "hinzukriegen" wie er vor diesem Besuch in der Schweiz war.

Also hab ich mich weiter umgesehen. Empfehlen kann ich auf jeden Fall Frau Clarissa von Reinhardt von animal learn. Die Ausbildung hier dauert allerdings auch knapp 3 Jahre. Wenn Du was wirklich Gutes haben willst, mußt Du einfach mit dieser Zeit rechnen! Und mit jeder Menge Geld.

Ich habe jetzt zusätzlich mein Studium zur alternativen Tierheilbehandlerin mit Tierpsychologie abgeschlossen und werde demnächst - wenn alles gut geht - mit der Trainerausbildung bei Frau Christiane Rohn "dogsense R" beginnen.

Kannst dir beide ja mal ansehen: www.animal-learn.de und www.der-gnadenhof.de

Mir kommen natürlich auch noch meine zwei eigenen Hunde zu Gute, mit denen es bedingt durch meine früheren eingeschlichenen Halterfehler und den unterschiedlichen Erfahrungen und Charakteren der beiden Probleme gab, die ich selbst ausgleichen mußte.

Und wenn mich nun die hier ansässigen Leute sehen, wie ich - ein kleines Frauchen von 160cm und 56 kilo mit zwei Hunden (einem Bernhardiner-Collie-Mix 45 Kilo und einer Landseerhündin mit 68 Kilo) zurecht komme (wie sie es hier nennen :) ) steigt das Interesse immer mehr!
Aber in Deutschland ist es nun mal so, dass die Menschen etwas sehen wollen - denn schließlich kann ja im Prinzip jeder, der einen Hund hat (oder auch nicht) einfach eine Hundeschule aufmachen; leider!!!

Ich hoffe, dir ein wenig damit geholfen zu haben und wünsche Dir viel Glück auf dem eingeschlagenen Weg!

Liebe Grüße

Mondwölfin

Kathy001
25.11.2005, 10:30
Hallo Mondwölfin,

danke für die Tipps, sind sehr hilfreich. ich werd nachher gleich mal per mail (ich sitz hier ja eh den ganzen Tag am rechner) bei unserer nd den umliegenden Gemeinden anfragen wie viele Hunde registriert sind. kennst du die Seine www.mit-tieren-arbeiten.de ? dort habe ich mal wegen einer ausbildung nachgefragt und will zumindest mal eine "schnupperstunde" machen, die kostet nix und ich bekomme einblick in die trainingsmethoden dort. Wenn es mir nicht gefällt brauch ich mich ja anicht erst anmelden :) so gebe ich nicht unnötig das studiengeld aus. Naja, eine ausbildung bei einem erfahrenen trainer wäre schonangebracht bevor man eine Hundeschule aufmacht, denn normalerweise hat man nicht so viel ahnung wie man denkst. Aber danke für deine Tipps.

manurtb
25.11.2005, 17:38
Sicher muss man als Hundetrainer seine Arbeit gut und zur zufriedenheit der Hundehalter machen, aber es ist trotzdem erstmal wichtig zu wissen in wie fern soetwas genutzt wird.
Also wenn Du Deine Ausbildung bei Nijboer, Rütter, Bloch, Grewe, Wismeth machst, dann würde ich da nicht hingehen (das waren jetzt die, die mir auf Anhieb eingefallen sind, wo ich nichts mit anfangen kann).
Wenn Du Deine Ausbildung bei Animal Learn oder Cumcane machst, dann würde ich hingehen.

Sorry, ich muss das so einschränken, weil ich schon zu viel gesehen habe, was ich einfach nicht machen will.

Thomas
25.11.2005, 23:42
Hallo Mondwölfin


Schließlich mußte ich nach diesen 14 Tagen fast ein Jahr mit meinem Rüden intensiv arbeiten, um ihn wieder so "hinzukriegen" wie er vor diesem Besuch in der Schweiz war.

Ist jetzt zwar offtopic aber erzähl doch mal was Dir, resp. Deinem Hund beim Schlegel widerfahren ist.

Interessierte Grüße
Thomas

Kathy001
28.11.2005, 07:42
Der Studienleiter bzw. ausbilder heisst Jörg Ziemer, der hat auch eine Homepage, aber da habe ich jetzt die url nicht im Kopf :?: ich will dort mal zu einer schnupperstunde hin und mir das ganze anschauen. Wenn mir die Methoden dort zusagen, dann werd ich da die ausbildung machen. Die anderen Namen die du erwähnt hast sagen mir überaupt nichts. :s:

ruth_kyno
28.11.2005, 19:47
Hallo kathy
sorry wenn ich das jetzt so direkt sage, aber ich weiß nicht, ob das der perfekte job für dich ist, denn als hundetrainer muss man in erster linie die besitzer überzeugen und diese dann auch trainieren und wenn das bei deiner mutter schon nicht klappt. vielleicht irre ich mich auch, da man zu seiner mutter ein anderes verhältnis hat, als zu fremden personen.

zur tierpsychologie überhaupt glaube ich nicht, dass man alles erlernen kann. genau wie beim menschen der eine hat ein gespür für solche sachen und der andere nicht. ich habe auch schon überlegt so eine ausbildung zu machen, aber ich glaube nicht, dass ich einfach die thesen zur hundeerziehung dieser leute übernehmen könnte. den umgang mit hunden kann man nicht auswendig lernen, man muss es einfach im gespür haben und vielleicht auch durch den umgang mit hunden erlernen.
deswegen bin ich auf die idee gekommen nach der schule mich in einem tierheim in z.b. spanien weiterzubilden. ich glaube, dass man so mehr lernen kann.

Kathy001
29.11.2005, 07:36
Hallo,
naja, als Hundetrainer muss man natürlich die besitzer auch überzeugen, wie du schon sagtest, aber hundebesitzer die keine hilfe wollen weil sie glauben alles allein zu schaffen werden sich ja wohl kaum an einen hundetrainer wenden. Ich denke das meine mom da auch so stur mir gegenüber ist, weil ich mit dem Hund besser klar komme als sie und er auch besser auf mich hört. Aber das hat nichts mit dem zu tun was ich vor habe. Für Hunde habe ich ein ganz gutes Händchen, bisher habe ich mich mit allen Hunden die ich kennengelernt habe gut verstanden und hatte nie probleme, Ich selbst hatte einen zugelaufenen Hund, welcher aufgrund seiner erfahrung panische angst vor Männern hatte (ist vom vorbesitzer geschlagen worden) er war vier Jahre als er zu mir kam und hatte keinerlei erziehung oder ausbildung, mit viel geduld konnte ich ihm noch einiges beibringen, nach gut einem Jahr war er gut erzogen und hat auf alle Befehle gehorcht. De angst vor männern hatte sich zwar gebessert ist aber nie ganz verschwunden.

Martje
02.12.2005, 11:42
Hallo Kathrin,

da Du Dich als Hundetrainerin in der Tat viel mit den Menschen auseinandersetzt würde ich Dir das Buch "Menschentraining für Hundetrainer" von Nicol Wilde (?) empfehlen.

Außerdem würde ich Dir empfehlen ein Praktikum ein einer Hundeschule (die Dir gefällt) zu machen. Dies kannst Du ja auch ganz unabhänig von Studium (z.B bei mTa) machen. Dort kannst Du schon mal die praktische Seite des Hundetrainings kennenlernen und die graue Theorie in die Tat umsetzen.
Ich denke es ist ganz gut, wenn jmd da ist der einem bei der Arbeit auf die Finger schaut und man nicht gleich ganz alleine da steht. Auch eine Rücksprache und Diskusion mit erfahrenen Trainern ist gut.

Liebe Grüße, Martje

Mondwölfin
03.12.2005, 11:39
Hallo Thomas!!

Hatten hier im Allgäu Probleme mit dem Internet..... Deshalb komm ich heut erst dazu Dir zu schreiben!

Aber ich kann's Dir gern erzählen!

Bis zu dem Tag an dem ich mit Samson am Stoos in der Schweiz ankam, war mit ihm soweit alles O.K. - er zog halt bloss an der Leine weil er ein extrem neugieriger Rüde ist, der immer alles ganz genau untersuchen will.... Das war bis dato mein einziges Problem!

Tja wo soll ich jetzt anfangen?? Am besten am ersten Tag und Dir dabei auch gleich meine Fehler schilder:
Wir waren in dieser Instroktoren Gruppe also insgesamt 25 Menschen mit 27 Hunden. Die Hunde durften sich NICHT kennenlernen... (was mir da schon nicht gepasst hat, da einige recht pupertierende Jungrüden dabei waren).... und eine Hündin, die die Läufigkeit grad hinter sich gebracht hatte.

Wir haben also den Vormittag mit Theorie verbracht (is ja net schlecht) unsere Hunde mussten allerdings in Boxen im Stall untergebracht werden. Für einen Hund der das nicht gewohnt ist, der reine Horror. Ich hatte zumindest das Glück, dass ich Sami überall ablegen konnte, auch in einer Box (was wir im Vorfeld ja trainiert hatten).... Trotzdem ist das schon ein Unterschied wenn in einer Reihe ca. 5 Boxen neben und übereinander stehen. Ständiges Gebell (hauptsächlich von Hans seinen Hunden die sich in dem vorderen Teil befanden) Um das zu übertönen, wurde das Radio einfach lauter als die Hunde gestellt!!!
Die Hunde durften zum lösen in den Pausen aus den Boxen geholt werden. Wer aber nicht gesittet aus der Box herauskam, hat die Eisentür für die Nase geknallt gekriegt! Was meinen Sami bei der Freude mich zu sehen und hieraus zu erlösen natürlich nicht wirklich beeindruckt hat.
Dann mussten wir uns alle mit Hunden in einem Kreis zusammenstellen. Und wehe ein Hund hat sich ein wenig aufgemuckt, weil vielleicht sein Distanzbereich nicht eingehalten wurde! Dann hat's geknallt. Und wenn ich sage "geknallt" dann meine ich das auch so!

Mein 1. Fehler: Hans nahm mir Samson ab (weil ich den Hund angeblich nicht unter Kontrolle hatte und er ja sowieso nichts könne) und ging mit ihm in die Gruppe. Dort wurde er von einem 9 Monate alten Rüden kurz angebufft worauf Sambär mal kurz retourknurrte.... und da hat er ihm eine Ohrfeige (direkt bei Backe und Ohr) - schlimm genug wenn man sich vorstellt wo die Meridianlinien der Hunde am Ohr verlaufen - verpasst, dass er geschrien hat!

Mein 2. Fehler: Ich hab ihn nicht sofort da herausgeholt und dem Hans selbst eine geknallt. Bis dato wurde Samson noch nie geschlagen!!!!
Also lernte mein Rüde an diesem Tage nur eines: Sein Frauchen ist nicht in der Lage ihn vor Hunden geschweige denn vor Menschen zu beschützen.

Danach hat er komplett dicht gemacht, und als Hans weiter in den Kreis mit ihm gehen wollte, hat er sich gebährdet wie ein wildes Pferd!!!
Und ich habe zugesehen! Könnt mich immer noch in den Ar.... beissen!!!
Aber ich dachte halt, dass ein "Experte" der so viel über die Mentale Leine quasselt ja weiss was er tut.

Also mussten wir das Bestrafen üben! Sofort, schnell und hart! Aber gezeigt hat uns das keiner......
Oh ich habs auch einmal getan, als Sami sich mit dem Leitrüden vom Hans anlegen wollte..... das Fazit: Es kam laut Hans falsch von mir... anscheinend nicht schnell genug!
Dabei war der Knackpunkt nur der, dass ich noch niemals die Hand gegen meinen Hund erhoben hatte und somit für Samson völlig an Glaubwürdigkeit verloren hatte. Er hat sogar mich danach angeknurrt!!!
Und da war's aus mit mir...... ich hab mich dann - Gott sei Dank - in der "freien" Zeit von den anderen abgekapselt.

Wir sollten (mussten) z.B. jeden Morgen in die Turnhalle und Powerwalking machen: 140 Schritt die Minute (immer im Kreis), und wenn der Hund net mitkam egal!!! Man muss dazu sagen, dass wir im Mai komplett eingeschneit waren... jetzt stell Dir das Tempo mal auf einem Turnhallenbelag vor..... Aus Rücksicht auf die Gesundheit meines Hundes habe ich da nie mitgemacht. Eine Teilnehmerin glaube ich hat seitdem mit Ihrem Rüden Probleme (Hüfte), denn der Hund war grad mal 6 Monate alt! Ständiges ausrutschen hat natürlich seinen Teil dazu beigetragen!

So und nun zu seiner sogenannten "mentalen Leine": Dies ist eine ganz dünne runde Leine mit einer Schlaufe. Die wird dem Hund über den Kopf gezogen und dann wird losmarschiert... Wenn er nicht mitkommt, wohin Hans geht oder von ihm weg will, dann zieht sich die Schlinge um den Hals zu!!!!! Toll dachte ich mir...... Ich habe in meinen ganzen Leben.... und das sind schon einige.... noch nie soviele Hunde gesehen die in Beschwichtigungssignalen untergehen!!! Als ich ihn darauf ansprach..... hat er es lapidar abgetan... ich würde das falsch interpretieren!!!

Ich habe mich auch öfter mit ihm "gestritten" weil ich der Meinung bin, dass nicht jeder Hund gleich erzogen werden. Ich kann doch z.B. von einem Landseer kein schnelles Sitz Platz Sitz Platz verlangen! Das Anatomisch gar nicht möglich: er meint ja!

Dann sollten wir auch noch das Futter auf Barfen umstellen: Rohfütterung! Mag ja gesund sein, nur was ist, wenn Dein Hund das nicht mag?? Das gibt es nicht, dann muß er halt nur lang genug hungern........ Wie bitte???

Samson hat ihn eines besseren belehrt und die von ihm dargeboten Leckerei im Napf einfach verschmäht! Er mag's halt net!!!! Das gibt's net! Oh doch lieber Hans, und ob es das gibt. Schließlich kenne ich meinen Hund. Dann hätte ich ihn halt vorher gefüttert!!!
Aber egal!
Und so ging das die ganzen zwei Wochen!!!
Wenn ich mit Sami unsere Übungen aufzeigte, hab ich mich so verhalten wie immer... leise freundliche Befehle!!! Und Sami hat alles schön gemacht!
Das muss lauter kommen!!!! Und strenger!
Hallo??? Ich brauche keine lauten Worte wenn keine Gefahrensituation da ist...!!! Die leisen Töne sind ausschlaggebend. Wenn ich das nicht zackiger und lauter machen würde, dann solle ich vom Platz!
(Wir haben es zwar etwas lauter gemacht.... aber trotzdem nicht "zackiger" *g*)

Naja, das Ende vom Lied war, dass Sami und ich nach diesen zwei Wochen mit den Nerven derart blank lagen, dass ich (hätte ich mich vorher nicht vor jedem Training mit Baldrian zugeworfen) sogar allein mit Gepäck und Hund zur Seilbahn marschiert bin und runterfuhr!!! (Und dabei habe ich extreme Höhenangst)

Unten an der Talstation wartete mein Mann mit geöffnetem Kofferraum. Es erfolgte von seitens Samson keinerlei Begrüßung... nur in den Kofferraum hinlegen und drauf warten, dass die Klappe zugeht.

Daheim angekommen mußte ich feststellen, dass mich mein eigener Hund nicht mehr mit dem Hintern ansah... geschweige denn von sich aus Blickkontakt suchte.
ER stürzte sich mit einenmal auf alles was auch nur wie ein Hund aussah und war extrem aggressiv vorallem an der Leine.
Kommandos von mir wurden nicht befolgt... solange nicht, bis ich das vorgeschriebene Hausprogramm von Hans aufgab.... ihn ca. 1 Woche komplett in Ruhe ließ.. kein Gassi sondern nur Garten.
In dieser Woche war ich so verzweifelt...dass ich alles nochmals genau überdachte und dann beschloss.... ein Training zu beginnen, das meinem Samson angemessen war.
Ich besuchte einen Tierkommunikationskurs, und meldete mich zum T-Touch Seminar bei Clarissa von Reinhardt an und bemühte mich um ein Gespräch mit Frau Christiane Rohn......

Die Tierkommunikatorin (von mir auf dem Prüfstand) sollte meinen Bär fragen, was er von der Schweiz hielte (sie wusste nix von Hans).. Als Antwort bekam ich: Grauenvoll.... der totale Drillplatz... war überhaupt nicht schön dort. Und ich verstehe nicht, warum Frauchen nicht schon am ersten Tag gegangen ist, so wie sie es wollte (und diesen Gedanken hatte nur ich - sonst wusste keiner davon!!!).... Die Tierkommunikatorin sagte mir dann auch, dass Samson immer noch traumatisiert sei und das ganze noch nicht verarbeitet hat.

Frau von Reinhardt hat ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass die Hundehalter die mit ihren Hunden beim Hans waren, fast ein Jahr brauchen um die Hunde wieder hinzukriegen... das gleiche kam von Frau Rohn!!! Und ich habe wirklich 10 Monate intensivstes Training mit Sami gebraucht, bis wieder alles in Ordnung war!!!

In meinem ganzen Leben habe ich sowas noch nie gesehen!!! Bei den Training mit seiner tollen Leine hab ich Hunde gesehen, die Purzelbäume geschlagen haben und immer wieder hart auf dem Boden knallten!!! Ein Collie hat sogar zum röcheln und husten angefangen... und sein Kommentar: das macht er jetzt bloss damit er nicht machen muss was ich will...
Sicher alle Hunde haben irgendwann (je nach Charkterstärke oder Sturheitsgrad) aufgegeben und sich nach ihm orientiert! Hätt ich mit so nem Ding um den Hals auch gemacht!!!

Also wie gesagt ich war bitter enttäuscht und furchtbar wütend (aber hauptsächlich auf mich weil ich das ganze nicht gleich abgebrochen habe).... Das Geld (mußte natürlich für die ganze 1 Ausbildungssdauer von insgesamt 4 Wochen) gezahlt werden... glaub das waren alles in allem mit Unterbringung um die 15000 €, konnt ich natürlich in den Wind schießen..... Es gab keine Rückerstattung.

Aber das beste hab ich ja noch gar nicht erzählt: Du musstest Dich dort bei ihm mit diveresen unterschiedlich langen Leinen eindecken sowohl seine selbstgemachten Leckerle (rohe Hühnerfleischkügelchen) kaufen!!! Und das sehr teuer...
Das hat mich zusätzlich noch ungemein geärgert, da ich im Vorfeld anfragte, was denn alles mitgebracht werden muß... außer dem für den Hund üblichem!
Schließlich habe ich einen kleinen Tierbedarfshandel und hätte mir somit extrem viel Geld sparen können.

Falls Du noch weitere Fragen hast nach dem gelesenen, dann schreib mir ruhig ne Mail Irina.Lang@t-online.de


Mondwölfin
Samson & Delilah

coramadden
03.12.2005, 13:15
hallo mondwölfin,

das klingt ja furchtbar!:eek:

zum glück scheinen samson und du das erlebte jetzt einigermaßen verarbeitet zu haben.

ich verstehe ihn vollkommen, dass er von dir enttäuscht war und kein vertrauen mehr hatte. er muss sich ja im stich gelassen gefühlt haben, emotional und körperlich mißhandelt!

ich verstehe echt nicht wie du das mit dir (und ihm) hast machen lassen :confused: aber zum glück hast du es ja selber eingesehen, nicht auszudenken was wäre wenn du immer noch so arbeiten würdest. kein schönes leben...

ich wäre dem kerl spätestens an die gurgel gegangen wenn er meine dicke geschlagen hätte! da kenn ich nix, da kämpfe ich wie ne löwin.

naja, es tut mir auf jedenfall leid, dass ihr diese erfahrung habt machen müssen. ich wünsche euch allen alles liebe!

anna

Thomas
03.12.2005, 16:01
Hallo Irina,

danke für Deinen ausführlichen Bericht.

Gruß
Thomas